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22. April 2005 | Allgemeines

Kein Zusammenhang zwischen Lebensmittelwerbung und dicken Kindern

Studie im Auftrag von Bundesverbraucherministerin Künast entlastet Markenwerbung

Eine neue Studie im Auftrag der deutschen Regierung korrigiert, wie der Zentralverband der deutschen Werbewirtschaft (ZAW) am 19. April 2005 berichtete, die auf europäischer Ebene „weit verbreitete Auffassung, Werbung sei mitverantwortlich für dicke Kinder“. Tatsächlich spiele, zitiert der ZAW aus den Ergebnissen, an Kinder gerichtete Lebensmittelwerbung mit Gesundheitsbezug in den Werbekonzepten der Hersteller „eine extreme Randrolle“. Sowohl in Pressemedien als auch im Fernsehen finde sie statistisch gesehen so gut wie nicht statt. Dies gelte auch für die Internetwerbung in Form von Bannern oder Hinweisen auf externe Links.

Zu diesem Ergebnis kommt die Studie „Lebensmittelwerbung für Kinderprodukte“ der Sonderforschungsgruppe Institutionenanalyse Sofia (Darmstadt) im Auftrag von Bundesverbraucherministerin Renate Künast. Danach verstoße, berichtet der ZAW weiter, auch insgesamt die Lebensmittelwerbung selten gegen die Verhaltensregeln des Deutschen Werberats, Kinder nicht unmittelbar zum Kauf oder Konsum der beworbenen Produkte aufzufordern. Lebensmittel würden in Kinderzeitschriften fast gar nicht beworben. Im Fernsehen richteten sich die Hersteller weder massiv noch regelverstoßend an Kinder. Gesundheitsbezogene Inhalte von TV-Spots, die sich an Kinder wendeten, hätten lediglich einen Anteil von 2,8 Prozent. Ferner halten die Autoren der Studie das bestehende vielfältige Gesetzesinstrumentarium zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor täuschenden Werbeangaben für ausreichend, kritisierten aber, dass die Gerichte bis hin zum Europäischen Gerichtshof (EuGH) vom Leitbild des mündigen Verbrauchers ausgingen. Sie appellierten an die Rechtsprechung, zum Verbraucherleitbild des unkritischen Konsumenten zurückzukehren.

 

Der ZAW bewertet die Untersuchungsergebnisse der Sonderforschungsgruppe als „eindeutige Entlastung der Markenwerbung“. Dieser Tatbestand müsse bei den laufenden Beratungen des Europäischen Parlaments über eine EU-Verordnung für gesundheitsbezogene Werbeaussagen bei Lebensmitteln entscheidend berücksichtigt werden. Weiter forderte der Zentralverband den EU-Verbraucherkommissar Markos Kyprianou auf, seine „eher populistische Anprangerung der Lebensmittelwirtschaft“ der Realität anzupassen. Kyprianou hatte im Zusammenhang mit dicken Kindern in Europa von der Lebensmittelwirtschaft verlangt, ihre Werbung freiwillig bis zum Jahresende zu beschränken, und mit gesetzlichen Regelungen auf EU-Ebene gedroht, falls dies nicht geschehen sollte.

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