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12. März 1998 | Ausland

IPI: Lateinamerika für Journalisten ein Schlachtfeld

Ein "gefährliches Schlachtfeld" für Journalisten waren nach Recherchen des Internationalen Presseinstituts (IPI) in Wien große Teile Lateinamerikas im vergangenen Jahr. Aber auch in anderen Gegenden der Welt, vor allem in Afrika, Südostasien und Osteuropa, wird, wie aus dem Jahresrückblick "1997 World Press Freedom Review" der unabhängigen Vereinigung von Verlegern und Journalisten hervorgeht, die Pressefreiheit mit Füßen getreten. "Die alptraumhafte Statistik spricht Bände", heißt es in einer am 3. Februar 1998 veröffentlichten Vorschau auf den Report, der die Situation der Medien in mehr als 150 Ländern beleuchtet: "Sieben Journalisten in Kolumbien, vier in Mexiko, drei in Guatemala, zwei in Brasilien, zwei in Peru, einer in El Salvador und einer in Argentinien" seien ermordet worden. Besonders enttäuschend sei dabei, daß alle diese Staaten zumindest theoretisch pluralistische Demokratien seien mit Verfassungen und Staatsoberhäuptern, die die Pressefreiheit zu schützen versprächen.

Kritisch ist die Lage der Medien nach Ansicht des IPI auch in den Reformstaaten Mittel- und Osteuropas sowie in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion. So sei 1979 in Rußland sieben Journalisten oder Medienfunktionäre ermordet worden. In Aserbaidschan und Usbekistan träten die Staatsoberhäupter "gegenüber den Medien zunehmend mit all der Kälte und Härte altmodischer kommunistischer Führer auf - was sie natürlich auch exakt sind". Auf dem Balkan sei das Ringen um eine freie Presse auch lange nach Ende der Kämpfe noch nicht gewonnen, analysierte das Presse Institut weiter. "In Serbien und Kroatien müssen unabhängige Journalisten um jeden Atemzug frischer Luft kämpfen, und die Zahl der freien Medienprodukte wird immer weniger, weil die Präsidenten Milosevic und Tudjman sicherzustellen versuchen, daß ihre jeweilige Stimme die einzige ist, die das Volk hört."

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