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27. April 2007 | Allgemeines

Heinen mahnt Politik und Behörden zum sensiblen Umgang mit Pressefreiheit

Bundeskanzlerin beim BDZV-Empfang für Alfred Neven DuMont

Neven Du Mont 1760Die Presse fordere keine sachfremden Privile­gien und schon gar keine rechtsfreien Räume, versicherte Heinen anlässlich des Geburtstags­empfangs des BDZV für den Kölner Verleger Professor Alfred Neven DuMont, zugleich Ehren­mitglied im Präsidium der Verlegerorganisation. Kernaufgabe der Redaktionen sei es jedoch, die Ar­beit staatlicher wie nicht staatlicher Institutionen zu kontrollieren und even­tuelles Fehlverhalten aufzudecken. „Wer das Vertrauen unserer Infor­man­ten in die Verschwiegenheit unserer Mitar­beiter gefährdet, zerstört unsere Arbeitsgrund­lage“, warnte Heinen.

Neven Du Mont 1909Alfred Neven DuMont sei ein Publizist und Un­ternehmer „im großen Stil“, würdigte Heinen den Jubilar, der am 29. März 2007 sein 80. Lebens­jahr vollendet hat. Nevens lebenslan­ges Interesse an der Aussöhnung mit Israel und an der Schaf­fung der Voraussetzungen für dauerhaften Frie­den habe jüngst mit einer Beteili­gung seiner Verlagsgruppe an dem israeli­schen Zeitungshaus Haaretz „wohl seinen schönsten Lohn erhalten“. Beim Rückblick auf die Tätigkeit Nevens für die Zeitungsverleger wies Heinen darauf hin, dass der Jubilar sein Amt angetreten habe, als es um eine der wichtigsten medienpoli­tischen Diskus­sionen der bundesrepublikani­schen Geschichte ging. Mit Plänen, die innere Organisationsfreiheit der Zeitungs­verlage durch ein Presserechtsrah­mengesetz oder später durch einen von Teilen der sozialliberalen Koalition ge­forderten Tarifver­trag zu beschneiden, seien in den 70er Jahren die Unabhängigkeit und Hand­lungsfähigkeit der deutschen Zeitungshäuser aufs Spiel gesetzt worden. Neven habe, zu­nächst als Mitglied des Präsidiums, später als BDZV-Präsi­dent, „größten Schaden von den Zeitungen ab­wenden können“.

Die wichtigste unternehmerische und publizisti­sche Herausforderung der nächsten Jahre liege, führte der BDZV-Präsident weiter aus, in der Aus­richtung der Branche auf eine moderne, zuneh­mend von elektronischen Verbreitungswegen geprägte Medienwelt. Es gelte, Qualitätsjourna­lismus auf einer wachsenden Zahl von Kanälen zu den Lesern zu bringen, profes­sionelle Stan­dards aufrecht zu erhalten und zugleich ein im­mer höheres Tempo mitzugehen. In der mittels­tändisch geprägten Zeitungsbranche ge­schehe der zügige Ausbau elektronischer Angebote viel­fach in Kooperation mehrerer Häuser. Hierbei dürften keine überzogenen wettbewerbsrechtli­chen Schranken die Branche behindern. „Es muss angesichts dramatischer struktureller Ver­änderungen möglich sein, durch sinnvolle Koope­rationen, aber auch durch Fusionen zu angemes­senen und leistungsfähigen Be­triebsgrößen zu kommen“, sagte Heinen. Politik und Verlagsbran­che seien gleichermaßen gefordert, ohne vorei­lige Festlegungen eine sachgerechte und Vielfalt sicherende Fortentwicklung des Pressefusions­rechts zu disku­tieren.

Merkel: ein politischer Verleger

Neven Du Mont 1686Bundeskanzlerin Angela Merkel würdigte den Verle­ger und Journalisten Alfred Neven DuMont als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten der deutschen Medienlandschaft. Neven DuMont habe sich in seinen Blättern stets für Liberalität, Unabhängigkeit und Sprachkultur eingesetzt, sagte die Kanzlerin. Er sei ein „politischer Verle­ger“, der mit seiner Mei­nung nicht hinter dem Berg halte. Sie nehme seine gelegentliche Kritik an ihrer politischen Ar­beit sehr ernst.

Neven Du Mont 1744Die unternehmerischen und publizistischen Er­fahrungen in Ostdeutschland gehörten „zu den schönsten Erlebnissen meiner Verlegerlaufbahn“, sagte Neven DuMont. Mit der „Frankfurter Rund­schau“ wolle er nun neue Wege gehen. Ende Mai erscheint das Blatt in einer neuen Aufmachung im Tabloid-Format. Das werde „ein großer Sprung nach vorne“, sagte der Verleger. Wie zuvor schon Helmut Heinen ging Neven DuMont auf das Thema Pressefusionskontrolle ein und forderte ein neues Kartellrecht, um die Fusion von Zeitun­gen zu erleichtern.

Neven Du Mont 1993Der Kölner Verleger ist Ehrenmitg­lied des BDZV-Präsidiums und Herausgeber der Zeitun­gen „Kölner Stadt-Anzeiger“, „Express“ (Köln), „Mitteldeutsche Zeitung“ (Halle) sowie „Frankfur­ter Rundschau. Als 28-Jäh­riger nahm er die Tätigkeit im elterlichen Verlagshaus auf, an des­sen Spitze er heute in der elften Generation steht. 1957 wurde er Herausgeber der Kulturzeit­schrift „Magnum“, drei Jahre später Herausgeber des „Kölner Stadt-Anzeigers“. 1964 gründete Alfred Neven DuMont die Boulevardzei­tung „Ex­press“. Nach dem Tod seines Vaters Dr. Kurt Neven DuMont wurde er alleiniger Herausgeber von „Kölner Stadt-Anzeiger“ und „Ex­press“. Den Vorsitz der Geschäftsführung des Verlags führte Alfred Neven DuMont bis Mai 1991; seither steht er an der Spitze des Aufsichtsrats.

Rede von Bundeskanzlerin Angela Merkel

Rede von BDZV-Präsident Helmut Heinen

 

Fotos: David Ausserhofer

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