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01. Dezember 2016 | Namen und Nachrichten

Festakt: 60 Jahre Presserat

Der Presserat feierte am 1. Dezember in Berlin mit einem Festakt mit rund 250 Gästen aus Medien, Politik, Wissenschaft, Kirche und Wirtschaft sein 60-jähriges Bestehen. Gegründet wurde der Presserat, der mit dem Pressekodex ein verbindliches Regelwerk für eine gesamte Branche geschaffen hat, am 20. November 1956 in Bonn. Bundespräsident Joachim Gauck legte in seiner Festrede den Fokus auf die Vertrauenskrise, der die Medien, aber auch Politik, Gewerkschaften und andere Institutionen ausgesetzt seien. Er betonte, dass Demokratie auf gelingende Kommunikation angewiesen sei und damit auch auf die Medien, die die Kontroversen abbilden. Dazu brauche es eine lebendige Öffentlichkeit.

(Foto: Presserat)(Foto: Presserat)„Wer, wie die Presse, eine öffentliche Aufgabe wahrnimmt, ja mit der Öffentlichkeit und für die Öffentlichkeit spricht, der muss seine Aussagen auch öffentlich rechtfertigen können und überprüfen lassen“, sagte Gauck. „Wer der Lüge bezichtigt wird, sollte, wenn er sich verteidigen will, einen Begriff von der Wahrheit haben. Die der Wahrheit verpflichtete Berichterstattung führt nicht umsonst die Gebote des Pressekodex an.“

Auch Presserats-Sprecher Manfred Protze knüpfte in seiner Rede an das Thema an: „Der Vorwurf der ‚Lügenpresse‘ hat mit begründeter, auf Tatsachen gestützter Kritik an journalistisch- redaktionellen Produkten nichts zu tun. Protze stärkte besonders den Redaktionen den Rücken: „Medienhäuser und Journalisten sollten sich begründeter Kritik jederzeit souverän stellen. Dem Druck einer auf bloße pauschale Behauptungen und auf Unterwerfung gerichteten Propaganda müssen sie standhalten. Zugeständnisse bei ethischen Grundpositionen darf es nicht geben.“

Die Festreden zum Downlaod

Neben der Glaubwürdigkeitsdiskussion waren Berichterstattungen über Amokläufe, Krisen, Terroranschläge und die damit verbundenen Herausforderungen an die Presse ein großes Thema für den Presserat im Jahr 2016. Hiermit befasste sich im Rahmen des Festaktes eine Diskussionsrunde, moderiert von der Journalistin Dunja Hayali. Bundesinnenminister Dr. Thomas de Maizière, Journalist Georg Mascolo, die deutsch-französische Journalistin Cécile Calla, der Kommunikationswissenschaftler Prof. Otfried Jarren und der stellvertretende Sprecher des Presserats Volker Stennei diskutierten intensiv über die ethischen Regeln und Anforderungen im Umgang mit solchen Krisenlagen.

Quelle: Presserat

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