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13. Dezember 2007 | Namen und Nachrichten

Europa: Geschäftsmodell Gratisblatt im Vormarsch

Auch in Deutschland werden die Bürger schon bald Gratiszeitungen lesen können. Das erwartet der Europäische Zeitungsverlegerverband (ENPA) in einer jüngst vorgelegten Untersuchung „Europeans Read Newspapers 2007“ über den europäischen Zeitungsmarkt. Danach gibt es heute bereits in 142 europäischen Ballungsräu­men zusammen gut 130 Gratiszeitungen mit einer Auflage von insgesamt 25 Millionen Exemplaren. Gründe für das zunehmende Angebot von Gratis­zeitungen seien die Sättigung heimischer Märkte sowie neue Druckverfahren und Vertriebskanäle, schreibt Medienberater Jim Chisholm in der ENPA-Publikation. „Wenn durch alternative Ver­triebsformen mehr Werbeerlöse erzielt werden können, dann sind solche Geschäftsmodelle be­triebswirtschaftlich gerechtfertigt“, meint Chis­holm. Obendrein kämen Gratiszeitungen mit deutlich weniger Personal aus als normale Zei­tungen. Auch hätten die werbungtreibenden Un­ternehmen ihre Skepsis gegenüber diesen Zei­tungen überwunden. Ein weiteres Argument: Kostenlose Zeitungen zögen junge Leser an, die nicht bereit seien, eine Zeitung zu kaufen. Die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ zitiert in diesem Zusammenhang eine Gallup-Umfrage, wonach unter den 13- bis 24-Jährigen 61 Prozent eher zu einer Gratis- als zu einer kostenpflichtigen Zei­tung greifen. Von Angehörigen der Altersgruppe 25 bis 34 Jahre wurden dagegen eher bezahlte als kostenlose Blätter gewählt. Nach ENPA-An­gaben verfügt Europa mit einem Viertel aller täg­lich gedruckten Zeitungen über den wichtigsten Zeitungsmarkt der Welt. Täglich würden in Eu­ropa 120 Millionen Zeitungsexemplare verkauft und von mehr als 260 Millionen Bürgern gelesen. Umfragen belegten, dass Zeitungen vor allem im Lokalen die wichtigste Informations­quelle für die Bürger bildeten. Auch könnten Fernsehen und andere Medien mit Blick auf Be­griffe wie „Treue“, „Vertrauen“ oder „Einfluss“ nicht mit Zeitungen mithalten. Allerdings ändere sich das Lesever­halten, macht Medienberater Chisholm deutlich: Die europäischen Bürger grif­fen zwar weiterhin zur Zeitung, doch läsen sie oberflächlicher und nicht mehr so viel.

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