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07. Mai 2009 | Allgemeines

Deutsche Zeitungen sind krisenfester

ENPA-Präsident Lehari warnt vor Schwarzmalerei

Die deutschen Zeitungen stehen in der Wirt-schaftskrise besser da als viele Verlage in Westeuropa. In Großbritannien, Frankreich, Spanien und Italien sei 2009 mit einem Anzei-genminus von bis zu 30 Prozent zu rechnen, so der Präsident des Europäischen Zeitungs-verlegerverbandes (ENPA), Valdo Lehari jr., im Gespräch mit dpa. Die Lage im Ausland werde verschärft durch die Vielzahl an Gratiszeitun-gen dort. In Deutschland gingen die Verlage von acht bis 14 Prozent Umsatzminus bei der Werbung aus.

Lehari warnte davor, die Situation für die Me­dienhäuser durch Schwarzmalerei zu verschlim­mern. Bei bestimmten Nachrichtenlagen wie der Obama-Wahl gebe es noch Tage, "da ist manche Zeitung ausverkauft". Das für die USA befürch­tete Zeitungssterben werde es in Deutschland nicht geben. "Die Probleme in den USA sind oft hausgemacht."

Der ENPA-Präsident forderte einen urheber­rechtlichen Schutz vor dem zunehmenden illega­len Kopieren und gewerblichen Nutzen digitaler Presseinhalte insbesondere im Internet. Für Presseverlage müsse ein eigenes Leistungs­schutzrecht geschaffen werden. Tonträger- und Filmhersteller seien bereits durch bestehende Leistungsschutzrechte geschützt. Ebenso seien auch die Verleger auf den Schutz ihrer organisa­torischen und wirtschaftlichen Leistung angewie­sen. "Die Politik muss das deutlich auf die Agenda setzen", verlangte Lehari. Zugleich wandte er sich gegen eine etwaige direkte Staatshilfe für Medien, falls diese in wirtschaftli­che Not geraten sollten: "Es gibt einen ganz gro­ßen Konsens in der Branche, ohne direkte staatli­che Unterstützung zu arbeiten." Den Medienhäu­sern wäre viel mehr geholfen, wenn zum Beispiel Gesetze, die die Werbung reglementierten, gar nicht erst erlassen würden.

Eine zentrale Aufgabe sieht Lehari weiterhin im Werben um junge Leser. Es sei ermutigend, dass immer noch rund die Hälfte der 14- bis 19-Jähri­gen Zeitung lese. Er sieht die Politik in der Pflicht, die Zeitung speziell den Schülern nahezubringen: "In Finnland gehört die Zeitung zu den Unter­richtsmaterialien. Die Zeitung hat einen didakti­schen Stellenwert."

Im Online-Geschäft durch Bezahl-Angebote endlich Geld zu verdienen, hält er für wenig aus­sichtsreich: "Da ist eine Unkultur des Kostenlosen entstanden, die sich wohl nicht mehr zurückdre­hen lässt."

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