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11. Oktober 2001 | Allgemeines

Ausländische Verleger: Urhebervertragsgesetz isoliert Deutschland

Schädliche Auswirkungen auf internationales Geschäft befürchtet

Mit der geplanten Reform des Urhebervertragsrechts wird sich Deutschland nach Einschätzung internationaler Verlegerverbände im weltweiten Verlagsgeschäft isolieren.

Ausländische Verlage müssten sich künftig gut überlegen, ob sie mit deutschen Verlagen oder Autoren zusammenarbeiten könnten, sagte der Präsident des Europäischen Verlegerverbands FEP, Michael Gill, am 10. Oktober 2001 bei der Frankfurter Buchmesse. FEP und die Internationale Verlegerunion (IVU) forderten Bundestag und Bundesregierung auf, den Gesetzentwurf und seine Auswirkungen auf das internationale Verlagsgeschäft noch einmal eingehend zu prüfen.

 

Der BDZV hat vor wenigen Tagen die zweite Tranche der Kampagne für ein anderes Urhebervertragsgesetz gestartet. Die Kampagne wird gemeinsam mit dem Börsenverein des Deutschen Buchhandels, dem Verband Deutscher Zeitschriftenverleger, dem Bundesverband Deutscher Anzeigenblätter sowie dem Gesamtverband Werbeagenturen durchgeführt. Gezeigt werden dabei in den nächsten Wochen Testimonials von Agenturchef und GWA-Präsident Lothar S. Leonhard, dem Berliner Verleger Christoph Links, dem Unternehmer und BDA-Präsidenten Dieter Hundt und dem Vorsitzenden der Geschäftsführung beim Fachverlag BertelsmannSpringer, Jürgen Richter. Eine dritte Motivserie ist in Vorbereitung. Zu der Kampagne und dem geplanten Gesetz wurde unter der Adresse http://www.initiative-kulturwirtschaft.de eigens eine Website im Internet eingerichtet.

 

Anlässlich der Pressekonferenz in Frankfurt am Main wurde deutlich gemacht, dass die geplante Gesetzesnovelle nicht nur für die deutschen Verlage, sondern auch für alle internationalen Lizenznehmer ein unkalkulierbares Risiko bedeute. So sieht der Entwurf vor, dass ein Autor eine „angemessene Vergütung“ erhalten muss und diese auch bei allen weiteren Nutzern seines Werks einklagen kann. Dazu zählen auch ausländische Verlage, die ein Buch oder einen Artikel in Übersetzung veröffentlichen. Diese Regelung soll auch rückwirkend greifen.

 

Nach Darstellung des New Yorker Wissenschaftsverlegers Richard Rudick (John Wiley & Sons) hätte dies zur Folge, dass sich die ausländischen Verleger ebenso wie die deutschen mit Honorarnachforderungen von Autoren konfrontiert sähen. Zum Beispiel könnte auch ein US-Autor einer elektronisch verbreiteten Zeitschrift die deutschen Abonnenten zur Kasse bitten. Es sei eine Prozesslawine vor den Gerichten zu erwarten. Sein Verlag überlege daher bereits, Verträge mit deutschen Kooperationspartnern zu kündigen.

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