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Strategiewechsel: Google News wird zur Werbefläche

BDZV-Report zur Strategie gegenüber Google

Google hat angekündigt, in den USA ab sofort auch Anzeigen neben den Suchergebnissen bei Google News zu schalten. Den Nutzern von Google News wolle man künftig eine "ähnliche Erfahrung" bieten wie bei der Suchmaschine, "indem wir Anzeigen in die Google News Suchergebnisse integrieren“, erklärte Business Product Manager Josh Cohen im offiziellen Google-News-Blog.

 

 

Um Google News, einem Dienst, der Nachrichten aus dem Internet aggregiert, gab es bereits mehrfach Streit. So hat der belgische Zeitungsverband Copiepresse vor Gericht durchgesetzt, dass Google News nicht mehr auf die Angebote seiner Mitglieder verlinken darf. Auch die französische Nachrichtenagentur AFP hatte Google die Nutzung ihrer Inhalte gerichtlich untersagt. Inzwischen haben sich mehrere Agenturen, darunter AFP, AP, Canadian Press und Press Association, mit Google geeinigt und bekommen Geld für die Nutzung ihrer Texte.

Gegenüber Zeitungen argumentiert Google allerdings, dass diese ihre Inhalte im Netz gratis zur Verfügung stellen und auch von der Verlinkung und Aggregierung durch Google profitieren. Für die Verlage ist Google seit langem ein „Frienemey“, also Freund und Feind zugleich. Die Reichweitenwirkung von Google kann die Geschäftsstrategie, die vor allem bei werbegestützten Zeitungswebsites vornehmlich auf eine große Nutzerschaft baut, entscheidend beeinflussen. Oft kommt mehr als ein Drittel des Traffics über die Google Suche oder Google News. Die Verleger befürchten jedoch andererseits, dass Google nicht nur für Traffic auf ihren Angeboten sorgt, sondern auch Werbegelder abzieht. Unter dem Stichwort „Digital Britain“ sind britische Medien derzeit in Gesprächen mit der Regierung und der Regulierungsbehörde. Dabei geht es um die Tatsache, dass Google alle Inhalte kostenlos bekommt. „Wir wollen Geld von Google für unsere Inhalte“, sagte Carolyn McCall, Vorstandsvorsitzende des britischen „Guardian“. Auch der internationale Verlegerverband WAN (World Association of Newspapers) wehrt sich bereits seit Jahren gegen Google. WAN-Präsident Gavin O'Reilly sagte bereits 2006, dass  "diese Suchmaschinen vor allem wegen traditioneller Nachrichten- und Inhaltsaufbereiter existieren und auf deren Kosten profitieren".

Google News wird seit Jahren ständig weiter ausgebaut. Im September 2008 kündigte der Konzern an, historische Zeitungsausgaben zu archivieren und sie als kostenlose E-Paper auf Google News verfügbar zu machen. Im Mai 2008 hatte Google seinen News-Dienst mit Google Earth vernetzt. Seitdem lassen sich auch ortsabhängig Inhalte von Google News anzeigen, so dass man die aktuellen Nachrichten eines Ortes oder einer Gegend erfahren kann.

BDZV-Report „Google“

Zum Unternehmen Google erstellt der BDZV derzeit einen Report, der sich mit den Auswirkungen des Phänomens Google auf das Geschäft der Zeitungsverlage auseinandersetzt. Ein wichtiger Bestandteil des Reports ist eine Umfrage unter den Verlagen zu ihrem derzeitigen Verhältnis zu oder auch Umgang mit Google. Der Fragebogen wurde vor einigen Tagen an die Geschäftsführer der Verlage verschickt.


07. April 2009  1/2009
   





   
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