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Freemium

Das Wort ist eine Kombination aus „Free“ und „Premium. Der Begriff ist seit 2006 in Gebrauch - nach einem Artikel von Fred Wilson. Gemeint ist das Anbieten von kostenlosen Basisfunktionen mit der Option, weitere Funktionen gegen einen bestimmten Preis hinzuzukaufen. Vorbild für die Etablierung eines Freemium-Geschäftsmodells sind Netzwerke wie Xing. Das Prinzip gibt es schon länger. Bei vielen Softwaretiteln gibt es dafür die Unterscheidung zwischen Shareware und Vollversionen: Eine gewisse Grundfunktionalität (eine “Lite”-Version) ist frei. Wünscht der Nutzer jedoch erweiterte Funktionalitäten, muss er bezahlen. iPhone-Apps werden immer häufiger als Lite und Pro-Versionen im AppStore angeboten. In Deutschland ist Freemium bei Websites mit Ausnahme von Xing noch wenig verbreitet, weltweit ist es aber auf dem Vormarsch. Das Vorgehen darf keinesfalls mit dem Verschenken von Leistungen gleichgesetzt werden. Viel wichtiger ist es, das eigene Publikum aufzubauen, so dass es groß genug ist, um genug potenzielle Käufer für kostenpflichtige Inhalte zu finden. Die Gratisnutzer sind aus dieser Sicht kein Problem. Sie machen für den Anbieter kostenlos Werbung. Durch kostenlose Leistungen wird der Markt erschlossen, durch bezahlte Leistungen wird Geld verdient. Hinzu kommt noch der Netzwerkeffekt: Je mehr Nutzer einen bestimmten Service nutzen, desto nützlicher wird er für alle Beteiligte. Schwieriger ist die Frage, wo man die Grenze zwischen Kostenlos- und Bezahlaccount zieht. Wenn zum Beispiel zu viele Inhalte in den Premiumbereich fallen, fühlen sich Nutzer schnell “abgezockt”. Es baut sich ein generelles Misstrauen inklusive Widerstände auf. Wird der Funktionsumfang zu großzügig angeboten, wird kaum jemand die kostenpflichtige Version nutzen wollen. Beachtet werden muss auch inwieweit der eigene kostenpflichtige Inhalt in Wettbewerb zu anderen Anbietern steht. Wenn der kostenlose Content von Anbieter A den kostenpflichtigen Content von Anbieter B ersetzen kann, ist das Geschäftsmodell schon Makulatur. Deshalb muss jeder Verlag sich die Frage stellen, welche Inhalte er zum Verkauf anbieten kann, die der Kunde dringend braucht und die nicht durch Content eines anderen Anbieters ersetzt werden können? Ansonsten könnten fremde Anbieter von den eigenen Bezahlschranken profitieren, frei nach dem Motto: “Der Premiumteil deines Geschäftsmodells ist mein freier Content”.


02. November 2009  2/2009
   





   
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