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Lockerung der Pressefusionskontrolle darf verlegerische Freiheit nicht einschränken / Trennung von publizistischer und unternehmerischer Verantwortung für Zeitungsverleger inakzeptabel

Berlin, 29. September 2003

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) begrüßt die Bereitschaft der Politik, das Kartellrecht zu novellieren. Allerdings dürfe eine Lockerung der Pressefusionskontrolle auf keinen Fall mit gesetzlichen Auflagen verknüpft werden, mit denen die privatwirtschaftliche Verfassung der Verlage in Frage gestellt wird, erklärte BDZV-Präsident Helmut Heinen heute bei der Eröffnung des Zeitungskongresses in Berlin vor mehr als 600 Verlegern, Verlagsmanagern sowie Vertretern aus Politik, Wirtschaft und Kultur. Regelungen, die auf eine Trennung von unternehmerischer und publizistischer Verantwortung hinausliefen, seien inakzeptabel. Heinen führte aus, dass der zugespitzte Wettbewerb der Medien die Zeitungshäuser dazu zwinge, verstärkt zu kooperieren oder zu wirtschaftlich funktionsfähigen Einheiten zu fusionieren. Dies sei mit den geltenden Regelungen der Pressefusionskontrolle oft unmöglich. Er hob hervor, dass die unter dem Dach des BDZV organisierten Verlagsunternehmen alles daran setzen wollten, auch unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen die Vielfalt der Titel und die Pluralität der Meinungen zu erhalten. An die Adresse von Bundeskanzler Gerhard Schröder, der anschließend zu den Kongressteilnehmern sprach, richtete Heinen die Botschaft, dass die Verlage auch in schwierigen wirtschaftlichen Zeiten keine staatlichen Subventionen benötigten. Umso wichtiger seien faire Rahmen- und Wettbewerbsbedingungen.

Kritik an Bundesanstalt für Arbeit und Deutsche Post AG

Kritik übte der BDZV-Präsident am Plan der Bundesanstalt für Arbeit, einen so genannten „virtuellen Arbeitsmarkt“ im Internet zu etablieren. Zwar unterstützten Zeitungen alle Maßnahmen, die dazu beitragen können, die hohe Arbeitslosigkeit in Deutschland abzubauen. Jedoch hätten sie kein Verständnis für Maßnahmen der Bundesanstalt, die dazu führten, dass funktionierende Marktmechanismen und damit verbundene privatwirtschaftliche Unternehmensleistungen zerstört würden. Ziel der mit einem Aufwand von mehr als 75 Millionen Euro aus dem Boden gestampften Online-Jobbörse der Arbeitsämter sei es, offensiv jene Personenkreise anzusprechen, die mit den Stellenmärkten der Zeitungen erreicht würden: nämlich Menschen, die in einem festen Arbeitsverhältnis stehen und womöglich über einen beruflichen Wechsel nachdenken. Es sei unverantwortlich, dass damit von staatlicher Seite ein Unternehmen gestartet werde, das den gesamten Bereich der Stellenanzeigen in Gefahr bringe. „Statt tatsächlich Problemlösungen bei der Langzeitarbeitslosigkeit zu entwickeln, attackiert die Bundesanstalt unsere Zeitungsverlage“, sagte Heinen. Es dürfe doch nicht Ziel der Politik sein, dass das Arbeitsamt bei mittelständischen Unternehmen zum Jobkiller würde.

Die deutliche Kritik des BDZV-Präsidenten richtete sich auch gegen die Deutsche Post AG, die unter dem Produktnamen „Einkauf aktuell“ seit einigen Monaten Werbeprospekte sowie eine posteigene TV-Zeitschrift in die Briefkästen steckt. Es verstoße gegen geltendes Kartellrecht, wenn die Post der werbungtreibenden Wirtschaft diese Dienstleistung zu Preisen anbiete, die die Kosten bei weitem nicht abdecken. Möglich sei dies durch die Einnahmen aus dem Monopol der Briefzustellung. „Wir haben es hier mit einer unzulässigen Quersubventionierung zu tun, die das Beilagengeschäft der Zeitungen und auch der Anzeigenblätter gefährdet“, so Heinen. Jetzt sei das Bundeskartellamt aufgefordert, die Post zu stoppen. Aber auch die Politik müsse dem Geschäftsgebaren des Staatsunternehmens Einhalt gebieten.

Verleger begrüßen Selbstverpflichtungserklärung der ARD

Im Zusammenhang mit der anhaltenden Debatte über die Internet-Auftritte der öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten begrüßte der BDZV-Präsident, dass die ARD in Kürze eine Selbstverpflichtung für den Online-Bereich abgeben und die Internet-Inhalte zurückfahren werde. Heinen: „Das sind erste Schritte in die richtige Richtung, um Wettbewerbsverzerrungen abzubauen; Ähnliches erwarten wir jetzt auch vom ZDF.“

Akute Bedrohungen für Zeitungsverlage kommen aus Brüssel

Deutliche Kritik übte der BDZV-Präsident an der EU-Politik, die die wirtschaftliche Leistungskraft der Verlage akut bedrohe. Es sei konsequent, dass die Bundesregierung sich auch juristisch gegen das Tabakwerbeverbot wehre. Werbeverbote seien ein Verstoß gegen die Pressefreiheit. Doch dies halte die EU-Bürokratie nicht davon ab, neue Verbotsschilder aufzustellen. Hinter einer solchen Politik stecke ein Menschenbild, das sich gegen den mündigen und eigenverantwortlichen Bürger richte.

BDZV bekennt sich zum Flächentarifvertrag

Bei seinen Ausführungen zur Sozialpolitik erinnerte Heinen daran, dass der BDZV zu den wenigen Wirtschaftsverbänden gehöre, die sich noch zum Flächentarifvertrag bekennen. Dies könne allerdings nur so bleiben, wenn die Gewerkschaften neue Konzepte entwickelten, die eine Flexibilität auf allen Ebenen des wirtschaftlichen Handels möglich mache. Die alten und ausgetretenen Pfade müssten endlich verlassen werden. 

Bundeskanzler Schröder und „New York Times“-Verleger Sulzberger beim Zeitungskongress

Berlin, 26. September 2003

BDZV erwartet mehr als 600 Teilnehmer

Wie können neue Leserwünsche erschlossen werden? Wie kann die Zeitung ihre Position als größter Werbeträger noch ausbauen? Welche politischen Rahmenbedingungen brauchen die Medien? Diese Fragen stehen im Mittelpunkt des Zeitungskongresses, den der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) am 29. und 30. September 2003 in Berlin veranstaltet. BDZV-Präsident Helmut Heinen und Bundeskanzler Gerhard Schröder werden mit ihren Reden die politischen Schwerpunkte setzen. Das Fachprogramm am zweiten Kongresstag eröffnet Arthur O. Sulzberger jr., der Verleger der „New York Times“. Erwartet werden mehr als 600 Teilnehmer aus Verlagen, Politik, Wirtschaft und Kultur.

Der Fachkongress am 30. September steht unter dem Motto „Marken, Märkte und Methoden – Im Fokus: der Kunde“. Nach dem Report von Arthur O. Sulzberger aus den USA wird Friedhelm Haak, Vorsitzender der Geschäftsführung Verlagsgesellschaft Madsack in Hannover, über „Instrumente zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation der Verlage“ sprechen. „ Leser gewinnen und Märkte sichern“ – unter diesem Thema steht die Diskussion zwischen Hans-Georg Schnücker, Geschäftsführer der „Rheinischen Post“ in Düsseldorf; Stephan Richter, Chefredakteur beim Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag in Flensburg, und Friedhelm Haak.

„Müssen wir die Zeitung neu erfinden?“ - über diese Frage debattieren Sebastian Turner, Vorstandsvorsitzender der Scholz & Friends AG in Berlin, und Michael Grabner, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck in Stuttgart. „Was, wann, wo? Die Zeitung im Mediamix“ ist das Thema der Gesprächsrunde mit Karlheinz Röthemeier, Sprecher der Geschäftsführung Verlagsgruppe Rhein Main in Mainz und Vorsitzender des Aufsichtsrates der ZMG; Christian Nienhaus, Verlagsgeschäftsführer der „Bild“-Gruppe in Hamburg, sowie Uwe Becker, Media Direktor von Unilever Deutschland in Hamburg und Mitglied im Vorstand Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM).

Beim BDZV-Empfang am Abend des ersten Kongresstages wird die ZMG Zeitungs Marketing Gesellschaft die „Anzeigen des Jahres“ präsentieren. Den Gastvortrag hält Jürgen Hubbert, Vorstand Mercedes Car Group der DaimlerChrysler AG. Durch das Programm führt „heute“-Moderatorin Petra Gerster.

Kontakt:

Am 29. und 30. September 2003:

Kongressbüro: 030/20334410,

Hans-Joachim Fuhrmann 0171/2613689,

Anja Pasquay 0170/8011142

Zeitungskongress 2003 mit Bundeskanzler Schröder und US-Verleger Sulzberger

Spannende Fachdebatten über Marken, Märkte und Kunden

Ein spannendes Programm verspricht der BDZV für den Zeitungskongress am 29. und 30. September 2003 in Berlin: BDZV-Präsident Helmut Heinen und Gerhard Schröder setzen mit ihren Reden die politischen Schwerpunkte. Arthur O. Sulzberger jun., Verleger der „New York Times“, wird das Fachprogramm am zweiten Kongresstag eröffnen.

Eine Premiere an besonderem Ort wird es am Abend des 29. September mit der ZMG-Präsentation der besten Anzeigen und Kampagnen des Jahres im Hamburger Bahnhof geben. In den Räumen dieser grandiosen Kunstausstellungshalle findet im Anschluss auch das festliche Abendessen der Zeitungsverleger statt.

Der Fachkongress am 30. September steht unter dem Motto: Marken, Märkte & Methoden – Im Fokus: der Kunde. Nach dem Report von Arthur O. Sulzberger aus den USA wird Dr. Friedhelm Haak, Vorsitzender der Geschäftsführung Verlagsgesellschaft Madsack in Hannover, über „Instrumente zur Verbesserung der wirtschaftlichen Situation“ der Verlage sprechen. Wie man Leser gewinnen und Märkte sichern kann, darum geht es in der Diskussion zwischen Hans-Georg Schnücker, Geschäftsführer der „Rheinischen Post“ in Düsseldorf; Stephan Richter, Chefredakteur beim Schleswig-Holsteinischen Zeitungsverlag in Flensburg und Dirk Schulte Strathaus, Verleger des „Delmenhorster Kreisblatts“ und Vorsitzender des Verbands Deutscher Lokalzeitungen.

„Müssen wir die Zeitung neu erfinden?“ - Über den Werbeträger Nummer eins und seine Zukunft werden Sebastian Turner, Vorstandsvorsitzender der Scholz & Friends AG in Berlin, und Michael Grabner, stellvertretender Vorsitzender der Geschäftsführung Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck in Stuttgart, streiten. „Was, wann, wo? Die Zeitung im Mediamix“ ist das Thema der Gesprächsrunde mit Karlheinz Röthemeier, Sprecher der Geschäftsführung Verlagsgruppe Rhein Main in Mainz und Vorsitzender des Aufsichtsrates der ZMG; Chistian Nienhaus, Verlagsgeschäftsführer der „Bild“-Gruppe in Hamburg, sowie Uwe Becker, Media Direktor von Unilever Deutschland in Hamburg und Mitglied im Vorstand Organisation Werbungtreibende im Markenverband (OWM). Kontakt: BDZV, Kommunikation + Multimedia, Michaela Kuhn Telefon: 030/726298211, E-Mail: kuhn(at)bdzv.de