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Viele Wege führen zum Journalismus

Fesselnder Beruf mit hohen Anforderungen

Von Michael Bechtel

 

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Die Faszination ist nachvollziehbar: Reisen in alle Welt, Begegnungen mit den Großen aus Politik, Wirtschaft und Showgeschäft, die Mächtigen kontrollieren, selbst Einfluss nehmen. Junge Menschen sehen im Journalismus einen Traumberuf. Mancher dieser Träume kann sogar in Erfüllung gehen - wenn auch nicht für jeden der heute über 60.000 Journalisten in Deutschland. Nur wenige werden zum prominenten Anchorman auf dem Bildschirm, zum Star-Korrespondenten oder allseits geachteten Kolumnisten.

Für die meisten bleibt dieser Beruf zu großen Teilen mühselige Schreibtischtätigkeit. Fast immer arbeiten Journalisten unter Zeitdruck, oft auch in der Nacht oder an Sonn- und Feiertagen. Gefordert sind geistige Energie und Mobilität, Neugier als Charaktereigenschaft, die Fähigkeit, täglich neu zu lernen, die Flexibilität und die Bereitschaft, sich unter unkonventionellen Bedingungen und in unvorhergesehenen Situationen zu bewähren.

Wer das verkraftet, kann im Journalismus tatsächlich seinen Traumberuf finden. Journalisten können sich ein enormes Wissen erarbeiten, sie erhalten Einblicke in das Gefüge der Gesellschaft, die den meisten Zeitgenossen verwehrt sind. Auch deshalb sagen gestandene Journalisten immer wieder, dass der Beruf sie nicht mehr loslasse.

Solide Ausbildung ist wichtig

In diesen Beruf hineinzukommen, ist im Übrigen nicht ganz leicht, auch wenn er als "einer der letzten freien Berufe unserer Gesellschaft" bezeichnet wird. Der Grundsatz der Pressefreiheit verlangt, dass der Zugang nicht staatlich geregelt wird. Er darf nicht davon abhängig sein, dass jemand vorgeschriebene Ausbildungsgänge absolviert hat. So kommt es auch heute noch vor, dass journalistische Naturtalente den sogenannten "Seiteneinstieg" schaffen. Doch das ist eher selten.

Der Kern journalistischer Arbeit ist überall ähnlich: Der Journalist wirkt durch Sammeln, Sichten, Recherchieren, Organisieren, Schreiben bzw. Fotografieren und Gestalten verantwortlich an der Produktion des jeweiligen Mediums mit. Ein möglichst großes Allgemeinwissen gehört zu den Grundvoraussetzungen. Daneben aber erfordert die Arbeit in den Redaktionen von Tageszeitungen oder Zeitschriften, von Fernsehen, Hörfunk oder neuerdings Online-Medien viele spezielle Fertigkeiten und technische Kenntnisse. Realistische Chancen hat nur, wer sich gründlich ausgebildet hat.

Die Basis sind heute ein Studium oder ein praktische Berufsausbildung. Rund drei Viertel der Berufsanfänger bei Tageszeitungen haben nach Erhebungen des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger ein Studium unterschiedlichster Fachrichtung abgeschlossen. Zwölf Prozent können eine (überwiegend kaufmännische) Berufsausbildung vorweisen.

Freie Mitarbeit ebnet den Weg

Wer sich allerdings erst mit einem Diplom in der Tasche um den journalistischen Berufseinstieg kümmert, hat häufig das Nachsehen. Bei der Suche nach dem Ausbildungsplatz zahlt es sich aus, nach dem Abitur und während des Studiums eine Redaktionshospitanz oder ein Praktikum gemacht zu haben. Noch besser ist eine dicke Belegmappe mit journalistischen Arbeiten. Ohne journalistische Erfahrung gibt es nämlich kaum noch einen Volontariatsvertrag. Sie ist wichtiger als der Doktorhut mit summa cum laude. Heutige Volontäre haben oft schon einige Zeit als freie Mitarbeiter vor allem für Lokalzeitungen geschrieben.

Das Redaktionsvolontariat bei einer Zeitung, Zeitschrift, Agentur oder Rundfunkanstalt ist der üblichste Weg in den Journalismus. Es ist ein befristetes Anstellungsverhältnis mit dem Zweck der Ausbildung zum Redakteur. Trotz unterschiedlicher Ausgestaltung im Einzelnen verläuft das Volontariat bei den verschiedenen Medien recht ähnlich. Bei der Zeitung beispielsweise ist es durch Rahmentarifvertrag geregelt, dauert zwei Jahre und kann auf 15 Monate verkürzt werden, wenn journalistische Vorkenntnisse vorhanden sind.

Die Ausbildung ist überwiegend "learnig by doing", d.h. in der praktischen Mitarbeit sammelt der Nachwuchs Kenntnisse und Erfahrungen in den journalistischen Darstellungsformen, im Recherchieren und Redigieren, in der Bewertung und Auswahl von Stoffen, in Layout und der Umbruchtechnik sowie in der jeweiligen Medientechnik, im Presserecht und vielen anderen Dingen. Nicht alle notwendigen Kenntnisse lassen sich in der Praxis "vor Ort" erwerben. Deshalb gibt es überbetriebliche Bildungsabschnitte, in denen die erforderliche theoretische Unterweisung und Vertiefung geschieht.

Von den rund 2.500 Volontären, die sich 1998 auf den Journalistenberuf vorbereiteten, waren 1.200 bei Zeitungen, 740 bei Zeitschriften, rund 220 bei öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten, 280 bei privaten Hörfunk- und Fernsehsendern und 40 bei Agenturen beschäftigt. Die Zahl der Volontärsstellen ist in den vergangenen Jahren kaum gewachsen, wohl aber die Bewerberflut. Hunderte Bewerbungen pro Stelle sind nicht ungewöhnlich.

Journalistenschulen

Ein anderer Weg in den Journalismus führt über eine der zehn Journalistenschulen, die einen hervorragenden Ruf haben: die Deutsche Journalistenschule, München; die Kölner Journalistenschule für Politik und Wirtschaft; die Henri-Nannen-Schule in Hamburg und Berlin; die Journalistenschule Axel Springer in Hamburg und Berlin; die Georg-von-Holtzbrinck-Schule für Wirtschaftsjournalisten, Düsseldorf; die Burda Journalistenschule, München; die Berliner Journalisten-Schule, Berlin; die Journalistenschule Ruhr, Essen; die Bayerische Akademie für Fernsehen, München; und die Evangelische Journalistenschule, Berlin, gegründet 1994

Der geringen Zahl an Ausbildungsplätzen dieser Schulen steht eine noch größere Zahl an Bewerbern gegenüber als bei den Volontariaten. Entsprechend hart ist die Auslese.

Hochschulausbildung

Die akademische Ausbildung von Journalisten spielt in Deutschland noch eine relativ geringere Rolle. Ein praxisorientierter Studiengang "Journalistik", wie er zuerst in Dortmund entwickelt wurde, integriert journalistische Arbeit in Form von so genannten "Volontär-Praktika". Dieses erfolgreiche Modell haben andere Hochschulen übernommen. In Dortmund, Eichstätt, Hannover, Leipzig und München ist das Journalistikstudium als Hauptfach möglich, in Bamberg, Gießen, Hamburg und Fribourg (Schweiz) nur als Nebenfach.

Sieben Hochschulen in Deutschland - Berlin, Frankfurt/ Main, Kassel, Mainz, Stuttgart-Hohenheim, Tübingen und Weingarten - und eine im österreichischen Krems bieten Aufbau- bzw. Ergänzungsstudiengänge an, die auf das Berufsziel "Journalist" ausgerichtet sind. Sie setzen ein bereits abgeschlossenes Hochschulstudium voraus. Praktika im Presse- und Rundfunkbereich sind Bestandteile dieser Ausbildungsgänge.

Ein Journalistik-Studium ist nicht zu verwechseln mit einem Publizistik- bzw. kommunikationswissenschaftliches Studium. Ein solches ist zur Vorbereitung auf publizistische Berufe sicher nützlich, aber es ist keine Berufsausbildung.

Eine Fülle von Informationen und Adressen bietet das ständig aktualisierte Standardwerk von Volker Schulze (Hrsg.): Wege zum Journalismus. Ein Ratgeber für die Praxis, 10. Auflage, Bonn 1999.

 

Vielfältige Aufgaben zwischen Print und Online

Verlagskaufmann/-kauffrau - alles andere als ein langweiliger Schreibtischjob

Von Bernhard Boll

 

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Wenn der Leser sich morgens in der Zeitung über die Weltlage im Allgemeinen oder die Ergebnisse der Bundesliga informiert, haben dafür viele Menschen gearbeitet. Redakteure haben Artikel geschrieben, Techniker gigantische Druckmaschinen in Bewegung gesetzt und Zeitungsausträger das druckfrische Blatt in den Briefkasten gelegt. Ohne sie ginge es nicht, das weiß der Leser. Ohne die Mitarbeiter/innen von Anzeigenabteilung und Vertrieb aber auch nicht, und das ist nur wenigen bewusst. Auf dem Weg zur gedruckten Zeitung sind zahlreiche organisatorische und geschäftliche Aufgaben zu erledigen - ein vielseitiges Aufgabenfeld für Verlagskaufleute.

Ein typischer Moment im Arbeitstag von Holger B.: Erneut klingelt das Telefon. Ein Mitarbeiter des Außendienstes: Kann eine großformatige Anzeige seines besten Kunden nach Anzeigenschluss noch in der Verlagsbeilage platziert werden? "Moment bitte!" Absprachen mit Redaktion und Technik sind dafür notwendig. Da muss doch der Chef ans Telefon. Immerhin ist Holger B., wenngleich voll einbezogen in die hektischen Vorbereitungen für die große Verlagsbeilage, die in wenigen Tagen erscheinen wird, erst Auszubildender im dritten Jahr.

Er und seine Kollegen in der Anzeigenabteilung sind die Mittler zwischen den Anzeigenkunden und den Verlagsabteilungen. Sie müssen das Produkt vermarkten. "Immerhin machen wir zwei Drittel des Umsatzes mit den Anzeigenerlösen", weiß der angehende Verlagskaufmann. Dazu muss er neben den kaufmännischen auch die wichtigsten technischen Bereiche des Verlages aus dem Effeff kennen.

"Einen langweiligen Schreibtischjob wollte ich nie", erinnert sich sein Kollege Christian M. Besonders gereizt habe ihn die Vielfalt in der Ausbildung, die 1998 aktualisiert und den Bedürfnissen der Branche angepasst wurde. "Marketing" und "Kommunikation" bestimmen seitdem ebenso das Berufsbild wie die neuen Medien.

In der Anzeigenabteilung lernen angehende Verlagskaufleute zum Beispiel die Argumente für den Werbeträger Zeitung kennen. Das brauchen sie im Verkaufsgespräch. Holger B. hat sich mit Anzeigenerfassungs- und Anzeigenabrechnungssystemen beschäftigt und gelernt, wie ein Mitarbeiter im Anzeigenverkauf die Kunden bei der Gestaltung, Platzierung und Berechnung ihrer Anzeigen berät. Ohne gute drucktechnische Kenntnisse geht das nicht. Und der angehende Verlagskaufmann weiß jetzt auch, wie verkaufsfördernde Maßnahmen durchgeführt werden und wie sich neue Kunden gewinnen lassen.

Holger B. hat bereits fast alle einschlägigen Abteilungen seines Zeitungsverlages durchlaufen. Im Vertrieb hat er gelernt, wie die komplizierte Logistik eines Verlagshauses funktioniert. "Nichts ist schlimmer, als wenn ein Kunde seine Zeitung beim Frühstück vermisst. Dann kommen die bösen Anrufe, manchmal sogar Abbestellungen." Die verlässliche Zustellung zu garantieren, ist gar nicht einfach. Das ist eine zentrale, aber nicht die einzige Aufgabe des Vertriebs. Genauso wichtig sind die ständigen Anstrengungen, neue Leser für die Zeitung zu gewinnen.

"Da geht's nicht bloß um Prämien für die Abonnentenwerbung", weiß Holger B. "Das Produkt muss gefallen. Die Wünsche der Leser ändern sich, und das Blatt muss sich mit ihnen wandeln." In der Vertriebsabteilung erlebte er im vergangenen Jahr, wie Vertrieb, Anzeigenabteilung, Marketing und Redaktion gemeinsam mit einem Forschungsinstitut eine Leserbefragung zu geplanten Veränderungen im Blatt entwickelten. Das hat ihn beeindruckt, und so heißt sein Berufsziel im Augenblick, einmal ein erfolgreicher Vertriebsleiter zu sein.

Das kann sich noch ändern, meint er aber selber. An Einsatzgebieten für Verlagskaufleute herrscht kein Mangel: Anzeigengeschäft, Vertrieb, Marketing, Rechte und Lizenzen, kaufmännische Steuerung und Controlling sowie Redaktion/Lektorat, Technik und Herstellung. Das war auch der Grund, warum Holger B. nach dem Abitur diesen Weg eingeschlagen hat. Er hatte sich damals auch in einem Buchverlag beworben - "eine ganz ähnliche Ausbildung", glaubt er.

Die Aufgaben des Verlagskaufmanns im Buchverlag sind tatsächlich zum Teil vergleichbar, zum Teil erfordern sie anderes Fachwissen: Verträge mit Autoren abwickeln, Bücher und elektronische Publikationen gestalten, herstellen und vermarkten, Auflagenhöhe und Ladenpreis kalkulieren und anderes mehr. Am Ende war Holger B. doch erfreut, die Ausbildungsstelle im Zeitungsverlag zu erhalten. "Zeitung hat eben ein besonderes Flair. Das Tagesgeschäft bringt mehr Herausforderungen. Obendrein sind wir mit der Zeitung ja auch im Internet."

Qualifizierte Verlagskaufleute sind gefragt - nicht nur bei Zeitungsverlagen, sondern in der ganzen boomenden Medienbranche und bei Werbeagenturen. Die Verlage in Deutschland haben deshalb Jahr für Jahr mehr Ausbildungsplätze angeboten "Wer Interesse am Verkaufen und Vermarkten hat, wer sich für die Medienwelt begeistert, wer kontakt- und teamfähig ist und gern selbstständig arbeitet, hat alle Karrierechancen", begeistert sich Holger B. für die eigene Berufsentscheidung.

Seine guten Chancen will er noch verbessern, indem er nach der Ausbildung weiter lernt. "Verlagsfachwirt der Fachrichtung Marketing" heißt sein Ziel. Damit ist dann die Führungsaufgabe in einem Verlag zum Greifen nahe.

Voraussetzungen: Mindestens Fachoberschulreife, höhere Abschlüsse sind erwünscht.

Ausbildungsdauer: generell 3 Jahre

Ausbildungsvergütung: 1: Jahr - 1133 DM, 2. Jahr - 1325 DM, 3. Jahr: 1557 DM

Weiterbildung: Fachwirt für Medien- und Verlagswirtschaft (mit Schwerpunkt Herstellung oder Marketing)

Weitere Informationen enthält die Broschüre "Medium Print", die kostenlos über die Verlegerverbände zu beziehen ist:

Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger e.V., Markgrafenstr.15, 10969 Berlin

Verband Deutscher Zeitschriftenverleger e.V., Markgrafenstr.15, 10969 Berlin

Börsenverein des Deutschen Buchhandels e.V., Großer Hirschgraben 17-21, 60311 Frankfurt/Main

Bernhard Boll ist Verleger des "Solinger Tageblatts"

Hätten Sie's gewusst?

Eingangstest der Axel Springer Journalistenschule Berlin

 

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Journalismus - das zählt für viele junge Leute heute noch immer zu den Traumberufen. Hunderte bewerben sich jedes Jahr um die vergleichsweise wenigen Ausbildungsplätze an den renommierten Journalistenschulen (lesen Sie dazu auch den Artikel von Michael Bechtel).

Wer in München, Hamburg oder Berlin die erste Hürde - meist eine Reportage zu einem vorgegebenen Thema - überwunden hat und sich persönlich vorstellen darf, hat aber als nächstes eine besonders berüchtigte Prüfung vor sich, denn nun kommt DER TEST.

Mit freundlicher Genehmigung der Axel Springer Journalistenschule drucken wir hier einen Ausschnitt. Im Original ist der Test doppelt so lang und enthält auch Fragen wie "Erklären Sie die Termini Soziolinguistik und Gastroenterologie." Die Lösungen finden Sie am Ende des Textes.

 

Der vorliegende Text ist in zwei Abschnitte gegliedert.

In A: Multiple Choice-Fragen - Aufgepasst! Von den angebotenen Antworten kann mehr als eine bzw. auch keine einzige richtig sein!

In B: Fragen, die mit einem Wort, einem Satz oder ggf. in längeren Ausführungen zu beantworten sind. Längere Antworten sollten stichwortartig erfolgen.

A MULTIPLE CHOICE (Durchkreuzen sie deutlich die Kreise, die hinter einer richtigen Ergänzung bzw. Antwort stehen Ø)

 

Der Erste Weltkrieg

wurde durch den Prager Fenstersturz ausgelöst

fand nach der russischen Oktoberrevolution statt

nahm eine Wende durch die Invasion in der Normandie

fiel in die Regierungszeit Bismarcks

Welche der folgenden Reihen enthalten ausschließlich (ehemalige) Außenminister verschiedener Länder?

Schmidt - Brandt - Kissinger - Möllemann

Gromyko - Bismarck - Fischer - Mandela

Kinkel - Baker - Schewardnadse - Albright

Scheel - Genscher - Jelzin - Annan

Die Spitzenverbände der deutschen Wirtschaft

halten eine Senkung des Spitzensteuersatzes auf unter 30 Prozent für nötig

umfassen u.a. DIHT und BDI

konstituieren den Finanzausschuss des Deutschen Bundestags

haben Hans-Olaf Henkel zu ihrem gemeinsamen Präsidenten gewählt

Die Stadt, in der der Dogenpalast zu bewundern ist,

liegt in Südwesteuropa

wird auch "Die ewige Stadt" genannt

hat eines der modernsten U-Bahn-Systeme

ist Schauplatz eines Romas von Thomas Mann

Einige Pädagogen, Psychologen, Anthroposophen machen sich Sorgen um die Kinderseelen in unserer Computerwelt

Sie würde kaum Platz lassen für das Erlernen der Grundrechenarten und für imaginative Fähigkeiten

Sie steht z.B. den Grundprinzipien der Waldorfschulen für die frühen Entwicklungsphasen entgegen

Es gibt keine technischen Möglichkeiten, bestimmt Programme für Kinder zu sperren

Erwachsene haben vielfach nicht das nötige technische Wissen, um steuernd eingreifen zu können

Wird eine Situation als kafkaesk bezeichnet, so

erkennt man das Undurchdringliche, Ausweglose

bezieht man sich auf die Literatur eines polnischen Autoren

bezieht man sich auf den Autor von "Schloss Gripsholm"

denkt man an die Lyriker der Romantik

Wolfgang Amadeus Mozart

war ein Schüler von Ludwig van Beethoven

schrieb den "Barbier von Sevilla"

lebte in Salzburg

wurde nicht so alt wie Elvis Presley

Welche der folgenden Reihen enthalten ausschließlich Interpreten aus Europa?

Rolling Stones - Lou Bega - Carlos Santana

Elton John - Udo Lindenberg - Dionne Warwick

Tom Jones - Spice Girls - Falco

Eros Ramazzotti - Mariah Carey - Oli P.

Die Olympischen Spiele

werden in diesem Jahr das dritte Mal in Australien durchgeführt

haben ihren Namen von einem Berg auf der Appeninhalbinsel

fanden (im Sommer) noch nie in Asien statt

bescherten bis 1988 der ehemaligen DDR stets mehr Medaillen als der Bundesrepublik

Die Deutsche Telekom

ist eine Aktiengesellschaft

ist die Dachgesellschaft der Mobilcom

gehört zu dem Imperium von Rupert Murdoch

untersteht in seien Entscheidungen dem Deutschen Postministerium

Von wann bis wann dauerte die Weimarer Republik? Wie hieß der letzte Reichspräsident? Wieso spricht man von der Weimarer Republik?

Nennen Sie zwei Geldanlagemöglichkeiten - außer Aktien und Immobilien.

Nennen Sie die drei baltischen Staaten

Ordnen Sie die folgenden Punkte/Bereiche gemäß ihrer Entfernung von Berlin (Schreiben Sie eine 1 unter den nächstgelegenen Ort .... schließlich eine 6 unter den am weitesten entfernten): Auerbachs Keller - Victoriafälle - Kreml - Pinakothek - Prater - Sanssouci

Wie heißen die Hauptstädte der Länder, in denen die meisten Menschen leben mit der Muttersprache

Portugiesisch

Friesisch

Kreuzen Sie an, was Sie w ä h r e n d einer Probefahrt mit einem Gebrauchtwagen machen sollten

Ansteigen der Motortemperatur beachten

Reifenprofil kontrollieren

Auf freier Strecke Gang herausnehmen, leichte Schlenker fahren, auf Radlagergeräusche achten.

Im Stadtverkehr Radio aufdrehen; sehen, inwieweit Wahrnehmbarkeit anderer Verkehrsgeräusche beeinträchtigt wird

Motorölstand kontrollieren

Wie viele rechte Winkel kann ein Dreieck höchstens haben? Wie viel Grad hat ein rechter Winkel?

Kennzeichnen Sie die Werke, die von deutschsprachigen Autor(inn)en stammen:

Im Westen nichts Neues - Das Testament - Der Kaufmann von Venedig Moby Dick - Ein weites Feld - Mord im Orientexpress - Der Zauberberg Die Kinder von Bullerbü - Frankenstein - Der kleine Prinz

 

Welche Literaturgattungen assoziieren sie mit den folgenden Namen?

Patricia Highsmith, Elizabeth George

Edgar Allan Poe, Epharim Kishon

Aus wie vielen Tönen besteht ein einfacher Dur- oder Moll-Akkord?

Auf wie vielen Linien werden Noten (in der Regel) notiert?

Im welchem Jahrhundert wirkte Leonardo da Vinci?

Was ist in seinem wohl bekanntesten Gemälde immer das Rätselhafte geblieben?

Mit welchem Titel kamen die folgenden Filme in die deutschen Kinos?

Out of Africa

Once upon a time in the west

Sense and sensibility

Nennen Sie die drei bisherigen Moderatorinnen von "Peep!"

 

Lösungen

1. keine Antwort ist richtig

2. c)

3. b)

4. d)

5. a), b), d)

6. a)

7. c), d)

8. c)

9. d)

10. a)

11. 1918 - 1933

Paul von Hindenburg; Weimar war der erste Tagungsort der Nationalversammlung, die 1919 die Verfassung beschloss (ab 1920 Berlin)

12. z.B. Sparbuch, Sparbriefe, Bundesanleihen, Festgelder, Bundesobligationen, Rentenfonds, Gold

13. Litauen, Lettland, Estland

14. Sanssouci, Auerbachs Keller, Pinakothek, Prater, Kreml, Victoriafälle

15. a) Brasilia, b) Amsterdam

16. 1, 3

17. einen, 90°

18. Im Westen nichts Neues, Ein weites Feld, Der Zauberberg

19. a) Kriminalroman, b) Kurzgeschichte

20. 3, 5

21. 15./16. Jh. (*1452, t1519)

Das Lächeln der Mona Lisa

22. Jenseits von Afrika, Spiel mir das Lied vom Tod, Sinn und Sinnlichkeit

23. Verona Feldbusch, Nadia Abdel Farrag, Manuela Weber

Die Entdeckerfreude ist vielleicht die beste Freude

Theodor Wolff, Chefredakteur des "Berliner Tageblatts", über die Organisation der Zeitung

 

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Sie wünschen, sehr geehrter Herr Willy Haas, dass ich Ihnen etwas über die Organisation einer großen Tageszeitung schreibe, und ich kann nur antworten: Muss das wirklich sein? Als Leser der "Literarischen Welt" habe ich aus den Artikeln fernstehender, aber gewiss scharfsichtiger Beobachter viel Belehrung über die journalistische Betätigung geschöpft, und ich zweifle nicht daran, dass auch ein Teil des Publikums eine Zeitung ungleich besser als ich zu beurteilen weiß. Man trägt nicht Eulen nach Athen. Und dann - Organisation ist zwar unentbehrlich wie das Gerüst der Bühne, aber die Bretter selbst, ohne das Spiel und die Spieler, bedeuten nicht die Welt. Was ist alle Organisation, wenn in dem Rahmen, den sie schafft, das Temperament, das Talent, die leidenschaftliche Lebe zum Beruf nicht vorhanden sind? Manche sorgfältig bis in die letzten Einzelheiten hinein organisierte Zeitung erinnert an Gegenden, in denen das Linnésche System in Blüte steht, aber etwas anderes nicht blüht.

Natürlich muss der Nachrichtendienst einer großen Zeitung gründlich organisiert sein, fortwährend wieder neu organisiert werden, aber soll ich Ihre Leser mit einer Aufzählung der technischen Einzelheiten langweilen, soll ich ihnen sagen, wie viel Zwischenstationen mit ausgebildeten Telefonstenografen mitunter, zur Sicherung der Verbindung, nötig sind und wie viel Kräfte zusammenwirken müssen, um den Bericht über eine wichtige Genfer Mittagssitzung in das Abendblatt zu bringen? Der Passagier des Ozeandampfers hat sein erworbenes Recht, und wenn er sich auf dem Liegestuhl reckt, soll man ihm nicht erzählen, was sich unter im Maschinenraum begibt.

Übrigens würde mancher Leser sofort kritisch versichern, der Nachrichtendienst, von dem ich spreche, sei doch nur unzureichend und die große Presse des Auslandes stehe in dieser Beziehung ganz anders da. Soll ich diesen Unzufriedenen auseinandersetzen, dass sie sich irren, sich vielleicht durch das weit schönere Format der nur einmal täglich erscheinenden englischen Zeitungen irreführen lassen, und dass kaum eine europäische Zeitung mehr Korrespondenten hat und mehr für Privattelegramme ausgibt als beispielsweise diejenige, zu deren Leitung ich berufen bin? ... Ich bin indessen überzeugt, dass die hier vorgetragene Rechnung den besser unterrichteten Personen, die gelegentlich ihre Aufmerksamkeit diesen Dingen zuwenden, nicht genügen wird. Und wenn ich ihnen Zahlen nennen wollte, würden sie, wie Reisende mit Welterfahrung, sofort sagen, das sei gar nichts, und die Spree sei nicht der Amazonenstrom.

Mit allen Organisationskünstlern macht man keine Zeitung, wenn man die Geister nicht organisiert. Das Ideal ist, viele verschiedenartige Individualitäten zu sammeln, niemand in der Betonung seiner Persönlichkeit zu behindern und doch aus all den Eigenwilligen und Eigenartigen eine Einheit zu bilden, indem man sie zu einem bestimmten Ziele führt. Ich glaube, dass eine Zeitung nicht gut ist, wenn die in ihr wirkenden Geister in einem Nivellierungsverfahren gleichmäßig abgeplattet sind und einander zum Verwechseln ähnlich sehen, und ich glaube, dass eine Zeitung schlecht ist, wenn sie nicht einen festen einheitlichen Willen erkennen lässt. Sie ist reizlos ohne die Vielfältigkeit der Temperamente, aber sie ist nur ein Papierlappen, wenn ihr der klar ausgeprägter Charakter fehlt.

Auch jene Pädagogik, die alles auf einen Stil bringen möchte, erscheint mir falsch, jedes Sprachtalent kann seinen Platz finden, und meine Abneigung beginnt erst, wenn qualvolle Sprachmanier nur Gedankendürre überragt. Schließlich wird aus all den Künsten die deutsche Sprache, gekräftigt und bereichert, wieder zu ihrer wahren Natur zurückgelangen. Es empfiehlt sich, in einer Zeitung Schweres und Nüchternes gefällig vorzutragen, wenn man hurtig vorbeieilende, zerstreute Leser für eine Idee gewinnen will. Aber fürchterlich ist die wässerige, plätschernde Anmut gewisser Plauderkünstler, und an die Wand der Redaktionszimmer sollte man das Goethesche Wort schreiben, dass getretener Quark breit wird, nicht stark.

Wer eine große Zeitung leitet, muss immer auf der Suche nach neuen Talenten, neuen Persönlichkeiten sein. Die Entdeckerfreude ist vielleicht die beste Freude, die er sich schaffen kann, und sie ist doppelt kostbar wegen ihrer Seltenheit. Es ist und war immer ein gemeinsamer Zug der Jüngeren, dass sie die Tradition verachten, und diese berechtigte Eigentümlichkeit äußert sich heute nur leider sehr häufig auf besondere Art. Auch wir haben über die Literatur, die unsere Väter entzückt hatte, ironisch gelächelt, aber wir haben sie gekannt.

Man wird mir, und gewiss mit einiger Berechtigung, sagen, von soviel guten Grundsätzen habe ich selber den einen und den anderen mitunter nicht befolgt, und man wird mich hilfreich an Fehler erinnern, die ich beging oder begehen ließ. Wir werden nicht immer ganz einig darüber werden, was ein Fehler und was keiner ist, aber gern gehe ich bis an die letzte Grenze reumütiger Zugeständnisse und bitte nur, freundlichst zu überlegen, dass sogar den schnellsten Schnellarbeitern, den Journalisten, etwas Menschliches passieren kann und dass, während andere Menschen ihr Werk siebzigmal korrigieren dürfen, die unaufhaltsame, mit grausamer Regelmäßigkeit weiterrollende Rotationsmaschine jedes Versehen sofort in die Öffentlichkeit bringt. ...

Unter der Sonne wie im Regen mangelt es in dieser Tätigkeit nicht an Abwechslung und - dies gehört zum Schlimmsten - auch nicht an einem Briefverkehr, der von dem Wissensdrang, den seelischen und materiellen Nöten, der herzlichen Zustimmung, der grenzenlosen Abneigung, den tausend Wünschen und dem in tausend Ratschlägen sich äußernden Wohlwollen des Publikums zeugt. Und da Sie wissen, dass die Dinge so liegen, werden Sie, ich bin überzeugt davon, diese dürftige Beantwortung einer liebenswürdigen Einladung verständnisvoll verzeihen.

Ihr sehr ergebener

Theodor Wolff

 

Anmerkung: Theodor Wolff (1868 - 1943) war von 1906 bis zu seiner Flucht vor den Nazis 1933 Chefredakteur des "Berliner Tageblatts". Der legendäre Ruf der Zeitung verdankt sich nicht zuletzt der Tatsache, dass Wolff in der Redaktion einige der intelligentesten und witzigsten Journalisten und Autoren seiner Zeit versammeln konnte. Nach Theodor Wolff ist ein renommierter Journalistenpreis benannt.

Zeitungen und ihre Leser in Stichworten 2000

Von Anja Pasquay

 

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1. Deutschland ist ein Zeitungsland. Täglich erscheinen hier 357 Tageszeitungen mit 1.584 lokalen Ausgaben in einer Gesamtauflage von 23,8 Millionen Exemplaren. Daneben kommen 24 Wochenzeitungen mit 1,9 Millionen Exemplaren und acht Sonntagszeitungen mit einer Auflage von 4,5 Millionen heraus. Das bedeutet: Auf je 1.000 Einwohner kommen in Deutschland 300 Zeitungsexemplare. Und unsere Zeitungen werden gelesen: Durchschnittlich 40 Minuten wenden die Bundesbürger täglich für ihre Lektüre auf; die älteren etwas mehr, die jüngeren etwas weniger.

2. Die lokalen und regionalen Abonnementzeitungen in Deutschland haben treue Leser. Gut 15 Millionen Exemplare werden täglich im Abonnement zugestellt, das heißt, durch Zeitungszusteller oder per Post bis an die Haustür gebracht. Weitere 1,1 Millionen Exemplare werden pro Tag am Kiosk oder im Laden verkauft. Die überregionalen Zeitungen verkaufen gut 1,1 Millionen Zeitungen täglich im Abonnement und weitere 367.000 Exemplare im Einzelverkauf. Bei den Kaufzeitungen dagegen wird der Umsatz mit 5,5 Millionen Exemplaren täglich am Kiosk gemacht, immerhin 118.000 Exemplare werden aber auch Tag für Tag an Abonnenten zugestellt.

3. Vier Fünftel der deutschen Bevölkerung über 14 Jahre (77,9 Prozent) lesen regelmäßig eine Tageszeitung. Das sind etwa 50 Millionen Männer und Frauen. Bei den lokalen und regionalen Abonnementzeitungen liegen die Leserinnen (68,2 Prozent) sogar leicht vor den Lesern (67,4 Prozent). Dagegen werden Kaufzeitungen und überregionale Abonnementzeitungen stärker von Männern (25,9 Prozent beziehungsweise 6,6 Prozent) als von Frauen (17,4 Prozent beziehungsweise 4,3 Prozent) genutzt.

4. Nach Altersgruppen betrachtet, erreichen die Tageszeitungen ihre höchste Reichweite traditionell bei den 40- bis 69-jährigen Lesern, nämlich zwischen 81,8 und 86,1 Prozent. Auch von den über 70-Jährigen greifen gut 84 Prozent regelmäßig zur Tageszeitung; und bei den 30- bis 39-Jährigen sind es knapp 75 Prozent. Zwar wird von den jüngeren Altersgruppen im Vergleich weniger und weniger regelmäßig Zeitung gelesen, doch liegen auch hier die Reichweiten auf einem hohen Niveau. Von den 20- bis 29-Jährigen werden 66,1 Prozent durch die Zeitung erreicht; bei den 14- bis 19-Jährigen sind es immerhin 55,4 Prozent.

5. Die Netto-Werbeeinnahmen der Tages- und Wochenzeitungen lagen 2000 bei 6,83 Milliarden Euro (13,36 Milliarden Mark). In weitem Abstand folgten das Fernsehen (4,70 Milliarden Euro), Werbung per Post (3,38 Milliarden), Publikumszeitschriften (2,24 Milliarden) und Anzeigenblätter (1,79 Milliarden). Damit sind die Tageszeitungen unangefochten der Werbeträger Nummer Eins. Ihr Anteil am Werbemarkt allerdings geht seit Jahren zurück. 2000 betrug er gut 28 Prozent, 1989 hatte er noch knapp 33 Prozent betragen. Das Fernsehen machte im selben Zeitraum einen Sprung von neun Prozent auf 20 Prozent Marktanteil.

6. Die lokalen Nachrichten interessieren die Leser in ihrer Zeitung ganz besonders, 85 Prozent lesen sie "im Allgemeinen immer". Auf den nächsten Plätzen in der Beliebtheitsskala folgen politische Meldungen und Berichte aus Deutschland (68 Prozent) und dem Ausland (53 Prozent) sowie die Anzeigen (49 Prozent). Besonders wichtig finden die Leser ferner Leitartikel, Tatsachenberichte aus dem Alltag, und Sportnachrichten. Nur ein Drittel widmet sich dagegen regelmäßig der Kultur (34 Prozent), 29 Prozent lesen regelmäßig Nachrichten aus Technik und Wissenschaft, und gerade einmal acht Prozent legen Wert auf den Fortsetzungsroman.

7. Anzeigen in der Tageszeitung sind gewünschter Lesestoff. Nach dem Lokalteil und der Politik nehmen Anzeigen in der Lesergunst den dritten Platz ein. Obendrein gelten Zeitungsanzeigen als besonders glaubwürdig: Während zum Beispiel 53 Prozent der Befragten auf Werbung im privaten Fernsehen gut verzichten könnten, legen 82 Prozent der Leser Wert auf Information durch Anzeigen in der Tageszeitung. Dabei profitieren die Anzeigen gewiss auch von der Glaubwürdigkeit des redaktionellen Teils in den Tageszeitungen.

8. Die lokalen und regionalen Abonnementzeitungen genießen bei ihren Lesern eine besonders hohe Glaubwürdigkeit. Einer forsa-Umfrage zufolge hielten 41 Prozent der Befragten die Tageszeitung für das glaubwürdigste Medium. Dagegen erzielte das öffentlich-rechtliche Fernsehen nur einen Wert von 31 Prozent, weit abgeschlagen folgten der öffentlich-rechtliche Hörfunk (11 Prozent) und das private Fernsehen (7 Prozent). Die Schlusslichter bildeten der private Hörfunk (2 Prozent) und Internet und Online-Dienste (1 Prozent). Immerhin 6 Prozent der Befragten wollten sich für keines der genannten Medien als das glaubwürdigste entscheiden.

9. In den Ländern Westeuropas und der Europäischen Union erscheinen täglich 1.143 Zeitungen mit einer Gesamtauflage von gut 81 Millionen Exemplaren. Die Bundesrepublik Deutschland bietet mit 357 Tageszeitungen (davon 136 Zeitungen mit Vollredaktion, die 1.584 lokale Ausgaben herausgeben) das vielfältigste Angebot. An zweiter Stelle steht Spanien mit 136 Zeitungen. Es folgen: Großbritannien (104), Schweden (93), Italien (88), Norwegen (82), Frankreich (81), Finnland (55) Niederlande (35) und Griechenland (32) sowie Dänemark (31). Portugal (28), Österreich (16), Irland (6) und Luxemburg (5) bilden die Schlusslichter.

10. Bei rund 380 Millionen West-Europäern kommen im Durchschnitt auf 1.000 Einwohner (über 14 Jahre) 300 Zeitungsexemplare. Diese vergleichsweise geringe Zeitungsdichte ist vor allem auf die eher unterentwickelte Lesekultur bei den südlichen Mitgliedstaaten der Europäischen Union zurückzuführen. So kommen in Portugal lediglich 83 Exemplare auf 1.000 Einwohner, in Italien sind es 121 Zeitungsexemplare; die höchsten Auflagen per 1.000 Einwohner weisen Norwegen (719), Finnland (545) und Schweden (541) auf. Im guten Mittelfeld liegen die Schweiz (453), Deutschland (375) und die Niederlande (345).

11. Nach Auflage stellen die deutschen Tageszeitungen mit knapp 23,8 Millionen Exemplaren den mit Abstand größten Tageszeitungsmarkt in West-Europa, gefolgt von Großbritannien mit einer Auflage von 18,6 Millionen Zeitungen täglich. So genannte "Mittelmärkte" sind bei den Tageszeitungen Frankreich (8,8 Millionen Exemplare), Italien (6 Millionen) und die Niederlande (4,4 Millionen). Bei den übrigen nationalen Zeitungsmärkten handelt es sich um "Kleinmärkte" mit Zeitungsauflagen von 124.000 Exemplaren wie in Luxemburg bis zu 1,5 Millionen Exemplaren in Belgien. Weltweit stellen die Japaner den größten Zeitungsmarkt mit knapp 72 Millionen verkauften Exemplaren täglich. Platz zwei belegen die USA mit fast 56 Millionen Exemplaren. Deutschland steht - nach China und Indien - an fünfter Position.

12. In Westeuropa existieren bei der Zeitungsreichweite deutliche Unterschiede. Die eifrigsten Zeitungsleser wohnen im Norden. In Deutschland greifen 78 Prozent der über 14-Jährigen regelmäßig zur Zeitung. Dabei werden sie noch übertroffen von den Schweden (88 Prozent), Finnen (86 Prozent) und Norwegern (86 Prozent). Vergleichsweise wenig regelmäßige Zeitungsnutzer über 14 Jahre gibt es dagegen in Spanien (36 Prozent), Italien (40 Prozent) und Griechenland (19 Prozent).

13. Bereits sehr früh waren die deutschen Zeitungen im Internet präsent. Als erste machten 1995 die "tageszeitung" (taz, Berlin), "Die Zeit" (Hamburg), die "Süddeutsche Zeitung" (München) und die "Rheinische Post" (Düsseldorf) eigene Online-Angebote. Im Sommer 1996 waren nach einer Zählung des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) bereits 41 Zeitungen auch online; im September 2001 sind es 390. Und ihre Zahl nimmt immer noch zu.

14. In Deutschland besteht eine erhebliche Nachfrage nach internationaler Tagespresse. Etwa 125 fremdsprachige Titel werden täglich angeboten. Besonders groß ist der Markt für türkische Tageszeitungen, allein "Hürriyet" hat eine von hier aus vertriebene Auflage von mehr als 63.000 Exemplaren. Den Löwenanteil machen jedoch englischsprachige Titel aus den USA und dem Vereinigten Königreich aus.

15. Wer seine Tageszeitung nicht abonnieren möchte, kann sie auch an einer der rund 118.000 Verkaufsstellen des Einzelhandels in Deutschland erwerben. Das bedeutet eine "Händlerdichte" von 1,34 Einzelhändlern pro 1.000 Einwohner. An rund 5.000 Absatzstellen wird zusätzlich internationale Tagespresse angeboten; dabei setzen Bahnhöfe und Flughäfen mit ihren rund 400 Verkaufsstellen weit über die Hälfte der internationalen Presse ab.

 

Anja Pasquay (BDZV)

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