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Interviewleitfaden

Viele Leser sind neugierig auf die Menschen hinter "ihrer" Zeitung. Sie sollen erfahren, was das für Leute sind, die da schreiben, kommentieren, Nachrichten auswählen und für die Geschicke ihres Blattes Verantwortung tragen. Das ist heutzutage kein moralisches Postulat, sondern wirtschaftliche Vernunft: Die Zeitung nicht als anonymen Apparat zu sehen, sondern als ein komplexes Beziehungsgeflecht vertrauter Personen, verstärkt die Kundenbindung und sollte kalkulierter Bestandteils eines umfassend angelegten Marketings sein.

Wenn ein Medien-Insider den anderen interviewt, gerät das allerdings leicht zu fachlich und abstrakt. Hier wird deshalb versucht, Fragen aus dem Blickwinkel der Leser zu stellen. Selbstverständlich sollen die Interviewleitfäden nur eine Anregung sein; die Fragen können beliebig erweitert und verändert werden.

 

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Der Verleger/Die Verlegerin

 

 

Was ist ein Verleger/eine Verlegerin? Was tun sie? Die meisten Leser könnten auf diese Fragen nur recht vage antworten. Und es ist ja auch nicht einfach: Hier gibt es den klassischen, publizistisch engagierten Eigentümer, dort hat der von einer Gesellschafterversammlung eingesetzte Vorsitzende der Geschäftsführung das Sagen.

Hinter dem Titel Verleger können sich in der bunten Vielfalt der deutschen Zeitungslandschaft heutzutage recht unterschiedliche Funktionen verbergen. Unterschiedliche Persönlichkeiten ohnehin, die es in einem Porträt herauszuarbeiten gilt.


  • Was macht ein Verleger/eine Verlegerin eigentlich genau?
  • Welche Entscheidungen muss er/sie treffen (Beispiele aus jüngster Zeit)?
  • Wie wird man Verleger? Erbschaft oder Karriere? Was waren die Stationen der beruflichen Entwicklung?
  • Was sollte man gelernt haben, um ein Zeitungshaus zu leiten?
  • Kümmert sich der Verleger vornehmlich um die ökonomische Seite - hat er einen publizistischen Anspruch? Wie ist sein Verhältnis zur Redaktion - lässt er sie gewähren? Wo greift er vielleicht ein?
  • Welchen Anspruch verbindet der Verleger mit seinem Produkt Zeitung? Will er damit etwas bewirken - (politischen) Einfluss ausüben? Die Welt verändern?
  • Gibt es Ziele, die er gerne mit Hilfe der Zeitung erreichen würde? Veränderungen für die Stadt, die Region?
  • Ist der Zeitungsverleger/die Zeitungsverlegerin ein "mächtiger" Mann/eine "mächtige" Frau in der Stadt/Region? Wie lebt es sich mit (so viel) politischem, gesellschaftlichem, wirtschaftlichem Einfluss?
    Licht- und Schattenseiten - was macht Spaß an dieser Arbeit, was vielleicht weniger?
  • Wenn nicht Verleger - welchen Beruf könnte er/sie sich am ehesten vorstellen?
  • Familiärer Hintergrund: Alteingesessene Familie oder zugezogen?
  • Ist die Zeitung schon seit mehreren Generationen im Besitz der Familie?
  • Wie stark ist die Verbindung zur Region und ihren Menschen? Worin ist sie begründet? Was gefällt oder missfällt ihm/ihr daran? Würde er/sie auch woanders leben wollen/können?
  • Familie: Wie steht die Ehefrau/der Ehemann zum Verlegerberuf? Gibt es Kinder, die sich auch für die Zeitung interessieren?
  • Was prägt das Leben außerhalb der Arbeit: kulturelle, soziale, sportliche Interessen, Ehrenämter, Engagements
     

 

Der Chefredakteur/Die Chefredakteurin

 

 

Von dem, was ein Chefredakteur tut, haben Leser vergleichsweise konkrete Vorstellungen - allerdings recht häufig auch falsche. Die meisten glauben, dass es seine wichtigste Aufgabe sei, darüber zu bestimmen, welche Artikel ins Blatt kommen. Von der Vielfalt der Herausforderungen als Vorgesetzter der journalistischen Mitarbeiter wissen die wenigsten etwas.

  • Was macht ein Chefredakteur/eine Chefredakteurin den lieben langen Tag? Welche Entscheidungen muss er/sie treffen (Beispiele aus jüngster Zeit)? Wie sind seine Arbeitszeiten?
  • Wie wird man Chefredakteur? Welche persönlichen Eigenschaften und Qualifikationen sind erforderlich? Was waren die Stationen der beruflichen Entwicklung?
  • Was sollte man gelernt haben, um eine Zeitungsredaktion zu leiten
  • Mit welchen Vorstellungen, Programmen führt er/sie die Tageszeitung in die Zukunft? Welche Veränderungen sind notwendig, um in der Konkurrenz z. B. gegen die elektronischen Medien zu bestehen?
  • Arbeitet der Chefredakteur/die Chefredakteurin selbst noch journalistisch? Schreibt er/sie Artikel, Kommentare?
  • Welchen Anspruch verbindet ein Chefredakteur mit seiner Zeitung? Will er/sie damit etwas bewirken - politischen / gesellschaftlichen Einfluss ausüben? Die Welt verändern?
  • Gibt es Ziele, die er/sie gerne mit Hilfe der Zeitung erreichen würde? Welche Veränderungen für die Stadt, die Region würde er/sie gerne mit Hilfe der Zeitung anstoßen?
  • Ist der Chefredakteur/die Chefredakteurin ein "mächtiger" Mann/eine "mächtige" Frau in der Stadt/Region? Wie lebt es sich als Prominenter mit politischem, gesellschaftlichem, wirtschaftlichem Einfluss?
  • Licht- und Schattenseiten - was macht Spaß an dieser Arbeit, was vielleicht weniger? Wie steht's mit den vielen Repräsentationspflichten?
  • Wenn nicht Journalist - welchen Beruf könnte er/sie sich am ehesten vorstellen? War es der Traumberuf?
  • Familiärer Hintergrund: Kommt er/sie aus der Region oder ist er/sie zugezogen? Wenn zugezogen: Gab es landsmannschaftliche Überraschungen (gute/schlechte)?
  • Gibt es Empfehlungen an den journalistischen Nachwuchs?
  • Wie stark ist die Verbindung zur Region und ihren Menschen? Worin ist sie begründet? Was gefällt oder missfällt ihm/ihr daran? Würde er/sie auch woanders leben wollen/können?
  • Familie: Wie steht die Ehefrau/der Ehemann zum journalistischen Beruf? Gibt es Kinder, die sich auch für Journalismus interessieren?
  • Was prägt das Leben außerhalb der Arbeit: kulturelle, soziale, sportliche Interessen, Ehrenämter, Engagements

 

Der Verleger/die Verlegerin und der Chefredakteur/die Chefredakteurin einer Zeitung sind den meisten Lesern zumindest dem Namen nach bekannt, ebenso die Mitglieder der Redaktion, die ihre Artikel namentlich zeichnen. Bei den Mitarbeitern im Verlag, in der Anzeigenabteilung und im Vertrieb, sieht das schon ganz anders aus. Obendrein gibt es eine ganze Reihe von Arbeitsplätzen im Zeitungsverlag, die man zunächst einmal gar nicht unbedingt mit einem Medienunternehmen in Verbindung bringt:

Zum Beispiel die Kantine: Fragen Sie doch einmal den Kantinenchef/die Kantinenchefin nach ihrem Lieblingsrezept und stellen gleichzeitig die Person (mit Foto und kurzem beruflichen Steckbrief) vor.

Zum Beispiel den Zeitungszusteller: Stellen Sie doch einmal die "am längsten gedienten" Zeitungszusteller im Verbreitungsgebiet vor (mit Foto und Streckenbeschreibung) und errechnen überschlägig die für Ihre Zeitung erlaufenen Lebenskilometer.

Zum Beispiel die Abteilung Leserreisen: Stellen Sie doch einmal die Mitarbeiter hinter dieser beliebten Marketingmaßnahme vor (mit Foto und kurzem beruflichem Werdegang) und fragen nach dem "größten Flop" und dem "größten Erfolg". Falls es Leser gibt, die sehr häufig mitreisen, könnten auch die hier zu Wort kommen.

Auf dieser Basis lassen sich gewiss zahlreiche Mitarbeiter-Porträts entwickeln, sei es der Leiter der Druckerei (Vorstellung mit Porträt und kurzem beruflichen Werdegang), der einmal durchschnittlich die während seiner Tätigkeit für die Zeitung (oder pro Tag) gedruckten Zeitungsexemplare/Zeitungsseiten/verbrauchten Tonnen Papier/verbrauchten Druckerfarbe errechnet; seien es die Fotografen (mit Porträt und kurzem Werdegang), die ihr bisher "wichtigstes" Foto für die Zeitung präsentieren oder beschreiben, wann und wie einmal etwas so richtig schief gegangen ist - und was dann in der Zeitung daraus wurde