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Berichte

Für die Freiheit

von Wilhelm Sandmann

Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger

 

"Jeder hat das Recht, seine Meinung in Wort, Schrift und Bild frei zu äußern und zu verbreiten und sich aus allgemein zugänglichen Quellen ungehindert zu unterrichten." So steht es im Grundgesetz und wir leben und erleben diese Freiheit Tag für Tag. Zeitungen und Zeitschriften sowie Radio- und Fernsehsender bieten uns ein schier unerschöpfliches und vielfältiges Informations- und Meinungsspektrum. All das erscheint uns selbstverständlich. Dabei gehören wir zu der Minderheit in der Welt, die das Glück hat, in einem wirklich freien Land mit freien Medien zu leben.

Dies verpflichtet uns, jenen zur Seite zu stehen, denen die Presse- und Meinungsfreiheit verwehrt bleibt. Es ist beschämend, dass zu Beginn des 21. Jahrhunderts das freie Wort an den meisten Orten der Welt mit Füßen getreten wird. In mehr als 100 Ländern werden Zeitungen zensiert, Journalisten und Verleger sowie deren Familien drangsaliert - nur weil sie die Wahrheit sagen.

Wo immer diktatorische Regime die Macht übernehmen, wird als erstes die Presse geknebelt und für die eigenen Propagandazwecke missbraucht. Wer es dennoch wagt, der Demokratie ein Forum zu geben und für Freiheit und Rechtsstaatlichkeit zu streiten, dem droht das Schlimmste. Entführung, Gefängnis, Folter, Mord. Jene mutigen Männer und Frauen, die mit der Kraft des Wortes Kriegstreiber, Tyrannen und verbrecherische Banden anklagen, verdienen unseren besonderen Respekt. 87 Journalisten wurden im vergangenen Jahr bei der Ausübung ihres Berufes getötet, viele davon heimtückisch ermordet. Ebenso viele sitzen in Gefängnissen beispielsweise in Syrien, Burma, China und der Türkei.

Heute ist der Internationale Tag der Pressefreiheit. Vor genau neun Jahren, am 3. Mai 1991, verfasste eine Gruppe afrikanischer Journalisten die sogenannte Erklärung von Windhuk, in der sie freie und unabhängige Medien in aller Welt forderten. Es ist vielleicht keiner dieser großen Gedenktage, hinter denen bedeutende historische Ereignisse stehen. Aber es ist sicher ein Tag, an dem wir einmal inne halten sollten. In Erinnerung an all jene, die im Dienst der Wahrheit und Wahrhaftigkeit Tag für Tag schwere Opfer bringen oder sogar ihr Leben verloren haben.

Wir sollten uns auch daran erinnern, dass der Weg zu einer freien Presse hierzulande schwer und steinig war. Die Pressefreiheit ist nicht selbstverständlich, sondern ein kostbares und leicht verletzliches Gut, das wir hüten müssen. Leider gibt es auch bei uns immer wieder Versuche, den Freiraum der Medien zu beschneiden und einzuengen. Redaktionsdurchsuchungen und Beschlagnahmeaktionen, wie sie in der jüngeren Vergangenheit immer wieder stattgefunden haben, stehen im krassen Widerspruch zum Artikel 5 Grundgesetz. Daran sollten sich die Verantwortlichen erinnern. Über den 3. Mai hinaus - Tag für Tag.

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Gefangen, gefoltert und getötet

In den meisten Ländern der Erde werden Medien unterdrückt /

3. Mai - Internationaler Tag der Pressefreiheit

Von Hans Schiemann

 

Der frühlingshafte Mai kontrastiert mit einer düsteren Bilanz: 87 Journalisten und sonstige Medienangehörige starben 1999 in Ausübung ihres Berufes. 80 Journalisten in 18 Ländern sitzen im Gefängnis. In 103 Staaten ist die Freiheit der Presse in irgendeiner Form eingeschränkt; vier Milliarden Menschen sind betroffen. Unverändert führen China, Äthiopien, Syrien, Burma, Türkei, neuerdings auch Simbabwe und Tschetschenien, die Repressionsliste totalitärer Regime an. Gehört die Schließung von Zeitungen und Rundfunksendern noch zu den weniger lebensbedrohlichen Maßnahmen der Unterdrückung, so schrecken manche Diktatoren vor Folter und Entführung, ja nicht einmal vor Mord gegen unbeugsame Journalisten zurück.

Kollegiale Solidarität allein würde diesen Opfern staatlicher Willkür nicht gerecht. Verlangt wird das gute Gewissen jener Menschen weltweit, die Tag für Tag von der Freiheit der Information und Meinung profitieren, ohne sich dessen auch stets bewusst zu sein. Und so hat die Unesco wiederum den 3. Mai als Internationalen Tag der Pressefreiheit in ihren Gedenkkalender aufgenommen.

Es ist ein Aktionstag, der mit dem breiten journalistischen Instrumentarium - in Zeitungsartikeln, in TV- und Rundfunkbeiträgen - jeden demokratisch gesinnten Menschen zur Wachsamkeit ermahnt. Ein Tag, der daran erinnert, was freie Medien heute leisten und der ausnahmslos alle Staaten zur Freiheit der Presse verpflichtet. Es ist selbstverständlich auch ein Tag, der jene Journalisten beim Namen nennt, die ihr Leben im Dienst des Lesers, des Zuschauers oder Hörers gegeben haben.

Im Kampf für die Pressefreiheit stehen das Komitee zum Schutz der Journalisten in Washington, der Weltverband der Zeitungen (WAN), Reporter ohne Grenzen (ROG), die International Federation of Journalists (IFJ). Die Organisationen verurteilen, dass in bewaffneten Konflikten immer öfter Angehörige der Medienberufe bewusst ins Visier der kämpfenden Parteien geraten. Im Bericht des Komitees zum Schutz der Journalisten heißt es beispielsweise, dass die meisten "von Splittergruppen gezielt ermordet" wurden. Im westafrikanischen Sierra Leone wurden zehn Journalisten Opfer der Rebellen, nachdem sie über Gräueltaten gegen die Bevölkerung berichtet hatten. Fünf ermordete Journalisten in Kolumbien, sechs im ehemaligen Jugoslawien - mit den beiden deutschen "Stern"-Reportern gewinnt die blasse Erinnerung Kontur.

Im Iran wurden in diesen Tagen 13 liberale Zeitungen und Zeitschriften verboten. Das Beispiel zeigt, dass nicht wenige Regierungen auf der Schwelle zum 21. Jahrhundert als bedenklich rückwärtsgewandt erscheinen, fast wie aus einer anderen Zeit. Gegen solchen Anachronismus, der viele Völker in ihrer geistigen, gesellschaftlichen und geschichtlichen Entwicklung hemmt, gegen Willkür und Missbrauch von Macht müssen sich die Medien wehren. Eine hohe Aufgabe. Diese verlangt, dass Journalisten weit mehr als nur passive Beobachter, Chronisten und Analysten sind. Sie sollen Stimme des Volkes gegenüber den Machtzentren der Gesellschaft sein - draußen wie im eigenen Land. Wer persönlich dafür kämpft, lebt mutig vor, dass ihm die Pressefreiheit als ein Menschenrecht ebenso wichtig ist wie das eigene Leben.

87 getötete Journalisten im vergangenen Jahr haben Mitgefühl, Nachdenken und Respekt verdient. Daraus resultiert die an uns alle gerichtete Verpflichtung, sich für eine freie Presse, für die uneingeschränkte Entfaltung von Information und Meinung einzusetzen. Über den 3. Mai hinaus.

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71 Journalisten im Jahr 2000 getötet

Folgende Journalisten und andere Mitarbeiter von Medien wurden 1999 (2000) aufgrund ihrer Arbeit als Journalist oder in der Ausübung ihres Berufs getötet.

 

Download des Berichts im PDF-Format

 

Die Markierungen haben folgende Bedeutung:

^ von CPJ bestätigt und angegeben

* wird noch von CPJ untersucht

# von anderes Quellen als CPJ:

Internationales Presseinstitut (IPI), Reporter ohne Grenzen (RSF), Glasnost Verteidigungs-Stiftung, Internationaler Journalistenverband (IFJ), Weltverband der Zeitungen / Internationales Forum der Chefredakteure

 

ANGOLA (1)

Mauricio Cristovao, 31. August *

Mauricio Cristovao befand sich auf dem Weg nach Hause, als er am 31. August in der angolanischen Hauptstadt Luanda von Unbekannten überfallen und mit drei Schüssen - einem in den Kopf und zwei in die Brust - getötet wurde. Der 24jährige Cristovao arbeitete als Journalist bei Radio 5, dem Sportkanal des staatlichen Senders Radio Nacional de Angola.

 

ARGENTINIEN (1)

Ricardo Gangeme, El Informador

Chubutense, 13. Mai ^

Gangeme, Herausgeber und Verleger der Wochenzeitschrift El Informador Chubutense, wurde im Alter von 56 Jahren in der Ortschaft Trelew in der Provinz Chubut aus kürzester Entfernung mit einem Kopfschuss getötet, als er eineinhalb Stunden nach Mitternacht gerade seinen Wagen vor seinem Haus abstellte. Da seine Brieftasche mit Schecks und einem hohen Geldbetrag nicht gestohlen wurde, erscheint ein Raubmord unwahrscheinlich. Gangeme hatte El Informador Chubutense im Jahr 1992 gegründet. Seitdem hat sich die Wochenzeitschrift bei der Aufdeckung von Korruptionsfällen und vertraulichen Einzelheiten aus dem Leben argentinischer Politiker und Geschäftsleute einen Namen gemacht. Berichten der Inlandspresse zufolge hatte sich Gangeme mit seiner kritischen Berichterstattung viele Feinde geschaffen. Zwei Verdächtige wurden nach kurzer Zeit in Polizeigewahrsam wieder freigelassen.

 

BURMA (2)

U Hla Han und U Tha Win, 27. September

und 2. Oktober *

Nach Erkenntnissen der "Demokratischen Stimme Burmas" wurden mehrere Beschäftigte der Zeitung Kyemon vom Geheimdienst der Streitkräfte verhört, weil sie Generalleutnant Khin Nyunt in einer Ausgabe vom 25. September 1999 als "weltbekannten Gauner" bezeichnet hatten. Während der Verhöre fanden U Hla Han und U Tha Win angeblich den Tod. Ihre Leichname seien anschliessend sofort verbrannt worden. Die Familienmitglieder - die aufgefordert wurden, über den Vorfall Stillschweigen zu bewahren - durften die Toten nur wenige Minuten sehen. Engen Verwandten zufolge waren die Leichen mit blauen Flecken übersät.

 

ELFENBEINKÜSTE (1)

Abdoulaye Bakayoko, 21. September *

A bdoulaye Bakayoko, Inhaber und Geschäftsführer der Tageszeitung Le Libéral, wurde am Abend des 21. September 1999 lebensgefährlich angeschossen. Die Täter konnten fliehen. Bakayoko erlag noch an demselben Abend im Krankenhaus seinen Verletzungen. Le Libéral steht der Partei Le Rassemblement des Républicains von Oppositionsführer Alassane Dramane Ouattara nahe.

 

GROSSBRITANNIEN (1)

Jill Dando, BBC, 26. April *

Die Fernsehmoderatorin Jill Dando, die das BBC - Gegenstück zur deutschen Sendung "Aktenzeichen XY" präsentierte, wurde am 26. April 1999 vor ihrer Londoner Wohnung erschossen. Zeugen berichteten von einem Mann, der vom Tatort davongelaufen sei. Bis heute gibt es keinen Beweis dafür, dass der Mord an Jill Dando nicht mit ihrer Tätigkeit für Crimewatch UK im Zusammenhang steht.

 

INDIEN (4)

N. A. Lalrohlu, 10. Oktober *

N. A. Lalrohlu, Herausgeber der Mundart- Lokalzeitung Shan, wurde im Bundesstaat Manipur von einer Gruppe mutmasslicher militanter Separatisten entführt und erschossen. Lalrohlu, der zusammen mit drei weiteren Personen ermordet wurde, war für seine kritischen Artikel über die Milizen bekannt. Aus Protest gegen den Mord an Lalrohlu stellten sämtliche Zeitungen im Bundesstaat Manipur ihr Erscheinen für einen Tag ein.

Shivani Bhatnagar, 23. Januar *

Shivani Bhatnagar, Sonderkorrespondentin der englischsprachigen Tageszeitung The Indian Express, wurde am Nachmittag des 23. Januar 1999 in ihrer Wohnung mit mehreren Messerstichen und einem Würgedraht getötet. Sie war mit ihrem drei Monate alten Sohn, der unverletzt blieb, allein zu Haus. Polizeiangaben zufolge hatte Frau Bhatnagar noch kurz vor dem Attentat ihrem Ehemann telefonisch mitgeteilt, dass zwei Männer eine Einladung zu einer Hochzeit überbringen wollten. Spuren eines gewaltsamen Eindringens gab es angeblich nicht. In der Lokalpresse wurde spekuliert, dass die Mörder versucht haben könnten, an belastende Unterlagen heranzukommen.

Irfan Hussain, 13. März *

Der Leichnam des politischen Karikaturisten Irfan Hussain, der für das Nachrichtenmagazin Outlook arbeitete, wurde am 13. März 1999 am Rande einer Schnellstrasse in Neu-Delhi gefunden. Die Leiche wies Spuren schwerer Misshandlungen auf.

Anil Rattan, 18. März *

Polizeiangaben zufolge wurde der Leichnam von Anil Rattan in dessen Wohnung in Delhi entdeckt, nachdem er bereits zwei Tage dort gelegen hatte. Der Tod wurde vermutlich durch mehrere Messerstiche und durch Erwürgen verursacht.

 

INDONESIEN (1)

Supriadi, 5. August *

Supriadi, Journalist bei der Zeitung Medan Pos, wurde am 5. August in dem Dorf Buki Hagu (im nordindonesischen Bezirk Aceh) erschlagen aufgefunden. Nach den Worten seiner Frau war er am 3. August von zwei Unbekannten aus ihrem Haus entführt worden. Der 34jährige Supriadi hatte an Artikeln über Korruption im Zusammenhang mit einem landwirtschaftlichen Projekt für Kleinbauern sowie über Ausbildung und Entwicklung in der Region gearbeitet.

 

JUGOSLAWIEN (22)

Enver Maloku, 11. Januar *

Enver Maloku, Leiter des Informationszentrums für die albanische Volksgruppe im Kosovo, wurde am 11. Januar 1999 von Unbekannten erschossen. Es war der zweite Anschlag auf Maloku, der dem ersten im Juli 1998 nur knapp entronnen war. Das Informationszentrum für den Kosovo unterstützt eine gemässigte politische Gruppierung.

Slavko Curuvija, Dnevni Telegraf, Evropljanin, 11. April ^

Der Belgrader Verleger war Inhaber des Massenblattes Dnevni Telegraf, der ersten privaten Tageszeitung in Serbien, und der Wochenzeitschrift Evropljanin. Er wurde am Nachmittag des 11. April 1999 vor seinem Haus in der Nähe des jugoslawischen Parlaments offenbar von Profikillern ermordet. Nach Aussage seiner Frau Branka Prpa, die bei dem Anschlag mit einer Pistole geschlagen wurde, schossen zwei Männer mit schwarzen Lederjacken ihrem Mann mehrmals in Kopf und Rücken. Es handelte sich um den ersten Mord an einem Vertreter der unabhängigen serbischen Medien. Nur wenige Tage vor der Tat war Curuvija im staatlichen Fernsehen beschuldigt worden, er habe die Angriffe der NATO auf Jugoslawien unterstützt.

Shao Yunhuan, Xinhua News Agency; Xu Xinghu und Zhu Ying, The Guangming Daily, 8. Mai ^

Die drei Journalisten, sämtlich chinesische Staatsangehörige, berichteten aus Belgrad über den Krieg zwischen der NATO und Serbien. Sie hielten sich in der chinesischen Botschaft auf und kamen bei deren Bombardierung durch die NATO ums Leben. Shao war 48, Xu 29 und Zhu 27 Jahre alt.

Tomislav Mitrovic, Ivana Stukalo, Slavisa Stevanovic, Ksenija Bankovic, Jelica Munitlak, Dragan Tasic, Aleksandar Deletic, Darko Stoimenovski, Nebojsa Stojanovic, Slobodan Jontic, Dejan Markovic, Milan Joksimovic, Branislav Jovanovic, Sinisa Medic, Dragorad Dragojevic, 23. April #

Diese fünfzehn Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des staatlichen serbischen Radio- und Fernsehsenders (RTS) starben durch den NATO-Raketenangriff am 23. April 1999, bei dem die meisten Redaktions- und Studioräume des Senders zerstört wurden.

Volker Krämer, Gabriel Grüner, Stern, 13. Juni ^

Der 56jährige Fotograf Volker Krämer und der 35jährige Korrespondent Gabriel Grüner waren im Kosovo für das Magazin Stern unterwegs. Auf dem Rückweg nach Mazedonien wurden sie zusammen mit ihrem Dolmetscher Senol Alit in der Nähe der Ortschaft Dulje, etwa 40 Kilometer südlich Pristinas, von Heckenschützen unter Feuer genommen. Als die Journalisten zu Fuss fliehen wollten, wurden sie von Kugeln getroffen. Krämer erlitt einen Kopfschuss und war sofort tot; Grüner erhielt einen Schuss in den Bauch, an dem er während des Fluges zum Krankenhaus in Tetova (Mazedonien) verstarb. Alit, der am Steuer des Wagens gesessen hatte, kam ebenfalls ums Leben. Sein Leichnam wurde neben dem Fahrzeug gefunden.

 

KOLUMBIEN (7)

Hernando Rangel Moreno, freiberuflicher Journalist, 11. April^

Rangel Moreno, freiberuflicher Mitarbeiter der Zeitung Sur 30 Días sowie mehrerer Radiosender in El Banco im Bezirk Magdalena, wurde in seiner eigenen Wohnung mit vier Schüssen in den Kopf getötet, als er sich spät abends im Fernsehen einen Boxkampf ansah. Wie das CPJ in El Banco erfuhr, hatte Rangel Moreno regelmässig die Korruption im Büro des Bürgermeisters Fidias Zeider Ospino Fernández angeprangert. Kurz vor seinem Tod hatte Rangel Moreno eine Protestkundgebung gegen den Bürgermeister organisiert.

Jaime Garzón, Radionet, Caracol Noticias,

13. August ^

Jaime Garzón war Moderator einer politischen Satiresendung, die täglich vom Sender Radionet in Bogotá ausgestrahlt wurde, und schrieb Beiträge für die Fernsehnachrichtensendung Caracol Noticias. Am 13. August 1999 wurde Garzón um sechs Uhr morgens von zwei Männern auf weissen Motorrädern angehalten und mit mehreren Schüssen in Kopf und Brust getötet. Vor dem Attentat war Garzón mehrfach vom Führer der " Vereinigten Selbstverteidigungsstreitkräfte Kolumbiens" (AUC), Carlos Castaño, bedroht worden. Die AUC sind eine rechtsgerichtete paramilitärische Organisation, die gegen linksgerichtete Guerillas kämpft. Wie das CPJ von Kollegen des Toten erfuhr, hatte Garzón für den 14. August ein Treffen mit Castaño geplant. Die AUC übernahmen jedoch keine Verantwortung für die Ermordung Garzóns, so dass die Auftraggeber nach wie vor unbekannt sind.

Guzmán Quintero Torres, El Pilón,

16 . September ^

Quintero, Herausgeber der Tageszeitung El Pilón in der Stadt Valledupar im Norden Kolumbiens, unterhielt sich nach Feierabend mit zwe

i Kollegen im Hotel Los Cardones, als ein Attentäter das Hotel betrat und den Journalisten mit vier Schüssen niederstreckte. Anschliessend floh der Täter auf einem Motorrad, das von einem Komplizen gesteuert wurde. Die Polizei nahm zwei Verdächtige namens Jorge Espinal Velásquez und Rodolfo Nelson Rosado Martínez fest, die gegenwärtig auf ihr Verfahren warten. Viele örtliche Quellen sind der Meinung, Quintero sei aus Vergeltung für seine berufliche Tätigkeit umgebracht worden; so hatte er im Mordfall des Fernsehjournalisten Amparo Leonor Jiménez Pallares recherchiert.

Rodolfo Julio Torres, Emisora Fuentes de Cartagena, 21. Oktober ^

Torres, Korrespondent des in Cartagena ansässigen Radiosenders Emisora Fuentes de Cartagena, wurde ausserhalb der Kleinstadt Berrugas im Bezirk Sucre ermordet. Mehrere Unbekannte entführten den 38jährigen Torres aus seinem Haus und fuhren mit ihm in die Aussenbezirke des Ortes. Einheimischen Journalisten zufolge wurde Torres dort mit mehreren Schüssen getötet und am Strassenrand liegengelassen. Nach Aussagen eines Nachbarn wurde sein Leichnam von seiner Familie und anderen Bürgern gefunden. Torres' Kollegen sind davon überzeugt, dass seine Ermordung eine Vergeltungsmassnahme für seine unverblümte Berichterstattung war.

Luis Alberto Rincón und Alberto Sanchez Tovar, 28. November *

Die Fernsehreporter Luis Alberto Rincón und Alberto Sanchez Tovar, die über Kommunalwahlen in der Provinz Santander im Norden Kolumbiens berichteten, wurden in einem Gebiet erschossen, in dem sich marxistische Guerillas und rechtsgerichtete Milizen bekämpfen. Die Leichen der zwei Reporter wurden am Strassenrand gefunden; der eine Leichnam wies zehn Einschüsse in den Kopf auf, der andere einen Schuss ins Auge. Die Mörder sind noch nicht ermittelt.

Pablo Emilio Medina Motta, TV Garzón, 4. Dezember ^

Der für den Regionalfernsehsender TV Garzón tätige Kameramann Medina wurde mit mehreren Schüssen in Kopf und Rücken getötet, als über 100 linksgerichtete Guerillas die Stadt Gigante im Bezirk Huila stürmten. Bei dem fünf Stunden dauernden Angriff der "Revolutionären Streitkräfte Kolumbiens" (FARC) kamen sechs weitere Menschen ums Leben, etwa zwanzig wurden verletzt. Nach Angaben des Chefs von TV Garzón, Rulfo Ciceri, war der 19jährige Medina zusammen mit ihm und einigen anderen Journalisten zur Berichterstattung über den Angriff nach Gigante gefahren. Um schneller an den Ort des Geschehens zu gelangen, sei Medina als Beifahrer auf ein Motorrad des Justizgeheimdienstes (SIJIN) gestiegen. Offenbar hätten ihn die FARC-Guerillas fälschlich für einen Angehörigen des SIJIN gehalten.

 

LIBANON (1)

Ilan Roeh, Israel Radio, 28. Februar ^

Ilan Rohe, 32jähriger Reporter bei Israel Radio, wurde zusammen mit drei israelischen Soldaten bei der Explosion einer Strassenbombe im von Israel besetzten Südlibanon getötet. Zum Zeitpunkt der Explosion befand sich der erfahrene Korrespondent, der seit fünf Jahren aus dem Südlibanon berichtete, mit einem Militärkonvoi auf einer Strasse zwischen den libanesischen Dörfern Kawkaba und Hasbaya knapp 6,5 Kilometer nördlich der israelischen Grenze. Sein gepanzerter Mercedes wurde bei der Explosion zerstört. Die l i banesische Hisbollah-Miliz übernahm die Verantwortung für den Anschlag. Unter den Opfern befand sich auch Brigadegeneral Eres Gerstein, der ranghöchste israelische Offizier, der seit 1982 im Libanon ums Leben gekommen ist.

 

NIGERIA (5)

Fidelis Ikwuebe, freiberuflicher Journalist, 18. April ^

Ikwuebe, freiberuflicher Mitarbeiter der in Lagos ansässigen Tageszeitung The Guardian, wurde bei Recherchen über die gewalttätigen Auseinandersetzungen zwischen den Stämmen der Aguleri und Umuleri im nigerianischen Bundesstaat Anambra entführt und ermordet. Welcher der zwei Stämme für den Tod Ikwuebes verantwortlich zeichnete, war nicht klar. Einheimischen Journalisten zufolge reagierte die Militärregierung von Anambra jedoch sehr empfindlich auf Berichte über die Kämpfe, bei denen mehrere hundert Menschen ums Leben kamen. Die Lage sei für Journalisten sehr gefährlich gewesen. Während des ganzen Jahres forderten die Unruhen - Konflikte zwischen Volksgruppen sowie Stammesfehden - unter der Zivilbevölkerung in mehreren Teilen des Landes viele hundert Opfer.

Sam Nimfa-Jan, Details, 27. Mai ^

Nimfa-Jan, Journalist bei der in Jos im Bundesstaat Plateau ansässigen Zeitschrift Details, kam bei ethnischen Konflikten in Kafanchan im Bundesstaat Kaduna ums Leben. Er berichtete von dort über die Auseinandersetzungen zwischen den Volksgruppen der Hausa Fulani und der Zangon-Kataf, die sich an der Ernennung eines neuen Emirs (des örtlichen Führers) in der Gegend von Jema entzündet hatten. Nigerianische Journalisten sagten unter Berufung auf die Einwohner der Region, Nimfa-Jan sei mit Pfeilen im Rücken aufgefunden worden. Es wurde gemutmasst, dass er ein Opfer der Hausas geworden sei, die zuvor ihr Missfallen über seine kritischen Berichte über den Stamm zum Ausdruck gebracht hätten.

Edward Olalekan Ayo-Ojo, Daily Times, 1. Juni #

Edward Olalekan Ayo-Ojo wurde in den frühen Morgenstunden des 1. Juni 1999 neben seinem Wagen an einer Strasse in Lagos tot aufgefunden. Es wurde vielfach die Meinung geäussert, der Journalist der Daily Times könne erwürgt worden sein. Allerdings konnte auch eine Autopsie keinen Aufschluss über die Todesursache geben.

Samson Boyi, The Scope, 5. November ^

Boyi, Fotojournalist bei der im bundesstaatlichen Besitz befindlichen Zeitung The Scope, wurde getötet, als etwa dreissig Bewaffnete den Konvoi des Gouverneurs des Bundesstaates auf dem Weg von Yola, der Haupstadt des Bundesstaates, nach Bauchi überfielen. Boyi war einer von mehreren Journalisten, die über die Reise berichten sollten. Weder die Identität noch die Motive der Angreifer sind be kannt. Als sie das Feuer auf die Wagenkolonne eröffneten, schossen die Sicherheitsbeamten des Gouverneurs zurück. Während des Schusswechsels wurde Boyi tödlich getroffen. Sein Kollege Umar Mustaphar aus Yola, der als Reporter für das nigerianische Fernsehen unterwegs war, erlitt Schussverletzungen.

Bolade Fasisi, 31. März *

Frau Fasasi, aktives Mitglied des nigerianischen Journalistinnenverbandes und ehemalige Schatzmeisterin der nigerianischen Journalistenunion, wurde in Ibadan von drei Unbekannten erschossen. Trotz verbreiteter Forderungen nach einer amtlichen Untersuchung des Falles sind weder das Tatmotiv noch die Täter bekannt.

 

OSTTIMOR (2)

Agus Muliawan, Asia Press International, 25. September ^

Agus Muliawan, Reporter der Tokioter Nachrichtenagentur Asia Press International, begleitete am 25. September 1999 neun Kirchenmitarbeiter auf einer Fahrt von Lospalos nach Baucau. Alle Mitglieder der Gruppe wurden auf der Fahrt umgebracht. In einer Untersuchung der Vereinten Nationen wurden als mutmassliche Täter Soldaten des indonesischen Armeebataillons 745 ermittelt. Der 26jährige Muliawan arbeitete seit Februar 1999 in Dili an einer Fernsehdokumentation über die Guerillagruppe Falintil, die als grösste in Osttimor für die Unabhängigkeit der Provinz von Indonesien kämpft.

Sander Thoenes, freiberuflicher Journalist, 21. September ^

Der 30jährige Niederländer Sander Thoenes, der als freiberuflicher Journalist für die Financial Times, den Christian Science Monitor und die niederländische Zeitung Vrij Nederland arbeitete, wurde am Morgen des 22. September von UN-Soldaten in Becora, einem Vorort von Dili, tot aufgefunden. Dort waren sowohl reguläre indonesische Truppen als auch gegen die Unabhängigkeit kämpfende Milizen aktiv gewesen. Berichten westlicher Zeitungen zufolge wurde Thoenes bei Einbruch der Dunkelheit am 21. September erschossen, als der Fahrer des von ihm gemieteten Taxi-Motorrads versuchte, in Becora eine von be waffneten Milizangehörigen bewachte Strassensperre zu durchbrechen. Wie sein timoresischer Fahrer Florindo da Conceicao Araujo später zu Reportern sagte, hätten die sechs Schützen die Uniform der indonesischen Polizei getragen.

 

PAKISTAN (1)

Nawaz Zulfiqar Memon, The Daily Nation, 16. Dezember *

Nach Angaben der pakistanischen Pressestiftung s tarb Nawaz Zulfiqar Memon, Journalist der Zeitung The Daily Nation, nach schweren Misshandlungen durch Vollstreckungsbeamte in Thatta. Am 3. Dezember wurde Memon auf dem Flughafen von Islamabad festgenommen. Er befand sich auf dem Weg zu einem Gerichtsverfahren wegen eines Vorfalls vom 26. November. Damals war er bei dem Versuch verletzt worden, sich Männern in den Weg zu stellen, die einen Schulbus überfielen. Im Anschluss an die Verhaftung soll man ihn so gefoltert haben, dass er drei Tage lang ohne Bewusstsein war. Memon starb bei seiner Familie in Thatta. Die Polizei von Rawalpindi hat Vorwürfe zurückgewiesen, Memon sei im Polizeigewahrsam gefoltert worden.

 

PERU (1)

Felix Haro Rodriguez, 2. Juni *

Felix Haro Rodriguez galt seit dem 2. Juni 1999 als vermisst. Einige Tage später wurde sein von Buschmessern verstümmelter Leichnam in dem Dorf Cotomonillo aufgefunden, wo sechs Einwohner von der maoistischen Terrorgruppe "Leuchtender Pfad" ermordet worden waren. Felix Haro arbeitete als Fotograf und Radiojournalist. Das letzte Mal wurde er lebend gesehen, als er zusammen mit zwei Unbekannten sein Haus verliess, die ihn angeblich als Fotografen für eine gesellschaftliche Veranstaltung verpflichten wollten. In seiner Sendung auf Radio 1160 setzte sich Haro kritisch mit staatlicher Korruption, Polizei, Militär, Terroristen und Drogenhändlern auseinander.

 

RUSSLAND (4)

Ramsan Meschidow, TV Tsentr; Schamil Gigajew, Noch Tscho TV, 29.Oktober ^

Meschidow, freier Kameramann beim Moskauer Sender TV Tsentr, und Gigajew, Kameramann beim unabhängigen Fernsehsender Noch Tscho in Grosny, kamen während eines russischen Luftangriffs auf tschetschenische Flüchtlinge ums Leben. Die Journalisten berichteten über einen Flüchtlingstreck auf dem Weg von Grosny nach Nasran in der Nachbarprovinz Inguschetien. Als sich der Konvoi der tschetschenischen Stadt Schaami Yurt näherte, feuerte ein russisches Flugzeug mehrere Raketen ab und traf einen vollbesetzten Bus. Trotz der Warnungen mitreisender Kollegen verliessen Meschidow und Gigajew ihr Fahrzeug, um das Blutbad zu filmen. In diesem Augenblick schlug eine weitere Rakete in einen LKW in ihrer Nähe ein. Dabei wurden die zwei Kameraleute tödlich verletzt.

Supian Ependijew, Grosnenski Rabotschi, 27. Oktober ^

Ependijew, erfahrener Korrespondent der unabhängigen tschetschenischen Wochenzeitung Grosnenski Rabotschi, kam bei einem russischen Raketenangriff auf die tschetschenische Hauptstadt Grosny ums Leben. Am Abend des 27. Oktober 1999 schlugen mehrere Raketen in einen belebten Wochenmarkt in der Stadtmitte von Grosny ein. Etwa eine Stunde nach dem Angriff ging Ependijew zum Ort des Schreckens hinüber, um für seine Zeitung zu recherchieren. Als er den Marktplatz wieder verliess, gingen in etwa 200 Metern Entfernung erneut Raketen nieder. Ependijew erlitt schwere Splitterverletzungen und starb am nächsten Morgen in einem Krankenhaus in Grosny. In den Wochen zuvor hatte sich die Geschäftsleitung von Grosnenski Rabotschi angesichts des heftigen russischen Artilleriefeuers gezwungen gesehen, die Redaktion nach Nasran im benachbarten Inguschetien zu verlegen. Ependijew war einer von zwei Korrespondenten, die in Grosny zurückblieben, um weiter über die russischen Angriffe auf die moslemischen Aufständischen zu berichten. Bis zu seinem Tod hatte er wöchentlich den gefährlichen Weg zwischen Grosny und Nasran zurückgelegt, um seine Artikel in Druck zu geben.

Ljubow Loboda, Vesti, 30. August #

Ljubow Loboda, Herausgeberin der Lokalzeitung Vesti, wurde in der Stadt Kuibyschew auf offener Strasse erstochen. Polizeiangaben zufolge sind ihr Mörder und dessen Auftraggeber, bei dem es sich angeblich um den Herausgeber einer Konkurrenzzeitung handelt, gefasst.

 

SIERRA LEONE (10)

Abdulai Jumah Jalloh, African Champion, 3. Februar ^

Jalloh war Nachrichtenredakteur der unabhängigen Zeitung African Champion. Nach Angaben einheimischer Journalisten wurde er von einem Soldaten der westafrikanischen Friedenstruppe (ECOMOG) im Zentrum von Freetown getötet. Jalloh und der Herausgeber der Zeitung, Mohammed D. Koroma, waren unterwegs zu einer Druckerei, als ein Passant in Gegenwart von Soldaten der ECOMOG Jalloh der Mitgliedschaft in der Rebellentruppe Vereinigte Revolutionäre Front (RUF) und der Brandstiftung bezichtigte. Jalloh wies die Anschuldigung ebenso zurück wie Koroma, der den ECOMOG-Soldaten schilderte, dass Jalloh sein Haus selbst durch einen Brandanschlag von RUF-Rebellen verloren habe. Die Soldaten warnten Koroma davor, Jalloh weiter zu verteidigen. Dann nahm ein nicht identifizierter ECOMOG-Offizier Jalloh zur Seite und erschoss ihn aus nächster Nähe.

Alpha Amadu Bah, Independent Observer, 17. Januar ^

Amadu Bah, Sportreporter bei der Tageszeitung Independent Observer, wurde von etwa 20 Mitgliedern der Vereinigten Revolutionären Front (RUF) und des ehemaligen Revolutionsrates der Streitkräfte (AFRC) in seinem Haus im östlichen Teil Freetowns getötet. Wie ein Augenzeuge berichtete, fragten die Rebellen zunächst nach jemand anderem, der aber gerade nicht zu Hause war. Dann steckten sie das Gebäude in Brand und erschossen Amadu Bah, als er den Flammen zu entkommen versuchte. Zwei von Amadu Bahs Kollegen (von denen einer Augenzeuge der Erschiessung war) teilten dem CPJ mit, sie seien wegen der gnadenlosen Kampagne der Rebellen gegen Journalisten davon überzeugt, dass er allein wegen seines Berufes getötet worden sei.

Munir Turay, freiberuflicher Journalist, Januar ^

Turay, freier Reporter für die unabhängige Zeitung Punch und die staatliche Daily Mail sowie für das staatliche Fernsehen des Landes, wurde in der Zeit zwischen dem 9. und dem 15. Januar im östlichen S tadtteil Kissy getötet. Die genauen Todesumstände sind nicht bekannt, doch nach Angaben von Kollegen, die der Beisetzung am 9. Februar beiwohnten, wies der Leichnam Einschüsse im Rücken auf. Zum Zeitpunkt des Todes von Turay brachten Rebellentrupps aus Angehörigen der Vereinigten Revolutionären Front ( RUF) und abtrünnigen Soldaten des Revolutionsrates der Streitkräfte (AFRC) systematisch Journalisten um, und laut Turays Kollegen besteht kein Zweifel daran, dass dies der Grund für seine Ermordung war.

Myles Tierney, The Associated Press, 10. Januar ^

Tierney, in Nairobi beheimateter Produzent für den Fernsehsender Associated Press Television News (APTV), wurde in Freetown von einem mutmasslichen Mitglied der Vereinigten Revolutionären Front (RUF) getötet. Tierney war zusammen mit einem Soldaten der westafrikanischen Fr i edenstruppe (ECOMOG) und anderen Journalisten mit dem Auto unterwegs, als sich ein Bewaffneter dem Fahrzeug näherte und nach einem kurzen Gespräch mit dem Soldaten aus einem halbautomatischen Gewehr das Feuer auf die Insassen eröffnete. Tierney war sofort tot. Ian Stewart, für Westafrika zuständiger Büroleiter von APTV, wurde schwer verletzt. Der AP-Fotograf David Guttenfelder erlitt Schnittwunden durch Glasscherben.

Jenner "J. C." Cole, SKY-FM, 9. Januar ^

Cole, Moderator beim unabhängigen Radiosender SKY-FM, wurde von Rebellen der Vereinigten Revolutionären Front aus einem Haus im Zentrum von Freetown entführt und zusammen mit anderen Gefangenen zu einer RUF-Basis im Osten Freetowns gebracht. Als die Entführer durch ein über sie hinweg fliegendes Flugzeug der westafrikanischen Friedenstruppe (ECOMOG) abgelenkt wurden, konnten alle Gefangenen bis auf Cole, der von den Rebellen daran gehindert wurde, fliehen. Dann wurde Cole vor den Augen seiner Verlobten von den Rebellen erschossen. Wie es heisst, sollen die RUF-Truppen in Freetown über eine Liste mit Journalisten verfügen, die wegen angeblich "RUF-feindlicher" Berichterstattung auszuschalten seien.

Mohammed Kamara, SKY-FM, 9. Januar ^

Kamara, Korrespondent des unabhängigen Radiosenders SKY-FM, wurde im Zentrum von Fr eetown von Rebellen der Vereinigten Revolutionären Front (RUF) erschossen. Der Gerichtsreporter berichtete unter anderem über den Hochverratsprozess nach der Wiedereinsetzung von Präsident Kabbah. Kabbah war 1997 von der RUF abgesetzt worden und kam im März 1998 mit Hilfe der westafrikanischen Friedenstruppe (ECOMOG) wieder an die Macht.

Paul Mansaray, Standard Times, 9. Januar ^

Mansaray war stellvertretender Herausgeber der unabhängigen Zeitung Standard Times. Er wurde zusammen mit seiner Frau, seinen zwei Kindern und einem Neffen in seinem Haus in Calabar Town, einem östlichen Stadtteil Freetowns, von R e bellen der Vereinigten Revolutionären Front (RUF) ermordet. Ein Kollege, der zu jener Zeit bei Mansaray wohnte und die Aufständischen kommen sah, konnte sich durch ein Fenster retten. Nachdem die Rebellen Mansaray und seiner Familie den Fluchtweg abgeschnitten hatten, bedrohten sie ihn lautstark wegen seiner journalistischen Arbeit. Dann steckten sie das Haus in Brand und schossen so lange in die Flammen, bis es mit Mansaray und seiner Familie darin abgebrannt war.

James Ogogo, Concord Times, 8. Januar ^

Ogogo, nigerianischer Journalist bei der unabhängigen Zeitung Concord Times, wurde am Abend des 8. Januar 1999 von Rebellen der Vereinigten Revolutionären Front (RUF) in Freetown ermordet. Nach den Worten eines Augenzeugen drangen die Aufständischen in die Büroräume der Zeitung ein und machten lautstark klar, dass sie "den nigerianischen Journalisten" suchten. Ogogo wurde an einem LKW festgebunden und in Richtung Parlamentsgebäude gezogen. Auf dem Weg dorthin hielt der LKW an. Die Rebellen banden Ogogo los uns sagten zu ihm, er solle gehen. Dann erschossen sie ihn. Nigerianische Journalisten galten bei den Mitgliedern der RUF als Partisanen der unter nigerianischer Führung stehenden westafrikanischen Friedenstruppe (ECOMOG), die zur Unterstützung der Regierungstruppen nach Sierra Leone entsandt worden war.

Mabay Kamara, freiberuflicher Journalist, 9. Januar ^

Mabay Kamara arbeitete als freiberuflicher Mitarbeiter für die inzwischen eingestellte Zeitung Vision. Er wurde von Rebellen der Vereinigten Revolutionären Front (RUF) aus seinem Haus im Zentrum Freetowns entführt und anschliessend ermordet. Der Befehl zu Kamaras Entführung, die seine Frau als Augenzeugin miterlebte, wurde von einem weiblichen Mitglied der RUF erteilt. Bevor sich die Rebellen zurückzogen, steckten sie noch das Haus Kamaras in Brand.

Conrad Roy, Expo Times, 30. April ^ 

Roy, früherer Nachrichtenredakteur der verbotenen Zeitung Expo Times, starb im Zentralgefängnis von Freetown an Tuberkulose. Die Regierung Sierra Leones hatte das Verlagshaus 1997 mit der Begründung schliessen lassen, es werde von Sympathisanten der Vereinigten Revolutionären Front (RUF) geführt. Im Dezember 1998 wurde Roy wegen Landesverrats, Beihilfe für den Feind und Beteiligung an einer Verschwörung zum Sturz der Regierung zu einer Freiheitsstrafe verurteilt. Während der Besetzung Freetowns durch die RUF wurde Roy im Januar 1999 aus dem Gefängnis entlassen. Nach dem Rückzug der RUF-Truppen im Februar wurde er von Soldaten der unter nigerianischer Führung stehenden westafrikanischen Friedenstruppe (ECOMOG) erneut verhaftet. Im Gefängnis erkrankte Roy an Tuberkulose. Da ihm jedoch erst am 26. April ärztliche Hilfe zuteil wurde, starb er vier Tage später im Krankenhaus von Lakka, rund 15 Kilometer südlich von Freetown.

 

SRI LANKA (5)

Atputharajah Nadarajah, Thinamurasu, 2. November *

Atputharajah Nadarajah, Chefredakteur der tamilisch- sprachigen Boulevard-Wochenzeitung Thinamurasu, wurde zusammen mit seinem Fahrer von Unbe kannten in Colombo erschossen. Nadarajah, Parlamentsabgeordneter für den Bezirk Jaffna und Mitglied der Demokratischen Partei der Volksgruppe der Ealam, hatte mit seiner Zeitung seit einem Jahr angeblich nicht mehr die singhalesischen Parteien, sondern die nationalistisch orientierten tamilischen "Tiger" unterstützt.

Rohana Kumara, Satana, 7. September *

Rohana Kumara, Herausgeber der Boulevardzeitung Satana, die der oppositionellen Vereinten Nationalen Partei nahesteht, wurde in einem Vorort von Colombo von Unbekannten erschossen. Kumara befand sich in einem Taxi auf dem Weg von der Arbeit nach Hause, weil seine Frau ihm telefonisch mitgeteilt hatte, dass ihr Haus angegriffen werde. Kumara hatte bereits mehrfach über staatliche Korruption berichtet und war dafür auch bekannt.

Indika Pathinivasan, Maharaja Television Network; Anura Priyantha, Independent Television Network, 18. Dezember ^

Indika Pathinivasan, Kameraassistent beim srilankischen Privatfernsehsender Maharaja Television Network, wurde bei einem Wahlkampfauftritt der Präsidentin Chandrika Bandaranaike Kumaratunga in Colombo von einer Bombe getötet, die ein Selbstmordattentäter der Präsidentin zugedacht hatte. Sein Kollege Anura Priyantha vom staatlichen Sender Independent Television Network, ebenfalls Kameraassistent, überlebte den Anschlag schwer verletzt, starb jedoch später im Krankenhaus. Fünf weitere Journalisten, Kumaratunga selbst und eine Vielzahl von Besuchern erlitten Verletzungen. Polizeiangaben zufolge fanden bei dem Attentat, das gegen 22 Uhr an einer Absperrung zwischen der Präsidentin und den Journalisten verübt wurde, insgesamt 22 Menschen den Tod.

Anthony Mariyadasan, Sri Lanka Broadcasting Corporation #

Anthony Mariyadasan, Journalist des staatlichen Radio- und Fernsehsenders Sri Lanka Broadcasting Corporation, wurde während eines Berichts über eine kirchliche Feier von Unbekannten erschossen. Zeugenaussagen zufolge könnte es sich bei den Attentätern um Guerillas der separatistischen Gruppierung Liberation Tigers of Tamil Eelam handeln, die auch des Bombenanschlags auf die Präsidentin vom 18. Dezember verdächtigt wird.

 

TADSCHIKISTAN (1)

Dschumachon Chotami, 4. Juli *

Dschumachon Chotami, Leiter des Pressezentrums des tadschikischen Innenministeriums, wurde von vier unbekannten Tätern in einem Vorort der tadschikischen Hauptstadt Duschanbe in seinem Auto erschossen. Der 43jährige Chotami war zuvor Journalist und für seine kritische und objektive Berichterstattung über die Probleme Tadschikistans bekannt gewesen.

 

TÜRKEI (1)

Achmed Taner Kislali, Cumhuriyet, 21. Oktober ^

Kislali, Kolumnist der Tageszeitung Cumhuriyet, wurde bei einem Bombenanschlag vor seinem Haus in einem Vorort Ankaras an Kopf, Brust und Arm schwer verletzt, jedoch bereits bei der Ankunft im Krankenhaus für tot erklärt. Wie die türkische Presse unter Berufung auf staatliche Quellen berichtete, war die in Zeitungspapier eingewickelte Bombe auf die Windschutzscheibe von Kislalis Auto gelegt worden. Als er das Paket entfernen wollte, kam es zur Explosion. Die Urheber des Anschlags konnten bisher nicht ermittelt werden, doch soll sich türkischen Sicherheitsbeamten zufolge die "Grosse Ostislamische Front (IBDA-C)", eine extremistische islamistische Untergrundarmee, zu dem Attentat auf Kislali bekannt haben, der ein überzeugter Gegner der islamistischen Bewegung in der Türkei war. Diese Berichte wurden jedoch noch nicht bestätigt . Neben seiner Tätigkeit bei Cumhuriyet lehrte Kislali Politikwissenschaft an der Universität Anka r a . Darüber hinaus war er früher Parlamentsmitglied und in den späten siebziger Jahren auch Minister für Kultur.

 

Folgende Journalisten wurden 2000 (1999) aufgrund ihrer Arbeit als Journalist oder in der Ausübung ihres Berufs getötet.

 

 

BANGLADESCH (1)

Mir Illais Hossain, 15. Januar

Mir Illais Hossain wurde am 15. Januar von drei maskierten Angreifern in der Stadt Dschenaidah im Südwesten Bangladeschs erschossen. Der Journalist und Vorsitzende der linksgerichteten Partei Sramajibi Mukti Andolon war auch Verleger und Herausgeber von Dainik Bir Darpan. Er hatte nach mehreren Morddrohungen maoistischer bewaffneter Gruppierungen, die er in seiner Zeitung regelmässig an den Pranger stellte, Polizeischutz beantragt.

 

KOLUMBIEN (2)

John Restrepo Abello, 7. Februar

John Restrepo Abello, Kameramann des Lokalfernsehsenders in Barrancabermeja, wurde im Haus seines Bruders Leonardo Favio Abello in der Stadt Girón (Provinz Santander) von Unbekannten erschossen. Auch sein Bruder wurde bei dem Überfall umgebracht.

Antonio Gomez Gomez, 12. Februar

Antonio Gomez Gomez, Besitzer des Rundfunksenders Ecos in Palmor, wurde nach einem Bericht der kolumbianischen Organisation Prensa Libre von maskierten Männern in seinem Haus erschossen. Ecos unterstützte die gemeinschaftlichen Aktionskampagnen in der Region Santa Marta, in der Gruppierungen wie die Revolutionsstreitkräfte von Kolumbien, die Nationale Befreiungsarmee und die Kolumbianische Vereinte Selbstverteidigung aktiv sind.

 

SOMALIA (1)

Ahmed Kafi Awale, 26. Januar

Ahmed Kafi Awale, ein Mitarbeiter von Radio of the Somali People, wurde auf dem Bakara-Markt in Mogadischu während einer Berichterstattung erschossen. Ausserdem wurden einem Bericht von "Reporters sans Frontières" zufolge dabei drei Menschen getötet und sieben weitere verletzt.

 

URUGUAY (1)

Julio C. De La Rosa, 24 Februar

Julio C. De La Rosa, Nachrichtendirektor und Besitzer des Radiosenders CV 149 Radio del Centro, wurde am 24. Februar ermordet. Die Polizei beschuldigte einen früheren Beamten, Nery Colombo, der Tat und sagte, Colombo sei über ihn betreffende Kommentare von De La Rosa in einer seiner Sendungen verärgert gewesen, die seine politische Karriere zerstört hätten. Augenzeugen berichteten, dass Colombo in De Rosas Büro gestürmt sei, ihn erschossen hätte und dann sich selbst.

 

 

Quellen: Reporter ohne Grenzen (RSF)

Und

Internationaler Journalistenverband

(IFJ)

und IAPA

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80 Journalisten im Jahr 2000 in Haft

Folgende 80 Kolleginnen und Kollegen befinden sich gegenwärtig in Haft

 

Download des Berichts im PDF-Format

 

ÄGYPTEN (1)

Protestschreiben bitte richten an:

Seine Exzellenz Hosni Mubarak

Präsident der Arabischen Republik Ägypten

c/o His Excellency Ambassador Nabil Fahmy

Embassy of the Arab Republic of Egypt

3521 International Court N.W.

Washington, DC 20008

Fax: 202-244-4319

E-mail: webmaster(at)presidency.gov.eg

Web: http://www.presidency.gov.eg/

 

Hussein Al-Mataani, Sahebat al Gallala

Inhaftiert: 01. Mai 1999

Al-Mataani wurde unter der Beschuldigung festgenommen, er habe ohne Genehmigung eine Journalistengewerkschaft gegründet, Geld von den Mitgliedern eingenommen und sich selbst als Journalist in falschem Licht dargestellt. Am 19. Juni wurde er zu dreieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. In einer gesonderten Anklage, die zu Jahresende noch anhängig war, wurde er bezichtigt, die Wochenzeitung des Verbandes, Sahebat al Gallala, ohne Genehmigung herausgegeben zu haben.

 

ALGERIEN (2)

Protestanschrift:

Seine Exzellenz Abdel Aziz Bouteflika

Präsident der Demokratischen Volksrepublik

Algerien

The Presidential Palace, El Mouradia

Algiers, Algeria

Fax : +213 2 609618

E-mail: info(at)mae-dz.org

Web: http://www.mae-dz.org/

 

Djamel Eddine Fahassi, Alger Chaine III

Verhaftet am 6. Mai 1995

Fahassi, Reporter beim staatlichen französischsprachigen Radiosender Alger Chaine III und zuvor bei Al-Forquane, einem Wochenblatt der 1992 verbotenen Islamischen Befreiungsfront (FIS), wurde von staatlichen Sicherheitsbeamten verhaftet. Von amtlicher Seite wurde die Festnahme nie bestätigt. Seine Familie glaubt, daß er in einem geheimen Straflager festgehalten wird, und fürchtet um sein Leben.

Aziz Bouabdallah, Al-Alam al-Siyassi

Verhaftet am 12. April 1997

Bouabdallah, der für die arabischsprachige Tageszeitung Al-Alam al-Siyassi über islamische Gruppierungen in Algerien berichtete, wurde von drei bewaffneten Männern aus seinem Haus in Algier entführt. Die Männer, die sich als algerische Sicherheitsbeamte ausgaben, zwangen ihn, in ein wartendes Auto einzusteigen. Berichten zufolge wird er von den Behörden in einer zentralen Haftanstalt in Algier festgehalten und ist wiederholt gefoltert worden. Die Behörden leugnen jegliche Kenntnis von seiner Inhaftierung.

 

ÄTHIOPIEN (8)

Protestanschrift:

Seine Exzellenz Meles Zenawi

Ministerpräsident

Office of the Prime Minister

P.O. Box 1031

Addis Ababa, Ethiopia

Fax: 011-251-155-2030

 

Tamrat Gemeda, Seife Nebelbal

Inhaftiert im Oktober 1997

Tamrat, ehemaliger Chefredakteur von Seife Nebelbal, wurde nach Erscheinen mehrerer Artikel wegen angeblicher Beziehungen zur Guerillaorganisation Oromo Liberation Front festgenommen.

Tesfaye Deressa, Urjii

Solomon Nemera, Urjii

Verhaftet am 16. Oktober 1997

Tesfaye, Chefredakteur und Solomon, stellvertretender Chefredakteur der Zeitung Urjii, wurden aus einer nahe dem Büro der Zeitung gelegenen Teestube entführt. Die Journalisten wurden zuerst im Gefängnis der obersten Kriminalpolizeibehörde unter Arrest gestellt und später in ein Bezirksgefängnis der Polizei gebracht. Die gegen sie erhobene Anklage stützte sich auf einen Bericht in Urjii über den kürzlichen Mord an angeblichen Mitgliedern der Oromo-Befreiungsfront; in dem widersprüchliche Angaben zu dem Bericht der Regierungsmedien über das gleich Geschehnis gemacht worden waren.

Garoma Bekele, Urjii

Verhaftet am 27. Oktober 1997

Garoma, Herausgeber der Zeitung Urjii, wurde unter dem Verdacht, Mitglied der verbotenen Oromo-Befreiungsfront zu sein, festgenommen. Garoma ist im Gefängnis der obersten Kriminalpolizeibehörde zusammen mit anderen inhaftiert, die wegen ihrer angeblichen Verbindung zu einer Reihe von Bombenanschlägen festgehalten werden. Haftverschonung gegen Kaution wurde ihm nicht gewährt.

Zemedkun Moges, Atkurot

Inhaftiert: Dezember 1997

Ein Gericht in Addis Abeba verurteilte Zemedkun, den Herausgeber der unabhängigen Wochenzeitung Atkurot, wegen angeblicher Verletzung verschiedener strafrechtlicher Vorschriften zu zwei Jahren Gefängnis. Im März 1999 erhoben die Behörden erneut Klage gegen ihn, noch während er diese Strafe absass. Laut ortsansässiger Journalisten wurde Zemedkun der Verbreitung falscher Informationen in einem Artikel angeklagt, in dem er Schwächen in der äthiopischen Armee erörterte.

Tilahun Bekele, Fetash

Inhaftiert im September 1998

Tilahun, Chefredakteur von Fetash, wurde Ende September im zentralen Untersuchungsgefängnis von Ma'ekelawi in Haft genommen. Ihm wird Verleumdung des Mineralwassserunternehmens Crown vorgeworfen.

Aberra Wegi, Maebel

Inhaftiert: 12. Mai 1999

A berra, der stellvertretende Herausgeber der unabhängigen amharischen Wochenzeitung Maebel, wurde aufgrund nicht genau genannter Beschuldigungen verhaftet. Im Dezember wurde Aberra der Beleidigung und "Verbreitung falscher Nachrichten" beschuldigt, die anscheinend in Verbindung mit einem Artikel standen, den er zwei Jahre zuvor veröffentlicht hatte. In dem Artikel hatte er die Spannungen zwischen Äthiopien und Eritrea vor dem Ausbruch des Krieges zwischen beiden Ländern im Mai 1998 beschrieben.

Bizunesh Debebe, Zegabi

Inhaftiert: 23. August 1999

Die Polizei verhaftete Bizunesh, die Herausgeberin der unabhängigen Wochenzeitschrift Zegabi, und beschuldigte sie der "Verletzung des Pressegesetzes", da sie es versäumt hatte, den Namen des stellvertretenden Herausgebers ihrer Zeitung zu veröffentlichen. Anscheinend hatte Bizunesh keine besonders regierungskritischen Artikel veröffentlicht.

 

BURMA (8)

Protestanschrift:

Seine Exzellenz General Than Shwe

Ministerpräsident und Verteidigungsminister

Chairman of the State Peace and Development

Council

Ministry of Defense

Signal Pagoda Road

Yangon (Rangun) Myanmar (Burma)

 

U Win Tin, Verhaftet am 4. Juli 1989

U Win Tin, vormals Chefredakteur zweier Tageszeitungen und stellvertretender Vorsitzender des burmesischen Schriftstellerverbandes, wurde nach seiner Verhaftung zu drei Jahren Arbeitslager verurteilt. Diese Strafe wurde nachträglich noch verlängert. U Win Tin war in der studentischen Demokratiebewegung 1988 aktiv an der Erstellung unabhängiger Publikationen beteiligt und arbeitete darüber hinaus eng mit dem inhaftierten Führer der Nationalen Liga für Demokratie, Daw Aung San Suu Kyi, zusammen. Wegen des Herausschmuggelns von Briefen an den UN -Sonderbeauftragten für Menschenrechte in Myanmar, Professor Yozo Yokota, in denen U Wan Tin die Zustände im Gefängnis Insein beschrieben hatte, wurde das Strafmaß am 28. März 1996 um weitere fünf Jahre erhöht. Berichten zufolge liegt U Win Tin schwer krank, vielleicht dem Tod nahe, im Allgemeinen Krankenhaus in Rangun, in das er Anfang Oktober 1997 vom Gefängnis Myingyan, einem der schlimmsten in Burma, verlegt wurde.

U Maung Maung, Lay Ngwe Verhaftet im September 1990 U Maung Lay Ngwe wurde des Verfassens und der Verbreitung von Publikationen angeklagt, die "den Respekt des Volkes vor dem Staat untergraben". Die Publikationen erschienen unter dem gemeinsamen Titel Pe-Tin-Tan.

Myo Myint Nyein, What's Happening

U Sein Hlaing, What's Happening

Verhaftet im September 1990

U Myo Myint Nyein und U Sein Hlaing wurden wegen ihres Beitrags zur Planung und Veröffentlichung des satirischen Nachrichtenmagazins What's Happening festgenommen und zu sieben Jahren Haft verurteilt. Sie gehörten zu den 21 Gefangenen im Insein-Gefängnis, die wegen des Herausschmuggelns von Briefen an den UN-Sonderbeauftragten für Menschenrechte in Myanmar, Professor Yozo Yokota, in denen die Zustände in dem Gefängnis beschrieben waren, am 28. März 1996 nach dem Notstandsgesetz zu weiteren sieben Jahren Haft verurteilt wurden.

Daw San San Nwe,

U Sein Hla Oo

Verhaftet am 5. August 1994

Der regimekritische Schriftsteller Daw San San Nwe und der Journalist U Sein Hla Oo wurden bei ihrer Verhaftung der Verbreitung von staatsschädigenden Informationen sowie des Kontakts mit regierungsfeindlichen Gruppen beschuldigt. Am 6. Oktober wurde Daw San San Nwe zu 10 Jahren, U Sein Hla Oo zu sieben Jahren Haft verurteilt. In der Urteilsbegründung hieß es, sie hätten "regierunsgfeindliche Berichte erfunden und an ausländische Diplomaten und ausländische Radiosender verschickt sowie ausländische Journalisten aufgesucht". Es wird vermutet, daß sie im Gefängnis Insein in Rangun inhaftiert sind.

Ma Myat Mo Mo Tun

Verhaftet 1994

Ma Myat Mo Mo Tun, Tochter des inhaftierten Dissidenten Daw San San Nwe, wurde 1994 verhaftet und wegen Verbreitung staatsfeindlicher Informationen zu sieben Jahren Haft verurteilt. Sie wird beschuldigt, "diffamierende Schreiben und Dokumente" veröffentlicht, Kontakte zu "illegalen" Gruppen hergestellt und regierungsfeindliche Artikel an eine Zeitschrift gesandt zu haben, die von einer im Ausland ansässigen Gruppe herausgegeben wird.

Ye Htut

Verhaftet am 27. September 1995

Ye Htut wurde bei seiner Verhaftung der Verbreitung von Falschnachrichten an burmesische Dissidenten und oppositionelle Medien im Ausland beschuldigt. Zu den Empfängerorganistionen gehörten nach angeblich eigener Aussage Ye Htuts auch das in Thailand ansässige Unternehmen Burma Information Group, bei dem der Menschenrechts-Newsletter 'The Irawaddy' verlegt wird. Ye Htut wurde zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt.

 

CHINA (18)

Protestanschrift:

Seine Exzellenz Jiang Zemin Guojia Zhuxi

Präsident, Staatsrat der Volksrepublik China

Beijing 100032

People's Republic of China

Fax: 86-10-6512-5810

 

Hu Liping, The Bejing Daily

Inhaftiert am 7. April 1990

Der für die Pekinger Tageszeitung The Bejing Daily tätige Hu wurde am 7. April 1990 verhaftet. In einer der wenigen Mitteilungen über seinen Fall von Seiten des chinesischen Justizministeriums im Jahr 1998 hiess es, er sei wegen "konterrevolutionärer Aufwiegelung und Propaganda" sowie "Handel mit Staatsgeheimnissen" unter Anklage gestellt worden. Am 15. August 1990 wurde Hu vom Volksgericht Peking zu 10 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, die er im städtischen Gefängnis von Peking verbüsst.

Zhang Yafei, Tielu

Verhaftet im September 1990

Zhang, ehemals Student der Hochschule für Kommunikation Beifang, wurde nach seiner Verhaftung wegen Verbreitung konterrevolutionärer Propaganda und Aufwiegelung vor Gericht gestellt und im März 1991 zu 11 Jahren Gefängnis verurteilt. Dazu wurden ihm für zwei Jahre nach seiner Entlassung die politischen Rechte aberkannt. Zhang hatte die nicht genehmigte Zeitschrift Tielu über das Massaker 1989 auf dem Platz des himmlischen Friedens herausgegeben.

Chen Yanbin, Tielu

Verhaftet gegen Ende 1990

Chen, ehemals Student der Universität Qinghua, wurde gegen Ende 1990 verhaftet und zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Dazu wurden ihm für vier Jahre nach seiner Entlassung die politischen Rechte aberkannt. Zusammen mit Zhang Yafei hatte er die nicht genehmigte Zeitschrift Tielu (Eiserne Tendenzen) über das Massaker auf dem Platz des himmlischen Friedens verfaßt und mehrere hundert mit einem Mimeographen hergestellte Exemplare verteilt. Die Regierung nannte die Publikation "reaktionär" und stellte Chen wegen Verbreitung konterrevolutionärer Propaganda und Aufwiegelung unter Anklage.

Liu Jingsheng, Tansuo

Angeklagt 1994

Liu, vormals Autor und Mitherausgeber des prodemokratischen Magazins Tansuo, wurde nach einem nichtöffentlichen Verfahren im Juli 1994 wegen "konterrevolutionärer" Aktivitäten zu 15 Jahren Haft verurteilt. Liu wurde im Mai 1992 verhaftet und wegen Mitgliedschaft in gewerkschaftlich organisierten und prodemokratischen Gruppen angeklagt. Nach Unterlagen des Gerichts war Liu an der Organisation und Anführung regierungsfeindlicher und prodemokratischer Aktivitäten beteiligt. Die Anklage beschuldigte ihn sowie andere wegen gleicher Vergehen angeklagte Dissidenten außerdem, im Juni 1992 verteilte Flugblätter geschrieben und gedruckt zu haben.

Wu Shishen, Nachrichtenagentur Xinhua

Verhaftet im Oktober oder November 1992

Nach seiner Verhaftung im Herbst 1992 wurde Wu, Reporter für die Nachrichtenagentur Xinhua, im August 1993 zu lebenslanger Haft verurteilt, weil er einem Journalisten aus Hongkong noch vor dem 14. Parteikongreß eine Kopie des als "Staatsgeheimnis" bezeichneten Grußwortes von Präsident Jiang Zemin zugespielt haben soll.

Khang Yuchun

Verurteilt im Dezember 1994

Khang wurde zusammen mit 16 weiteren Personen wegen Mitgliedschaft in konterrevolutionären Organisationen vor Gericht gestellt. Eine gegen ihn erhobene Anschuldigung war, daß er Personen zum Schreiben von Artikeln beauftragt und das Freiheits - Forum, die Zeitschrift der 'Chinese Progressive Alliance' gegründet habe. Im Dezember 1994 wurde er zu 12 Jahren Haft wegen der "Organisation und Anführung einer konterrevolutionären Gruppe" sowie zu weiteren sieben Jahren Haft wegen "konterrevolutionärer Propaganda" verurteilt.

 

Lin Hai, Software-Produzent

Inhaftiert: 25. März 1998

Der Software-Hersteller und Computeringenieur Lin wurde verhaftet und des "Anstiftung zum Umsturz der Staatsgewalt" angeklagt, weil er die E-Mail- Adressen von 30.000 chinesischen Staatsbürgern an das in den USA niedergelassene Internet-Magazin VIP Reference weitergegeben habe, das die demokratische Reform in China unterstützt. Lin wurde am 20. Januar 1999 zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt.

Wang Yingzhen, Freier Journalist

Inhaftiert: 26. Februar 1999

Die Polizei verhaftete Wang in der Stadt Xuzhou, als er einen Artikel fotokopierte, den er über die politische Reform geschrieben hatte, und der sich auf einen offenen Brief stützte, den er an Präsident Jiang Zemin geschrieben hatte. Am 10. Dezember 1999 wurde Wang der Subversion für schuldig befunden und zu drei Jahren Gefängnis verurteilt.

Liu Xianli, Freier Journalist

Inhaftiert: 11. Mai 1999

Der Mittlere Volksgerichtshof von Peking befand den Schrifststeller Liu Xianli der Subversion für schuldig und verurteilte ihn zu vier Jahren Gefängnis. Lius angebliches "Verbrechen" bestand in dem Versuch, ein Buch über chinesische Dissidenten zu veröffentlichen.

Wu Yilong, Mao Qingxiang, Zhu Yufu und

Xu Guang, Opposition Party

Inhaftiert: Juni 1999

Wu, Mao, Zhu und Xu wurden alle vier um den 4. Juni, den 10. Jahrestag des Tiananmen-Platzes, verhaftet. Alle vier waren führende Aktivisten der verbotenen Demokratische Partei Chinas (CDP) und wurden später der Subversion angeklagt, da sie ein prodemokratisches Magazin mit der Bezeichnung Opposition Party herausgegeben und regimefeindliche Artikel und Essays über das Internet verbreitet hatten. Sie wurden zu jeweils 11, 8, 7 und 5 Jahren Gefängnis verurteilt. Im Dezember 1998 wurde Xu selbst der Subversion für schuldig befunden und zu 13 Jahren Gefängnis verurteilt.

Yue Tianxiang, Guo Xinmin und Wang Fengshan, China Workers' Monitor

Inhaftiert: 05. Juli 1999,

Der Mittlere Volksgerichtshof von Tianshui in der Provinz Gansu verurteilte Yue zu 10 Jahren Gefängnis und Guo und Wang zu zwei Jahren Gefängnis.. Alle drei wurden der "Subversion der S taatsgewalt" beschuldigt. Laut South China Morning Post wurden Yue, Guo und Wang im Januar verhaftet, weil sie China Workers' Monitor, eine Zeitung, die für die Rechte der Arbeiter kämpfte, veröffentlicht hatten.

Qi Yanchen, Freier Journalist

Inhaftiert: 02. September 1999

Die Polizei verhaftete Qi in seiner Wohnung in Cangzhou. Qi hatte zahlreiche Artikel in intellektuellen Zeitschriften veröffentlicht und stand in Verbindung mit dem Online-Magazin Consultations. Qis Verhaftung folgte, nachdem er Auszüge aus seinem unveröffentlichten Buch "Der Zusammenbruch Chinas" online verbreitet hatte. Ein Gerichtsverfahren wurde für die nächste Zukunft gegen Ende 1999 erwartet.

Zhang Ji, Freiberufler

Inhaftiert: 08. August 1999

Zhang Ji, Student an der Universität Qiqihar, wurde der "Verbreitung reaktionärer Schriften via Internet" angeklagt. Zhang hatte angeblich Nachrichten und Informationen über die verbotene spirituelle Bewegung Falun Gong verbreitet. Er wurde irgendwann im Oktober im Rahmen der Zerschlagung der Sekte durch die chinesische Regierung verhaftet.

 

GABUN (1)

Adresse für Protestschreiben:

Seine Exzellenz El Hadj Omar Bongo

Präsident der Republik Gabon

The Presidential Palace

P.O Box 546, Libreville, Gabon

Fax: 011-241 727 600

 

Germain Lendoye, La Cigale Enchantée

Inhaftiert: 22. Dezember 1999

Lendoye wurde als Reporter der satirischen Wochenzeitschrift La Cigale Enchantée von der Polizei verhaftet, weil er eine Geldstrafe wegen Beleidigung nicht gezahlt hatte, und zu zwei Monaten hinter Gittern verurteilt. Gabuns Presseminister und Bürgermeister der Landstadt Mounana, Zacharie Myboto, hatte gegen den Journalisten und seine Zeitschrift Klage erhoben wegen eines Artikels vom 09. März, in dem er der unfairen Zuteilung von Baugrundstücken für die Stadt Mounana bezichtigt wurde. Lendoyes Artikel hatte erhebliche Rückwirkungen auf die satirische Wochenzeitung, die seit Anfang Oktober bis Jahresende ausserstande war, eine Ausgabe zu veröffentlichen.

 

IRAN (2)

Protestanschrift:

Seine Exzellenz Ayatollah Ali Khamenei

Oberste Leiter der Islamischen Republik Iran

c/o The Permanent Mission of Iran to the United

Nations

622 Third Avenue, 34th Floor

New York, NY 10017

Fax: 212-867-7086

Web: http://www.gov.ir/

 

Abdullah Nouri, Khordad

Inhaftiert: 28. November 1999

In einem Urteil, das die ganze Nation erstarren liess, verurteilte das iranische Sondergericht der Geistlichkeit Nouri, den Herausgeber der reformistischen Tageszeitung Khordad, und ehemaligen Präsidenten und Innenminister am 27. November wegen religiöser Abweichung. Das Urteil - fünf Jahre Gefängnis für "Verleumdung" - wurde weitgehend als Versuch der konservativen Kräfte innerhalb des Regimes betrachtet, Nouri als einflussreichen Verbündeten des reformistischen Präsidenten Muhammad Khatami vor den landesweiten Wahlen im Februar 2000 kaltzustellen.

Mohsen Kadivar

Inhaftiert: 27. Februar 1999

Die iranischen Behörden verhafteten den geistlichen Akademiker Kadivar und stellten ihn wegen "Verbreitung von Lügen" vor Gericht. Am 21. April wurde Kadivar zu 18 Monaten Gefängnis verurteilt. Die Anklage stützte sich auf Artikel und Interviews, die er in iranischen Zeitungen veröffentlicht hatte, sowie auf öffentliche Lesungen, in denen er die islamische Republik kritisierte. Kadivar sitzt seit dem 27. Februar, dem Tag seiner Verhaftung, im Gefängnis.

 

ISRAEL (1)

Protestschreiben bitte richten an:

Seine Exzellenz Ehud Barak

Premierminister von Israel

3 Kaplan Street

Kiryat Ben-Gurion

Jerusalem, Israel

Fax: 972-2-652-7239

Web: http:/www.pmo.gov.il/

 

Cosette Elias Ibrahim, Al-Liwaa

Inhaftiert: 02. September 1999

Israelische Besatzungsstreitkräfte verhafteten Ibrahim, eine libanesische freischaffende Reporterin, die für verschiedene Zeitungen in der Stadt Rumaish im israelisch besetzten Südlibanon a r beitete. Die Motive hinter ihrer Verhaftung waren unklar. Zu Ende des Jahres blieb Frau Ibrahim ohne Verbindungsmöglichkeit zur Aussenwelt in Khiam in Haft, wo sie ohne Anklage oder sonstige rechtliche Formalitäten eingesperrt ist.

 

JUGOSLAWIEN (1)

Protestschreiben bitte richten an:

Seine Exzellenz Slobodan Milosevic

Präsident der Jugoslawischen Republik

Savezna Skupstina

11000 Belgrade

Federal Republic of Yugoslavia

Fax: 011-381-11-636-775

Web: http://www.gov.yu

 

Nebojsa Ristic, TV Soko

Inhaftiert: 23. April 1999

Ein Bezirkgericht von Sokobanja befand Ristic, Redakteur des unabhängigen Fernsehsenders TV Soko in Sokobanja, gemäss Artikel 218 des serbischen Strafgesetzbuchs der Verbreitung von Falschmeldungen für schuldig. Er wurde zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Die Anklage stützte sich auf einen Polizeiüberfall auf Ristics Büro. Die Polizei fand ein Poster mit dem Logo des in Belgrad niedergelassenen unabhängigen Radiosenders B92 und dem Slogan "Freie Presse: Made in Serbia!"

 

KAMERUN (1)

Protestanschrift:

Seine Exzellenz Paul Biya

Präsident der Republik Kamerun

Palais de l'Unité

Yaounde, Cameroon

Fax: 011-237-233022

 

Anselme Mballa, Le Serment

Inhaftiert: 16. Juli 1999

Ein Gericht in Jaunde verurteilte Mballa , Herausgeber der privaten Wochenzeitschrift Le Serment, wegen Verunglimpfung zu einer sechsmonatigen Gefängnisstrafe. Einige örtliche Quellen berichteten, dass das Urteil in Verbindung mit einem Artikel steht, den Mballa im April 1999 schrieb und in dem er die Behandlung der traditionellen Häuptlinge durch den Post- und Telekommunikationsminister kritisierte.

 

KUBA (4)

Protestanschrift:

Seine Exzellenz Fidel Castro Ruz

Präsident der Volksrepublik Kuba

c/o Cuban Mission to the United Nations

315 Lexington Avenue

New York, NY 10016

Fax: 212-779-1679

Web: http://www.cubaweb.cu/

 

Jesús Joel Díaz Hernández, CAPI

Inhaftiert: 18. Januar 1999

Am 19. Januar befand das Stadtgericht von Morón den Geschäftsführer des unabhängigen Nachrichtendienstes CAPI, Díaz Hernández, für "gefährlich" und verurteilte ihn zu vier Jahren Gefängnis. Díaz Hernández wird im Ciego de Avila-Provinzialgefängnis in Morón in Einzelhaft gehalten.

Leonardo Varona González, Santiago Press,

Manuel Antonio González Castellanos, CubaPress

Inhaftiert; 01. Oktober 1998

Am Abend des 01. Oktober verhafteten Agenten der Staatssicherheit González Castellanos, einen Korrespondenten des unabhängigen Nachrichtendienstes CubaPress in San Germán. Am folgenden Tag verhafteten dieselben Agenten seinen Neffen Varona González, der mit der unabhängigen Nachrichtenagentur Santiago Press zusammen arbeitet. Sieben Monate später wurden beide Journalisten der "Respektlosigkeit" für schuldig befunden.

Bernardo Arévalo Padrón, Línea Sur Press

Inhaftiert: 18. November 1997

Arévalo Padrón wurde als Korrespondent der Línea Sur Press Nachrichtenagentur des "mangelnden Respekts" für Präsident Fidel Castro und das Mitglied des kubanischen Staatsrats, Carlos Lage, angeklagt, weil er berichtet hatte, dass ein Helikopter Fleisch von einer Farm in Aguada de Pasajeros zu Funktionären der Kommunistischen Partei in Havanna transportiert hatte, während die einfachen Leute in Aguada de Pasajeros nicht genug zu essen hatten. Arévalo Padrón sitzt seine Strafe in einer überfüllten und schmutzigen Zelle im Ariza-Gefängnis in Cienfuegos ab.

 

KUWAIT (2)

Protestanschrift:

Ihre Hoheit Shaikh Jaber al-Ahmed al-Sabah Emir

von Kuwait

Al-Diwan al-Amiri

Al-Safat

Kuwait City, Kuwait

Fax: 965-243-0121

 

Ibtisam Berto Sulaiman al-Dakhil und

Fawwaz Muhammad al-Awadi Bessisso, Al-Nida'

Verurteilt: Juni 1991

Bessisso und al-Dakhil wurden wegen ihrer Tätigkeit für Al-Nida', einer von irakischen Behörden während der irakischen Besetzung Kuwaits im Jahre 1990 herausgegebenen Zeitung, zu lebenslanger Haft verurteilt. Zu Jahresende waren sie die letzten übriggebliebenen Journalisten in kuwaitischen Gefängnissen, wo 17 Reporter und Redakteure nach dem Golfkrieg aufgrund ihrer Tätigkeit für Al-Nida' inhaftiert waren. Die anderen 15 Journalisten wurden seit 1996 nach und nach freigelassen.

 

NEPAL (1)

Protestschreiben bitte richten an:

Seine Exzellenz Krishna Prasad Bhattarai

Premierminister, Königreich Nepal

Office of the Prime Minister

Singh Durbar

Kathmandu, Nepal

Fax: 977-1-227-286

 

Krishna Sen, Janadesh

Inhaftiert: 20. April 1999

Die Polizei verhaftete Sen, Herausgeber der Wochenzeitung in nepalesischer Sprache, Janadesh, und beschlagnahmte Tausende von Exemplaren der Zeitung. Sens Verhaftung steht angeblich in Verbindung mit einer kürzlichen Ausgabe von Janadesh, in der ein Interview mit Babaram Bhattarai, einem der Führer von Nepals maoistischem Aufstand, erschien. Die Polizei soll 20.000 Exemplare der Ausgabe beschlagnahmt haben, um die weitere Verbreitung des Interviews zu unterbinden. Ende Dezember befand sich Sen noch in Haft. Zu Jahresende wurde er den Quellen von CPJ zufolge aufgrund der schlechten Haftbedingungen ins Krankenhaus eingeliefert.

 

SYRIEN (6)

Protestanschrift:

Seine Exzellenz Hafez al-Assad,

Präsident der Syrischen Arabischen Republik

c/o His Excellency Ambassador Walid Al-Moualem

Embassy of the Syrian Arab Republic

2215 Wyoming Avenue N.W.

Washington, DC 20008

United States

Fax: 202-234-9548

 

Faisal Allush

Verhaftet 1985

Allush, Journalist und politischer Schriftsteller, ist seit seiner Festnahme 1985 in Haft. Im Juni 1993 wurde er wegen Mitgliedschaft in der verbotenen Partei für Kommunistische Aktion zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Er soll im Gefängnis Sednaya inhaftiert sein.

Samir al-Hassan, Fatah al-Intifada

Verhaftet im April 1986

Al-Hassan, palästinensischer Redakteur von Fatah al-Intifada, ist seit seiner Festnahme im April 1986 in Haft. Im Juni 1994 wurde er wegen Mitgliedschaft in der Partei für Kommunistische Aktion zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt.

Marwan Mohammed, Al-Baath

Inhaftiert am 18. Oktober 1987

Mohammed, Techniker und Journalist bei Al-Baath, wurde am 18. Oktober 1987 von Sicherheitskräften des Militärs festgenommen. Im Jahr 1993 wurde er wegen angeblicher Mitgliedschaft in der Partei für Kommunistische Aktion zu 10 Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Mohammed verbüsst seine Strafe ebenfalls im Gefängnis von Sednaya.

Nizar Nayouf, freiberuflicher Journalist

Verhaftet im Januar 1992

Nayouf, als freiberuflicher Journalist für al-Huriyya und Al-Thaqafa al-Ma'arifa tätig, wurde zusammen mit mehreren Menschenrechtsaktivisten des Komitees für die Verteidigung der demokratischen Freiheiten und der Menschenrechte in Syrien in Damaskus festgenommen. Im März verurteilte ihn das Gericht für Staatssicherheit wegen " Verbreitung von Unwahrheiten und Entgegennahme von Geldern aus dem Ausland" zu 10 Jahren Haft. Nayouf war während der Vernehmung schweren Folterungen ausgesetzt. Zur Zeit befindet er sich in Einzelhaft im Militärgefängnis von Mezze.

Salama George Kila

Verhaftet im März 1992

Nach seiner Verhaftung durch Beamte der Staatssicherheit in Damaskus wurde Kila, ein palästinensischer Schriftsteller und Journalist, im Sommer 1993 vor Gericht gestellt. Nach Angaben des Internationalen PEN in London, habe Kila "für eine jordanische Tageszeitung angeblich Artikel über Zensur in Syrien geschrieben". Das Gericht befand ihn statt eines Verbrechens eines Vergehens für schuldig. Da die Höchststrafe für Vergehen drei Jahre beträgt, wurde Kilas Freilassung für März 1995 erwartet, doch befindet er sich nach wie vor in Haft.

Nou'man Abdo, Al-Tariq

Inhaftiert 1992

Abdo, Journalist der Zeitschrift Al-Tariq (ein Organ der Kommunistischen Partei des Libanon) wurde 1992 verhaftet und im Jahr 1993 wegen angeblicher Mitgliedschaft in der Partei für Kommunistische Aktion zu 15 Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Abdo verbüsst seine Strafe im Gefängnis von Tadmour.

 

TUNESIEN (2)

Protestanschrift:

Seine Exzellenz Zine El Abidine Ben Ali,

Präsident der Republik Tunesien

Presidential Palace,

Tunis, Tunesien

Fax: 216-1-744-721

Web: http://www.ministeres.tn/

 

Hamadi Jebali, Al-Fajr

Verhaftet im Januar 1991

Jebali, Redakteur von der Wochenzeitung der verbotenen islamistischen Partei Al-Nahda, wurde am 28. August 1992 vom Militärgericht in Bouchoucha zu 16 Jahren Haft verurteilt. In dem Verfahren, in dem neben Jebali 279 weitere angebliche Angehörige von Al-Nahda vor Gericht standen, wurde er der "Aggression mit der Absicht, das Wesen des Staates zu verändern" und der "Mitgliedschaft in einer illegalen Vereinigung" für schuldig befunden. Jebali bestritt die gegen ihn erhobenen Vorwürfe und legte Beweise dafür vor, daß er während der Haft gefoltert worden war. Jebali ist seit Januar 1991 in Haft. Damals wurde er wegen eines von ihm veröffentlichten Artikels, in dem er die Abschaffung der tunesischen Militärgerichte forderte, zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Internationale Menschenrechtsverbände, die den Massenprozeß beobachteten, bezeichneten diesen als weit von den international üblichen Rechtsnormen entfernt.

Abdellah Zouari, Al-Fajr

Verhaftet im Februar 1991

Zouari, der ebenfalls Beiträge für die Wochenzeitung der verbotenen islamistischen Partei Al-Nahda, schrieb, wurde am 28. August 1992 von einem Militärgericht in Bouchoucha zu 11 Jahren Haft verurteilt. In dem Verfahren wurde er zusammen mit 279 weiteren Personen der Zugehörigkeit zu Al-Nahda beschuldigt. Er ist seit Februar 1991in Haft. Die Anklage gegen ihn lautete auf "Verbindungen zu einer nicht an zugelassenen Organisation". Internationale Menschenrechtsverbände als Beobachter des Massenprozesses bezeichneten diesen als weit von den international üblichen Rechtsnormen entfernt.

 

TÜRKEI (17)

Protestanschrift:

Seine Exzellenz Bulent Ecevit,

Ministerpräsident der Türkischen Republik

c/o His Excellency Baki Ilkin

Embassy of the Republic of Turkey

2525 Massachusetts Avenue N.W.

Washington, DC 20008

Fax: 202-612-6744

 

Hasan Özgün, Özgür Gündem

Verhaftet am 9. Dezember 1993

Özgün, Korrespondent für Özgür Gündem in Diyarbakir, wurde wegen seiner Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation zu 12 Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt. Er sitzt seine Strafe derzeit im Gefängnis von Aydin ab.

Serdar Gelir, Mücadele

Verhaftet am 25. April 1994

Gelir, Leiter der inzwischen eingestellten Wochenzeitschrift Mücadele in Ankara, wurde w egen Mitgliedschaft in einer illegalen Organisation verurteilt. Nach den Gerichtsakten wurde er zu 12 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Zu Jahresende wurde Gelir noch im Gefängnis Bartin festgehalten.

Bülent Öner, Atilim

Verhaftet am 15. Juni 1995

Öner, Reporter der linksgerichteten Wochenzeitung Atilim, wurde bei einer Polizeirazzia im Mersiner Büro der Zeitung festgenommen. Später wurde er der Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation angeklagt und zu 12 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Öner verbüßt die Strafe im Gefängnis von Erzurum. Oner wurde schuldig gesprochen und zu 12 Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Er sitzt derzeit im Gefängnis von Gaziantep.

Sadik Çelik, Kurtulus

Verhaftet am 23. Dezember 1995

Çelik, Reporter und Leiter des Büros der Wochenzeitschrift Kurtulus in Ankara, wurde zu einer Haftstrafe von 12 Jahren und sechs Monaten w egen Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation verurteilt.

Ibrahim Çiçek, Atilim

Verhaftet am 15. März 1996

Çiçek, früherer Chefredakteur der linksgerichteten Wochenzeitschrift Atilim, wurde am 15. März 1996 festgenommen und wegen der Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation angeklagt. Die Strafe wurde auf mindestens 15 Jahre Haft festgesetzt.

 

Die im folgenden genannten Journalisten sitzen derzeit in türkischen Gefängnissen ein. Zwischen CPJ und dem Verband türkischer Zeitungsverlage/ Türkischer Presserat besteht jedoch Uneinigkeit darüber, ob die Verhaftungen auf die journalistische Arbeit der Festgenommenen zurückzuführen sind.

Sinan Yavuz, Yoksul Halkin Gücü

Verhaftet am 9. August 1993

Yavuz, Redakteur der linken Wochenzeitschrift Yoksul Halkin Gücü, wurde beschuldigt, Mitglied in einer verbotenen Vereinigung zu sein. Nach seiner Verurteilung zu 12 Jahren und sechs Monaten Haft am 29. Dezember 1994 wurde er im das Gefängnis Canakkale inhaftiert. Während seiner jüngsten Nachforschung war CPJ ausserstande, festzustellen, ob Yavuz noch oder nicht mehr im Gefängnis war.

Hüseyin Solak, Mücadele

Verhaftet 27. Oktober 1993

Solak, Leiter des Gazianteper Büros der Wochenzeitschrift Mücadele , wurde am 24. November 1994 wegen seiner Mitgliedschaft in der verbotenen Vereinigung Dev Sol zu 12 Jahren und sechs Monaten Haft verurteile. Er sitzt im Gefängnis von Çankiri ein.

Utku Deniz Sirkeci, Tavir

Verhaftet am 6 August 1994

Sirkeci, Leiter des Büros des linksorientierten Kulturmagazins Tavir in Ankara, wurde wegen Mitgliedschaft in einer verbotenen Vereinigung zu 12 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Er sitzt in der geschlossenen Haftanstalt in Ankara ein. CPJ war nicht imstande, festzustellen, ob Sirkeci Ende 1999 noch oder nicht mehr im Gefängnis sass, und setzt seine Nachforschung in der Sache fort.

Aysel Bölücek, Mücadele

Verhaftet am 11. Oktober 1994

Frau Bölücek, eine der Ankara-Korrespondenten von Mücadele, wurde festgenommen und der Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation angeklagt. Am 23. Dezember 1994 wurde sie zu einer Haftstrafe 12 Jahren und sechs Monaten verurteilt, die sie Gefängnis von Canakkale verbüßt.

Özlem Türk, Mücadele

Verhaftet am 17. Januar 1995

Türk, Reporterin für Mücadele, wurde festgenommen und wegen der Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation angeklagt. Nach den Gerichtsakten wurde sie zu 15 Jahren Haft verurteilt. Frau Türk verbüßt die Strafe im Gefängnis von Canakkale.

Burhan Gardas, Mücadele

Verhaftet am 23. März 1995

Gardas, Leiter des Büros für Mücadele in Ankara, wurde wegen seiner Zugehörigkeit zu einer illegalen Organisation zu einer Haftstrafe von zweimal 15 Jahren verurteilt. Berichten zufolge verbüßt er diese Strafe aufeinanderfolgend im Gefängnis in Aydin.

Necla Can, Kurtulus

Verhaftet am 9. April 1995

Frau Can, Reporterin der linksgerichteten Wochenzeitschrift Kurtulus, wurde der Zugehörigkeit zu einer verbotenen Organisation beschuldigt und zu 12 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Sie sitzt derzeit im Gefängnis Umraniye in Istanbul ein.

Özgür Güdenoglu, Mücadele

Verhaftet am 24. Mai 1995

Güdenoglu, Leiter des Büros von Mücadele in Konya, wurde zu 12 Jahren und sechs Monaten Haft wegen seiner Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation verurteit. Er sitzt im Gefängnis von Konya ein. Gudenoglu wurde angeblich im Nigde-Gefängnis festgehalten. Zu Ende des Jahres 1999 war CPJ jedoch ausserstande, festzustellen, ob Gudenoglu noch im Gefängnis sass, und setzt seine Nachforschungen in dieser Sache fort.

Fatma Harman, Atilim

Verhaftet am 15. Juni 1995

Frau Harman, Reporterin der linksgerichteten Wochenzeitung Atilim, wurde bei einer Polizeirazzia im Mersiner Büro der Zeitung festgenommen. Sie wurde 1996 angeklagt und zu 12 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt und sitzt im Gefängnis von Adana ein.

Erdal Dogan, Alinteri

Verhaftet am 10. Juli 1995

Dogan, Reporter für das Büro Ankara der Wochenzeitschrift Alinteri, wurde von der Polizei am 10. Juli 1995 festgenommen. Dogan wurde schuldig gesprochen und zu 12 Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt, derzeit sitzt er im Gefängnis von Gebze.

Erhan II, Devrimci Emek

Verhaftet am 16. Februar 1996

Erhan, Reporter der Zeitschrift Devrimci Emek und von 1993 bis 1994 Chefredakteur, wurde wegen der Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation angeklagt.

Nabi Kimran, Iscinin Yolu

Verhaftet am 9. September 1996

Kimran wurde im Zusammenhang mit seiner Arbeit als Redakteur der linksgerichteten Wochenzeitschrift Iscinin Yolu inhaftiert. Die Zeitung war während seiner Dienstzeit ständigen Eingriffen der Regierung ausgesetzt. Kimran ist zur Zeit im Gefängnis in Sakarya unter der Beschuldigung der Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation inhaftiert.

 

USBEKISTAN (3)

Adresse für Protestschreiben:

Seine Exzellenz Islam Karimov

President of the Republic of Uzbekistan

43 Uzbekistanskaya Street

Tashkent, Uzbekistan 700163

Fax: 011-998-71-139-55-25; 139-55-10

 

Shadi Mardiev, Samarkand Regional Radio

Inhaftiert am 15. November 1997

Am 11. Juni 1998 wurde Shadi Mardiev, ein 62jähriger Reporter des regionalen staatlichen Radiosenders von Samarkand, vom Bezirksgericht Syrdarija wegen Verleumdung und Erpressung zu 11 Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Mardiev befand sich bereits seit November 1997 in Untersuchungshaft. Grund für seine Festnahme war eine Sendung vom 19. Juni 1997, in der er die Bestechlichkeit eines stellvertretenden Staatsanwalts satirisch kommentiert hatte. Dem Vernehmen nach hat sich Mardievs Gesundheitszustand in der Haft verschlechtert. Seine Berufung wurde am 3. August 1998 vom O bersten Gerichtshof abgewiesen. Mardiev wurde 1999 zwei mal wegen Herzanfall ins Krankenhaus eingeliefert.

Muhammad Bekjanov und Iusuf Ruzimuradov, Erk

Inhaftiert: 15. März 1999

Auf Antrag der usbekischen Behörden verhaftete die ukrainische Polizei die usbekischen Journalisten Bekjanov und Ruzimuradov und lieferte sie nach Taschkent, Usbekistan aus. Bekjanov war Herausgeber und Ruzimuradov arbeitete als Mitarbeiter für die Zeitung Erk, die in Kiew, Ukraine, von der verbotenen usbekischen Oppositionspartei Erk herausgegeben wird. Sie wurden im Stadtgefängnis von Taschkent festgehalten und gefoltert und wegen Verbreitung einer verbotenen Zeitung, die "beleidigende" Kritik des Präsidenten enthielt, sowie wegen illegalen Verlassens Usbekistans zu 14 bzw. 15 Jahren Gefängnis verurteilt.

 

VIETNAM (2)

Protestanschrift:

Seine Exzellenz Le Kha Phieu,

Generalsekretär der Zentralkommitee

Communist Party of Vietnam,

1 Hoang Van Thu,

Hanoi, Sozialistische Republik Vietnam

Fax: 84-4-259-205 oder 84-4-459-205

 

Bui Minh Quoc, Lang Biang

Inhaftiert im September 1997

Quoc, Dichter und Journalist sowie während des Vietnamkrieges Korrespondent des nordvietnamesischen Radios, wurde in der Stadt Dalat im Süden Nordkoreas unter Hausarrest gestellt. Er war Präsident des Schriftstellerverbandes von Dalat und Herausgeber des Literatur- und Kulturmagazins Lang Biang, bevor er 1990 mit seinen demokratiefreundlichen Ideen die Aufmerksamkeit der Behörden auf sich lenkte und das Blatt verboten wurde. Der Hausarrest für Quoc wurde angeordnet, nachdem er angeblich prodemokratische Briefe in Umlauf gebracht hatte.

Nguyen Tham Giang, freier Mitarbeiter

Inhaftiert: 04. März 1999

Giang, ein prominenter Schriftsteller und Geophysiker, wurde von der Polizei in Hanoi verhaftet, weil er sich angeblich im Besitz "antisozialistischer Propaganda" befand. Giangs politische Essays - die sich mit friedlichen Reformen, Mehrparteiendemokratie und Menschenrechten befassten - erschienen regelmässig auf Internetseiten und in Zeitungen, die von im Exil lebenden Vietnamesen veröffentlicht wurden. Am 10. Mai wurde Giang nach einer internationalen Kampagne auf Bewährung freigelassen. Zu Jahresende stand er jedoch praktisch immer noch unter Hausarrest.

 

Quelle:

Komitee für den Schutz von Journalisten

(CPJ)

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Infografik zum Download

Infografik über getötete und inhaftierte Journalisten als PDF-Dokument

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Informationspaket zum Download

INFORMATIONSPAKET DES WELTVERBANDES DER ZEITUNGEN (WAN) IM PDF-FORMAT

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