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Redaktionspaket

Die 37 größten Feinde der Pressefreiheit

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Die 37 größten Feinde der Pressefreiheit 

Größe: 42496 Bytes Typ: doc

 

SPERRFRIST: 2. MAI 2006 9 UHR

 

Die Medien haben Feinde, und sie alle haben ein Gesicht. Reporter ohne Grenzen führt sie der Welt alljährlich vor Augen, seit 2001. Unter ihnen sind Staatspräsidenten, Minister, Könige, Guerillaführer und Bosse von kriminellen Organisationen. Jeder von ihnen besitzt die Macht, Journalisten ins Gefängnis zu werfen, zu entführen, zu foltern, ja manchmal zu ermorden. Dank ihrer Position können sie für ihre Menschenrechtsverletzungen in der Regel nie bestraft und nicht einmal angeklagt werden. Gegen dieses Unrecht kämpft ROG tagtäglich.

 

Dieses Jahr hat Reporter ohne Grenzen fünf neue Namen auf die Liste gesetzt.

 

Kolumbien

Diego Fernando Murillo Bejarano (Chef der Paramilitärs)

Bejarano unterstellte seine mächtige Miliz 2003 der paramilitärischen Organisation AUC (Vereinigte Selbstverteidigungskräfte Kolumbiens). Seit dem 27. Mai 2005 steht er unter Hausarrest, ist aber nach wie vor ein einflussreicher Führer der AUC, deren etwa 4.000 Kämpfer keineswegs ihre Waffen abgegeben haben, wie es eigentlich vorgesehen war. Bejarano ist ein berüchtigter Drogenhändler und damit ein Paradebeispiel für die Gangstermentalität der politisch mächtigen Paramilitärs. Die sind inzwischen zu einem der wichtigsten Drogenkartelle geworden und können seit Verabschiedung des „Gesetzes über Gerechtigkeit und Frieden” im Juni 2005 völlig straffrei agieren. Die AUC greift immer wieder zu terroristischen Mitteln, um Journalisten zum Schweigen zu bringen, die unbequeme Zeugen des „schmutzigen Kriegs“ geworden sind, bei denen es um riesige Profite geht. Aufgrund der täglichen Gewalt bleibt vielen Journalisten heute nur noch die Wahl zwischen Selbstzensur und Exil.

 

Kolumbien

Paul Reyes und Nicolas Rodriguez Bautista (Guerillaführer)

Reyes ist Sprecher und Nummer 2 der FARC (Revolutionäre Bewaffnete Kräfte Kolumbiens). Für die sich marxistisch nennende Guerilla ist die Kontrolle der Nachrichten ein zentrales Element ihres Kriegs gegen die Regierung, der bereits in den 1960er-Jahren begonnen hat. Schon beim geringsten Hinweis auf Aktivitäten der Guerilla droht dem betreffenden Medium eine Vergeltungsaktion der FARC. Das kann von Entführung bis Sabotage reichen, weshalb viele Journalisten sich gezwungen sahen, aus den umkämpften Zonen zu fliehen.

Seit 1997 haben die FARC und die ELN (Nationale Befreiungsarmee), die sich auf Che Guevara beruft und von Rodriguez Bautista geführt wird, mehr als 80 Journalisten bzw. Journalistinnen entführt oder gefangen genommen.

 

Äthiopien

Meles Zenawi (Ministerpräsident)

Zenawi steht an der Spitze eines wackligen Regimes und geht äußerst aggressiv gegen oppositionelle Medien vor. Seine Rechtfertigung lautet, er müsse sich gegen revolutionäre Kräfte zur Wehr setzen, die von unverantwortlichen und hemmungslosen Medien aufgehetzt werden. Die besonders labile Situation des Jahres 2005, als sie Opposition beträchtliche Wahlerfolge erzielte, bekamen vor allem die privaten Medien zu spüren. Als im November eine Verhaftungswelle gegen Anhänger des wichtigsten Oppositionsbündnisses begann, wurden auch mehr als ein Dutzend Herausgeber und Redakteure von Zeitungen festgenommen. Ihnen wurde Hochverrat und Genozid zur Last gelegt.

 

Iran

Mahmud Ahmadinedschad (Staatspräsident)

Der Hardliner Ahmadinedschad, ehemals führendes Mitglied der "Revolutionären Garde”, übernahm nach seinem Wahlsieg am 3. August 2005 das Amt des Präsidenten der Islamischen Republik Iran und begann umgehend, das Kulturministerium, das für die Überwachung der Presse zuständig ist, von Reformkräften zu säubern. Diese wurden durch neue Funktionäre ersetzt, die seit 1999 ihren eigenen Nachrichtendienst betrieben hatten. Dabei konnten sie völlig straffrei agieren und eigene Polizeikräfte unterhalten, die regelmäßig gegen unliebsame Intellektuelle vorging. Mehrere Minister der neuen Regierung sind ebenfalls „Revolutionsgardisten“ und hatten aktiv bei der Verfolgungskampagne von 1998 mitgewirkt, als iranische Journalisten verhaftet, gefoltert und getötet wurden.

 

Sri Lanka

Bewaffnete Milizen der Tamilen

In dem weiter schwelenden Krieg zwischen der Armee von Sri Lanka und den aufständischen Tamil Tigers (LTTE) haben mehrere tamilische Gruppen einzelne Journalisten getötet oder bedroht und Übergriffe auf Zeitungskioske oder andere Verkaufsstellen organisiert. Im Norden und Osten des Landes haben Anhänger des ehemaligen Anführers der Tamil Tigers, Oberst Karuna, Journalisten angegriffen, denen sie Sympathien mit der LTTE vorwerfen. Die tamilischen Organisationen EDP und PLOTE, die die Regierung in Colombo unterstützen, stehen vermutlich hinter der Ermordung von Dharmeratnam Sivaram („Taraki“), dem Chefredakteur der Nachrichten-Website TamilNet im Jahre 2005, und hinter dem Mord an einem Korrespondenten der Tageszeitung Sudar Oli im Januar 2006. Die Tamil Tigers sollen für den Mord an dem tamilischen Moderator des staatlichen Fernsehsenders Relangi Sevaraja verantwortlich sein.

 

 

Weiterhin stehen auf der Liste....

 

Afghanistan, Bangladesch, Irak, Pakistan: Bewaffnete islamistische Gruppen

Saudi Arabien: Abdallah Ibn Al-Saoud, König

Bangladesh: Lutfozzaman Babor, Innenminister

Bangladesh: Maoistische Partei Purbobanglar

Weißrussland: Alexander Lukaschenko, Präsident

Burma/Myanmar: Than Shwe, Staatschef

China: Hu Jintao, Präsident

Kolumbien: Nicolás Rodríguez Bautista, Guerilla-Chef

Nordkorea: Kim Jong-il, Generalsekretär Koreanische Arbeiterpartei

Elfenbeinküste: Charles Blé Goudé und die „Jungen Patrioten“

Kuba: Fidel Castro, Regierungschef und Staatspräsident

Eritrea: Issaias Afeworki, Präsident

Gambia: Yahya Jammeh, Präsident

Äquatorial-Guinea: Teodoro Obiang Nguema, Präsident

Iran: Ali Khamenei, Staatsoberhaupt

Kasachstan: Noursultan Nazarbaïev, Präsident

Laos: Khamtay Siphandone, Präsident

Maldiven: Maumoon Abdul Gayoom, Präsident

Libyen: Mouammar Kadhafi, Staatschef und Revolutionsführer

Nepal: Gyanendra Shah Dev, König

Nepal: Camarade Prachanda, Maoisten-Führer

Nigeria: Staatssicherheitsdienst (State Security Service SSS)

Usbekistan: Islam Karimov, Präsident

Pakistan: Pervez Musharraf, Präsident

Russland: Wladimir Putin, Präsident

Ruanda: Paul Kagame, Präsident

Swasiland: Mswati III, König

Syrien: Bachar el-Assad, Präsident

Turkmenistan: Separmourad Nyazov, Präsident

Tunesien: Zine el-Abidine Ben Ali, Präsident

Vietnam: Nong Duc Manh, Generalsekretär Kommunistische Partei

Simbabwe: Robert Mugabe, Präsident

 

Weitere Informationen:

Katrin Evers

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Fon +49-30-6158585 – Fax +49-30-6145649

presse@reporter-ohne-grenzen.de

www.reporter-ohne-grenzen.de