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BDZV-Präsident Sandmann mahnt zu Vorsicht bei der Kriegsberichterstattung

Bonn, 29. April 1999

 

Bei der Berichterstattung über den Krieg im Kosovo sollten die Journalisten größte Sorgfalt walten lassen, appellierte Wilhelm Sandmann, Präsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), anläßlich des Internationalen Tags der Pressefreiheit am 3. Mai. Nachrichten dürften nicht ungeprüft übernommen werden, wenn sich die Presse nicht wider Willen zum Handlanger politischer Interessen machen wolle. Berichterstatter vor Ort wie die Mitarbeiter in den Redaktionen sollten sich immer das vielzitierte Wort von der "Wahrheit" vergegenwärtigen, die "im Krieg das erste Opfer" sei.

Gleichzeitig wies der BDZV-Präsident darauf hin, daß die gegenwärtige Fokussierung auf den Krieg im Kosovo nicht darüber hinwegtäuschen dürfe, daß auch in vielen anderen Ländern dieser Erde das Recht auf Pressefreiheit bedroht oder sogar mit Füßen getreten werde. Zwei Drittel der Erdbevölkerung müßten in Ländern ohne freie Presse leben. Journalisten, Redakteure und Verleger würden auch zum Ende des 20. Jahrhunderts nur deswegen belästigt, verhaftet, tätlich angegriffen oder sogar ermordet, weil sie die Wahrheit sagten. "Publikationen werden zensiert und verboten, Verlage mit Bußgeldern belegt oder geschlossen, weil sie den Regierungen mißliebig sind."

Dagegen könnten die Deutschen, so Sandmann weiter, 1999 das 50jährige Jubiläum ihres Grundgesetzes begehen. Darin sei mit Artikel 5 das Recht auf Meinungs- und Pressefreiheit verankert. Und wenn es auch hierzulande immer wieder einmal Versuche staatlicher Autoritäten gebe, dieses Grundrecht einzuschränken, so sei Deutschland doch eines der wenigen Länder dieser Erde, in dem Meinungs- und Pressefreiheit verfassungsmäßigen Rang genießen.

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Zahlreiche Journalisten wurden 1998 eingekerkert oder ermordet

New York/Washigton (dpa) 25. März 1999

 

Mindestens 118 Journalisten haben Ende 1998 in der Welt in Gefängnissen gesessen, und 24 andere in 17 Ländern wurden im Lauf des Jahres als Vergeltung für ihre Berichterstattung ermordet. Das sind Zahlen aus dem neuen Bericht "Angriffe auf die Presse 1998", den das in New York sitzende unabhängige Komitee zum Schutz von Journalisten am Donnerstag in Washington veröffentlichte.

Das 400 Seiten starke Buch enthält Berichte zur Pressefreiheit in 118 Ländern und Berichte über mehr als 500 Angriffe, mit denen Journalisten eingeschüchtert oder zum Schweigen gebracht werden sollten. Tätliche Attacken, Verhaftungen, Zensur und ungerechtfertigte Maßnahmen der Justiz und der Sicherheitskräfte gehörten zu den bevorzugten Mitteln.

Berichtet wird über "Explosionen der Gewalt" gegen Reporter in den afrikanischen Bürgerkriegsländern Sierra Leone und Kongo (vormals Zaire) sowie über scharf einschränkende neue Pressegesetze in Jordanien und Jugoslawien. Kolumbien, wo in den letzten zehn Jahren 43 Journalisten ermordet wurden, ist das gefährlichste Land für den Berufstand.

Die Türkei hielt zum fünften Mal hintereinander den Negativ-Rekord mit 27 Journalisten im Gefängnis. Die meisten hatten über den Kurden-Konflikt berichtet. In China und Äthiopien saßen Ende des Jahres je 12 Journalisten hinter Gittern.

Immer mehr Journalisten in der Welt stünden vor der schweren Wahl, sich selbst zu zensieren oder eine Gefängnisstrafe für klare Berichterstattung zu riskieren, heißt es im Vorwort des Berichts. Das Komitee setzt sich aus prominenten Journalisten und Verlegern zusammen und ist weltweit tätig.

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117 Journalisten in 25 Ländern in Haft

Fallstudien (192 KB) zum Download als PDF-Dokument

Algerien (2)

Protestanschrift:

His Excellency Liamine Zeroual

President of the High Council of State

The Presidential Palace, El Mouradia,

Algier, Algerien

Fax: 213-2- 60 96 18

 

Djamel Fahassi, Alger Chaine III

Verhaftet am 7. Mai 1995

Fahassi, Reporter beim staatlichen französischsprachigen Radiosender Alger Chaine III und zuvor bei Al-Forquane, einem Wochenblatt der 1992 verbotenen Islamischen Befreiungsfront (FIS), wurde von staatlichen Sicherheitsbeamten verhaftet. Von amtlicher Seite wurde die Festnahme nie bestätigt. Seine Familie glaubt, daß er in einem geheimen Straflager festgehalten wird, und fürchtet um sein Leben.

Aziz Bouabdallah, Al-Alam al-Siyassi

Verhaftet am 12. April 1997

Bouabdallah, der für die arabischsprachige Tageszeitung Al-Alam al-Siyassi über islamische Gruppierungen in Algerien berichtete, wurde von drei bewaffneten Männern aus seinem Haus in Algier entführt. Die Männer, die sich als algerische Sicherheitsbeamte ausgaben, zwangen ihn, in ein wartendes Auto einzusteigen. Berichten zufolge wird er von den Behörden in einer zentralen Haftanstalt in Algier festgehalten und ist wiederholt gefoltert worden. Die Behörden leugnen jegliche Kenntnis von seiner Inhaftierung.

 

Äthiopien (12)

Protestanschrift:

His Excellency Prime Minister Meles Zenawi

Office of the Prime Minister,

Addis Ababa, Äthiopien

Fax: 251-1-552-030 (c/o Ministry of Foreign Affairs)

 

Sisay Negussie, Agere

Verhaftet im März 1997

Sisay wurde am 7. April vor Gericht gestellt und im Kerchcle-Gefängnis inhaftiert, da er keinen Bürgen für eine Kaution in Höhe von ca. 600 US $ stellen konnte. Weitere Einzelheiten zu diesem Fall sind nicht bekannt.

Samson Seyoum, Tequami und Agere

Verhaftet am 18. April 1997

Samson, vormals Chefredakteur von Agere und Tequami, wurde aufgrund von Artikeln in Agere wegen "Anstiftung zu Krieg und Verbreitung des Islamischen Fundamentalismus" zu einer Haftstrafe unbestimmter Dauer verurteilt. Vor dem ergangenen Urteilsspruch bereits inhaftiert war er nicht in der Lage, eine Kaution von ca. 730 US $ beizubringen. Samson hatte gerade eine 18monatige Gefängnisstrafe verbüßt, zu der er wegen Verleumdung aufgrund eines Artikels in Tequami im Dezember 1995 verurteilt worden war.

Sisay Agena, Ethiop

Verhaftet am 8. September 1997

Sisay, Herausgeber der Zeitung Ethiop, wurde am 8. September ohne bisher be ka n n t e Anklagegründe festgenommen und in "Region 14" inhaftiert. Am 10. September auf Kaution freigelassen, wurde er am 16 . September wieder festgenommen und in das Gefängnis der obersten Kriminalpolizeibehörde gebracht.

Tamrat Gemeda, Seife Nebelbal

Inhaftiert im Oktober 1997

Tamrat, ehemaliger Chefredakteur von Seife Nebelbal, wurde nach Erscheinen mehrerer Artikel wegen angeblicher Beziehungen zur Guerillaorganisation Oromo Liberation Front festgenommen.

Tamrat Serbessa, Wenchif

Verhaftet am 14. Oktober 1997

Tamrat, Chefredakteur der Zeitung Wenchif, wurde im Gefängnis der obersten Kriminalpolizeibehörde inhaftiert. Einer der fünf Anklagepunkte ist Verleumdung des Präsidenten Negasso Gidada. Die Anklage stützt sich auf einen Artikel in Wenchif, in dem der Präsident bei einer Veranstaltung der Oromo als betrunken bezeichnet worden war.

Tesfaye Deressa, Urjii

Solomon Nemera, Urjii

Verhaftet am 16. Oktober 1997

Tesfaye, Chefredakteur und Solomon, stellvertretender Chefredakteur der Zeitung Urjii, wurden aus einer nahe dem Büro der Zeitung gelegenen Teestube entführt. Die Journalisten wurden zuerst im Gefängnis der obersten Kriminalpolizeibehörde unter Arrest gestellt und später in ein Bezirksgefängnis der Polizei gebracht. Die gegen sie erhobene Anklage stützte sich auf einen Bericht in Urjii über den kürzlichen Mord an angeblichen Mitgliedern der Oromo-Befreiungsfront; in dem widersprüchliche Angaben zum dem Bericht der Regierungsmedien über das gleich Geschehnis gemacht worden waren.

Garoma Bekele, Urjii

Verhaftet am 27. Oktober 1997

Garoma, Herausgeber der Zeitung Urjii, wurde unter dem Verdacht, Mitglied der verbotenen Oromo-Befreiungsfront zu sein, festgenommen. Garoma ist im Gefängnis der obersten Kriminalpolizeibehörde zusammen mit anderen inhaftiert, die wegen ihrer angeblichen Verbindung zu einer Reihe von Bombenanschlägen festgehalten werden. Haftverschonung gegen Kaution wurde ihm nicht gewährt.

Fisseha Alemu, Tarik

Inhaftiert am 24. März 1998

Fisseha, Chefredakteur der amharischsprachigen unabhängigen Wochenzeitung Tarik, wurde am 24. März 1998 verhaftet. Zwar wurden behördlicherseits keine Angaben zu seiner Festnahme gemacht, doch gehen einheimische Journalisten davon aus, dass sie mit einem Artikel vom 31. Januar 1998 im Zusammenhang steht, der die Verwicklung orthodoxer äthiopischer Mönche aus der Region Tigray in den Cannabisanbau zum Gegenstand hatte.

Wondwossen Asfaw, Atkurot

Inhaftiert im April 1998

Wondwossen, Chefredakteur der nichtstaatlichen Tageszeitung Atkurot, wurde ohne besonderen Grund festgenommen. Da er die geforderte Kaution in Höhe von 10.000 Birr (etwa 2.600 DM) nicht aufbringen konnte, befindet er sich weiter in Polizeigewahrsam.

Tesfa Tegegn, Beza

Inhaftiert am 19. Juni 1998

Tesfa, vormals Chefredakteur der nichtstaatlichen Zeitung Beza, wurde ohne nähere Begründung festgenommen und in das Zentralgefängnis von Addis Abeba überführt. Es war bereits seine zweite Verhaftung im Jahr 1998. Nach der ersten Festnahme im März war er am 10. Juni gegen Kaution entlassen worden.

Tilahun Bekele, Fetash

Inhaftiert im September 1998

Tilahun, Chefredakteur von Fetash, wurde Ende September im zentralen Untersuchungsgefängnis von Ma'ekelawi in Haft genommen. Ihm wird Verleumdung des Mineralwassserunternehmens Crown vorgeworfen.


Benin (2 )

Protestanschrift:

His Excellency Matthieu Kerekou

c/o Embassy in France

87 av Victor Hugo

75016 Paris, France

 

Maurice Chabi, Les Echos du Jour

Pascal Zantou, Les Echos du Jour

Inhaftiert am 15. Dezember 1998

Chabi und Zantou, Chefredakteur bzw. Reporter der unabhängigen Tageszeitung Les Echos du Jour, wurden wegen übler Nachrede zu je sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Bildungs- und Erziehungsminister Léonard Padonou Jijoho hatte die Journalisten als Reaktion auf einen Artikel in der Zeitung vom 26. August angezeigt, in dem berichtet worden war, er habe öffentliche Gelder veruntreut.


Birma (8)

Protestanschrift:

His Excellency General Than Shwe

Prime Minister and Minister of Defence

Chairman of the State Peace and Development

Council

Ministry of Defence

Signal Pagoda Road

Yangon (Rangun) Myanmar (Birma)

 

U Win Tin

Verhaftet am 4. Juli 1989

U Win Tin, vormals Chefredakteur zweier Tageszeitungen und stellvertretender Vorsitzender des burmesischen Schriftstellerverbandes, wurde nach seiner Verhaftung zu drei Jahren Arbeitslager verurteilt. Diese Strafe wurde nachträglich noch verlängert. U Win Tin war in der studentischen Demokratiebewegung 1988 aktiv an der Erstellung unabhängiger Publikationen beteiligt und arbeitete darüber hinaus eng mit dem inhaftierten Führer der Nationalen Liga für Demokratie, Daw Aung San Suu Kyi, zusammen. Wegen des Herausschmuggelns von Briefen an den UN-Sonderbeauftragten für Menschenrechte in Myanmar, Professor Yozo Yokota, in denen U Win Tin die Zustände im Gefängnis Insein beschrieben hatte, wurde das Strafmaß am 28. März 1996 um weitere fünf Jahre erhöht. Berichten zufolge liegt U Win Tin schwer krank, vielleicht dem Tod nahe, im Allgemeinen Krankenhaus in Rangun, in das er Anfang Oktober 1997 vom Gefängnis Myingyan, einem der schlimmsten in Birma, verlegt wurde.

U Maung Maung Lay Ngwe

Verhaftet im September 1990

U Maung Lay Ngwe wurde des Verfassens und der Verbreitung von Publikationen angeklagt, die "den Respekt des Volkes vor dem Staat untergraben". Die Publikationen erschienen unter dem gemeinsamen Titel Pe-Tin-Tan.

 

U Myo Myint Nyein, What's Happening

U Sein Hlaing, What's Happening

Verhaftet im September 1990

U Myo Myint Nyein und U Sein Hlaing wurden wegen ihres Beitrags zur Planung und Veröffentlichung des satirischen Nachrichtenmagazins What's Happening festgenommen und zu sieben Jahren Haft verurteilt. Sie gehörten zu den 21 Gefangenen im Insein -Gefängnis, die wegen des Herausschmuggelns von Briefen an den UN-Sonderbeauftragten für Menschenrechte in Myanmar, Professor Yozo Yokota, in denen die Zustände in dem Gefängnis beschrieben waren, am 28. März 1996 nach dem Notstandsgesetz zu weiteren sieben Jahren Haft verurteilt wurden.

Daw San San Nwe

U Sein Hla Oo

Verhaftet am 5. August 1994

Der regimekritische Schriftsteller Daw San San Nwe und der Journalist U Sein Hla Oo wurden bei ihrer Verhaftung der Verbreitung von staatsschädigenden Informationen sowie des Kontakts mit regierungsfeindlichen Gruppen beschuldigt. Am 6. Oktober wurde Daw San San Nwe zu 10 Jahren, U Sein Hla Oo zu sieben Jahren Haft verurteilt. In der Urteilsbegründung hieß es, sie hätten "regierungsfeindliche Berichte erfunden und an ausländische Diplomaten und ausländische Radiosender verschickt sowie ausländische Journalisten aufgesucht". Es wird vermutet, daß sie im Gefängnis Insein in Rangun inhaftiert sind.

Ma Myat Mo Mo Tun

Verhaftet 1994

Ma Myat Mo Mo tun, Tochter des inhaftierten Dissidenten Daw San San Nwe, wurde 1994 verhaftet und wegen Verbreitung staatsfeindlicher Informationen zu sieben Jahren Haft verurteilt. Sie wird beschuldigt, "diffamierende Schreiben und Dokumente" veröffentlicht, Kontakte zu "illegalen" Gruppen hergestellt und regierungsfeindliche Artikel an eine Zeitschrift gesandt zu haben, die von einer im Ausland ansässigen Gruppe herausgegeben wird.

Ye Htut

Verhaftet am 27. September 1995

Ye Htut wurde bei seiner Verhaftung der Verbreitung von Falschnachrichten an burmesische Dissidenten und oppositionelle Medien im Ausland beschuldigt. Zu den Empfängerorganisationen gehörten nach angeblich eigener Aussage Ye Htuts auch das in Thailand ansässige Unternehmen Burma Information Group, bei dem der Menschenrechts-Newsletter 'The Irawaddy' verlegt wird. Ye Htut wurde zu sieben Jahren Gefängnis verurteilt.


China (10)

Protestanschrift:

Präsident Jiang Zemin

Guowuyuan

9 Xihuangcheng Genbeijic

Beijing, People's Republic of China

Fax: 86-10-6512-5810

 

Hu Liping, The Bejing Daily

Inhaftiert am 7. April 1990

Der für die Pekinger Tageszeitung The Bejing Daily tätige Hu wurde am 7. April 1990 verhaftet. In einer der wenigen Mitteilungen über seinen Fall von Seiten des chinesischen Justizministeriums im Jahr 1998 hiess es, er sei w egen "konterrevolutionärer Aufwiegelung und Propaganda" sowie "Handel mit S taatsgeheimnissen" unter Anklage gestellt worden. Am 15. August 1990 wurde Hu vom Volksgericht Peking zu 10 Jahren Freiheitsstrafe verurteilt, die er im städtischen Gefängnis von Peking verbüsst.

Zhang Yafei, Tielu

Verhaftet im September 1990

Zhang, ehemals Student der Hochschule für Kommunikation Beifang, wurde nach seiner Verhaftung wegen Verbreitung konterrevolutionärer Propaganda und Aufwiegelung vor Gericht gestellt und im März 1991 zu 11 Jahren Gefängnis verurteilt. Dazu wurden ihm für zwei Jahre nach seiner Entlassung die politischen Rechte aberkannt. Zhang hatte die nicht genehmigte Zeitschrift Tielu über das Massaker 1989 auf dem Platz des himmlischen Friedens herausgegeben.

Chen Yanbin, Tielu

Verhaftet gegen Ende 1990

Chen, ehemals Student der Universität Qinghua, wurde gegen Ende 1990 verhaftet und zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Dazu wurden ihm für vier Jahre nach seiner Entlassung die politischen Rechte aberkannt. Zusammen mit Zhang Yafei hatte er die nicht genehmigte Zeitschrift Tielu (Eiserne Tendenzen) über das Massaker auf dem Platz des himmlischen Friedens verfaßt und mehrere hundert mit einem Mimeographen hergestellte Exemplare verteilt. Die Regierung nannte die Publikation "reaktionär" und stellte Chen w egen Verbreitung konterrevolutionärer Propaganda und Aufwiegelung unter Anklage.

Liu Jingsheng, Tansuo

Angeklagt 1994

Liu, vormals Autor und Mitherausgeber des prodemokratischen Magazins Tansuo, wurde nach einem nichtöffentlichen Verfahren im Juli 1994 wegen "konterrevolutionärer" Aktivitäten zu 15 Jahren Haft verurteilt. Liu wurde im Mai 1992 verhaftet und wegen Mitgliedschaft in gewerkschaftlich organisierten und prodemokratischen Gruppen angeklagt. Nach Unterlagen des Gerichts war Liu an der Organisation und Anführung regierungsfeindlicher und prodemokratischer Aktivitäten beteiligt. Die Anklage beschuldigte ihn sowie andere wegen gleicher Vergehen angeklagte Dissidenten außerdem, im Juni 1992 verteilte Flugblätter geschrieben und gedruckt zu haben.

Wu Shishen, Nachrichtenagentur Xinhua

Verhaftet im Oktober oder November 1992

Nach seiner Verhaftung im Herbst 1992 wurde Wu, Reporter für die Nachrichtenagentur Xinhua, im August 1993 zu lebenslanger Haft verurteilt, weil er einem Journalisten aus Hongkong noch vor dem 14. Parteikongreß eine Kopie des als "Staatsgeheimnis" bezeichneten Grußwortes von Präsident Jiang Zemin zugespielt haben soll.

Bai Weiji

Verhaftet April 1993

Bai, der früher für das chinesische Außenministerium Auslandsnachrichten ausgewertet und Zusammenfassungen von Nachrichten geschrieben hatte, wurde im Mai 1993 wegen der Weitergabe von Informationen und Preisgabe von S taatsgeheimnissen an Lena Sun, eine Korrespondentin der Washington Post, zu zehn Jahren Haft verurteilt. Die eingelegte Berufung wurde im Juli 1993 zurückgewiesen.

Ma Tao, China Health Education News

Verurteilt im August 1993

Ma, Chefredakteurin der Gesundheitszeitschrift China Health Education News, wurde w egen angeblicher Mithilfe bei der Weitergabe einer Kopie des als "Staatsgeheimnis" bezeichneten Grußworts von Präsident Jiang Zemin durch den Reporter Wu Shishen von der Nachrichtenagentur Xinhua an einen Journalisten aus Hongkong zu sechs Jahren Haft verurteilt.

Khang Yuchun

Verurteilt im Dezember 1994

Khang wurde zusammen mit 16 weiteren Personen wegen Mitgliedschaft in konterrevolutionären Organisationen vor Gericht gestellt. Eine gegen ihn erhobene Anschuldigung war, daß er Personen zum Schreiben von Artikeln beauftragt und das Freiheits - Forum, die Zeitschrift der 'Chinese Progressive Alliance' gegründet habe. Im Dezember 1994 wurde er zu 12 Jahren Haft wegen der "Organisation und Anführung einer konterrevolutionären Gruppe" sowie zu weiteren sieben Jahren Haft w egen "konterrevolutionärer Propaganda" verurteilt.

Wang Ming

Verhaftet im November 1996

Wang wurde wegen des Schreibens der "Erklärungen zum Recht auf freie Meinungsäußerung" zu drei Jahren Umerziehung durch Arbeit verurteilt. Diese Erklärungen waren in einem offenen Brief an die Regierung enthalten, mit dem diese aufgefordert wurde, die Dissidenten Wei Jingsheng und Wan Dan freizulassen. Er wird in der Provinz Sichuan im Umerziehungslager Xishanping festgehalten.

Shi Binhai, China Economic Times

Inhaftiert am 5. September 1998

Shi, Redakteur des Pekinger Blattes China Economic Times, wurde am 5. September 1998 von Beamten des Ministeriums für Nationale Sicherheit in seiner Wohnung verhaftet. Das Ministerium nannte wed e r einen Grund für die Festnahme, noch teilte es Shis Familie seinen Aufenthaltsort mit. Chinesischen Quellen zufolge wurde Shi wegen seiner Arbeit an einem Buch inhaftiert, in dem er sich für Reformen ausspricht.


Demokratische Republik Kongo (2)

Adresse für Protestschreiben:

Laurent-Désiré Kabila

President of the Republic

Ngaliema, Kinshasa

Demokratische Republik Kongo

Fax: 243-88-02120 / 202-234-2609

 

Albert Bonsange Yema, L'Alarme, L'Essor Africain

Inhaftiert am 7. Februar 1998

Yema, Herausgeber der Oppositionszeitungen L' Alarme und L'Essor Africain, wurde im Zusammenhang mit einem am 7. Februar in beiden Zeitungen veröffentlichten Artikel festgenommen, in dem die Freilassung des inhaftierten Oppositionsführers Joseph Olengankov gefordert wurde. Am 1. Juni wurde Yema wegen "Gefährdung der staatlichen Sicherheit" zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Da Yema zuckerkrank ist, befindet er sich im Krankenhaus von Kinshasa in entsprechender Behandlung. Seine Verurteilung verstösst gegen das Pressegesetz des Landes, nach dem unter solchen Umständen nur zivilrechtliche Verfahren zulässig sind.

Mbakulu Pambu Diambu, Radio-television Matadi

Inhaftiert im November 1998

Diambu, Leiter der Ortsgruppe der Kongolesischen Presseunion und als Moderator beim privaten Radio- und Fernsehsender Radio-television Matadi (RTM) tätig, wurde Ende November 1998 verhaftet und in den Räumen des Nationalen Informationsamtes in Matadi festgehalten. Diambu wurde des Verstosses gegen die Staatssicherheit beschuldigt. Angeblich hatte er in einer Fernsehsendung Interviews mit Rebellenvertretern geführt.


Gabun (3)

Adresse für Protestschreiben:

His Excellency Omar Bongo

President of the Republic of Gabon

Presidential Palace

Libreville, Gabun

Fax: 233 21 664 089

 

Michel Ongoundou-Loundah, La Griffe

Raphael Ntoutoume Nkoghe, La Griffe

Pulcherie Beaumel, La Griffe

Inhaftiert am 12. August 1998

Verlagsleiter Ongoundou-Loundah, Chefredakteur Nkoghe und der Reporter Beaumel von der nichtstaatlichen Wochenzeitung La Griffe wurden zu je acht Monaten Gefängnis sowie zur Zahlung von Schadensersatz nebst Zinsen in Höhe von 3.000.000 CFA-Franc (ca. 8.700 DM) an den Generaldirektor der Fluglinie Air Gabon verurteilt. Anlass für die Verurteilung war ein Artikel über die Verwicklung der Fluggesellschaft in den Elfenbeinhandel.


Irak (1)

Protestanschrift:

President Saddam Hussein

c/o Iraqi Mission to the United Nations

14 East 79th Street,

New York, NY 10021, USA

 

Aziz al-Syed Jasim, Al-Ghad, Al-Thawra

Verhaftet am 18. April 1991

Jasim, Redakteur des Magazins Al-Ghad und ehemals Redakteur der amtlichen Tageszeitung Al-Thawra, wurde in einem Revier der Geheimpolizei in Bagdad in Gewahrsam genommen. Seither hat man nichts mehr von ihm gehört. Von Seiten der Regierung wird bestritten, daß er sich in Haft befindet. Dem Vernehmen nach hatte er vor seiner Festnahme abgelehnt, ein Buch über den irakischen Präsidenten Saddam Hussein zu schreiben. Regierungsbeamte bestreiten, daß in Haft gehalten wird.


Iran (1)

Protestanschrift:

His Excellency Mohammed Khatami

President of the Islamic Republic of Iran

The Presidency, Palestine Avenue

Azerbaijan Intersection

Teheran, Islamische Republik Iran

Fax: +98 21 640 2190

 

Morteza Firouzi, Iran News

Verhaftet am 9. November 1997

Die offizielle iranische Tageszeitung Joumhouri Islami berichtete, daß Firouzi, Chefredakteur der englischsprachigen Tageszeitung Iran News, unter der Anschuldigung, Ende 1997 Spionage betrieben zu haben, verhaftet worden sei. Vor dem Erscheinen dieser Nachricht in Joumhouri Islami, kursierten Gerüchte, daß Firouzi für mehrere Monate verschwunden sei. Es wird vermutet, daß seine Inhaftierung im Zusammenhang mit Artikeln in Iran News steht, in denen die Freilassung ausländischer Staatsangehöriger aus iranischen Gefängnissen und bessere Beziehungen zu den Vereinigten Staaten gefordert wurden.


Kamerun (1)

Protestanschrift:

His Excellency Paul Biya

President of the Republic of Cameroon

Presidential Palace

Jaunde, Kamerun

Fax: 237-221-699

 

Michel Michaut Moussala, Aurore Plus

Inhaftiert am 3. September 1998

Moussala, Herausgeber von Aurore Plus, wurde wegen Verleumdung des Generaldirektors der Nationalen Hafenbehörde und eines Vertreters der Regierungspartei RDPC zu sechs Monaten Gefängnis und einer Geldstrafe in Höhe von einer Million CFA-Franc (rund 3.000 DM) verurteilt. Darüber hinaus musste die Zeitung ihr Erscheinen für eine Dauer von sec h s Monaten einstellen. Die Anklage bezog sich auf einen Artikel in Aurore Plus vom 16. Dezember 1997.


Kuba (5)

Protestanschrift:

His Excellency Fidel Castro Ruz

President of Cuba

c/o Permanent Mission of Cuba to the United

Nations, 315 Lexington Avenue, New York, NY

10016, USA

Fax: 1-212-689-9073

 

Lorenzo Páez Nuñez, Buro de Prensa Independiente de Cuba

Verhaftet am 10. Juli 1997

Páez wurde wegen Beleidigung der Polizei zu 18 Monaten Haft verurteilt. Die Verhaftung erfolgte aufgrund seines Berichts über einen Polizeioffizier, der bei einer Erntedankfeier in Pinar del Río angeblich einen jungen Mann erschossen hatte. Er wurde nach einer eintägigen Gerichtsverhandlung, für die ihm kein Rechtshilfe gewährt wurde, verurteilt.

Bernardo Arévalo Padrón, Linea Sur 3

Gefängnishaft seit 18. November 1997

Arévalo wurde am 31. Oktober in einer nichtöffentlichen Sitzung des Gerichts von Aguada de Pasajeros zu sechs Jahren Gefängnis verurteilt. Die Anklage lautete auf "Mangel an Respekt" vor Fidel Castro und Carlos Lage, einem Mitglied der Kubanischen Staatsrates. Arévalo wurde am 18. November festgenommen und inhaftiert. Er verbüßt seine Strafe im Gefängnis in Cienfuegos, wo er zusammen mit gemeinen Kriminellen in einer schmutzigen Zelle einsitzt. Arévalos Eingabe auf Überprüfung des Urteils wurde am 28. November vom Gericht in Aguada de Pasajeros abgelehnt.

Juan Carlos Recio Martínez, CubaPress

Inhaftiert am 15. Juni 1998

Recio Martínez, Korrespondent der unabhängigen Presseagentur CubaPress in der Provinz Villa Clara, wurde aufgrund eines Vorfalls vom Herbst 19 97 festgenommen und weg e n "Handlungen gegen die Sicherheit des Staates" unter Anklage gestellt. Am 6. Februar 1998 wurde er zu einem Jahr Zwangsarbeit verurteilt. Zwar darf Recio Martínez die Produktionsgenossenschaft, in der er seine Strafe verbüsst, nach Feierabend verlassen, doch wird Zwangsarbeit als gleichbedeutend mit einer Inhaftierung betrachtet.

Manuel Antonio González Castellanos, CubaPress

Inhaftiert am 1. Oktober 1998

Beamte der Staatssicherheit verhafteten González Castellanos, Korrespondent der unabhängigen Presseagentur CubaPress, wegen "Aufwiegelung" in San Germán in der Provinz Holguín. Anlass für seine Festnahme waren kritische Bemerkungen über Präsident Fidel Castro gegenüber Beamten der Staatssicherheit, die Castellanos auf offener Strasse beleidigt hatten. Zwar steht die Verhaftungsursache nicht im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Journalist, doch wird in Kollegenkreisen davon ausgegangen, dass Castellanos von den Sicherheitsbeamten als Vergeltung für Artikel über die Tätigkeit politischer Dissidenten bewusst provoziert wurde.

Jésus Joel Díaz Hernández, Asociación de Periodistas Independientes

Inhaftiert am 18. Januar 1999

Díaz Hernandez, Geschäftsführer der Cooperativa Avile (Asociación de Periodistas Independientes (Genossenschaft unabhängiger Journalisten), wurde am Abend des 18. Januar 1999 festgenommen und bereits am nächsten Tag vor Gericht gestellt. Er wurde zu vier Jahren Haft verurteilt mit der Begründung, er habe "in klarem Widerspruch zu den Normen der sozialistischen Moral" gehandelt. Weitere Einzelheiten zu seiner Inhaftierung sind nicht bekannt, doch wird befürchtet, dass sie im Zusammenhang mit seiner Tätigkeit als Journalist steht.


Kuwait (5)

Protestanschrift:

His Highness Shaikh Sa'ad al-'Abdallah al-Sabah

Crown Prince and Prime Minister

Al-Diwan al-Amiri, Al-Safat, Kuwait

Fax: 965-243-0121

 

Ibtisam Berto Sulaiman al-Dakhil

Fawwaz Muhammad al-Awadi Bessisso

Usamah Suhail Abdallah Hussein

Abd al-Rahman Muhammad Asad al-Husseini

Ahmad Abd Mustafa

Verurteilt im Juni 1991

In Kuwait wurden fünf Journalisten wegen ihrer Tätigkeit für die irakische Besatzungszeitung Al-Nida zu lebenslangem Freiheitsentzug verurteilt. Sie wurden nach der Befreiung Kuwaits verhaftet und der Kollaboration angeklagt. Ihre Verfahren, die am 19. Mai 1991 vor einem Militärgericht begannen, entsprachen nicht den international anerkannten Rechtsregeln. Zudem liegen Meldungen vor, daß die Angeklagten während der Vernehmungen gefoltert worden seien. Die Anklage konnte ihr Argument, sie seien zur Mitarbeit gezwungen worden, nicht widerlegen. Am 16. Juni 1991 wurden die Journalisten zum Tode verurteilt. Zehn Tage später wurden alle von einem Kriegsgericht erlassenen Todesurteile in lebenslange Haftstrafen umgewandelt.


Madagaskar (2)

Adresse für Protestschreiben:

President Didier Ratsiraka

C/o Embassy of the Republic of Madagascar

2374 Massachusetts Avenue N.W.

Washington, D.C. 20008

 

Harry Rahajason, L'Express de Madagascar

Christian Chatefaux, L'Express de Madagascar

Verurteilt am 28. Dezember 1998

Chatefaux und Rahajason, Chefredakteur bzw. Reporter der Zeitung L'Express de Madagascar, wurden wegen Missachtung des Gerichts zu je drei Monaten Gefängnis verurteilt. Der Staatsanwalt der Provinz Antsirabe hatte aufgrund eines Artikels vom Juni 1997 gegen die Zeitung Anklage wegen Beleidigung eines Richters erhoben. Chatefaux wurde verurteilt, weil er die Gegendarstellung des Klägers angeblich zu spät veröffentlicht hatte.


Nigeria (2)

Protestanschrift:

His Excellency General Abdulsalami Abubakar

Chairman of the Provisional Ruling Council

and Commander in Chief of the Armed Forces

State House, Abuja,

Federal Capital Territory, Nigeria

Fax: 234-95232

 

Niran Malaolu, The Diet

Inhaftiert am 27. Dezember 1997

Niran Malaolu wurde ohne Begründung in den Räumen der Zeitung The Diet festgenommen und vor einem Militärsondergericht in Jos der Beteiligung an einem Umsturzversuch angeklagt. Am 28. April 1998 wurde Malaolu w egen "Informationsbeschaffung" und "Verwicklung in den mutmasslichen Umsturzversuch vom Dezember 1997" rechtskräftig zu lebenslangem Freiheitsentzug verurteilt. Am 10. Juli wurde die Strafe auf 15 Jahre Haft reduziert. Malaolu sitzt im Gefängnis von Katsina ein. Dem Vernehmen nach wird ihm trotz einer schweren Erkrankung jede ärztliche Hilfe verweigert.

Oscar Kangoa, Umoja

Inhaftiert am 2. Juli 1998

Kangoa, Journalist bei der Wochenzeitung Umoja, trat am 2. Juli 1998 eine Gefängnisstrafe von 12 Monaten an, zu der er am 31. Mai wegen "Verleumdung staatlicher Stellen" verurteilt worden war. Kangoa hatte in einem Artikel Kritik am Justizminister des Landes geübt. Dem Vernehmen nach durfte sich Kangoa vor Gericht nicht verteidigen. Eigenen Angaben zufolge wurde er von der Polizei misshandelt.


Peru (4)

Protestanschrift:

Su Excelencia Alberto Fujimori

Presidente de la República del Perú

Palacio de Gobierno

Lima 1, Peru

Fax: 51-14-266-779

 

Javier Tuanama Valera, Hechos

Verhaftet am 16. Oktober 1990

Tuanama, Chefredakteur des Magazins Hechos, wurde des Terrorismus' beschuldigt und am 7. November 1994 wegen angeblicher Verbindungen zur Terrorgruppe Revolutionäre B e w egung Tupac Amaru zu 10 Jahren Gefängnisverurteilt. Im April 1996 wurde er in das Gefängnis Huacariz in Cajamarca verlegt. Der Fall wird zur Zeit von der Revisionskommission überprüft.

Hermes Rivera Guerrero, Radio Oriental

Verhaftet am 8. Mai 1992

Nach seiner ersten Verhaftung im Mai 1992 wurde Rivera, Reporter von Radio Oriental, im Februar 1994 wegen angeblicher terroristischer Aktivitäten zu 20 Jahren Haft verurteilt. Am 5. September 1995 hob das Höhere Berufungsgericht die 20jährige Haftstrafe auf und ordnete ein Wiederaufnahmeverfahren an. Zu seinem Status ist nichts weiteres bekannt.

Pedro Carranza Ugaz, Radio Oriental

Verhaftet am 29. November 1993

Carranza, Journalist bei Radio Oriental, wurde am 29. November 1993 verhaftet und am 7. November 1994 wegen angeblicher Mitgliedschaft in einer Terrorgruppe zu 20 Jahren Haft verurteilt. Auch er ist im Gefängnis von Picsi in der Nähe von Chiclayo inhaftiert. Der Fall wird zur Zeit von der Revisionskommission überprüft.

Augusto Ernesto Llosa Giraldo, El Casmeno, Radio Casma

Verhaftet am 14. Februar 1995

Llosa, Chefredakteur der Zeitung El Casmeno und Reporter für Radio Casma, wurde in Casma festgenommen und wegen Beteiligung an einem Terroranschlag in Cuzco im Jahr 1986 angeklagt. In einem nichtöffentlichen Verfahren vor dem Landgericht Cuzco wurde er am 10. August zu sechs Jahren Haft verurteilt. Llosa suchte beim Höheren Berufungsgericht von Peru um Aufhebung des Urteils nach. Dem wurde entsprochen und ein Strafmaß von fünf Jahren verhängt.


Rußland (2)

Protestanschrift:

President Boris Yeltsin

The Russion Federation

Moskau, Rußland

Fax: 7-095-206-5173; 206-6277

 

Grigory Pasko, Bojewaja Vachta

Inhaftiert am 20. November 1997

Grigory Pasko, Offizier der russischen Pazifikflotte und Korrespondent der Militärzeitung Bojewaja Vachta, wurde am 20. November wegen der Weitergabe vertraulicher Informationen an ausländische Agenten festgenommen und in Wladiwostok inhaftiert. Der Vorwurf gründete sich auf mehrere seiner Artikel in Bojewaja Vachta und der japanischen Tageszeitung Asahi sowie auf Berichte des Tokioter Fernsehsenders NHK über die Umweltgefährdung, die von den verrostenden russischen Atom-U-Booten ausgeht. Den Behörden zufolge stellen die über einen Zeitraum von drei Jahren erschienenen bzw. ausgestrahlten Berichte eine Gefahr für die nationale Sicherheit Russlands dar. Am 14. Oktober 1998 begann gegen Pasko wegen Hochverrats und Weitergabe von S taatsgeheimnissen ein nichtöffentliches Verfahren. Im Fall einer Verurteilung drohen ihm bis zu 20 Jahre Gefängnis.

Altaf Galejew, Radio Titan

Inhaftiert am 27. Mai 1998

Am 27. Mai 1998 durchsuchte die Polizei in der baschkirischen Hauptstadt Ufa die Räume von Radio Titan, dem einzigen unabhängigen Radiosender in der Republik Baschkortostan. Die Beamten schlugen auf Mitarbeiter und Besucher ein, beschlagnahmten die technischen Anlagen und nahmen die gesamte Belegschaft des Senders einschliesslich Galejew, der als Geschäftsführer und Nachrichtenleiter fungiert, fest. Als Anlass für die Razzia diente die Ausstrahlung von Interviews mit drei Präsidentschaftskandidaten der Opposition, die von der Wahl ausgeschlossen worden waren. Galejew wurde festgenommen, weil er bei der Erstürmung des Senders durch die Polizei mehrere Schüsse in die Luft abgegeben hatte. Am 4. Juni wurde er wegen "Rowdytums" sowie widerrechtlichen Schusswaffengebrauchs angeklagt und in Untersuchungshaft genommen. Bei einem Schuldspruch droht Galejew eine Gefängnisstrafe von bis zu sieben Jahren.


Sierra Leone (11)

Adresse für Protestschreiben:

President Ahmed Tejan Kabbah

State House

Freetown

Sierra Leone

Fax: 232-22-225-615

 

Dennis Smith, Sierra Leone Broadcasting Service (SLBS)

Gipu Felix George, SLBS

Olivia Mensah, SLBS

Maada Maka Swaray, SLBS

William Smith, We Yome

Hilton File, WBIG-FM103

Ibrahim B. Kargbo, Citizen

Inhaftiert im Februar 1998

Nach einem vier Monate dauernden Gerichtsverfahren wurden File, George, Dennis Smith, Mensah und Kargbo am 23. August 1998 zusammen mit elf weiteren Staatsbürgern Sierra Leones wegen mutmasslicher Zusammenarbeit mit dem abgesetzten Militärregime des Landesverrats für schuldig befunden. Einen Tag später wurden die fünf Journalisten zum Tod durch den Strang verurteilt. Die fünf Verurteilten haben Berufung eingelegt. Die Urteile für Swaray und William Smith sind noch nicht gesprochen.

 

Mildred Hancile, Sierra Leone Broadcasting Service

Conrad Roy, Expo Times

Mano Mbompa Turay, Eagle

Amadu Jalloh, Liberty Voice

Inhaftiert im Februar 1998

Hancile, Roy, Turay und Jalloh, ihres Zeichens Reporterin und Produktion sassistentin bei SLBS, Redakteur der Zeitung Expo Times, Herausgeber der eingestellten Zeitung Eagle bzw. Journalistischer Leiter der Zeitung Liberty Voice, wurden unter anderem Landesverrat, Unterstützung feindlicher Kräfte sowie Verschwörung mit dem Ziel des Sturzes einer rechtmässig eingesetzten Regierung zur Last gelegt. Sie befinden sich nach wie vor in Haft.


Somalia (1)

Adresse für Protestschreiben:

Mohamed Ibrahim Egal

President of the Republic of Somaliland

State House of Somaliland

Fax: 252-213-3414

 

Hassan Said Yousuf, Jamhuria

Inhaftiert am 25. Mai 1998

Yousuf, Chefredakteur der unabhängigen Tageszeitung Jamhuria, wurde wegen "Beleidigung wichtiger Persönlichkeiten, Verbreitung von Unwahrheiten und Kritik an den Führern der Republik" festgenommen. Grund für seine Verhaftung waren über einen Zeitraum von zehn Monaten erschienene Berichte über Streitigkeiten zwischen Militär und Regierung, den Ausbruch der Rift-Valley-Krankheit und von einem islamischen Gerichtshof angeordnete Amputationen sowie ferner Bemerkungen über die Justiz.


Südkorea (2)

Adresse für Protestschreiben:

President Kim Dae Jung

The Blue House

# 1 Sejong-no

Chongno-gu

Seoul

Republik Korea

Fax: 822-770-0253

 

Ham Yun Shik, One Way

Inhaftiert am 28. Februar 1998

Ham, Verleger der Zeitschrift One Way, wurde aufgrund kritischer Artikel, die während des Präsidentschaftswahlkampfs im Jahr 19 97 erschienen waren, von der Partei des Präsidenten Kim Dae Jung wegen übler Nachrede angezeigt. Am 2. Juli wurde Ham von einem Gericht in Seoul wegen übler Nachrede zu einem Jahr Gefängnis verurteilt.

Son Chung Mu, Inside the World

Inhaftiert am 1. Juni 1998

Son, Verleger der Zeitschrift Inside the World, wurde am 1. Juni verhaftet und wegen übler Nachrede sowie Annahme von Bestechungsgeldern zwecks Verleumdung des damaligen Präsidentschaftskandidaten Kim Dae Jung während des Wahlkampfs 1997 unter Anklage gestellt. Bereits im Februar war Son wegen "Rufschädigung" angeklagt worden, durfte jedoch auf freiem Fuss bleiben. Am 23. September wurde Son der üblen Nachrede schuldig gesprochen und zu zwei Jahren Freiheitsstrafe verurteilt. Die Anklage wegen Bestechlichkeit wurde fallengelassen.


Syrien (8)

Protestanschrift:

His Excellency Hafez al-Assad,

President of the Syrian Arabic Republic

Presidential Palace, Damaskus, Syrien

 

Qaiss Darwish, Al Ka'ayda

Inhaftiert im August 1984

Darwish, Journalist der Zeitschrift Al Ka'ayda, wurde im August 1984 von Sicherheitskräften des Militärs festgenommen und später wegen angeblicher Mitgliedschaft in der Partei für Kommunistische Aktion zu 15 Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Darwish verbüsst seine Strafe im Gefängnis von Sednaya.

Faisal Allush

Verhaftet 1985

Allush, Journalist und politischer Schriftsteller, ist seit seiner Festnahme 1985 in Haft. Im Juni 1993 wurde er wegen Mitgliedschaft in der verbotenen Partei für Kommunistische Aktion zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt. Er soll im Gefängnis Sednaya inhaftiert sein.

Samir al-Hassan, Fatah al-Intifada

Verhaftet im April 1986

Al - Hassan, palästinensischer Redakteur von Fatah al-Intifada, ist seit seiner Festnahme im April 1986 in Haft. Im Juni 1994 wurde er wegen Mitgliedschaft in der Partei für Kommunistische Aktion zu 15 Jahren Gefängnis verurteilt.

Anwar Bader, Syrian Radio and Television

Verhaftet im Dezember 1986

Bader, Reporter für Syrian Radio and Television, ist seit seiner Festnahme durch die Militärpolizei im Dezember 1986 in Haft. Im März 1994 wurde er wegen Mitgliedschaft in der Partei für Kommunistische Aktion zu 12 Jahren Gefängnis verurteilt.

Marwan Mohammed, Al-Baath

Inhaftiert am 18. Oktober 1987

Mohammed, Techniker und Journalist bei Al-Baath, wurde am 18. Oktober 19 87 von Sicherheitskräften des Militärs festgenommen. Im Jahr 1993 wurde er wegen angeblicher Mitgliedschaft in der Partei für Kommunistische Aktion zu 10 Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Mohammed verbüsst seine Strafe ebenfalls im Gefängnis von Sednaya.

Nizar Nayouf, freiberuflicher Journalist

Verhaftet im Januar 1992

Nayouf, als freiberuflicher Journalist für al-Huriyya und Al-Thaqafa al-Ma'arifa tätig, wurde zusammen mit mehreren Menschenrechtsaktivisten des Komitees für die Verteidigung der demokratischen Freiheiten und der Menschenrechte in Syrien in Damaskus festgenommen. Im März verurteilte ihn das Gericht für Staatssicherheit wegen " Verbreitung von Unwahrheiten und Entgegennahme von Geldern aus dem Ausland" zu 10 Jahren Haft. Nayouf war während der Vernehmung schweren Folterungen ausgesetzt. Zur Zeit befindet er sich in Einzelhaft im Militärgefängnis von Mezze.

Salama George Kila

Verhaftet im März 1992

Nach seiner Verhaftung durch Beamte der Staatssicherheit in Damaskus wurde Kila, ein palästinensischer Schriftsteller und Journalist, im Sommer 1993 vor Gericht gestellt. Nach Angaben des Internationalen PEN in London, habe Kila "für eine jordanische Tageszeitung angeblich Artikel über Zensur in Syrien gechrieben". Das Gericht befand ihn statt eines Verbrechens eines Vergehens für schuldig. Da die Höchststrafe für Vergehen drei Jahre beträgt, wurde Kilas Freilassung für März 1995 erwartet, doch befindet er sich nach wie vor in Haft.

Nou'man Abdo, Al-Tariq

Inhaftiert 1992

Abdo, Journalist der Zeitschrift Al-Tariq (ein Organ der Kommunistischen Partei des Libanon) wurde 1992 verhaftet und im Jahr 1993 wegen angeblicher Mitgliedschaft in der Partei für Kommunistische Aktion zu 15 Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Abdo verbüsst seine Strafe im Gefängnis von Tadmour.


Togo (2)

Adresse für Protestschreiben:

His Excellency President Gnassingbe Eyadéma

Office of the President

Lomé, Togo

Fax: 228 21 20 40

 

Elias Hounkali, Le Nouveau Combat

Inhaftiert am 6. August 1998

Hounkali, Reporter der nichtstaatlichen Wochenzeitung Le Nouveau Combat, und zwei weitere Journalisten wurden aufgrund von im August 1998 erschienenen Berichten w egen "Herabwürdigung" des Präsidenten und seiner Frau festgenommen. Während seine Kollegen wieder entlassen wurden, befindet sich Hounkali weiter in Haft.

Edoh Amewouho, Le Nouveau Combat

Inhaftiert am 10. November 1998

Amewouho, Reporter der nichtstaatlichen Wochenzeitung Le Nouveau Combat, wurde im Zusammenhang mit zwei kritischen Artikeln über den Präsidenten und seine Familie festgenommen, die in der Ausgabe des 6. - 13. August erschienen waren.


Tunesien (2)

Protestanschrift:

His Excellency Zine El Abidine Ben Ali,

President of the Republic of Tunisia

Presidential Palace,

Tunis, Tunesien

Fax: 216-1-744-721

 

Hamadi Jebali, Al-Fajr

Verhaftet im Januar 1991

Jebali, Redakteur von Al-Fajr, der Wochenzeitung der verbotenen islamistischen Partei Al-Nahda, wurde am 28. August 1992 vom Militärgericht in Bouchoucha zu 16 Jahren Haft verurteilt. In dem Verfahren, in dem neben Jebali 279 weitere angebliche Angehörige von Al-Nahda vor Gericht standen, wurde er der "Aggression mit der Absicht, das Wesen des Staates zu verändern" und der "Mitgliedschaft in einer illegalen Vereinigung" für schuldig befunden. Jebali bestritt die gegen ihn erhobenen Vorwürfe und legte Beweise dafür vor, daß er während der Haft gefoltert worden war. Jebali ist seit Januar 1991 in Haft. Damals wurde er wegen eines von ihm veröffentlichten Artikels, in dem er die Abschaffung der tunesischen Militärgerichte forderte, zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Internationale Menschenrechtsverbände, die den Massenprozeß beobachteten, bezeichneten diesen als weit von den international üblichen Rechtsnormen entfernt.

Abdellah Zouari, Al-Fajr

Verhaftet im Februar 1991

Zouari, der ebenfalls Beiträge für Al-Fajr, die Wochenzeitung der verbotenen islamistischen Partei Al-Nahda, schrieb, wurde am 28. August 1992 von einem Militärgericht in Bouchoucha zu 11 Jahren Haft verurteilt. In dem Verfahren wurde er zusammen mit 279 weiteren Personen der Zugehörigkeit zu Al-Nahda beschuldigt. Er ist seit Februar 1991 in Haft. Die Anklage gegen ihn lautete auf "Verbindungen zu einer nicht an zugelassenen Organisation". Internationale Menschenrechtsverbände als Beobachter des Massenprozesses bezeichneten diesen als weit von den international üblichen Rechtsnormen entfernt.


Türkei (26)

Protestanschrift:

His Excellency Bulent Ecevit,

Prime Minister

Basbakanlik, 06573 Ankara, Türkei

Fax: 90-312-417-04-76

 

Ismail Besikçi

Verhaftet am 13. November 1993

Besikçi, ein prominenter Schriftsteller und Journalist, wurde wegen eines Artikels in der inzwischen eingestellten Tageszeitung Yeni Ülke zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Seitdem ist er wegen anderer Artikel zur Frage der kurdischen Minderheit in der inzwischen ebenfalls eingestellten Zeitung Özgür Gündem und verschiedener Bücher zu diesem Thema mehrmals verurteilt worden. Ende 1996 summierten sich die gegen ihn verhängten Gefängnisstrafen auf über 100 Jahre. Es sind noch weitere Verfahren gegen ihn anhängig.

Hasan Özgün, Özgür Gündem

Verhaftet am 9. Dezember 1993

Özgün, Korrespondent für Özgür Gündem in Diyarbakir, wurde wegen seiner Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation zu 12 Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt. Er sitzt seine Strafe derzeit im Gefängnis von Aydin ab.

Serdar Gelir, Mücadele

Verhaftet am 25. April 1994

Gelir, Leiter der inzwischen eingestellten Wochenzeitschrift Mücadele in Ankara, wurde wegen Mitgliedschaft in einer illegalen Organisation verurteilt. Nach den Gerichtsakten wurde er zu 12 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt.

Bülent Öner, Atilim

Verhaftet am 15. Juni 1995

Öner, Reporter der linksgerichteten Wochenzeitung Atilim, wurde bei einer Polizeirazzia im Mersiner Büro der Zeitung festgenommen. Später wurde er der Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation angeklagt und zu 12 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Öner verbüßt die Strafe im Gefängnis von Erzurum.

Sadik Çelik, Kurtulus

Verhaftet am 23. Dezember 1995

Çelik, Reporter und Leiter des Büros der Wochenzeitschrift Kurtulus in Ankara, wurde zu einer Haftstrafe von 12 Jahren und sechs Monaten wegen Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation verurteilt.

Ibrahim Çiçek, Atilim

Verhaftet am 15. März 1996

Çiçek, früherer Chefredakteur der linksgerichteten Wochenzeitschrift Atilim, wurde am 15. März 1996 festgenommen und wegen der Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation angeklagt. Die Strafe wurde auf mindestens 15 Jahre Haft festgesetzt.

Ayten Öztürk, Kurtulus

Verhaftet am 13. Oktober 1997

Öztürk, Herausgeberin und Redakteurin von Kurtulus, wurde wegen der Führung einer verbotenen Organisation angeklagt und zu 22 Jahren und fünf Monaten Haft verurteilt. Sie ist in der geschlossenen Strafanstalt in Ankara inhaftiert.

Die im folgenden genannten Journalisten sitzen derzeit in türkischen Gefängnissen ein. Zwischen CPJ und dem Verband türkischer Zeitungsverlage / Türkischer Presserat besteht jedoch Uneinigkeit darüber, ob die Verhaftungen auf die journalistische Arbeit der Festgenommenen zurückzuführen sind.

Sinan Yavuz, Yoksul Halkin Gücü

Verhaftet am 9. August 1993

Yavuz, Redakteur der linken Wochenzeitschrift Yoksul Halkin Gücü, wurde beschuldigt, Mitglied in einer verbotenen Vereinigung zu sein. Nach seiner Verurteilung zu 12 Jahren und sechs Monaten Haft am 29. Dezember 1994 wurde er im das Gefängnis Canakkale inhaftiert.

Hüseyin Solak, Mücadele

Verhaftet 27. Oktober 1993

Solak, Leiter des Gazianteper Büros der Wochenzeitschrift Mücadele, wurde am 24. November 1994 wegen seiner Mitgliedschaft in der verbotenen Vereinigung Dev Sol zu 12 Jahren und sechs Monaten Haft verurteile. Er sitzt im Gefängnis von Çankiri ein.

Utku Deniz Sirkeci, Tavir

Verhaftet am 6 August 1994

Sirkeci, Leiter des Büros des linksorientierten Kulturmagazins Tavir in Ankara, wurde wegen Mitgliedschaft in einer verbotenen Vereinigung zu 12 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Er sitzt in der geschlossenen Haftanstalt in Ankara ein.

Aysel Bölücek, Mücadele

Verhaftet am 11. Oktober 1994

Frau Bölücek, eine der Ankara -Korrespondenten von Mücadele, wurde fest genommen und der Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation angeklagt. Am 23. Dezember 1994 wurde sie zu einer Haftstrafe 12 Jahren und sechs Monaten verurteilt, die sie Gefängnis von Canakkale verbüßt.

Özlem Türk, Mücadele

Verhaftet am 17. Januar 1995

Türk, Reporterin für Mücadele, wurde festgenommen und wegen der Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation angeklagt. Nach den Gerichtsakten wurde sie zu 15 Jahren Haft verurteilt. Frau Türk verbüßt die Strafe im Gefängnis von Canakkale.

Baris Yildirim, Tavir

Verhaftet am 21. März 1995

Yildirim, Kolumnist des linksgerichteten Magazins Tavir, wurde wegen der Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation zu 12 Jahren und sechs Monaten Freiheitsentzug verurteilt. Er verbüßt seine Strafe im Gefängnis von Buca in Izmir.

Burhan Gardas, Mücadele

Verhaftet am 23. März 1995

Gardas, Leiter des Büros für Mücadele in Ankara, wurde wegen seiner Zugehörigkeit zu einer illegalen Organisation zu einer Haftstrafe von zweimal 15 Jahren verurteilt. Berichten zufolge verbüßt er diese Strafe aufeinanderfolgend im Gefängnis in Aydin.

Necla Can, Kurtulus

Verhaftet am 9. April 1995

Frau Can, Reporterin der linksgerichteten Wochenzeitschrift Kurtulus, wurde der Zugehörigkeit zu einer verbotenen Organisation beschuldigt und zu 12 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Sie sitzt derzeit im Gefängnis Umraniye in Istanbul ein.

Özgür Güdenoglu, Mücadele

Verhaftet am 24. Mai 1995

Güdenoglu, Leiter des Büros von Mücadele in TI ONA LES FORUM DER CHEFREDA KTEURE Konya, wurde zu 12 Jahren und sechs Monaten Haft wegen seiner Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation verurteit. Er sitzt im Gefängnis von Konya ein.

Fatma Harman, Atilim

Verhaftet am 15. Juni 1995

Frau Harman, Reporterin der linksgerichteten Wochenzeitung Atilim, wurde bei einer Polizeirazzia im Mersiner Büro der Zeitung festgenommen. Sie wurde 1996 angeklagt und zu 12 Jahren und sechs Monaten Haft verurteilt. Frau Harman verbüßt die Strafe im Gefängnis von Sakarya.

Erdal Dogan, Alinteri

Verhaftet am 10. Juli 1995

Dogan, Reporter für das Büro Ankara der Wochenzeitschrift Alinteri, wurde von der Polizei am 10. Juli 1995 festgenommen. Später wurde er wegen Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation angeklagt und zu 12 Jahren und sechs Monaten Gefängnis verurteilt, die er im Gefängnis von Bursa verbüßt.

Erhan II, Devrimci Emek

Verhaftet am 16. Februar 1996

Erhan, Reporter der Zeitschrift Devrimci Emek und von 1993 bis 1994 Chefredakteur, wurde wegen der Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation angeklagt.

Yazgül Güder Öztürk, Kurtulus

Verhaftet am 31. März 1996

Öztürk, Reporter der Zeitschrift Kurtulus, wurde wegen der Mitgliedschaft in einer illegalen Organisation verurteilt und sitzt im Gefängnis von Sagmalcilar ein.

Serpil Günes, Alinteri

Verhaftet am 7. September 1996

Güner, Herausgeber und Besitzer von Alinteri wurde wegen der Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation und der Veröffentlichung von Propaganda angeklagt. Günes ist im Gefängnis in Usak inhaftiert.

Nabi Kimran, Iscinin Yolu

Verhaftet am 9. September 1996

Kimran wurde im Zusammenhang mit seiner A r beit als Redakteur der linksgerichteten Wochenzeitschrift Iscinin Yolu inhaftiert. Die Zeitung war während seiner Dienstzeit ständigen Eingriffen der Regierung ausgesetzt. Kimran ist zur Zeit im Gefängnis in Sakarya unter der Beschuldigung der Mitgliedschaft in einer verbotenen Organisation inhaftiert.

Dogan Guzel, Özgür Gündem

Inhaftiert am 31. Juli 1998

Guzel, Karikaturist der inzwischen eingestellten prokurdischen Tageszeitung Özgür Gündem, wurde wegen Verunglimpfung des Staates und der Streitkräfte unter Anklage gestellt. Die Staatsanwaltschaft stützte sich dabei auf vier Karikaturen in Özgür Gündem zwischen Mai 1993 und Oktober 1993. Guzel wurde zu 40 Monaten Freiheitsentzug verurteilt.

Eylem Kaplan, Ülkede Gündem

Ayse Oyman, Ülkede Gündem

Inhaftiert am 18. November 1998

Kaplan und Oyman, Reporter der prokurdischen Tageszeitung Ülkede Gündem in Malatya, wurden im Rahmen einer landesweiten Razzia unter allen für das Blatt tätigen Journalisten festgenommen. Die Anklagevertretung warf ihnen die Beschaffung politischer und militärischer Informationen "unter dem Vorwand der Berichterstattung" vor. Ausserdem hätten sie Reisen in Rebellenlager unternommen, Fotos von den Aufständischen gemacht und "Interviews als Zeitungsmeldung veröffentlicht, in welchen die Mitglieder der PKK verherrlicht wurden". Das Gerichtsverfahren gegen sie hat begonnen.

Ali Kemal Sel, Ülkede Gündem

Inhaftiert am 19. November 1998

Sel, seit Dezember 1996 Büroleiter der prokurdischen Tageszeitung Ülkede Gündem in Malatya, wurde im Rahmen einer landesweiten Razzia unter den für das Blatt tätigen Journalisten festgenommen. Er wurde der Unterstützung einer kriminellen Vereinigung sowie der Beschaffung politischer und militärischer Informationen "unter dem Vorwand der Berichterstattung" und deren Weitergabe an eine kriminelle Vereinigung angeklagt. Das Gerichtsverfahren gegen Sel hat begonnen.


Usbekistan (1)

Adresse für Protestschreiben:

His Excellency Islam Karimov

President of the Republic of Uzbekistan

Taschkent

Usbekistan

Fax: 3712 395 525

 

Schadi Mardijew, Samarkand Regional Radio

Inhaftiert am 15. November 1997

Am 11. Juni 1998 wurde Schadi Mardijew, ein 62 jähriger Reporter des regionalen staatlichen Radiosenders von Samarkand, vom Bezirksgericht Syrdarija wegen Verleumdung und Erpressung zu 11 Jahren Freiheitsentzug verurteilt. Mardijew befand sich bereits seit November 1997 in Untersuchungshaft. Grund für seine Festnahme war eine Sendung vom 19. Juni 1997, in der er die Bestechlichkeit eines stellvertretenden Staatsanwalts satirisch kommentiert hatte. Dem Vernehmen nach hat sich Mardijews Gesundheitszustand in der Haft verschlechtert. Seine Berufung wurde am 3. August 1998 vom Obersten Gerichtshof abgewiesen.


Vietnam (2)

Protestanschrift:

His Excellency Le Kha Phieu,

General Secretary of the Central Committee,

Communist Party of Vietnam,

1 Hoang Van Thu,

Hanoi, Sozialistische Republik Vietnam

Fax: 84-4-259-205 oder 84-4-459-205

 

Bui Minh Quoc, Lang Biang

Inhaftiert im September 1997

Quoc, Dichter und Journalist sowie während des Vietnamkrieges Korrespondent des nord-vietnamesischen Radios, wurde in der Stadt Dalat im Süden Nordkoreas unter Hausarrest gestellt. Er war Präsident des Schriftstellerverbandes von Dalat und Herausgeber des Literatur- und Kulturmagazins Lang Biang, bevor er 1990 mit seinen demokratiefreundlichen Ideen die Aufmerksamkeit der Behörden auf sich lenkte und das Blatt verboten wurde. Der Hausarrest für Quoc wurde angeordnet, nachdem er angeblich prodemokratische Briefe in Umlauf gebracht hatte.

Nguyen Ngoc Tan

Tag der Inhaftierung nicht bekannt.

Zur Zeit der Drucklegung waren Einzelheiten ü ber Festnahme und Inhaftierung des Journalisten Nguyen Ngoc Tan nicht bekannt.

 

Quelle:

The Committee to Protect Journalists

(aktualisiert von WAN) 

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38 Journalisten im Jahr '98/99 getötet

(1. Januar 1998 - 1. März 1999)

 

Liste ermorderter Journalisten zum Download als PDF-Dokument (274 KB)

 

Folgende Journalisten wurden 1998 (1999) in Ausübung ihres Berufes ermordet.

 

Angola (1)

Simaon Roberto, 5. Juni

Simaon Roberto war als Journalist für Journal de Angola in Luanda tätig. Er wurde am 5. Juni nach der Teilnahme an einer Ministerrunde bei der Rückkehr in sein Büro erschossen. Obwohl sein Auto gestohlen wurde, liegt das Tatmotiv weiterhin im dunkeln. Es halten sich hartnäckig Vermutungen, dass die Ermordung mit seiner Reportertätigkeit im Zusammenhang steht.

 

Äthiopien (1)

Tesfaye Tadesse, 7. Juni

Tesfaye Tadesse war Rechtsanwalt, Menschenrechtsaktivist sowie Inhaber und Herausgeber der Zeitung Lubar und der Zeitschrift Mestawet. Er wurde am 7. Juni vor seinem Haus in Addis Abeba von zwei Männern mit Macheten erschlagen. Bislang konnte weder ein Tatmotiv ermittelt werden, noch sind Verhaftungen erfolgt. Es wird befürchtet, dass der Mord an Tadesse mit seiner Verlagstätigkeit im Zusammenhang steht.


Bangladesch (1)

Saiful Alam Mukul, 30. August

Saiful Alam Mukul, Herausgeber der Zeitung Dainik Runner, wurde am Abend des 30. August in der Stadt Jessore erschossen. Polizeiangaben zufolge befand sich der Journalist auf dem Heimweg, als mehrere Männer das Feuer eröffneten. Alam Mukul war sofort tot. Seine Zeitung ist für ihre kritische Haltung gegenüber Politikern und für ihre Berichte über Korruption bekannt, und vermutlich ist hier auch die Ursache für seine Ermordung zu suchen.

 

Brasilien (2)

José Carlos Mesquita, 10. März

José Carlos Mesquita, Nachrichtensprecher beim Fernsehsender Ouro Verde, wurde kurz nach der Aufzeichnung einer Folge seiner Sendung "Espaço Alberto" am 10. März von drei Unbekannten ermordet. Zwar konnte ein schlüssiges Tatmotiv nicht ermittelt werden, doch meinen viele seiner Kollegen, dass der Mord an Mesquita auf dessen häufig kritische Berichterstattung über die örtlichen Behörden und die einheimischen Unternehmen zurückzuführen sei.

Manuel Leal de Oliveira, 14. Januar

Manuel Leal de Oliveria, Herausgeber und Verleger der Zeitung A Regiao, war bekannt für seine kritische Berichterstattung über die Korruption im Süden des brasilianischen Bundesstaates Bahia. Er wurde am Abend des 14. Januar erschossen, nachdem er zuvor angeblich von mehreren Unbe kannten verfolgt worden war.


Burkina Faso (1)

Norbert Zongo, 13. Dezember

Norbert Zongo, Chefredakteur der privaten Wochenzeitung L'Indépendant und Leiter der Firma Private Press Editors' Company in Burkina Faso, kam auf einer Landstrasse vor der Hauptstadt Ouagadougou ums Leben. Die Leichen des Journalisten, seines Bruders, seines Fahrers und einer weiteren Person wurden verbrannt in ihrem Wagen aufgefunden; die rückwärtige Tür war von Kugeln durchsiebt. Norbert Zongo, der unter dem Pseudonym Henri Sebgo schrieb, war für seine scharfe Kritik an der Regierung bekannt.


Georgien (1)

Georgij Tschanija, 26. Mai

Tschanija, Korrespondent der Tageszeitung Resonants, wurde während der Berichterstattung über die Kämpfe zwischen abchasischen Rebellen und georgischen Guerillas getötet. Er ging hinter einer Guerillagruppe, als deren Lager angegriffen wurde.


Kanada (1)

Tara Singh Hayer, 18. November

Der Sikh Tara Singh Hayer wurde am Abend des 18. November in der Garage seines Hauses in Vancouver erschossen. Hayer, Verleger der Indo -Canadian Times , der grössten und ältesten Wochenzeitung in pandschabischer Sprache, war ein Kritiker des Sikh - Fundamentalismus' und seit einem Attentat im Jahr 1988 teilweise gelähmt. Die genauen Umstände der Tat sind ungeklärt, doch ist sie anscheinend den von ihm in seiner Zeitung häufig kritisierten Sikh-Fundamentalisten zuzuschreiben.


Kolumbien (6)

Oscar García Calderón, 22. Februar

Oscar García Calderón wurde kurz nach Verlassen des Verlagshauses El Espectador, für das er als Stierkampfkorrespondent tätig war, am 22. Februar in einem Vorort von Bogotá erschossen. Dass die Mörder ihm zwar seine Brieftasche, nicht aber andere Wertachen abgenommen hatten, lässt auf ein anderes Tatmotiv als Raubmord schliessen. In Kollegenkreisen ist man davon überzeugt, dass die Ermordung Calderóns mit seinen Untersuchungen über Verbindungen zwischen der Mafia und dem Stierkampf zusammenhängt.

Nelson Carvajal Carvajal, 16. April

Nelson Carvajal Carvajal, Lehrer und Radioproduzent beim Lokalsender Radio Sur in der Stadt Pitalito, wurde am 16. April beim Verlassen seiner Schule erschossen. In seinen Sendungen hatte er wiederholt Korruptionsfälle in staatlichen Behörden aufgedeckt. Es wird befürchtet, dass seine Ermordung mit seiner kritischen Berichterstattung im Zusammenhang steht.

Bernabé Cortés Valderrama, 19. Mai

Bernabé Cortés Valderrama, Fernsehreporter beim Sender Noticias CVN, wurde am Morgen des 19. Mai während der Fahrt mit einem Taxi in Cali erschossen. Der Fahrer fand ebenfalls den Tod. Das Motiv für den Mord an Cortés soll in dessen Berichten übe r Drogenhandel und Korruption staatlicher Stellen in seiner abendlichen Nachrichtensendung zu suchen sein.

Amparo Leonor Jiménez Pallares, 11. August

Jiménez war bis kurz vor ihrem Tod als Fernsehreporterin für die Sender QAP und En Vivo tätig. Als sie ihren Sohn am 11. August zur Schule brachte, wurde sie vor dem Gebäude mit drei Schüssen in den Kopf getötet. Der Täter floh auf einem Motorrad. Den Untersuchungen zufolge stellte der Mord an Jiménez einen Racheakt für eine Sendung von 1996 dar, in der sie einen ehemaligen Politiker der Beteiligung an einer Terrorkampagne gegen die Landbevölkerung bezichtigte. Ein Verdächtiger wurde festgenommen und wegen Mordes unter Anklage gestellt.

Nelson Osorio Patiño, 27. August

Der Sportjournalist Nelson Osorio Patiño wurde am Morgen des 27. August im Westteil der Hauptstadt Bogotá ermordet. Der Attentäter gab vier Schüsse auf den Journalisten ab, bevor er mit einem Komplizen auf einem Motorrad floh. Osorio war Inhaber einer Sportzeitung und sowohl als Sportreporter wie auch als Produzent bekannt. Ein Motiv für die Tat konnte die Polizei nicht ermitteln.

José Arturo Guapacha, 15. Oktober

José Arturo Guapacha, Direktor der Zeitschrift Panorama, wurde am 15. Oktober in Tuluá in der Nähe von Cali erschossen. Guapacha war 20 Jahre lang als Journalist für Rundfunk, Fernsehen und Druckmedien tätig gewesen. Ein Grund für seine Ermordung ist zwar noch nicht bekannt, doch könnte die Tat mit seiner journalistischen Tätigkeit im Zusammenhang stehen.


Mexiko (4)

Luis Mario García Rodríguez, 12. Februar

Luis Mario García Rodríguez, Reporter bei der Tageszeitung La Tarde in Mexiko-Stadt, wurde am späten Abend des 12. Februar in Colonia Guerrero erschossen. García hatte wiederholt Fälle von Korruption bei staatlichen Behörden aufgedeckt. Kurz vor seinem Tod hatte er über Verbindungen zwischen Staatsanwälten und Drogenhändlern berichtet und war von der Polizei über seine Informanten befragt worden.

Claudio Cortés García, 23. Oktober Claudio Cortés García, Journalist bei der mexikanischen Ausgabe der französischen Zeitung Le Monde Diplomatique, wurde am 23. Oktober tot auf der Rückbank eines Autos in Mexiko-Stadt aufgefunden. Er war seit dem 20. Oktober als vermisst gemeldet. Ersten Untersuchungsergebnissen zufolge war Cortés, der auch für die Tageszeitungen Reforma und El Financiero sowie für die Zeitschrift La Crísis arbeitete, erdrosselt worden. Obwohl die Hintergründe der Tat unklar sind, dürfte der Mord mit Cortés beruflicher Tätigkeit im Zusammenhang stehen.

Fernando Martínez Ochoa, 25. Oktober Fernando Martínez Ochoa, Reporter und Sprecher von Secretaría de Desarrollo Social (SEDESO) in Chihuahua, wurde am 25. Oktober in Ciudad Juárez ermordet in seinem Auto aufgefunden. Auch wenn nur wenige Einzelheiten über die Tat bekannt sind, ist zu befürchten, dass sie mit seiner journalistischen Tätigkeit im Zusammenhang steht.

Pedro Valle Hernández, 29. Oktober Der 28 Jahre alte Fernsehreporter Pedro Valle Hernández wurde am 29. Oktober in der Küstenstadt Zihuatanejo am Pazifischen Ozean ermordet. Valle, der als Korrespondent für die öffentlich-rechtliche Fernseh- und Rundfunkanstalt des Bundesstaates Guerrero tätig war, wurde in seinem Auto sitzend mit einem Genickschuss getötet. Polizeiangaben zufolge ist ein Raubüberfall weitgehend auszuschliessen, da nichts gestohlen wurde. In seinem letzten, posthum veröffentlichten Artikel konnte Valle einen Fall von Kinderprostitution aufdecken.


Nigeria (1)

Tunde Oladepo, 26. Februar

Am Morgen des 26. Februar brachen fünf Bewaffnete in das Haus von Tunde Oladepo, leitender Korrespondent der in Ogun ansässigen Zeitung The Guardian, ein und erschossen ihn vor den Augen seiner Familie. Da jedoch nichts gestohlen wurde, ist ein Raubmord ausgeschlossen.


Pakistan (1)

Lakhano Siyal, 18. Oktober

Lakhano Siyal, ein altgedienter Journalist, wurde am 18. Oktober ermordet in seinem Haus aufgefunden. Siyal war ehemals Vizepräsident des Presseclubs Hyderaba d sowie als Reporter für die Tageszeitungen Aftab und Ibrat tätig. Ersten Untersuchungsergebnissen zufolge wurde er zunächst geknebelt und dann mit einer scharfkantigen Waffe getötet. Auf einer Gedenkfeier pakistanischer Journalisten wurde der Mordanschlag als "Bedrohung der Rede- und Meinungsfreiheit" beschrieben. Die Polizei hat 13 Tatverdächtige festgenommen.


Peru (2)

Isabel Chumpitaz Panta und

José Amaya Jacinto, 6. April

Die Eheleute Isabel Chumpitaz Panta und José Amaya Jacinto waren als Produzentin bzw. Journalist für den Radiosender Radio Satélite tätig. Am Abend des 6. April wurden sie von mehreren Bewaffneten, die in ihr Haus eingedrungen waren, getötet. Frau Chumpitaz ' Bruder Walter, der ebenfalls als Produzent für Radio Satélite arbeitet, wurde mit einem Messer schwer verletzt, ihre Mutter zusammengeschlagen. Anschliessend versuchten die Täter noch, ihre Schwester zu vergewaltigen. Die Polizei hat mehrere Verdächtige festgenommen.


Philippinen (1)

Rey Bancayrin, 30. März

Rey Bancayrin, Sprecher beim Radiosender DXLL in der Stadt Zamboanga, wurde am 30. März mitten in einer Sendung von zwei Unbekannten ermordet, die sich Zugang zum Studio verschafft hatten und den kritischen Journalisten mit drei Schüssen töteten. Die Täter konnten entkommen. Dem Vernehmen nach wurde Bancayrin umgebracht, weil er über Korruption in staatlichen Behörden und Drogenhandel berichtet hatte.


Republik Kongo (1)

Fabien Fortune Bitoumbo, 29. August

Fabien Fortune Bitoumbo, Journalist beim unabhängigen Radiosender Radio Liberté und ehemals Chefredakteur von La Rue Meurt, wurde am 29. August von Mitgliedern einer Miliz erschossen. Zuvor war Bitoumbo bei der Berichterstattung über den Besuch eines Ministers in der Stadt Mindouli entführt worden.


Russland (2)

Larisa Yudina, 8. Juni

Larisa Yudina, Herausgeberin der unabhängigen Zeitung Sovietskaya Kalmykia Today, wurde am 8. Juni in einem Vorort von Elista, der Hauptstadt der Russischen Republik Kalmykia, tot aufgefunden. Ihre Leiche wies mehrere Stichwunden und einen Schädelbruch auf. Als Herausgeberin der einzigen unabhängigen Zeitung der Republik hatte Yudina mehrfach Drohungen erhalten, weil sie über Korruptionsfälle berichtet und den millionenschweren Präsidenten Kirsa n Iljumschinow kritisiert hatte. Bislang befinden sich drei Verdächtige in Polizeigewahrsam.

Anatoli Levin-Utkin, 24. August

Anatoli Levin-Utkin, stellvertretender Chefredakteur bei Yuriditschesky Petersburg Segodnia, wurde am 20. August in St. Petersburg auf dem Nachhauseweg von zwei Männern angegriffen und bewusstlos geschlagen. Seine Aktenmappe mit Unterlagen für die nächste Ausgabe der Zeitung sowie eine Fotoausrüstung wurden gestohlen. Levin-Utkin erlag am 24. August seinen Verletzungen. Yuridetschesky Petersburg Segodnia hatte mehrere Artikel über Korruption im Bankwesen veröffentlicht. Nach Auffassung von Kollegen des Journalisten steht sein Tod unmittelbar damit im Zusammenhang.


Sierra Leone (1)

Edward Smith, 13. April Der BBC-Reporter Edward Smith kam am 13.

April bei einem Rebellenangriff auf einen Konvoi der afrikanischen Friedenstruppen im Ort Kono ums Leben. Vor seiner Tätigkeit für die BBC hatte Smith als Reporter für die unabhängige sierraleonische Zeitung Vision und als Herausgeber von The Storm gearbeitet.


Thailand (1)

Sayomchai Vijitwittayapong, 10. Januar

Sayomchai Vijitwitt ayapong, Reporter der Zeitung Matichon im Ort Phichit im Zentrum Thailands, wurde am 10. Januar erschossen in seinem Auto aufgefunden. Dem Vernehmen nach hatte er sich mit einem unbekannten Informanten treffen wollen. Es war bekannt, dass Vijitwittayapong Korruptionsfälle bei der Erschliessung von Baugrundstücken untersuchte. Darüber hinaus hatte er angeblich Bestechungsversuche, die ihn zur Einstellung seiner Ermittlungen bewegen sollten, zurückgewiesen.

 

Folgende Journalisten wurden 1999 (1998) in Ausübung ihres Berufes ermordet.

 


Indien (1)

Shivani Bhatnagar, 23. Januar

Shivani Bhatnagar, Sonderkorrespondentin für die englischsprachige Tageszeitung «The Indian Express" , wurde am 23. Januar in ihrer Wohnung in Delhi erdrosselt. Ausserdem wies ihre Leiche mehrere Stichwunden auf. Frau Bhatnagar hatte sich mit ihrem drei Monate alten Sohn, der unversehrt blieb, allein zu Hause aufgehalten. Anzeichen für ein gewaltsames Eindringen in die Wohnung gab es nicht. Möglicherweise wollten die Mörder von Shivani Bhatnagar Belastungsmaterial verschwinden lassen.


Serbien (1)

Enver Maloku, 11. Januar

Enver Maloku, Leiter des Informationszentrums der albanischen Minderheit im Kosovo, wurde am 11. Januar von Unbekannten in Pristina erschossen. Bereits im Juli 1998 war Maloku Ziel eines Mordversuchs gewesen, hatte diesen aber unverletzt überlebt. Das Informationszentrum im Kosovo unterstützt eine gemässigte politische Splittergruppe.


Sierra Leone (8)

Dominick Kabba Kargbo, Januar

Dominick Kabba Kargbo, stellvertretender Herausgeber der unabhängigen Zeitung «Pathfinder", verschwand in der Nähe von Freetown. Es wird befürchtet, dass er den Tod gefunden hat. Nach einem Bericht über einen Rebellenangriff auf die Hauptstadt für die britische BBC Ende Dezember wurde Dominick Kabba Kargbo «zu seinem eigenen Schutz" in Polizeigewahrsam genommen. Vermutlich wurde er später von Rebellen gefangengenommen und ermordet.

James Ogogo, Januar

Der nigerianische Journalist James Ogogo wurde während des Rebellenangriffs auf Freetown als vermisst gemeldet. Sein Tod wurde inzwischen zwar bestätigt, doch sind die Einzelheiten seiner Ermordung nicht bekannt.

Jenner Cole, 9. Januar

Jenner "J. C." Cole wurde am 9. Januar von Angehörigen der Revolutionären Einheitsfront aus seinem Haus in der Innenstadt von Freetown verschleppt. Auf der Fahrt zu einem Rebellenlager im Osten der Hauptstadt töteten sie Cole vor den Augen seiner Verlobten mit einem Kopfschuss. Als Freunde von Cole dessen Leichnam von der Strasse bergen wollten, wurden sie von den Rebellen daran gehindert.

Michael Charlie Hinga, 9. Januar

Der für den staatlichen Rundfunksender SLBS tätige Journalist Michael Charlie Hinga wurde von Rebellen der Vereinten Revolutionären Front aus seinem Haus in Freetown verschleppt und wird nach wie vor vermisst. Es steht zu vermuten, dass er nicht mehr lebt.

Mohammed Kamara, 9. Januar

Mohammed Kamara vom Fernsehsender SKY-FM, der über die 1998 eingeleiteten Hochverratsprozesse berichtete, wurde am 9. Januar in der Innenstadt der Hauptstadt Freetown von Rebellen der Revolutionären Einheitsfront (RUF) erschossen. Berichten zufolge verfügten die Milizangehörigen über eine "Abschussliste" mit Journalisten.

Paul Mansaray, 9. Januar

Paul Mansaray, stellvertretender Herausgeber der «Standard Times", wurde mitsamt seiner Familie von Rebellen der Vereinten Revolutionären Front in seinem Haus im Ostteil Freetowns ermordet. Die Aufständischen drangen in das Haus ein und beschimpften Mansaray wegen seiner journalistischen Arbeit. Dann verliessen sie das Gebäude, steckten es in Brand und schossen auf die vom Feuer eingeschlossene Familie. Mansaray, seine Frau und ihre zwei kleinen Kinder kamen in den Flammen um.

Myles Tierney, 10. Januar

Myles Tierney, für die Nachrichtenagentur Associated Press tätiger amerikanischer Kameramann, wurde am 10. Januar in Freetown erschossen. Er befand sich zusammen mit anderen Journalisten in einem Konvoi der afrikanischen Friedenstruppen, als dieser von Rebellen angegriffen wurde.

Munir Turay, zwischen dem 9. und 15. Januar

Munir Turay, freiberuflicher Journalist für «Punch", «Daily Mail" und den Radiosender SLBS, wurde an einem nicht näher bekannten Tag zwischen dem 9. und 15. Januar in Freetown ermordet. Die genauen Umstände seines Todes sind zwar nicht bekannt, doch Kollegen zufolge wurde er hinterrücks erschossen.

 

 

Quellen:

Committee to Protect Journalists

(International Press Institute, Reporters Sans

Frontières, Glasnost Defence Foundation, IFEX)