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Die Nationalversammlung ist eröffnet: Ein Meer von schwarz-rot-goldenen Fahnen

Frankfurt am Main. Schwarz-rot-goldene Fahnen, soweit das Auge reicht, Glockengeläut, Böllerschüsse, Hochrufe der Bürger am Straßenrand: 350 freigewählte Abgeordnete aus allen Regionen des Deutschen Bundes ziehen geschlossen zur Paulskirche, um die "verfassunggebende deutsche Reichs-Versammlung" feierlich zu eröffnen. 2000 Zuschauer verfolgen an diesem 18. Mai 1848 von den hinteren Bankreihen und den Emporen die erste Sitzung der Nationalversammlung. Der Enthusiasmus, der die Eröffnung der Versammlung in der Paulskirche begleitet, gibt den Abgeordneten das Selbstbewußtsein, mit dem sie die Weichenstellungen der nächsten Wochen und Monate angehen.

Am 1. Mai hätte die Nationalversammlung beginnen sollen, doch so schnell konnten viele Länder die kurzfristig angesetzten Wahlen nicht organisieren. Tag um Tag treffen neue, eben gewählte Volksvertreter ein. Die Eröffnung wird angesetzt, als eine Mehrheit der vom Gesetz vorgesehenen 649 Mitglieder in Frankfurt ist. Tatsächlich wird diese Zahl niemals erreicht, schon wegen des Wahlboykotts in Böhmen und Mähren.

Dreizehn Monate liegen vor dem ersten freigewählten deutschen Parlament bis zu seinem unrühmlichen Ende in Stuttgart, wohin der klägliche Rest der Abgeordneten angesichts der unhaltbaren Situation in Frankfurt ausweichen wird. Dazwischen gibt es stolze Momente kraftvollen Handelns wie die Errichtung einer provisorischen Zentralgewalt mit der Wahl eines Reichsverwesers, des Habsburger Erzherzogs Johann. Es gab Wochen erbitterter Debatten über den Krieg mit Dänemark wegen Schleswig und Holstein oder über die Eingliederung Deutsch-Posen und solche ruhiger, intellektueller Erörterungen der Grundrechte und eines sinnvollen Staatsaufbaus, bei dem sich die Mehrheit im Wunsch nach einer konstitutionellen Monarchie einig war. Es gab hart umkämpfte Entscheidungen wie die, daß der habsburgische Staat nicht in einen deutschen Nationalstaat integriert werden könnte und somit Preußen die Führung innehaben müßte.

Es ist müßig zu spekulieren, ob der Aufbau einer wirklichen Machtbasis, etwa einer Volksarmee, möglich gewesen wäre. Die Mehrheit der Männer in der Paulskirche waren liberale Verfechter des Ausgleichs, keine Revolutionäre. Die alten Mächte entscheidend zu schwächen, gelang ihnen am Ende nicht.

 

Die Ideen von 1848

Die Revolution von 1848 war einer der seltenen Augenblicke der deutschen Geschichte, in denen die Massen in Bewegung gerieten und etwas bewegten. In den Redeschlachten der Paulskirche scheint ein freiheitliches, parlamentarisch regiertes, gleichwohl konstitutionelles Deutschland auf - ein Deutschland ohne Österreich. Dieser Staat hätte eine Chance haben können, und es gehört wenig Phantasie dazu, sich vorzustellen, daß die folgenden 100 Jahre deutscher Geschichte hätten anders verlaufen können. Der preußische König hat den Traum eines freiheitlichen Deutschlands erst einmal zerstört: Die Kaiserkrone aus den Händen von gewählten Volksvertretern - das war ihm unvorstellbar. Trotz ihres schließlichen Scheiterns eröffnete die Paulskirche den Ausblick auf eine von politischer Freiheit, unveräußerlichen Menschenrechten und sozialer Gleichheit bestimmten Ordnung. Und die Erinnerung daran war auch durch die Bismarcksche Reichsgründung von oben nicht aus der Welt zu schaffen. Die Ideen von 1848 erwiesen sich als mächtiger.

Michael Bechtel

 

Die Paulskirche

Das zwei Meter hohe Gemälde einer Germania verdeckt die Orgel, den Altar verbirgt ein Vorhang, die Kanzel ist in eine Rednertribüne verwandelt. Das runde Schiff der größten Kirche Frankfurts begrenzen hohe Säulen: In ihrem Rund sitzen die Abgeordneten, zwischen den Säulen die Zeitungsreporter. Dahinter stehen wie in einem Amphitheater aufsteigende Sitzreihen, auf der linken Seite gibt es eine Damenloge, rechts ist Platz für hohe Herren und Diplomaten mit Einlaßkarten. Normales Volk kann von der Empore aus die Debatten verfolgen.

 

Weder Professorenparlament noch Schwatzbude

Beamte gaben schon in der Paulskirche den Ton an

Bei den Beratungen der Nationalversammlung sind im Schnitt 400 bis 450 Abgeordnete zugegen. Bei wichtigen Abstimmungen wie der Wahl des Reichsverwesers, der Verabschiedung der Reichsverfassung oder auch der Kaiserwahl zählte man rund 540 Volksvertreter. Stellvertreter und Nachrücker mitgerechnet, haben in der Paulskirche zwischen Mai 1848 und Juni 1849 genau 809 Abgeordnete mitgewirkt.

Sozial kommen diese Männer - Frauen sind nicht vertreten - weitgehend aus dem Bürgertum: Konfessionell sind die Protestanten mit fast 55 Prozent in der Mehrheit, während sie in der Bevölkerung nur 46,8 Prozent ausmachen. Der Anteil des Adels liegt bei gut 10 Prozent, der der Landwirte bei 6,4 Prozent. Kleinbürgerliche Schichten wie Handwerker und Kleinhändler sind praktisch nicht vertreten. Und natürlich ist kein einziger Arbeiter darunter.

Nicht viel anders als heutzutage ist die Mehrheit der Parlamentarier (56,2 Prozent) im Staatsdienst. Rund ein Drittel sind Ministerialbeamte, Verwaltungsbeamte oder Kommunalbeamte, ein weiteres Drittel Richter oder Staatsanwälte. Für die Aufgabe, eine Verfassung auszuarbeiten, war die Fülle juristischer und verwaltungspraktischer Fachkenntnisse sicher nützlich. Hochschul- oder Schullehrer, Notare und Anwälte, Geistliche, Ärzte, Journalisten und Schriftsteller sind überproportional vertreten, Kaufleute, Bankiers und Fabrikanten nur spärlich. Schließlich mußte jeder, der für ein Mandat in Frankfurt am Main kandidierte, lange Zeit abkömmlich sein. Selbst wenn man vor der Wahl nicht mit einer so langen Tagungsdauer gerechnet hatte, konnten sich das Kaufleute, Fabrikbesitzer oder Handwerksmeister nicht leisten.

Schon die Zeitgenossen, vor allem linke Kritiker der Nationalversammlung, haben über das "Professorenparlament" gespottet: Weltfremd und detailverliebt werde endlos debattiert, die großen Fragen und Entscheidungen der Zeit würden zerredet. Solche Kritik wird aber weder der Zusammensetzung noch der Arbeit des Paulskirchen-Parlaments gerecht. Gewiß gibt das Bildungsbürgertum den Ton an. Über 87 Prozent der Abgeordneten haben einen Universitätsabschluß.

Sehr klein war damals noch der Kreis der Berufspolitiker. Dazu kann man beispielsweise die führenden badischen Liberalen und Radikalen zählen. Es sind Männer, die wie der ehemalige Kaufmann Bassermann oder der frühere Richter Itzstein ihren Beruf aufgegeben haben, um sich ganz der Politik zu widmen, oder wie die Rechtsanwälte Hecker und Soiron oder die Journalisten Mathy und Struve, die Politik und Beruf eng zu verbinden verstanden.

Doch der Beruf spielt in der parlamentarischen Arbeit eine geringe Rolle, geht es doch nicht um ständische Vertretung, sondern um das Ideal der freien Repräsentation. Unter ganz anderen Kriterien finden die Abgeordneten zueinander - nach politischer Überzeugung und landsmannschaftlicher Zugehörigkeit.

 

Hauptstadt Frankfurt

Über Jahrhunderte war Frankfurt am Main Ort der Kaiserwahl und der Krönungszeremonien gewesen. Auch nach dem Untergang des Heiligen Römischen Reiches übte die Stadt als Sitz des Bundestages wichtige Funktionen eines politischen Zentrums aus. Allerdings lag die politische Macht im Deutschen Bund in den Hauptstädten der Bundesstaaten, vor allem in Wien und Berlin, außerdem bei den einzelstaatlichen Dynastien und deren adligen und bürokratischen Eliten. Die revolutionäre Bewegung war angetreten, den alten Mächten ein neues Zentrum überzuordnen, der neu zu schaffenden Nation eine Mitte zu geben. Für Frankfurt sprach da nicht allein die äußerliche Anknüpfung an die zentralen Bundesinstitutionen, sondern auch eine innere politische Logik. Als freie, von den alten Mächten unabhängige Stadt, als politisches Modell einer sich selbst verwaltenden Bürgergemeinde und als Stadt eines wirtschaftlich mächtigen und politisch liberal orientierten Bürgertums schien Frankfurt am Main die neue Ordnung in idealer Weise zu verkörpern.

 

Die Nationalversammlung organisiert sich

Die Abgeordneten der Paulskirche reisten als politische Individuen nach Frankfurt - gewählt als prominente Persönlichkeiten der Region, nicht als Vertreter einer Partei oder eines politischen Programms. Das blieb nicht lange so. Die Fraktionsbildung setzte schon in den ersten Beratungen über das politische Selbstverständnis der Nationalversammlung und den Umfang ihrer Aufgaben und Kompetenzen ein. Ging es nur darum, wie es der Bundestag am 30. März formuliert hatte, "zwischen den Regierungen und dem Volke das deutsche Verfassungswerk zustande zu bringen?" Oder mußte, wie es das Vorparlament im Sinne der Volkssouveränität verlangt hatte, "die Beschlußnahme über die künftige Verfassung Deutschlands einzig und allein dieser vom Volke zu erwählenden constituirenden Nationalversammlung" überlassen bleiben?

Schon Ende Juni hatten sich Fraktionen mit förmlicher Mitgliedschaft und schriftlich niedergelegten Programmen, internen Vorberatungen und sogar einer Art Fraktionszwang gebildet. Sie benannten sich nach ihren Versammlungslokalen. Doch eine bedeutende Minderheit der Abgeordneten, etwa ein Viertel bis ein Drittel, blieb fraktionslos. Doppelmitgliedschaften kamen vor, Fraktionswechsel waren an der Tagesordnung. Besonders im Zusammenhang mit großen politischen Debatten und Entscheidungen kam es zu Abspaltungen und Neubildungen von Fraktionen.

Die ausgeprägt Konservativen auf der Rechten und Teile der äußersten Linken, etwa die sozialistische Arbeiterbewegung, waren in Frankfurt nicht vertreten. Den Ton gab die liberale Mitte an, die sich in einen rechten und linken Flügel aufteilte.

Die mit etwa 120 Abgeordneten aus ganz Deutschland größte Fraktion war in der rechten Mitte das Casino, benannt nach dem Tagungsort, der Frankfurter Casinogesellschaft, einem vornehmen geselligen Verein. Politisch verband seine Mitglieder das Bekenntnis zur konstitutionellen Monarchie und der Wunsch, zu einem Kompromiß mit den Monarchen und Regierungen zu kommen. Führende Köpfe waren gemäßigte südwestdeutsche Liberale wie Bassermann und Mathy, rheinische Unternehmer wie Beckerath und Mevissen und norddeutsche Professoren wie Dahlmann und Droysen. Mit Heinrich von Gagern stellte das Casino den einflußreichen Präsidenten der Nationalversammlung. In der Reichsexekutive war das Casino stark vertreten und im Verfassungsausschuß besetzte es mehr als die Hälfte der Sitze.

Die etwa 100 Mann starke linke Mitte tagte im Württemberger Hof, wo besonders viele süd- und mitteldeutsche Abgeordnete aus- und eingingen. Sie pochten auf die Souveränität der Nationalversammlung und wollten eine freiheitlich-demokratische Verfassung mit allgemeinem Wahlrecht. Rechte und linke Mitte konnten sich zusammen mit fraktionslosen Abgeordneten bei allen wichtigen Abstimmungen durchsetzen. Sie bestimmten im März 1849 die Entscheidung für die Reichsverfassung und die kleindeutsche Lösung.

Die Linken, etwa 100 bis 140 Abgeordnete vor allem aus Sachsen, der Pfalz und Baden, trennte ihr entschiedenes Bekenntnis zur Republik von dieser Mehrheit. Sie bildet zwei Fraktionen: Der gemäßigte Flügel traf sich im Deutschen Hof; unter Führung Robert Blums und des Gießener Naturwissenschaftlers Karl Vogt setzte er auf parlamentarische Lösungen und suchte immer wieder den Kompromiß mit der Mitte. Der Donnersberg, die äußerste Linke der Paulskirche, drängte auf gewaltsame revolutionäre Aktion.

Die rund 40 Abgeordneten der Rechten wollten die bestehende, föderalistisch gegliederte und monarchisch regierte Kleinstaatenwelt bewahren. Ihr Treffpunkt war zunächst das Steinerne Haus, dann das Café Milani. Diese Abgeordneten kamen überwiegend aus Preußen, aus Bayern und aus Österreich.

 

Der Präsident

19. Mai 1848: Auf der Tagesordnung steht die Wahl des Versammlungspräsidenten. Von 397 Stimmen entfallen 305 auf den hessisch-darmstädtischen Staatsminister Heinrich von Gagern, 85 auf Alexander von Soiron, der den Fünziger-Ausschuß des Vorparlaments geleitet hatte. Stürmischer Beifall begleitet die Bekanntgabe des Ergebnisses. Alterspräsident Friedrich Lang erklärt, seinen Stuhl keinem Würdigeren überlassen zu können. Heinrich von Gagern nimmt, bewegt vom überwältigenden Vertrauensbeweis, den Präsidentenstuhl ein. Feierlich gelobt er, daß die Interessen des ganzen deutschen Volkes ihm über alles gehen, daß sie die Richtschnur seines Betragens sein würden, solange ein Blutstropfen in seinen Adern rinne. Dann fügt er hinzu: "Wir haben die größte Aufgabe zu erfüllen. Wir sollen schaffen eine Verfassung für Deutschland, für das gesamte Reich. Der Beruf und die Vollmacht zu dieser Schaffung, sie liegen in der Souveränität der Nation." Als Politiker der rechten Mitte wird Gagern ein von allen Fraktionen respektierter Mann des Ausgleichs sein.

 

Bürgerwehr gegen preußische Soldaten:

Vier Tote in Mainz und die Nationalversammlung

In der Bundesfestung Mainz kam es am 21. Mai 1848 zu einem blutigen Zwischenfall. Reibungen zwischen den preußischen Soldaten und der Bürgergarde endeten in einem Zusammenstoß. Vier Soldaten wurden getötet und 25 verwundet. Auch zahlreiche Mainzer, meist Angehörige der Bürgerwehr, wurden verletzt. Die Schuldfrage war nicht eindeutig zu klären: Offenbar hatten die Soldaten Beschimpfungen durch einzelne Bürger mit Gewalt beantwortet und waren dann in eine Schießerei mit der Bürgerwehr verwickelt worden. Der preußische und der österreichische Militärkommandant der Bundesfestung drohten die Beschießung der Stadt an, falls nicht binnen zwei Stunden die Bürgerwehr aufgelöst und alle Waffen abgeliefert würden. Die Stadt Mainz beugte sich - was blieb ihr übrig?

Der Mainzer Abgeordnete Franz Heinrich Zitz, selber Chef der Bürgergarde in Mainz, brachte den Konflikt vor die Nationalversammlung: Sie solle unverzüglich eingreifen und dafür sorgen, daß die preußischen Truppen aus der Stadt zurückgezogen und die Maßnahmen gegen die Stadt Mainz zurückgenommen würden.

 

Die Preußen kämpfen für Deutschland

Die Verlegenheit war groß. Wenn die Verantwortung in erster Linie das preußische Militär traf, wie Zitz behauptete, erschien eine Intervention zugunsten der Stadt Mainz der Sache nach gerechtfertigt: Übergriffe des Militärs gegen die Bürger konnte man nicht hinnehmen. Aber die Schuld war nicht eindeutig zuzumessen, wie auch Robert Blum als Sprecher der Linken anerkannte. Gleichwohl forderte er den Abzug oder die Auswechslung der preußischen Truppen.

Die Mehrheit der Abgeordneten wollte einer Stellungnahme aus dem Wege gehen, weil ihr Votum zugunsten der Bürgerwehr als Option für die Weiterführung der Revolution hätte gedeutet werden können. Auch widerstrebte den gemäßigten Abgeordneten jeder Eingriff in die Angelegenheiten der Exekutive. Sie fürchteten, die Nationalversammlung könne sich in einen Vollzugsausschuß verwandeln, der kraft revolutionären Rechts die Befugnisse der Regierungen an sich ziehen könnte.

So fand sich keine Mehrheit dafür, die revolutionäre Bewegung im Lande gegen die Streitkräfte der traditionellen Mächte zu unterstützen. Die Nationalversammlung ließ den Militärbehörden freie Hand, die Bürgerwehr zu maßregeln. Über die Befürchtung, daß dies revolutionsfeindliche Bestrebungen innerhalb der Armee ermutigen könnte, ging man hinweg. Dies hing nicht zuletzt damit zusammen, daß die preußischen Truppen gerade wegen der Zukunft Schleswigs in einen Krieg gegen Dänemark verwickelt waren, den die Nationalversammlung als einen im Interesse der Nation geführten Krieg ansah. In der Debatte hieß es dann auch, daß man deshalb die preußische Armee keinesfalls desavouieren dürfe.

 

Recherche-Tips

Vielerorts wurden um 1848 politische Witzblätter gegründet (zum Beispiel "Kladderadatsch", 7. Mai 1948, "Fliegende Blätter", München 1847). Sie haben das politische Geschehen mit äußerst spitzer Feder aufs Korn genommen und sind als Quellen und zur Bebilderung (!) wahre Fundgruben (einzusehen in Staatsbibliotheken und zeitungswissenschaftlichen Instituten).

In dieser Zeit gab es wegen gelockerter Zensurgesetze überhaupt viele Zeitungsneugründungen, die oftmals schon nach kurzer Zeit - aufgrund der erneut veränderten Verhältnisse - wieder eingestellt werden mußten. Wer eine solche "Eintagsfliege" im Archiv findet, hat einen Volltreffer gelandet.

Die Berichterstattung in den Zeitungen über die Versammlung in der Paulskirche ist sehr ausführlich gewesen. Die Außenstelle Frankfurt/M. des Bundesarchivs kann in vielen speziellen Fragen zum Thema 1848 weiterhelfen; dort sind die Dokumente des Paulskirchen-Parlaments aufbewahrt. Für allgemeine Informationen kann die Internet-Adresse http://www.revolution1848-1849.de weiterhelfen.

Susanne Hermanski, Süddeutsche Zeitung

 

Weiterführende Literatur:

  • Dieter Langewiesche (Hrsg.), Die deutsche Revolution von 1848/49. Darmstadt 1983.
  • Wolfgang J. Mommsen: 1848. Die ungewollte Revolution. Frankfurt/Main 1998
  • Wolfram Siemann, Die deutsche Revolution von 1848/49. Frankfurt am Main 1985.
  • Rudolf Stadelmann, Soziale und politische Geschichte der Revolution von 1848. 2. Aufl. München 1970.
  • Günter Wollstein, Deutsche Geschichte 1848/49. Gescheiterte Revolution in Mitteleuropa. Stuttgart u.a.1986.