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Preußen hat gewählt: Wahlskandal in Odenthal

"Schluß mit der Wahl!" - Bürgermeister Fritzen pocht auf seine Autorität als Wahlkommissar, und der amtliche Stimmenzähler, Pfarrer Müseler, ist ganz seiner Meinung. Ohrenbetäubender Lärm, doch der wütende Protest der rund 300 Bürger stört die Honoratioren nicht. Er werde eine Unterteilung des Wahlbezirks Odenthal in mehrere Distrikte vornehmen, verkündet Fritzen, weil es zu viele Wähler seien. Ein offensichtlicher Vorwand, denn nach dem geltenden Wahlgesetz erfordert die Zahl von 298 Stimmberechtigten keine Aufteilung des Wahlvorgangs. Der wahre Grund liegt auf der Hand: Bürgermeister wie Pfarrer kandidieren ebenfalls bei dieser Urwahl für das Amt von Wahlmännern. Doch auf den Pfarrer sind gerade 9 Stimmen entfallen, auf den Bürgermeister gar nur 3. Mit 147 Stimmen klar vorne liegt der ehemalige Lehrer Anton Gladbach, ein vorbestrafter Unruhestifter, den die Polizei überwacht, weil er Verbindungen zu Demokraten unterhält.

Ganz Preußen wählt an diesem 1. Mai 1848, und zwar gleich zweimal. Es geht um die Nationalversammlung der deutschen Nation, die baldmöglichst in Frankfurt zusammentreten soll - aber auch um die preußische Nationalversammlung, die nach Berlin einberufen ist. Entschieden ist an diesem 1. Mai allerdings noch recht wenig, nicht nur im rheinischen Odenthal, wo der Landrat am 5. Mai eine Wahlwiederholung unter neuem Vorsitz ansetzt und Anton Gladbach wiederum haushoch gewinnt. In Preußen wählt man auf eine Weise, die den aufrechten Demokraten die Haare zu Berge stehen läßt: Die Wähler entscheiden über Wahlmänner, die sich dann in einer oder mehreren Versammlungen auf einen Abgeordneten einigen. Das Frankfurter Vorparlament hatte die direkte Wahl bevorzugt, doch das ließ sich nicht überall durchsetzen.

Auch im Wahlkreis XV, dem Kreis Mühlheim, in dem Odenthal liegt, mußte die Versammlung der Wahlmänner mehrfach tagen. Am 10. Mai konnte der Oberpräsident der Rheinprovinz das Endergebnis verkünden: "Kreis Mühlheim wählte für die preußische Nationalversammlung Lehrer Anton Gladbach aus Odenthal, als Stellvertreter Gutsbesitzer Heinrich Rolshoven zu Merheim." In die deutsche Nationalversammlung zog Gerichts-Assessor Bürgers ein.

 

Besser als gar keine Wahl

Für viele Regionen Deutschlands ist es die allererste Wahl überhaupt. Heutigen Anforderungen an eine demokratische Wahl hält der Urnengang vom Frühjahr 1848 nicht stand. Der Spielraum, den das Wahlgesetz vom 7. April bot, wurde von den einzelnen Staaten in unterschiedlicher Weise genutzt. Die Stimmabgabe konnte öffentlich oder geheim sein. Teils wurde direkt, meist aber indirekt gewählt. Gemäß den Vorgaben des Bundestages, die das Vorparlament nur geringfügig modifiziert hatte, sollte jedem volljährigen männlichen Bürger eines deutschen Staates das aktive Wahlrecht zustehen. Freilich mit der Einschränkung der "Selbständigkeit", ein Kriterium, auf das man sich im Vorparlament geeinigt hatte, ohne es näher zu klären. Ohne Wahlrecht blieb damit häufig, wer Armenunterstützung erhielt oder keinen eigenen Hausstand nachweisen konnte, auf dem Lande das Gesinde und in den Städten die Dienstboten und die Handwerksgesellen, die im Hause des Meisters wohnten. Ein sehr liberales Wahlrecht hatte Preußen, wo fast 90 Prozent der erwachsenen Männer zur Wahl aufgerufen waren.

Michael Bechtel

 

Wahlbyokott in Böhmen und Mähren

Das tschechische Nationalkomitee in Prag hat beschlossen, die Wahlen zur Nationalversammlung in Böhmen und Mähren zu boykottieren; auch in Slowenien kam es zu Boykottmaßnahmen. Viele Regionen der Donaumonarchie entsenden keine Abgeordneten, anderswo gab es Minderheitswahlen. 60 von 193 möglichen Wahlkreisen sind überhaupt nicht vertreten. Von den 123 Abgeordneten aus den deutschen Kronländern sind nur zwei Drittel Deutsche.

 

Der Weg nach Frankfurt:

Nach zwei Wochen wird Deutschland liberal regiert

Die Revolution, die seit Anfang März 1848 die Staaten des Deutschen Bundes erschüttert, ist Teil einer europäischen Entwicklung. Die Konflikte sind von Land zu Land verschieden, aber außer in Frankreich geht es überall um nationale Selbstbestimmung. Das gibt der liberalen Opposition die Zuversicht: Politische Freiheit und nationale Selbstbestimmung sind nicht aufzuhalten. Dieser Glaube bestimmt die Bürgerversammlungen im März 1848. Und er lähmt die Fürsten und ihre Kabinette.

In Resolutionen und Adressen werden überall im Lande Forderungen formuliert, Demonstrationen finden statt. Gewaltsame Aktionen wie die Erstürmung des Zeughauses in München sind die Ausnahme. Die Regierungen wagen es kaum, Militär einzusetzen. Schnell geben sie den Märzforderungen statt. Sie bilden neue Regierungen unter Einschluß liberaler Oppositionspolitiker, versprechen Neuwahlen, Wahlrechtsreformen, eine Verfassung.

Selbst der Preußenkönig verkündet das Ende der Zensur und die Einberufung des Vereinigten Landtags - die massive Präsenz des Militärs in Berlin führt erst danach zu Straßenkämpfen und 300 Opfern. Der König ehrte die auf dem Schloßplatz aufgebahrten Toten. Zwei Tage später folgt der berühmte Ritt durch die Straßen Berlins, bei dem Friedrich Wilhelm sich zu konstitutioneller Freiheit und nationaler Einheit bekennt. "Preußen geht fortan in Deutschland auf". Zwei prominente rheinische Liberale, der Aachener Unternehmer David Hansemann als Finanzminister und der Kölner Bankier Ludolf Camphausen als Ministerpräsident, führen die neue preußische Regierung. Wahlen zu einer preußischen Nationalversammlung öffnen den Weg zum Verfassungsstaat.

Nach zwei Wochen ist die Mehrzahl der deutschen Staaten liberal regiert. Die Revolution hat in ganz Deutschland gesiegt - vorerst jedenfalls. Überall wehen schwarz-rot-goldene Fahnen, vom Bundestag am 9. März zu den deutschen Nationalfarben erklärt.

Auch in den Städten und Gemeinden müssen konservativ-staatstreue oder unpolitische Stadtoberhäupter oft liberalen Köpfen Platz machen. Wo Liberale die Macht in den Rathäusern bereits vor der Revolution innehatten, scharf beaufsichtigt durch staatliche Beamte, müssen diese Aufseher nun gehen. Die Gemeinderäte beginnen, politische Fragen in öffentlichen Sitzungen zu beraten. Oft überträgt der Staat ihnen sogar die Polizeikompetenzen. Die Gemeinden versuchen meist, eine ausgleichende, auf die Erhaltung der kommunalen Eintracht gerichteten Politik zu betreiben. So geraten viele Städte bald in Konflikt mit radikalen, auf die Fortsetzung der Revolution drängenden Kräften, aber auch mit den Märzministerien und der Frankfurter Zentralgewalt, die ihnen vorwerfen, nicht genug für Ruhe und Ordnung zu sorgen.

 

Eine Nationalversammlung muß her

Im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit steht das nationale Parlament, das den Nationalstaat schaffen soll. Der Bundestag in Frankfurt am Main, bisher die zentrale Instanz der Reaktion, beginnt, die Initiative in der Verfassungsfrage an sich zu ziehen - je mehr Vertreter der Märzministerien dort sitzen, um so entschiedener. Am 10. März beschließt er, siebzehn "Männer des öffentlichen Vertrauens", darunter prominente Liberale wie den Historiker Friedrich Christoph Dahlmann oder den Dichter Ludwig Uhland, mit einer Revision der Bundesverfassung zu beauftragen.

Am 5. März treffen sich in Heidelberg 51 führende Vertreter der liberalen und demokratischen Bewegung. Einig sind sie sich darin, den Prozeß der Nationsgründung nicht den Regierungen und den Bundesorganen zu überlassen. Sie berufen eine zweite, repräsentativere Versammlung nach Frankfurt ein. Am 31. März tritt im Kaisersaal des Römer und anschließend in der als Tagungsstätte hergerichteten Kirche der Paulsgemeinde das "Vorparlament" zusammen. 574 Abgeordnete beraten über das Wahlgesetz und bereiten die Nationalversammlung vor - inhaltliche Vorentscheidungen über die künftige Verfassung treffen sie nicht.

 

Ein Abgeordneter für 50 000 Deutsche

Die Wahl zur deutschen Nationalversammlung wurde - nicht freiwillig, aber immerhin - von den Regierungen der deutschen Länder ausgeschrieben: Der Bundestag verabschiedete das hierfür geltende Wahlrecht am 30. März, nach den Beschlüssen des Vorparlaments änderte er es am 7. April ein wenig ab. Damit war aber nur der Rahmen festgelegt: Auf je 50 000 Einwohner sollte in allgemeiner und gleicher Wahl ein Vertreter gewählt werden. Wahlberechtigt sind alle volljährigen "selbständigen" Männer. Alles Nähere regelte die jeweilige Landesregierung, so zum Beispiel, ob öffentlich oder geheim abgestimmt und direkt oder indirekt über Wahlmänner gewählt wurde.

Was ein "selbständiger" Bürger ist, legten ebenfalls die Länder fest. Ein Mindestmaß an materieller Unabhängigkeit, glaubte man, befähige erst zu eigenem und freiem politischem Urteil. Zwar ging kein Land so weit, das Wahlrecht von einem Zensus, einer Mindeststeuerleistung, abhängig zu machen oder das Stimmengewicht nach Steuerklassen abzustufen, wie das im Vormärz üblich gewesen war. Das war nach den Vorgaben des Vorparlaments nicht zulässig. Ausgeschlossen blieb jedoch vielfach, wer Armenunterstützung bezog oder keinen eigenen Hausstand hatte. Damit waren auf dem Lande das Gesinde und in den Städten die Dienstboten nicht wahlberechtigt. Auch Handwerksgesellen, die im Hause ihres Meisters wohnten, durften vielfach nicht zur Wahl gehen. Arbeiter, Tagelöhner und kleine Gewerbetreibende dagegen durften wählen.

Mit am liberalsten fiel das Wahlgesetz ausgerechnet in Preußen und in Teilen Österreichs aus. In einzelnen Staaten waren bis zu 90 Prozent der volljährigen Männer wahlberechtigt, in anderen weniger als 80 Prozent.

 

Gewählt wurden Honoratioren

Der Wahlvorgang selbst verlief höchst unterschiedlich, Unregelmäßigkeiten waren nicht selten. Immerhin hatte es in mehr als zwei Dritteln des Wahlgebietes vorher keinerlei Wahlen gegeben.

Die Wahltermine lagen so früh, daß das politische Leben, das seit den März-Aufständen und dem Fall der politischen Restriktionen aufblühte, noch nicht sehr weit entwickelt war. Politische Richtungen waren nur in groben Umrissen erkennbar, die Organisierung in parteiähnlichen Vereinen hatte noch kaum begonnen. Das Entstehen von Wahlvereinen und der Wahlkampf beschleunigte diesen Prozeß. Doch die meisten Kandidaten wurden nicht von Parteien, sondern in allgemein zugänglichen Versammlungen aufgestellt.

In der Tat handelte es sich daher um reine Persönlichkeitswahlen. Gewählt wurden namhafte Honoratioren der betreffenden Region oder bekannte Repräsentanten der vormärzlichen Oppositionsbewegung.

 

Wahlbeteiligung bis 75 Prozent

Die Wahlbeteiligung ist nicht für alle Regionen überliefert, sie dürfte zwischen 40 und 75 Prozent gelegen haben. Boykottaufrufe von Arbeitervereinen waren wohl kaum verantwortlich für die teilweise geringe Beteiligung. Anzeichen für eine durchgängige Stimmenthaltung der unteren Bevölkerungsschichten gibt es nicht. Wirksame Wahlboykotts gab es nur in Böhmen und Mähren, wo die tschechische Nationalbewegung nach den Worten ihres Führers Palacky zwar weiter im habsburgischen Vielvölkerstaat leben mochte, nicht aber in einem deutschen Nationalstaat.

Das Wahlergebnis läßt auch keinen direkten Zusammenhang zwischen den unterschiedlichen Wahlrechtsbeschränkungen und der politischen Richtung der Gewählten erkennen. So kamen aus Preußen und Österreich trotz eines auch die sozial benachteiligten Schichten einschließenden Wahlrechts überwiegend konservative und liberale Abgeordnete. Baden und Sachsen, zwei Länder mit ziemlich eingeschränktem Wahlrecht, entsandten dagegen vor allem Vertreter der Demokraten und der äußersten Linken.

Entscheidender für die Wahlergebnisse war wohl die Frage, wie weit die Politisierung der Bevölkerung bereits fortgeschritten war. Die Verfassungsstaaten mit langer parlamentarischer Tradition und entwickelter politischer Kultur hatten darin einen beträchtlichen Vorsprung. Hier wählten die Bürger eher die linke Mitte und die republikanische Linke. Deren Stützpunkte lagen vor allem in Baden und Württemberg, in der Pfalz, im Rheinland, in Nassau und Hessen, in den protestantischen Teilen Bayerns, in Thüringen, Sachsen und Schlesien. Hier hofften viele auf eine grundlegende Neugestaltung Deutschlands.

Meinungsverschiedenheiten gab es über die Wahl von Vertretern in den ethnisch gemischten Regionen des Deutschen Bundes. Langwierige Verhandlungen über die Anerkennung dieser Wahlen sollten notwendig werden. Trotzdem brachte eine breite Öffentlichkeit der Nationalversammlung anfangs viel Vertrauen entgegen. Dies war auch darin begründet, daß eine eindrucksvolle Zahl von namhaften Persönlichkeiten nach Frankfurt entsandt worden war, die weit über die Grenzen ihrer engeren Heimat hinaus bekannt waren.

 

Beschluß des Frankfurter Bundestages über die Wahlen zur deutschen Nationalversammlung 7. April 1848

Daß die Bundesversammlung, in Berücksichtigung des immittelst bekannt gewordenen öffentlichen Wunsches und gestützt auf das einstimmige Gutachten der ihr beigeordneten Männer des öffentlichen Vertrauens, ihren Beschluß vom 30. v. Mts. in Beziehung auf die Verhältnißzahl der Vertretung dahin abändere und ferner in der Weise vervollständige, daß

  1. die Wahl der Vertreter des Volks zu der constituirenden deutschen Nationalversammlung so zu geschehen habe, daß, unter Beibehaltung des Verhältnisses der Bundesmatrikel, je nach 50,000 Seelen ein Vertreter gewählt werde, daß, wenn der Ueberschuß der Bevölkerung 25,000 Seelen übersteigt, ein weiterer Abgeordneter zu wählen sey, und daß jeder kleinere Staat, dessen Bevölkerung nicht 50,000 Seelen erreicht, einen Vertreter zu wählen habe;
  2. daß in Beziehung auf die Wahl der Abgeordneten zur constituirenden Versammlung auf jeden Fall bei der Wählbarkeit keine Beschränkung durch Vorschriften über gewisse Eigenschaften in Beziehung auf Wahlcensus oder Bekenntniß einer bestimmten Religion vorkommen, und eine Wahl nach bestimmten Ständen nicht angeordnet werden könne;
  3. daß als wahlberechtigt und als wählbar jeder volljährige, selbstständige Staatsangehörige zu betrachten sey;
  4. daß jeder Deutsche, wenn er die voranstehenden Eigenschaften besitzt, wählbar, und dann es nicht nothwendig sey, daß er dem Staate angehöre, welchen er bei der Versammlung vertreten soll;
  5. daß auch die politischen Flüchtlinge, wenn sie nach Deutschland zurückkehren und ihr Staatsbürgerrecht wieder angetreten haben, wahlberechtigt und wählbar sind;
  6. endlich, daß dieselbe die höchsten Regierungen ersuche, diese Wahlen so zu beschleunigen, daß, wo möglich, die Sitzungen der Nationalversammlung am l. Mai beginnen können.

 

Achtzehn - achtundvierzig, .....ran, ran, ran!

Es muß nicht immer Hecker sein oder Herwegh oder Freiligrath oder welcher Heroe auch immer, auf den Lokaljournalisten ihr Augenmerk richten sollten, wenn sie Bezüge zum revolutionären Geschehen vor 150 Jahren suchen. Nicht einmal alle badischen Winkel streifte Hecker auf seinem legendären Zug von Konstanz in Richtung Schwarzwald, und manche aufmüpfigen Verse Herweghs oder Freiligraths fanden erst dank Barden wie Hein & Oss, Hannes Wader und Zupfgeigenhansel in den 1970er Jahren überregionale Verbreitung.

Geschichte sollte ohnehin nicht nur an Prominenten festgemacht werden, sondern an Lebensverhältnissen. Nur wer sich darauf konzentriert, wird auch verstehen und aus dieser Einsicht heraus vermitteln können, welche Unzufriedenheiten zu den hier mehr und dort weniger bekannten Aufständen führten.

Anhaltspunkte dafür sollte jeder Stadt- und Kreisarchivar geben können, der über gut überlieferte Bestände verfügt. Örtliche Notlagen lassen sich beispielsweise auch aus Gemeindevisitationen herauslesen oder aus Auswandererlisten, und wo aus Sicht der Obrigkeit Ruhe und Ordnung gefährdet war, schlug sich dies meist in Polizeiakten nieder. Diese sind allerdings in der Regel nicht vor Ort, sondern in den Staatsarchiven zu finden.

Weil Lokaljournalisten selten Zeit haben, eigene Forschungen zu betreiben, müssen sie sich auf Regionalhistoriker verlassen. Deren Kompetenz sollte daran gemessen werden, inwieweit es ihnen auch gelingt, das lokale Geschehen ins Verhältnis zur überregionalen Politik zu bringen, sowie den gemeinhin statuierten gesellschaftlichen Wandel mit Beispielen aus der näheren Umgebung zu veranschaulichen. Exempel etwa für das erstarkende bürgerliche Selbstbewußtsein liefert in nahezu allen Landstrichen die Sänger- und Turnerbewegung.

Dr. Hans-Joachim Lang, Schwäbisches Tagblatt

 

Weiterführende Literatur:

 

  • Dieter Langewiesche (Hrsg.), Die deutsche Revolution von 1848/49. Darmstadt 1983.
  • Wolfgang J. Mommsen: 1848. Die ungewollte Revolution. Frankfurt/Main 1998
  • Wolfram Siemann, Die deutsche Revolution von 1848/49. Frankfurt am Main 1985.
  • Rudolf Stadelmann, Soziale und politische Geschichte der Revolution von 1848. 2. Aufl. München 1970.
  • Günter Wollstein, Deutsche Geschichte 1848/49. Gescheiterte Revolution in Mitteleuropa. Stuttgart u.a.1986.