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Grußwort der Präsidentin des Deutschen Bundestages, Frau Prof. Dr. Rita Süssmuth, zum bundesweiten Schülerwettbewerb "1848 Aufbruch zur Freiheit" 1998

Am 18. Mai 1848 ist in der Frankfurter Paulskirche zum ersten Mal die deutsche Nationalversammlung zusammengetreten. Damit gewann die parlamentarische Bewegung neue Energien. Dieses zeigte sich in der erstmaligen Verabschiedung des Menschenrechtskatalogs und einer gesamtdeutschen Verfassung. Das damalige Parlament war Teil einer großen Bürgerbewegung, die für die Freiheit und nationale Einheit zugleich kämpften. Es ist wichtig, gerade einer Jugend, die die demokratische Ordnung als selbstverständlich erlebt, einen Sinn dafür zu vermitteln, mit welchen großen Opfern politische, wirtschaftliche und gesellschaftliche Freiheit erkämpft werden mußten.

Versammlungs- und Demonstrationsfreiheit, das Recht auf freie, öffentliche Rede oder die Presse- und Medienfreiheit - erscheinen diese Grundrechte uns heute, 150 Jahre danach, nicht manchmal allzu leicht als natürlicher Besitz? Dabei hat gerade uns Deutsche die Erfahrung der Vergangenheit gelehrt, daß die Grundrechte immer wieder auf den Prüfstand gestellt werden müssen, damit sie nicht Gefahr laufen, ausgehöhlt zu werden. Wenn sie nicht lebendiger Teil unseres alltäglichen Umgangs sind, ist es schnell um die Zivilität unseres Miteinanders geschehen. Deswegen ist es unsere Aufgabe, insbesondere auch der Jugend den Wert dieser Bausteine der Demokratie zu vermitteln. Zugleich müssen wir Verständnis dafür erzeugen, daß Freiheitsrechte und die Bereitschaft des einzelnen, Verantwortung zu übernehmen, untrennbar miteinander verbunden sind.

Vor diesem Hintergrund freue ich mich über die Aktivitäten von Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger, Deutsche Bahn AG, Schirn Kunsthalle Frankfurt sowie dem IZOP-Institut mit ihrer Ausschreibung eines bundesweiten Schülerwettbewerbs und der Einladung von vielen tausend Jugendlichen in die Ausstellung "1848 Aufbruch zur Freiheit" nach Frankfurt. Ein solch beispielhaftes gemeinschaftliches Engagement verschiedener Institutionen für eine demokratisch verfaßte Gesellschaft verdient Anerkennung - und zahlreiche Nachahmer.