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Zeilsheim

Am 25. Februar 1803 beschlossen die Reichsdeputierten in Regensburg, weltliche Fürsten, die von der Abtretung des linken Rheinufers an Frankreich betroffen waren, mit geistlicher Ländereien zu entschädigen. Vom aufgelösten Kurfürstentum Mainz kam das Amt Höchst mit 16 zugehörigen Ortschaften (darunter auch Zeilsheim) an das Fürstentum Nassau-Usingen.

Was in Nassau in den ersten Jahrzehnten an Reformen geschah, war vor allem ein Werk des nassauischen Staatsmannes Karl von Ibell. Als kompromißloser Vertreter einer freiheitlichen Landesverwaltung geriet er bald in Konflikt mit den reaktionären Kräften, die um ihre Privilegien fürchteten. Vom Herzog fallengelassen, lebte Ibell zurückgezogen auf seinem Landsitz in Unterliederbach (heute Villa Graubner). Dort fand er auch 1834 neben der alten Dorfkirche seine letzte Ruhestätte.

Das kleine Nassau galt bei seinen Nachbarn als unterentwickeltes Land. Ein beträchtlicher Teil des heimischen Handels lief über das reiche Frankfurt, das außerhalb seiner Grenzen lag und nicht daran dachte, in das rückständige Hinterland zu investieren. So blieb Nassau - trotz tiefgreifender Reformen - ein bescheidener Agrarstaat. Gegenüber dem mächtigen Preußen nahm der Herzog eine reservierte Haltung ein. Er fürchtete um den Bestand seines kleinen Landes. So lehnte er lange die preußischen Zollunionspläne ab, sehr zum Schaden der nassauischen Händler und Gewerbetreibenden, aber auch der Kleinbauern. Sie lebten oft mit ihren großen Familien am Rande des Existenzminimums. Zur wirtschaftlichen Not kamen die politischen Unzulänglichkeiten, und es bedurfte bei der herrschenden Unzufriedenheit nur eines geringen Anstoßes zu Aufruhr und Gewalt. Der kam von der Revolutionsstimmung in Frankreich, die Anfang 1848 auch Nassau erfaßte. Bald überstürzten sich die Ereignisse. Am 4. März zogen 40.000 Nassauer vor das herzogliche Schloß in Wiesbaden. Zu Fuß, auf Wagen, aber auch mit der neuen Taunusbahn waren die Männer in die Landeshauptstadt gekommen, darunter Hunderte aus dem Amtsbezirk Höchst. Die mit Flinten, Säbeln und Sensen bewaffneten Demonstranten zogen erst wieder ab, nachdem die Regierung ihre Forderung bewilligt hat.

Dazu zählte auch die Zehntablösung, eine seit 1817 versprochenen, aber immer wieder aufgeschobene Regelung. Mit dem Gesetz vom 24.12.1848- wohl das eigentliche ,,Geschenk" der Revolution - war die Zehntpflichtigkeit mit dem 1 4fachen Betrag der Jahresbelastung abzulösen. Auf Zeilsheim entfiel eine Ablösesumme von 47.693 Gulden, die 115 ortsansässsige und 11 auswärtige Grundeigentümer aufzubringen hatten.

1849 erließ der Herzog - unter dem Eindruck der in ganz Nassau ausgebrochenen Unruhen - eine neue Gemeindeordnung, alle Nassauer konnten ihren Bürgermeister selbst wählen. Erster gewählter Bürgermeister von Zeilsheim war Heinrich Joseph Fleck.

 

 

Hattersheim

Hattersheim ist zwar nur wenige Kilometer von Frankfurt entfernt und deshalb währe es anzunehmen, dass es einiges über die Unruhen 1 848's zu berichten gebe. Mehrfache Besuche in der Bücherei und Gespräche mit Mitgliedern des städtischen Geschichtsvereines haben allerdings ergeben, dass dem nicht so ist. Ein paar interessante Dinge gab es aber auch damals schon. Der Posthof, zum Beispiel, wurde 1848 durch den Bau der Bahnlinie von dieser abgelöst. Das wiederum führte zu der Verarmung der Betreiber. Deshalb wurde er an die Familie Schlocker verkauft.

Berichte in denen über Hattersheim direkt während der Unruhen in 1848 erzählt wird, findet man allerdings eher selten. Hattersheim bestand damals hauptsächlich aus einer Ansammlung von Bauernhöfen. Das wichtigste Ereignis, das sich in der Chronik Hessens und anderen Nachschlagewerken finden ließ, war eine revolutionäre Versammlung eines Turnvereines.

 

 

Vorzeichen der Revolution: Turnerversammlung in Hattersheim (Januar 1848)

"Außer den Frankfurtern waren zu der Versammlung auch Leute aus Hanau, Offenbach Bockenheim, Seckbach, Fechenheim, Wiesbaden, Höchst, Mannheim, Mainz, Hochheim, Idstein usw. erschienen. Der Studiosus Karl Blind aus Mannheim, damals gerade im Beginn seiner agitatorischen Laufbahn, stellte vor allem die Frage zur Erörterung, was man gegenüber der Tatsache, daß die Regierungen gegen die Turnerei mit Verboten vorgingen, zu tun habe. er meinte, daß es kein anderes Mittel als Revolution gebe. Man müsse das Volk planmäßig aufwiegeln, den Haß gegen die Tyrannei schüre: denn das Ziel der Turnerei, die Befreiung des Volkes, müsse auf jeden Fall erreicht werden."

(Quelle: Richard Schwemer. Geschichte der Freien Stadt Frankfurt a. M. Band III,1. Frankfurt 1915, Seite 97.)

 

 

 

Vereinsgründungen im Verlauf der Märzrevolution 1848

(Quelle: Michael Wettengel. Die Revolution von 1848/49 im Rhein-Main-Raum. Wiesbaden 1989)

 

Höchst:

Turnverein (republikanisch/demokratisch)

Bürgerverein (liberal-demokratisch) 200 Mitglieder (April 48) /

70 Mitglieder (Herbst 48)

Kommunistische Gemeinde (kommunistisch/sozialistisch)

Arbeiterverein (republikanisch/sozialistisch) 43 Mitglieder

Demokratischer Verein (republikanisch/demokratisch) 190 Mitglieder

 

Hattersheim:

Zweigverein des Taunusdemokratenverein (gemäßigt-demokratisch)