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Die Frankfurter Paulskirche

Versammlungen, Demonstrationen und Straßenkämpfe bestimmen den Gang der Revolution.

Eine Nationalversammlung soll eine gesamtdeutsche Verfassung ausarbeiten und eine regierungsfähige Zentralgewalt errichten.

Am 5. März 1848 versammeln sich in Heidelberg führende Liberale und Demokraten Süd- und Westdeutschlands und erklären die Einberufung einer Nationalversammlung für unaufschiebbar. Sie benennen selbst einen Siebenerausschuß zur Vorbereitung und Wahl der Nationalversammlung. Damit ist ein erstes revolutionäres Organ geschaffen. Der Siebenerausschuß lädt alle ,,früheren oder gegenwärtigen Ständemitglieder und Teilnehmer an Gesetzgebenden Versammlungen in allen deutschen Landen" und darüber hinaus eine Anzahl weiterer Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens zu einem Vorparlament nach Frankfurt. Am 30. März ziehen über 500 Männer in die Paulskirche ein. In dieser revolutionären Versammlung sind die einzelnen deutschen Staaten unterschiedlich stark vertreten. Das Vorparlament hat Grundsätze zur Wahl und zur künftigen deutschen Verfassung beraten und einen Fünfzigerausschuß für die Wahlvorbereitung eingesetzt.

Am 18. Mai tritt die Nationalversammlung in der Paulskirche zusammen. In der ersten Ansprache nach seiner Wahl zum Präsidenten der Nationalversammlung beruft sich Heinrich von Gagern auf die Souveränität der Nation und ihr Recht, sich eine neue Verfassung zu geben. Einschließlich der Stellvertreter werden in die Paulskirche 831 Abgeordnete gewählt, von denen zu Beginn 330, später durchschnittlich 400 bis 500 anwesend sind.

Aufbauend auf den Erfahrungen in süddeutschen Landtagen bilden sich auch in der Frankfurter Nationalversammlung bald festere politische Gruppierungen, die auch die parlamentarische Arbeit wirkungsvoll zu organisieren versuchen.

Die meisten Abgeordneten gehören solchen Fraktionen an, die sich in Frankfurter Gasthäusern treffen und nach diesen benennen. Die Fraktionen wählen Vorstände, legen Mitgliederlisten an und beschließen Programme. Sie übernehmen bald die Vorberatung für das Plenum und werden von manchen schon ,,Parteien" genannt.

Die Ausarbeitung eines verbindlichen Katalogs von Menschen- und Bürgerrechten nach dem Vorbild der amerikanischen und der Französischen Revolution ist für die verfassungsgebende Versammlung in der Paulskirche das erste Ziel ihrer Bemühungen.

Am 3. Juli 1848, nach der Konstituierung der provisorischen Zentralgewalt, beschließt die Nationalversammlung mit der Feststellung der Rechte, welche die Gesamtverfassung dem deutschen Volke gewähren sollte. Das Verfassungswerk soll die Einheit und Freiheit Deutschland, das Wohl des Volkes auf Dauer begründen. Es geht um eine neue soziale Ordnung und um die Bildung eines deutschen Nationalstaates mit demokratischer Verfassung.

Ganz Deutschland verfolgt die Debatten in der Paulskirche.