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Zeitungskongreß '97: "Neue Wege - Neue Ziele"

Bonn, 24. Oktober 1997

BDZV erwartet 450 Teilnehmer

Rund 450 Teilnehmer aus Medien, Politik, Wirtschaft und Kultur kommen zum Zeitungskongreß '97, zu dem der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) am 27. und 28. Oktober 1997 nach Goslar eingeladen hat. Die größte und wichtigste Veranstaltung der Zeitungsbranche trägt das Motto "Neue Wege - Neue Ziele". Im Mittelpunkt stehen Strategien, wie sich das Qualitätsmedium Zeitung im zunehmend schärfer werdenden Wettbewerb auch weiterhin erfolgreich positionieren läßt.

Der Zeitungskongreß beginnt (um 16.00 Uhr) mit einer Podiumsrunde zum Thema "Die Zeitung - Markenartikel oder was?", die von der ZDF-Journalistin Nina Ruge moderiert wird. Teilnehmer am Streitgespräch sind: Friedhelm Haak, Vorsitzender der Geschäftsführung der Verlagsgesellschaft Madsack GmbH & Co., Hannover; Hans Werner Kilz, Chefredakteur der "Süddeutschen Zeitung" in München; Ralf Lehmann, Chefredakteur der "Westdeutschen Allgemeinen Zeitung" in Essen; Bernd M. Michael, geschäftsführender Gesellschafter der Agentur Grey Middle Europe in Düsseldorf; Thomas B. Quaas, Leiter des Geschäftsbereichs Cosmed Inland der Beiersdorf AG in Hamburg, sowie Achim Twardy, Verlagsgeschäftsführer der "Bild"-Gruppe bei der Axel Springer Verlag AG in Hamburg.

Der zweite Kongreßtag steht ganz im Zeichen von Presse und Politik (Beginn 10.00 Uhr): Neben BDZV-Präsident Wilhelm Sandmann werden der Bundesminister für Bildung, Wissenschaft, Forschung und Technologie, Jürgen Rüttgers, und Wolfgang Gerhardt, Bundesvorsitzender der F.D.P., als Redner erwartet. Im Vorfeld der eigentlichen Kongreßveranstaltung tagt die Delegiertenversammlung des BDZV. Das höchste Beschlußgremium der Organisation wird unter anderem über den Umzug des Verbandes nach Berlin entscheiden.

BDZV zieht von Bonn nach Berlin

Bonn/Goslar, 27. Oktober 1997

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) wird 1999 spätestens aber im Jahre 2000 von Bonn nach Berlin umziehen. Diese Entscheidung fällte am 27. Oktober 1997 die Delegiertenversammlung, das höchste Entscheidungsgremium des Verbandes, einstimmig beim Zeitungskongreß in Goslar. Die Spitzenorganisation der Tagespresse müsse ihren Sitz dort haben, wo Bundesregierung und Parlament seien, erklärte der Präsident des BDZV, Wilhelm Sandmann. Zu einer starken Zeitungslandschaft gehöre ein starker BDZV, "der auch in Zukunft dafür streitet, daß die politische und wirtschaftliche Unabhängigkeit unserer Blätter und die hierfür notwendigen Rahmenbedingungen keinen Schaden nehmen".

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BDZV warnt Politik vor Zerschlagung des Pressevertriebs

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) hat am 27. Oktober 1997 beim Zeitungskongreß in Goslar Politiker aller Parteien vor einer Zerschlagung des bewährten Pressevertriebssystems gewarnt. In einer Resolution hat die Delegiertenversammlung als höchstes Beschlußgremium des BDZV gefordert, die geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse ("610-Mark-Jobs") nicht anzutasten und den Postzeitungsdienst als Pflichtleistung im neuen Postgesetz zu verankern. Eine funktionierende Zeitungszustellung per Post zu vergünstigten Konditionen sei Voraussetzung für eine flächendeckende Versorgung der Bevölkerung mit Zeitungen. Daran müßten alle interessiert sein, denen die politische Meinungs- und Willensbildung der Bürger am Herzen liege. Den von politischer Seite erhobenen Vorwurf, die geringfügigen Beschäftigungsverhältnisse würden zum Mißbrauch des Sozialversicherungssystems eingesetzt und gefährdeten die Wettbewerbsneutralität, wiesen die Zeitungsverleger für ihre Branche zurück. Daß die Zeitungszusteller innerhalb der Arbeitszeit- und Verdienstgrenzen, die für die sogenannten 610-Mark-Tätigkeiten gelten, arbeiteten, läge in der Besonderheit ihrer Tätigkeit begründet - nämlich Tag für Tag frühmorgens in einem kurzen Zeitraum fast 50 Millionen Leser in Deutschland mit der druckfrischen Zeitung zu bedienen. Für eine solche Tätigkeit könnten weder Halbtags- geschweige denn Ganztagsstellen geschaffen werden. Der weitaus größte Teil der Zusteller führe die Tätigkeit als Nebenjob aus. Schüler, Studenten, Hausfrauen und Nebenbeschäftigte verschafften sich mit der Zustellung einen Kleinverdienst. Diese Personengruppen hätten kein Interesse an einer Einbeziehung in die Sozialversicherung. Die Zeitungsverleger hoben hervor, daß die 20prozentige Lohnsteuer bei den geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen von den Verlagen gezahlt werde. Wären künftig Sozialversicherungsbeiträge zu leisten, würden über 40 Prozent Lohnnebenkosten hinzukommen. Entweder müßte dann der Kleinverdienst der Zusteller geschmälert werden oder der einzelne Verlag hätte den vollen Sozialversicherungsbeitrag zu leisten. Derartige Mehrkosten wären vor allem für kleinere und mittlere Verlage existenzgefährdend.