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Medienforum NRW: Zeitungsverleger protestieren gegen Werbeverbote

Köln, 14. Juni 1999

Gegen Werbeverbote und Zensurmaßnahmen im Bereich der Werbung haben die Zeitungsverleger am 14. Juni 1999 in Köln protestiert. Wer die Werbefreiheit einschränke, verhänge Informations- und letztlich Denkverbote, erklärte der Vizepräsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und Herausgeber der "Kölnischen Rundschau", Helmut Heinen, am 14. Juni beim Medienforum Nordrhein-Westfalen. Produkte, die legal hergestellt und legal verkauft würden, müßten auch legal beworben werden dürfen. Harte Kritik übte Heinen an der Europäischen Union. In Brüssel und Straßburg würde mittlerweile offen über Zensurmaßnahmen gegenüber der Werbung für alkoholische Getränke, Autos, Kinderspielzeug, pharmazeutische Produkte und Süßigkeiten diskutiert. Die gesundheitspolitische Argumentation vieler Politiker sei "blanker Hohn und Heuchelei", wenn man sich vor Augen führe, daß die EU in jedem Jahr Milliardensummen an Subventionen für den Tabakanbau ausgebe.

Heinen kritisierte auch die widersprüchliche Politik der Bundesregierung. Zwar sei es zu begrüßen, daß der Bundeskanzler sich wiederholt gegen Werbeverbote ausgesprochen habe, doch stehe dies im Widerspruch zur Politik von Bundesgesundheitsministerin Fischer, die jetzt einen Katalog von Zensurmaßnahmen gegen Alkoholwerbung vorgelegt habe. Heinen wörtlich: "Wer die Werbung behindert, tritt die Informationsfreiheit und damit auch die Pressefreiheit mit Füßen". Heinen hob hervor, daß die diskutierten Werbeeinschränkungen einen Umsatzverlust in Höhe von sechs Milliarden Mark für die gesamte Kommunikationsbranche bedeuten würde. Die Zeitungen, wie die Medien insgesamt, wären dann gezwungen, ihr redaktionelles Angebot "und damit ihre wichtige Aufgabe als Mittler und Wächter in unserer Gesellschaft einzuschränken". Ohne die Einnahmen aus der Werbung sei die vielfältige publizistische Qualität in Deutschland nicht aufrechtzuerhalten.

Medienforum NRW: Zeitungen als stärkster Werbeträger weiter auf dem Vormarsch

Köln, 14. Juni 1999

Die Zeitungen wollen ihre Rolle als stärkster Werbeträger weiter ausbauen. Auch die Markenartikelhersteller wüßten die Attraktivität des Mediums immer mehr zu nutzen, sagte der Vizepräsident des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Helmut Heinen, am 14. Juni beim Zeitungstag im Rahmen des Medienforums Nordrhein-Westfalen in Köln. Der Werbeträger Zeitung sei tagesaktuell zu buchen, biete mittlerweile hervorragende Druckqualitäten, und Anzeigenkampagnen seien aufgrund neu entwickelter Planungssysteme problemlos zu steuern. Der BDZV-Vizepräsident hob hervor, daß die Zeitungswerbung im Unterschied zu den Werbespots im Fernsehen beim Publikum hoch im Kurs stehe. Der Anzeigenteil sei bei Lesern auf der Beliebtheitsskala an dritter Stelle, gleich nach dem Lokalteil und der nationalen Politik. Damit rangiere er noch vor dem Sportteil, der Wirtschaft und Feuilleton. Demgegenüber hätten die TV-Sender ein wachsendes Problem mit der Werbung: Die Zuschauer empfänden die Spots als störend. Heinen wörtlich: "Und die Werbekunden reagieren nicht gerade euphorisch, wenn sich Fernsehzuschauer in Umfragen zwar noch an den Spot erinnern, den Produktnamen aber vergessen haben". Heinen bekräftigte, daß die gedruckte Zeitung auch auf lange Sicht das wichtigste Informationsmedium bleiben werde. Entgegen aller Strategien und Versuche von Medienanbietern, immer stärker spezialisierte und aufgesplittete Informationen zu verbreiten, setzten die Verlage darauf, daß die Menschen auch in Zukunft das Bedürfnis hätten, die Zeitung als ein universales Medium zu nutzen, das Informationen und Meinungen in allen Bereichen zu bieten habe.

   





   
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