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Weltweit denkend - lokal verwurzelt

Weltweit denkend - lokal verwurzelt

Von Dr. Helmut Herles, Mitglied der Jury für den Theodor-Wolff-Preis zum Lebenswerk von Wolf J. Bell

Das Ansehen einer Zeitung und ihre Wirkung über das eigene Verbreitungsgebiet hinaus hängen nicht zuletzt von denjenigen ab, die schon lange zuverlässig und unverwechselbar für sie geschrieben haben. Wolf J. Bell könnte bei vielen Lesern des Bonner General-Anzeigers (GA) den Eindruck hinterlassen, er sei »schon immer dabei« gewesen. Der frühere Bundeskanzler Helmut Schmidt zum Beispiel fragte unlängst bei einem Interview mit dem GA zuerst, wie es Herrn Bell gehe. Manche Diplomaten sind sogar der Meinung, daß sich das Auswärtige Amt nach dem richte, was Bell schreibe. Viele nannten ihn in Anlehnung an den damaligen Staatssekretär des Auswärtigen Amts van Well »van Bell«. Dieses Ansehen, obgleich ein wenig ironisch unterfüttert, wurde in langen Jahren sorgfältiger und eigenständiger Arbeit begründet.

Wolf J. Bell, der weltweit denkende Journalist, ist keiner, der abschreibt, sondern von dem abgeschrieben wird. Er hat seine Kenntnisse durch zahlreiche Reisen untermauert, er macht eigene Vorschläge, die von anderen aufgegriffen werden. Von der KSZE bis zu den Herausforderungen dieser Tage.

Bell gehört zu den Journalisten, die die Bundesrepublik von Beginn an mitgeprägt haben. Als großer Journalist, der vor allem für kleinere Zeitungen schrieb, und auch Einfluß nahm, steht er für ein geistig-politisches Leben in der Bundesrepublik, das von vielen Zentren ausgeht. Hier gibt es nicht nur eine Hauptstadt, hier ist der Rest nicht Provinz.

Eigentlich hat Wolf J. Bell sich bereits vor mehr als zehn Jahren - am 30. September 1988 - vom Berufsleben verabschiedet. Doch er ist Journalist bis zum heutigen Tag: Die Leser des General-Anzeigers schätzen ihn als Leitartikler und als Verfasser fundierter Hintergrundberichte.

Wolf J. Bell ist ein erfahrener und einflußreicher »alter Herr« unter den in der Bundeshauptstadt und heutigen Bundesstadt Bonn arbeitenden Korrespondenten - aber alles andere als »altes Eisen«.

Kurzbiographie

Wolf J. Bell

Geboren am 10. Juni 1924 in Kassel.

Schulbesuch in Kassel, Bad Hersfeld und Fulda. Dort machte er am staatlichen humanistischen Gymnasium im März 1942 das Abitur.

Von April 1942 bis Mai 1945 war er Soldat. Danach von Mai bis September 1945 in amerikanischer und französischer Gefangenschaft.

1946/47 arbeitete er bei DENA, der Vorläuferin der Deutschen Presseagentur (dpa) in Kassel, von wo es nicht weit war nach Frankfurt am Main, wo er 1947 bis 1949 Korrespondent mehrerer Tageszeitungen beim Zwei-Zonen-Wirtschaftsrat und der amerikanischen Hohen Kommission war. In jener Zeit berichtete er über die Verhandlungen vor der Verabschiedung des Grundgesetzes auf den Konferenzen der Ministerpräsidenten in Herrenchiemsee, Königstein, Schlangenbad und auf dem Rittersprung bei Koblenz. Am 6. September 1949 schrieb er seinen ersten Bericht aus Bonn über die konstituierende Sitzung des Deutschen Bundestags und wurde Korrespondent für mehrere Tageszeitungen aus der vorläufigen Bundeshauptstadt (Hessische Nachrichten, Süd-Westpresse, Rheinische Post, Düsseldorf, Darmstädter Echo).

Von 1969 bis 1978 war er politischer Korrespondent für die Neue Revue und Bunte Illustrierte. Beim Bonner General-Anzeiger begann er 1970 zunächst als freier Mitarbeiter. Ab 1. April 1975 wurde er als Mitglied der Parlamentsredaktion diplomatischer Korrespondent. Seit 1989 schreibt er als fester freier Mitarbeiter des General-Anzeigers fundierte Analysen und Leitartikel zu seinen Themenschwerpunkten der Außen- und Sicherheitspolitik.

Er ist seit 1953 mit der Journalistin Ursula Bell, geb. Münch, verheiratet und hat zwei Söhne. Körperlich fit hält er sich beim Reiten und Skifahren. Wolf J. Bell ist Träger des Bundesverdienstkreuzes 1. Klasse.