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BDZV: Journalisten-Gewerkschaften riskieren den Flächentarif

Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) fordert die Gewerkschaften DJV und ver.di auf, unverzüglich an den Verhandlungstisch zurückzukehren. „Die Gewerkschaften müssen endlich ihrer Gesamtverantwortung gerecht werden und einen für alle Seiten fairen Tarifabschluss mitgestalten“, sagte BDZV-Verhandlungsführer Werner Hundhausen am 19. Juli 2011 in Berlin.

 

 

Die in der jüngsten Verhandlungsrunde am 6. Juli 2011 gefundenen Ansätze für eine Beilegung der tariflichen Auseinandersetzungen würden durch das Verhalten der Arbeitnehmervertreter erheblich gefährdet. „Es ist unverantwortlich, wenn die von den Verlegern angebotene Lösung für weitreichende Beschäftigungssicherungsmaßnahmen fundamentaler gewerkschaftlicher Verweigerungshaltung geopfert wird“, so Hundhausen. Dabei verwies er auf die Erklärung von Gewerkschaftsvertretern, dass „Beschäftigungssicherung nicht im Fokus der Mitarbeiter steht“. Diese Aussage sei nicht nur unverständlich, sondern auch unverantwortlich, bekräftigte Hundhausen.


Seit über acht Jahren verhandelten die Tarifparteien darüber, dass die einschneidenden wirtschaftlichen und strukturellen Veränderungen in der Zeitungslandschaft maßvolle Korrekturen im Tarifwerk erforderten, um den Flächentarif nachhaltig zu festigen. Wenn der BDZV ein neues Tarifwerk für Berufseinsteiger fordere, so sei das auf die Verweigerungshaltung der Gewerkschaften zurückzuführen, einer generellen Korrektur im bestehenden Manteltarifvertrag bei den Sonderzahlungen (teilweise Reduzierung bei Urlaubsgeld oder Jahresleistung) zuzustimmen. Eine derartige Korrektur könnte eine gesonderte Vereinbarung für Berufseinsteiger derzeit betriebswirtschaftlich entbehrlich machen.


Nicht die zukunftsweisenden Vorschläge der Verleger zur Sicherung von Arbeitsplätzen und zum Erhalt des Flächentarifs beschädigten das Berufsbild der Journalisten, sehr wohl aber der unverantwortliche öffentliche Umgang gewerkschaftsseitig damit.


Eindringlich warnte Hundhausen vor den Folgen eines Scheiterns der Tarifverhandlungen: „Der Flächentarifvertrag ist in Gefahr.“ Eine Reihe von Verlagen sei aufgrund der gewerkschaftlichen Uneinsichtigkeit bereits aus der Tarifgemeinschaft ausgetreten, andere würden folgen, wenn sich DJV und verdi weiter einer tragfähigen Vereinbarung verweigerten.


Die Verleger würden nicht tatenlos zusehen, wie Gewerkschaften mit überkommenen Streikritualen den insgesamt schwierigen Veränderungsprozess in der Zeitungslandschaft in unerträglicher Weise behinderten und Arbeitsplätze in hohem Maße gefährdeten.

Berlin, 
19. Juli 2011

Kontakt:

Hans-Joachim Fuhrmann
Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV)
Leiter des Bereichs Kommunikation + Multimedia, Mitglied der Geschäftsleitung

E-Mail: fuhrmann@bdzv.de
Tel: 030 / 726298-210
Handy: 0171/2613689

   





   
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