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Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger
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Zeitung und Internet 20022002 erschien die Studie "Zeitung und Internet". Vom BDZV in Auftrag gegeben, untersuchte Rüdiger Schulz, Institut für Demoskopie Allensbach, Wechselwirkungen zwischen Online- und Printnutzung. Insgesamt wurden 814 persönlich-mündliche Interviews mit 14- bis 39-Jährigen geführt. 515 Probanden waren bevölkerungsrepräsentativ nach dem Quotenverfahren ermittelt worden. Die restlichen 299 Befragten ergänzten die Stichprobe in einer Nachbefragung, die in "den Befragungswellen zur ACTA 2001 bzw. ACTA 2002 (Welle 1) angegeben hatten, mindestens ein- bis dreimal pro Monat Online-Angebote von Tageszeitungen zu nutzen" (Schulz 2002: 15). Es zeigte sich, dass Internet und Zeitung überwiegend komplementär genutzt wurden. Internet entzog der Zeitung keine Leserinnen und Leser. Statt dessen profitierten die Online-Angebote von Zeitungen vom guten Image des Stammproduktes - auch die Websites von Tageszeitungen stehen für Glaubwürdigkeit und seriöse Berichterstattung. Als problematisch erwies sich die Gewohnheit der Nutzer, Inhalte kostenlos abrufen zu können. Nur wenige waren bereit, für Angebote zu zahlen. Bei Zusatzangeboten wie Archivnutzung, Ticketservice oder Rubrikenmärkten zeigte sich zumindest eine "psychologische Zahlungsbereitschaft". Zusätzlicher persönlicher Nutzwert wurde als geldwerter Mehrwert begriffen. "Zeitungen bleiben starke Marken für die gesamte Bevölkerung, aber in der Gewinnung junger Zeitungsleser liegt nach wie vor eine große Herausforderung", so Schulz (ebd.: 153). Zudem könnte sich die Wechselwirkung von Online und Print in Zukunft verstärken. Auch habe sich die Reichweite des Internets zwar erhöht, jedoch sei die Nutzungsfrequenz bzw. -intensität gesunken. Neu hinzugekommene Online-Nutzer seien weniger an politischen Informationen interessiert als die User der ersten Stunde. "Wenn die Online-Angebote von Tageszeitungen kein ‚ungenutztes Medium' bleiben sollen, müssen verstärkt zielgruppenspezifische, individualisierte Informations- und Serviceangebote ins Internet gestellt werden, die die General-Interest-Angebote des Printprodukts Tageszeitung funktionsteilig ergänzen", lautet die zentrale Schlussfolgerung aus der Studie (ebd: 159). "Deshalb spricht vieles dafür, die Kernkompetenz als lokale, regionale Informationsplattform, aber auch als lokaler, regionaler Online-Marktplatz für Waren und Dienstleistungen, für E-Ticketing und andere Serviceangebote bewusst komplementär, also funktionsteilig zum Printangebot zu profilieren." (Ebd.) Statt Printinhalte lediglich ‚eins zu eins' auf das Internet zu übertragen, müssten Angebote entwickelt werden, die auf das Medium Internet zugeschnitten Mehrwert für die Nutzer bedeuteten. Notwendig sei zudem eine stärkere crossmediale Vernetzung von Online- und Printangeboten der Zeitungsverlage. Leser-Blatt-Bindung könne nur durch ‚komplementäre Online-Angebote gestärkt werden'. Bei den Rubrikenmärkten im Internetangebot von Zeitungen seien überregionale Kooperationen erforderlich, um der wachsenden Konkurrenz anderer Anbieter etwas entgegenzusetzen.
Die Folgerungen für die Praxis: Zehn Thesen und Handlungsoptionen. Von Georg Hesse (gekürzt)
Literatur: Schulz, Rüdiger (2002): Zeitung und Internet 2002. Mit einem Vorwort von Hans-Joachim Fuhrmann und Folgerungen für die Praxis von Georg Hesse. Berlin: ZV Zeitungs-Verl. Service. |
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