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18. September 2009 | Allgemeines

Zeitungsverleger: Freie Medien sind der Kitt der Bürgergesellschaft

Theodor-Wolff-Preis für fünf Journalisten/ 350 Gäste bei Preisverleihung/ Ausstellung im Jüdischen Museum

Mit einem Appell an die Verlage, in die Qualität der Redaktionen zu investieren, eröffnete Hermann Neusser, Vorsitzender des Kuratoriums für den Theodor-Wolff-Preis und Verleger des Bonner „General-Anzeigers“, am 2. September 2009 die Verleihung des Journalistenpreises der deutschen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis in Berlin.

„Unser Markenkern sind die guten, kritisch re­cherchierten Inhalte“, sagte Neusser und bekräf­tigte zugleich, dass freie Medien der Kitt der Bür­gergesellschaft seien. Sie seien allerdings kein gesellschaftlicher Reparaturbetrieb, der wieder ins Lot bringe, was in Politik und Gesellschaft schief gegangen ist. Alle Medien müssten sich selbstkritisch fragen, ob sie immer ihre Stärken ausspielten oder ob sie zur vordergründigen Per­sonalisierung und zur Trivialisierung der Politik beitrügen, erläuterte Neusser vor den rund 350 Gästen aus Verlagen, Kultur, Wirtschaft und Poli­tik. Zu Recht erwarte­ten Leser, Hörer und Zus­chauer heute auch von den Zeitungen stärker noch als früher Unterhal­tung. Doch dürfe es dabei nicht zu einer Verdrän­gung des Analytisch-Politi­schen zu Gunsten des Schnellen und Unterhalt­samen kommen.

Malte von Trotha, der Vorsitzende der Ge­schäftsführung der dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH, die gemeinsam mit dem BDZV die Fest­veranstaltung ausrichtete, würdigte die Vielzahl und Qualität der eingereichten Arbeiten. Sie zeigten, „wie lebendig unsere Branche ist und wie herausragender Printjournalismus im Jahr 2009 aussieht“. Die Deutsche Presse-Agentur werde auch in Zukunft eine ihrer vornehmsten Aufgaben darin sehen, ihre Kunden durch umfassende technische und inhaltliche Dienstleistungen dabei zu unterstützen, vorzüglichen, preiswürdigen Journalismus zu betreiben.

Der Journalistenpreis der deutschen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis geht in diesem Jahr an fünf Journalisten: Den mit 6.000 Euro dotierten Preis in der Kategorie „Kommentar/Glosse/Essay“ erhält Henning Sußebach („Die Zeit“, Hamburg). Die mit je 6.000 dotierten Auszeichnungen in der Sparte „Allgemeines“ gehen an Bastian Ober­mayer („Süddeutsche Zeitung“, München) und Thomas Scheen („Frankfurter Allgemeine Zei­tung“). Regina Krex-Köhler („Berliner Morgen­post“) wird die Würdigung in der Kategorie „Lo­kales“ zuerkannt. Den Preis für das Lebenswerk erhält Nina Grunenberg („Die Zeit“, Hamburg).

 

Preis für das Lebenswerk

Die politische Journalistin und Autorin Wibke Bruhns hielt die Laudatio auf die politische Jour­nalistin und Autorin Nina Grunenberg. Sie habe gut 900 Artikel von Nina Grunenberg im Archiv der „Zeit“ gefunden, erzählte Wibke Bruhns. Es gebe wohl kaum einen relevanten Politiker in den letzten 50 Jahren, den sie nicht portraitiert habe. Und zwar „immer in geschliffenem Stil, immer mit erstaunlichen Beobachtungen.“ Nina Grunenberg rede nicht viel, „aber sie beobachtet genau“.

Für die Unterhaltung bei Preisverleihung und anschließender Party im Berliner Radialsystem V sorgten junge Berliner Schauspieler und Musiker, unter ihnen das Schlossplatzquintett mit Absol­venten der Hanns-Eisler Hochschule für Musik und der deutsch-türkische R’nBesk-Sänger Sefo mit seiner Band.

Der vom BDZV getragene Journalistenpreis der deutschen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis erin­nert an den langjährigen Chefredakteur des le­gendären „Berliner Tageblatts“, Theodor Wolff. Er musste 1933 vor den Nazis ins französische Exil fliehen, wurde dort verhaftet und der Gestapo ausgeliefert und starb 1943 im Jüdischen Kran­kenhaus in Berlin.

Der unabhängigen Jury zum Theodor-Wolff-Preis gehören an: Peter Stefan Herbst (Chefre­dakteur „Saarbrücker Zeitung“), Wilm Herlyn (Chefredakteur Deutsche Presse-Agentur, Ham­burg), Bernd Hilder (Chefredakteur „Leipziger Volkszeitung"), Christoph Irion (Chefredakteur „Reutlinger General-Anzeiger“), Bascha Mika (Publizistin, Berlin), Ulrich Reitz (Chefredakteur „Westdeutsche Allgemeine Zeitung", Essen), Stephan Richter (Chefredakteur Schleswig-Hol­steinischer Zeitungsverlag, Flensburg), Evelyn Roll (leitende Redakteurin, „Süddeutsche Zei­tung", München) sowie Franz Sommerfeld (Mit­glied des Vorstands Mediengruppe M. DuMont Schauberg mit Zuständigkeit Redaktion, Köln).

Anlässlich der Preisverleihung wurde am 2. September in Berlin auch eine Kabinettausstel­lung zum Leben Theodor Wolffs im Jüdischen Museum in Berlin eröffnet. In Kooperation mit dem BDZV wird hier noch bis zum 31. Januar 2010 unter dem Titel „Ich will mir gern die Finger verbrennen. Der Journalist Theodor Wolff (1868-1943)“ ein Blick auf den Namensgeber dieses renommierten Preises ermöglicht. Wichtigster Leihgeber der Kabinettausstellung ist Professor Bernd Sösemann, Mitglied im Kuratorium für den Theodor-Wolff-Preis.

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