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05. März 2014 | Pressemitteilungen

Zeitungsverleger: Flächentarifvertrag hängt am seidenen Faden

BDZV_Logo_RZ„Der Erhalt des Flächentarifvertrags hängt am seidenen Faden.“ Das erklärte der Verhandlungsführer des BDZV, Georg Wallraf, am 5. März 2014 in Berlin. Die jüngsten Äußerungen von Gewerkschaftsvertretern insbesondere in Baden-Württemberg, die das Verlegerangebot bis zur Unkenntlichkeit verdrehten oder schlicht die Unwahrheit behaupteten, ließen ihn an einem ernsthaften Verhandlungswillen zweifeln. „Die Bekenntnisse der Gewerkschaften zum Flächentarifvertrag bleiben so lange Lippenbekenntnisse, solange die Gewerkschaften nicht konstruktiv eigene Vorschläge in die Verhandlungen einbringen“, erklärte Wallraf im Vorfeld der achten Verhandlungsrunde am 8. März 2014 in Hamburg. Anderenfalls würden weitere Verlage die Flucht in die OT-Mitgliedschaft antreten oder sich weitere BDZV-Landesverbände ganz aus dem Flächentarif verabschieden.

Der BDZV hatte im Rahmen der siebten Verhandlungsrunde das ausformulierte TARIFWERK ZUKUNFT vorgelegt. Es umfasst alle Tarifdokumente (Mantel-, Gehalt-, Volontärs- und Altersversorgungstarifvertrag). Damit sollte das komplexe Tarifwerk als konkrete Verhandlungsgrundlage dienen, um in den Gesprächen mit den Gewerkschaften Kompromisslinien auszuloten. DJV und dju hätten die Inhalte des TARIFWERKS ZUKUNFT jedoch nicht nur zugespitzt weitergegeben, sondern die Forderungen und Angebote auch teilweise falsch wiedergegeben, kritisierte Wallraf.

So stellte der Verhandlungsführer unter anderem klar, dass der BDZV anders als behauptet nie gefordert habe, die Tantiemen der Redakteure von den Verwertungsgesellschaften anzugreifen. „Das ist schlicht unwahr“, betonte Wallraf.

Falsch sei ferner die Behauptung, Urlaubs- und Weihnachtsgeld sollten halbiert werden. Die geplante Kürzung mache knapp zwei Prozent des Jahresgehalts aus und solle durch die angebotenen Gehaltserhöhungen kompensiert werden, erläuterte Wallraf.

Darüber hinaus wies der Verhandlungsführer darauf hin, dass die von den Gewerkschaften als besonders üble Zumutung klassifizierte Kürzung des Weihnachtsgelds bei Langzeiterkrankten bereits seit Jahren Bestandteil des Manteltarifvertrags sei (§4, Abs. 3). Mit dem TARIFWERK ZUKUNFT solle diese Kürzungsmöglichkeit zugunsten der Redakteure bei drei Monaten gedeckelt werden.

Dies seien nur einige der klarzustellenden Punkte, betonte Wallraf. Er appelliere an die Gewerkschaften, zu einer wahrheitsgemäßen Darstellung der Verhandlungsgegenstände zurückzukehren.

„Unser Tarifwerk Zukunft muss dem Strukturwandel, der in der Zeitungsbranche besonders tiefgreifende Auswirkungen hat, und einem völlig veränderten Wettbewerbsumfeld Rechnung tragen“, betonte der BDZV-Verhandlungsführer weiter. Wer eine zukunftsgerichtete Personalpolitik betreiben wolle, müsse sich mit allen Parametern des für Zeitungsredakteure besonders komfortabel ausgestatteten Tarifwerks befassen. Weiter machte Wallraf deutlich, dass es Aufgabe von Tarifverträgen sei, Mindestarbeitsbedingungen zu schaffen. „Verleger und Gewerkschaften stehen in der Verantwortung, zukunftssichernde Bedingungen für eine Branche im Umbruch zu schaffen. Diesem Anspruch wird eine Gewerkschaftshaltung nicht gerecht, die außer einer überhöhten Gehaltsforderung nicht konstruktiv verhandeln, sondern sich durch die Androhung von Urabstimmung und Streikausweitung aus der Verantwortung ziehen will“, betonte der Verhandlungsführer des BDZV.

Die Tarifverhandlungen werden am 8. März in Hamburg fortgeführt.

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Ort: Berlin

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