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16. September 1999 | Pressemitteilungen

Zeitungsverleger erwarten Erweiterung des Zeugnisverweigerungsrechts

Acht Journalisten in Leipzig mit Journalistenpreis der deutschen Zeitungen - Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet

Leipzig, 16. September 1999

Die deutschen Zeitungsverleger erwarten, dass das Zeugnisverweigerungsrecht so schnell wie möglich auf selbstrecherchiertes Material ausgeweitet wird. Bei diesem Thema gebe es einen Konsens zwischen Verlegern und Journalisten einerseits und der Bundesregierung auf der anderen Seite, erklärte Claus Larass, Mitglied im Präsidium des Bundesverbandes Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) und Vorstand Zeitungen bei der Axel Springer Verlag AG, Hamburg/Berlin, bei der Verleihung des Journalistenpreises der deutschen Zeitungen - Theodor-Wolff-Preis am 16. September 1999 in Leipzig. Larass erinnerte daran, dass die Zeitungsverleger bereits seit Jahren angemahnt hätten, das Zeugnisverweigerungsrecht zu erweitern, um die Pressefreiheit zu stärken. Es dürfe nicht nur das geschützt sein, was Dritte einem Journalisten mitteilen, sondern auch das, was der Journalist selbst recherchiert hat. Zu oft sei das Zeugnisverweigerungsrecht in der Vergangenheit ausgehöhlt worden. Beschlagnahmungs- und Durchsuchungsaktionen in Redaktionen und in Wohnungen von Journalisten seien mit den Prinzipien einer freien Presse nicht zu vereinbaren.

Der Vorsitzende des Kuratoriums für den Theodor-Wolff-Preis und frühere Präsident des BDZV, Rolf Terheyden, appellierte an die Redaktionen, die Qualität der Zeitungen weiter zu stärken. Diese müsse im Dialog zwischen Verlag und Redaktion ausgebaut werden. Die Zeitung brauche starke journalistische Persönlichkeiten, die das Besondere wagten, und Verleger, die solche herausragenden Arbeiten ermöglichten.

Die Schriftstellerin Monika Maron appellierte in ihrer Festansprache an die Journalisten in Ost und West, in der Berichterstattung stärker zu differenzieren und nicht in Klischees zu verfallen, die den Blick für gesellschaftliche Entwicklungen verstellten.

Acht Journalisten sind in Leipzig mit dem Journalistenpreis der deutschen Zeitungen - Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet worden. Der renommierteste deutsche Journalistenpreis ist nach dem ehemaligen Chefredakteur des "Berliner Tageblatts", Theodor Wolff, benannt und wird jährlich vom BDZV verliehen. Der mit 11.000 Mark dotierte Preis in der Kategorie "Essayistischer Journalismus" ging an Maxim Biller für seinen Beitrag "Unschuld mit Grünspan" (Frankfurter Allgemeine Zeitung). Biller hinterfragt provokant und sprachlich brillant die Darstellung des Krieges durch deutsche Autoren, die selbst Soldaten waren.

Die mit je 9.000 Mark dotierten Preise in der Sparte "Allgemeines" erhielten: Karin Großmann für ihre Reportage "An der Lagerstatt des Leselandes" (Sächsische Zeitung, Dresden), ein Beitrag, der sich mit der Literaturzensur in der ehemaligen DDR befaßt; Joachim Käppner für den Beitrag "Bis die Freiheit aufersteht", eine kritische Auseinandersetzung mit den 150-Jahr-Gedenkfeiern der Revolution von 1848 (Deutsches Allgemeines Sonntagsblatt, Hamburg); sowie Annette Ramelsberger für ihren Artikel "Für eine Abschiebung ist es nie zu spät" (Süddeutsche Zeitung, München), eine Darstellung über die Abschiebung einer ungarischen Familie.

In der Kategorie "Lokales" ging der Theodor-Wolff-Preis an Brigitte Desalm, Bernhard Stuhlfelner und Hubert Wolf: Brigitte Desalm wird preisgekrönt für ihre Reportage Fluchtpunkt für die Volksseele" (Kölner Stadt-Anzeiger), in der sie das Leben um das Kölner "Büdchen" beschreibt, ohne dabei in Nostalgie zu verfallen. Stuhlfelner schildert unter dem Titel "Ein Unfallopfer mahnt: Es kann jeden treffen" (Straubinger Tagblatt) das Verhalten von Unfallzeugen, die nur zuschauen, aber den Verunglückten nicht helfen. Wolf durchleutet in einer Serie "Im Westen viel Neues

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