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29. September 2014 | Pressemitteilungen

„Zeitungen sind für Zivilgesellschaft systemrelevant“

BDZV-Präsident Heinen eröffnet Jubiläumskongress der Zeitungen in Berlin

Themen: Mindestlohn, Medienpolitik, Online, Datenschutz

„Zeitungen sind für die Zivilgesellschaft systemrelevant“, sagte der Präsident des BDZV, Helmut Heinen, bei der Eröffnung des BDZV-Zeitungskongresses am 29. September 2014 in Berlin vor mehr als 500 Teilnehmern. In einer zunehmend atomisierten Informationskultur seien die Zeitungsmarken Garanten für professionell recherchierte Nachrichten und sorgten für eine Einordnung des politischen, wirtschaftlichen und kulturellen Geschehens. Mit ihrer großartigen publizistischen Leistung erreichten die deutschen Zeitungen auf Papier und auf elektronischen Trägern vier von fünf Bürgern.

Heinen hob hervor, dass der tiefgreifende Transformationsprozess in der Zeitungsbranche noch längst nicht abgeschlossen sei. Es sei erfreulich, dass über Smartphones und Tablet-PC auch ganz neue Zielgruppen erreicht würden, doch bei den digitalen Angeboten seien wirklich nachhaltige Geschäftsmodelle noch nicht gefunden. Diese seien allerdings notwendig zur langfristigen Finanzierung von professionellem Journalismus. Bei der Etablierung einer digitalen Bezahlkultur sei ein langer Atem notwendig.

Optimistisch stimme die Tatsache, dass die Menschen zunehmend bereit seien, für gute digitale Informationen und Serviceangebote zu bezahlen. Mit 22 Millionen verkauften Zeitungsexemplaren, 44,5 Millionen Lesern der gedruckten Ausgaben und 31 Millionen regelmäßigen Besuchern der Websites sei Deutschland der größte Zeitungsmarkt in Europa und der fünftgrößte der Welt. Anlässlich des Zeitungskongresses, der zugleich das 60-jährige Jubiläum des BDZV ist, stellte der BDZV-Präsident fest, dass die besondere Leistung der Zeitungsmarken für die demokratische Gesellschaft die Verlage legitimiere, besondere Anforderungen und Erwartungen an die Politik zu stellen. Er appellierte an die politischen Entscheider in Berlin und Brüssel, den reduzierten Mehrwertsteuersatz auf digitale Presseprodukte auszudehnen. Ohnehin sei es eine grundsätzlich falsche Entscheidung, auf Bildung und Meinungsbildung überhaupt Steuern zu erheben – „in einem Land, das auf den Reichtum in den Köpfen seiner Bürger angewiesen ist“ so Heinen.

Zum Thema Datenschutz führte der BDZV-Präsident aus, dass dieser ein hohes Gut sei. Doch dürften gesetzliche Regulierungen nicht dazu führen, dass die Kommunikation zwischen Verlagen und ihren Lesern blockiert werde. Heinen mahnte an, dass bei vielen Gesetzgebungsverfahren die besonderen Auswirkungen auf die Presse oft zu spät oder gar nicht erkannt würden. So würden die Zeitungen immer wieder von Kollateralschäden getroffen, obgleich sie gar nicht im Zentrum der politischen Ziele stünden. Als Beispiel nannte Heinen die gesetzlichen Regelungen zum Mindestlohn. Deshalb fordere der BDZV eine bessere Überprüfung von Gesetzen im Hinblick auf ihre Folgen für die Presse.

Anfragen für druckfähige Fotos können Sie an Jutta Lütkecosmann richten.

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