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14. September 1999 | Pressemitteilungen

Zeitungen planen gemeinsame nationale Online-Plattform für Rubrikanzeigen

Die deutschen Zeitungsverlage wollen auch online die Nummer eins bei der Vermarktung von Rubrikanzeigen sein, erklärte der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) bei seiner Jahrespressekonferenz am 14. September 1999 in Berlin. Derzeit würden unter der Moderation des BDZV Unternehmens- und Geschäftsmodelle erarbeitet, erklärte der Leiter des Bereichs Kommunikation + Multimedia, Hans-Joachim Fuhrmann. Bereits Anfang Oktober wollen sich die Gremien des Verlegerverbandes mit Möglichkeiten der Kooperation befassen. "Es ist wichtig, dass das Unternehmen schnell aufgebaut wird und vom ersten Tag an effizient arbeiten kann, doch ebenso bedeutsam ist, dass sich jeder interessierte Verlag in einem solchen Unternehmen wiederfindet", so Fuhrmann. Die Voraussetzungen für ein erfolgreiches Projekt seien gut, zumal die Zeitungen auch online bereits stark im Rubrikanzeigengeschäft engagiert seien. Der Großteil der 160 Zeitungsverlage mit eigenen Online-Angeboten stelle seine Rubrikanzeigen - zum Teil mit komfortablen Suchfunktionen - ins Netz. Während es sich dabei allerdings um lokale und regionale Rubrikenmärkte handele, seien Branchenfremde dabei, "riesige Datenbanken aufzubauen", wo der Handel mit Autos, Immobilien, Stellen, Reisen und anderem mehr von Anfang an national oder international betrieben würde. Diesen Wettbewerbern wollten die Zeitungsverlage eine große nationale Marke für das Rubrikengeschäft entgegensetzen.

Der BDZV wies darauf hin, dass die Rubrikanzeigen bei den Zeitungen bis zu 60 Prozent der Anzeigenumsätze ausmachten. Das Internet habe sich noch nicht negativ auf dieses Geschäft ausgewirkt. Doch mit der wachsenden Marktdurchdringung des neuen Mediums müssten die gedruckten Zeitungen mit Einbußen rechnen. "Umso wichtiger ist es, dass die Nutzer auch im Internet bei den Zeitungen bleiben", so Fuhrmann.

Die Zeitungen profitieren davon, dass immer mehr Bundesbürger das Internet nutzen und auch die individuelle Nutzungsdauer zunimmt. Mittlerweile sind etwa zehn Millionen Bundesbürger im Alter von 14 bis 59 Jahren im Netz, bei den 20- bis 29-Jährigen ist es jeder Dritte. Bei den 14- bis 19-Jährigen jeder Fünfte. Die meisten Zeitungen setzen bei ihren Online-Auftritten auch weiterhin auf die lokale Stärke. Dabei sei die lokale Berichterstattung nur ein Teil des Angebots, so der BDZV. Hinzu kämen viele Servicefunktionen, lokale Suchmaschinen, personalisierte Nachrichtenangebote und E-Mail. Damit bildeten die Zeitungsverlage lokale beziehungsweise regionale Portal-Seiten und folgten den Produktstrategien großer Anbieter.

Der BDZV machte deutlich, dass die Zeit des Improvisierens und Experimentierens im neuen Medium auch für die Zeitungsverlage endgültig vorbei sei. "Wer heute noch die gedruckte Zeitung ins Netz stellt, provoziert Enttäuschung bei den Nutzern." Statt diese mit viel Werbe- und Marketingaufwand zurückholen zu müssen, sollte von Anfang an ein gutes Produkt angeboten werden.

Die Zeitungsverleger gehen davon aus, dass die Nutzer auch auf längere Sicht nicht bereit sein werden, für Inhalte zu zahlen. Allenfalls Fachinformationen für einzelne Zielgruppen könnten gegen Entgelt angeboten werden. Die wichtigste Einnahmequelle bleibe deshalb bis auf Weiteres die Werbung, die sich im Netz zwar sehr dynamisch, doch auf einem relativ niedrigen Niveau entwickle. So steigerten sich die Gesamtwerbeumsätze im Internet in Deutschland von 14 Millionen im Jahr 1997 auf 50 Millionen im vergangenen Jahr. In diesem Jahr rechne die Kommunikationsbranche mit über 100 Millionen Mark Umsatz aus Online-Medien. In wieweit die Verlage beim E-Commerce profitieren könnten, bleibe abzuwarten. Daneben machten die Verlage einen Teil ihrer Umsätze mit Access-Providing (Anbieten von Internet-Zugängen) sowie Service-Providing (zum Beispiel Gestaltung und Pflege von fremden Internetseiten). Im redaktionellen Bereich könne das Syndication-Prinzip, das heißt die Lieferung von redaktionellen Inhalten an Dritte, noch weiter entwickelt werden.

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