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16. September 2002 | Pressemitteilungen

Wirtschaftliche und publizistische Kraft der Verlage steigern

BDZV-Präsident Helmut Heinen eröffnet Zeitungskongress

Hamburg, 16. September 2002

Die redaktionelle Qualität bildet das Rückgrat der Zeitung. Gerade in wirtschaftlich schwierigen Zeiten ist Qualität der Schlüssel zum Erfolg, sagte der Präsident des Bundesverbands Deutscher Zeitungsverleger (BDZV), Helmut Heinen, anlässlich der Eröffnung des Zeitungskongresses heute in Hamburg. Die von den deutschen Zeitungen vor Jahren angestoßene Qualitätsoffensive müsse weiter gehen. Dabei bedürfe es einer Doppelstrategie. „Wir müssen alle Kosten auf den Prüfstand stellen und zugleich die wirtschaftliche und publizistische Kraft unserer Verlage steigern“, erklärte Heinen.

 

Bestandteil dieser Zukunftsstrategie seien auch die Aktivitäten der Zeitungsverlage im Internet, führte der BDZV-Präsident weiter aus. Mittlerweile seien die Zeitungen mit mehr als 400 Online-Angeboten präsent. Das Internet werde weiter wachsen und damit auch für die Zeitungen immer wichtiger – vor allem zum Erreichen der jugendlichen Nutzer. Heinen wies in diesem Zusammenhang auf die heute vorgestellte Studie „Zeitung und Internet“ vom Institut für Demoskopie Allensbach hin, die belegt, dass Print- und Online-Angebote bisher überwiegend ergänzend genutzt werden, der Zeitung also durch das Internet keine Leser verloren gegangen sind.

 

Scharfe Kritik übte der BDZV-Präsident an der „nach wie vor ungebremsten Internet-Expansion der gebührenfinanzierten Fernsehsender ARD und ZDF“. Das im Rundfunkstaatsvertrag festgelegte Verbot von Sponsoring und Werbung reiche nicht aus. Künftig müsse klar und eindeutig gelten, dass auch E-Commerce, Kleinanzeigenmärkte, Erotikangebote Computerspiele oder Kooperationen mit kommerziellen Anbietern nichts auf den Internetseiten öffentlich-rechtlicher Rundfunksender verloren hätten. ARD und ZDF würden mit ihren gebührenfinanzierten Aktivitäten den Onkline-Markt zu Ungunsten privatwirtschaftlicher Anbieter verzerren. Heinen forderte, dass die Ministerpräsidenten der Länder hier „endlich Grenzen klären“ und „den Wildwuchs beschneiden“ müssten.

 

Mit Blick auf die wirtschaftliche Lage der Zeitungsbranche wie der Medienbranche insgesamt machte Heinen deutlich, dass es sich hier nicht um eine „Strukturkrise“, sondern um eine „Konjunkturkrise“ handele. So sei trotz des erweiterten Fernseh- und Zeitschriftenangebots die Zeitung nach wie vor der größte Informations- und Werbeträger. Kritisch setzte Heinen sich mit den politischen Rahmenbedingungen auseinander. Ein „ökonomischer wie auch sozialpolitischer Sündenfall“ sei das Gesetz über die 630-Mark-Jobs gewesen, von dem sich die Zeitungsbranche bis heute nicht erholt habe. Heinen appellierte an den zu wählenden neuen Bundestag, dieses „Trauerspiel zu beenden und zu einer Politik zurückzufinden, die den Unternehmen wieder Luft verschafft und ihnen Raum gibt für Kreativität und Innovation“.

 

Auf die strikte Ablehnung der Zeitungsverleger trifft auch der neuerliche Versuch der Europäischen Kommission in Brüssel, Werbeverbote durchzusetzen. Solche Gesetze seien gesundheitspolitisch wirkungslos und würden die Mitgliedstaaten in ihrer Regelungskompetenz im Gesundheitswesen endmündigen. Als Gefährdung tausender von Arbeitsplätzen bewertete der BDZV-Präsident den jüngsten Tarifabschluss in der Druckindustrie mit Lohnerhöhungen von 3,4 Prozent. Die gewerkschaftliche Tarifpolitik ignoriere die dramatisch schlechte Lage der Branche, sagte Heinen. Der Abschluss sei der höchste und teuerste der vergangenen zehn Jahre und berge die Gefahr, dass „Arbeitsplätze verloren gehen oder übertarifliche Leistungen abgebaut werden müssen“.

 

Die Rede von Helmut Heinen

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