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10. Mai 2000 | Allgemeines

Verbote passen nicht zu einer liberalen Ordnung

Helmut Heinen neuer Präsident des BDZV / Wilhelm Sandmann Ehrenmitglied des Präsidiums

Helmut Heinen ist neuer Präsident des BDZV. Die Delegiertenversammlung, das höchste Beschlussgremium der Organisation, wählte ihn am 8. Mai 2000 in Berlin einstimmig zum Nachfolger Wilhelm Sandmanns, der nicht mehr für dieses Amt kandidierte. Sandmann wurde einstimmig zum Ehrenmitglied des Präsidiums bestimmt. Helmut Heinen ist Herausgeber der "Kölnischen/ Bonner Rundschau" und gehört seit 1990 dem Präsidium des BDZV an.

Sein Vorgänger im Amt des BDZV-Präsidenten, Wilhelm Sandmann, stand acht Jahre an der Spitze des Verlegerverbands. Dem Präsidium des BDZV gehörte der Vorsitzende des Aufsichtsrats der Verlagsgesellschaft Madsack GmbH & Co. in Hannover bereits seit 1984 an. Unter Wilhelm Sandmanns Ägide wurden unter anderem die ZMG in Frankfurt als Marketingorganisation aller deutschen Tages-, Wochen- und Sonntagszeitungen gegründet und der Beschluss zur Verlegung der Dachorganisation in die Hauptstadt Berlin gefasst. Hier wird der BDZV mit anderen Medienverbänden am 1. August 2000 das "Haus der Presse" beziehen.

Neu in das Präsidium rückte Claus Larass, Vorstand Zeitungen der Axel Springer Verlag AG Berlin/Hamburg, der dem Gremium bislang kooptiert war. Als Vizepräsidenten in ihrem Amt bestätigt wurden Dr. Pierre Gerckens, Vorsitzender des Aufsichtsrats der Verlagsgruppe Handelsblatt in Düsseldorf; Dr. Wolfgang Pütz, Verleger und Herausgeber des "Remscheider General-Anzeigers", und Dr. Richard Rebmann, Verleger des "Schwarzwälder Boten" in Oberndorf, sowie als kooptiertes Mitglied Rüdiger Niemann.

Die Verteidigung der wirtschaftlichen und publizistischen Unabhängigkeit der Zeitungen wird auch in Zukunft eine der wichtigsten Aufgaben des BDZV sein, erklärte der neu gewählte Präsident der Organisation, Helmut Heinen, bei einem Empfang aus Anlass des Präsidentenwechsels. Diese Aufgabe stelle sich jedem Präsidium neu. Ziel sei es dabei, die "rechte Balance in der Wirtschafts-, Steuer- und Wettbewerbspolitik auf nationaler wie auf supranationaler Ebene" zu finden. Heinen sprach in diesem Zusammenhang auch das von der Europäischen Kommission verhängte Tabakwerbeverbot an, gegen das die deutschen Zeitungsverleger gemeinsam mit anderen Medienverbänden nachhaltig Widerstand leisteten. Er appellierte an die Bundesregierung, sie solle an ihrer Klage gegen das Gesetz vor dem Europäischen Gerichtshof festhalten und "kraftvoll und überzeugend" gegen diesen "Akt der Zensur" auftreten, der einen Angriff auf die wirtschaftlichen Grundlagen der privaten Medien bedeute. "Verbote passen nicht zu einer liberalen Ordnung."

Der scheidende Präsident Sandmann forderte in seiner Abschiedsrede vor rund 170 Gästen aus Politik, Kultur, Wirtschaft und Medien die Zeitungen dazu auf, sich täglich "um Glaubwürdigkeit und seriöse Berichterstattung" zu bemühen, "dann behalten wir in unserer demokratischen Gesellschaft, in der die Presse besonders privilegiert ist, auch unsere Funktion". Aufgabe der Zeitungen sei es, Transparenz und Öffentlichkeit zu schaffen. Viele Fehlentwicklungen in unserer Gesellschaft seien erst durch die Presse öffentlich gemacht worden.

Rolf Terheyden, Ehrenmitglied im BDZV-Präsidium, würdigte Sandmann als einen "Mann der leisen Töne", der gleichwohl immer dann klare und eindrückliche Worte gefunden habe, wenn es die Sache erforderte. Kompromisslos habe Sandmann sich insbesondere bei Angriffen auf die Pressefreiheit gezeigt. Terheyden erwähnte in diesem Zusammenhang die Abwehr des "großen Lauschangriffs" und der Implementierung von Datenschützern in den Redaktionen sowie Sandmanns Bemühen um die Absicherung des Zeugnisverweigerungsrechts. Terheyden wörtlich: "Nur wenn ein Vertrauensschutz des Journalisten gewährleistet ist, können die Zeitungen ungehindert und umfassend informieren und aufklären."

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