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05. Juni 2015 | Pressemitteilungen

Trauer um Alfred Neven DuMont

30. Mai 2015

Der BDZV trauert um sein Ehrenmitglied im Präsidium und früheren BDZV-Präsidenten Professor Alfred Neven DuMont. Der Ehrenvorsitzende des Aufsichtsrats der Mediengruppe M. DuMont Schauberg und Verleger des „Kölner Stadt-Anzeigers“, des „Express“ (Köln), der „Mitteldeutschen Zeitung“ (Halle), der „Berliner Zeitung“ und des „Berliner Kuriers“ sowie der „Hamburger Morgenpost“ ist am 30. Mai 2015 in seinem 89. Lebensjahr gestorben.

Professor Alfred Neven DuMont beim Zeitungskongress im September 2014 in Berlin. Foto: BDZV/AusserhoferProfessor Alfred Neven DuMont beim Zeitungskongress im September 2014 in Berlin. Foto: BDZV/AusserhoferBDZV-Präsident Helmut Heinen würdigte Alfred Neven DuMont, der „mehr als 60 Jahre im Familienunternehmen M. DuMont Schauberg in unvergleichlicher Manier die doppelte Funktion des Zeitungsverlegers als publizistischer Kopf und als wirtschaftlich verantwortlicher Unternehmer gelebt“ habe. Der Verleger habe sein Amt  als BDZV-Präsident in schwierigen Zeiten für die Branche angetreten. Mit dem Presserechtsrahmengesetz sei es um eine der wichtigsten medienpolitischen Diskussionen der bundesrepublikanischen Geschichte gegangen. Alfred Neven DuMont habe seinerzeit „größten Schaden von den Zeitungen abgewendet“.

Alfred Neven DuMont hatte als 28-Jähriger die Tätig­keit im elterlichen Verlagshaus aufgenommen, an dessen Spitze er  in der elften Generation stand. Zuvor hatte er in Köln und München Philosophie, Geschichte und Literatur studiert, anschließend beim Axel Springer Verlag und bei der „Süddeut­schen Zeitung“ in München erste verlagsprakti­sche Erfahrungen erworben und ein Studium an der Medial School of Journalism an der North Western University of Chicago absolviert. 1957 wurde er Herausgeber der Kulturzeitschrift „Mag­num“, drei Jahre später Herausgeber des „Kölner Stadt-Anzeigers“. 1964 gründete Alfred Neven DuMont die Boulevardzeitung „Express“. Nach dem Tod seines Vaters Dr. Kurt Neven DuMont wurde er alleiniger Herausgeber von „Kölner Stadt-Anzeiger“ und „Express“. Den Vorsitz der Geschäftsführung des Verlags führte Alfred Ne­ven DuMont bis 1990; seither stand er an der Spitze des Aufsichtsrats; im Januar 2015 übergab er den Vorsitz an Christian DuMont Schütte und wurde selbst zum Ehrenvorsitzenden des Gremiums ernannt.

Traueranzeige_AND.pdfÜber das erfolgreiche Wirken im eigenen Un­ternehmen hinaus setzt sich Neven DuMont Jahrzehnte lang mit großem Engagement für die gemein­samen Belange der deutschen Zeitungs­verleger ein. 1970 wurde er in das Präsidium des BDZV berufen, zehn Jahre später wählte ihn die Dele­giertenversammlung zum Präsidenten. An der Spitze des BDZV trat Neven DuMont vor al­lem für die Erhaltung der Pressevielfalt und die Sicherung der publizistischen Funktion des Verle­gers ein.  Daneben lag ihm die Förde­rung des journalistischen Nachwuchses am Her­zen. Als BDZV-Präsident engagierte Alfred Neven DuMont sich auch nachdrücklich für die Beteiligung der Zeitun­gen an den elektronischen Medien.

In Anerkennung seines erfolgreichen und viel­fältigen Engagements im Präsidentenamt, das er bis 1984 ausübte, wurde der Kölner Verleger zum Ehrenmitglied des BDZV-Präsidiums ernannt. Außerdem war er langjähriges Mitglied im Vorstand des Zeitungsverleger Verbands Nordrhein-West­falen. Seine Verdienste um die deutsche Presse sind vielfach gewürdigt worden, unter anderem mit dem großen Verdienstkreuz des Verdienstor­dens der Bundesrepublik mit Stern. Im Oktober 2001 wurde ihm von der Universität Halle eine Honorarprofessur für Medienpolitik und Ökonomie verliehen. Wenige Monate zuvor hatte ihn die Stadt Köln zum Ehrenbürger ernannt.

Stimmen zum Tod von Alfred Neven DuMont (mit dpa)

  • Franz Sommerfeld, langjähriger Chefredakteur des "Kölner Stadt-Anzeigers", in einem bewegenden Facebook-Post: "Über 15 Jahre habe ich mit diesem letzten großen deutschen Verleger zusammen gearbeitet. Er war immer für eine Diskussion zu gewinnen, über Politik, Gesellschaft und Literatur; nur in Fragen der Kunst nahm mich der große Sammler nicht wirklich Ernst, das ging eher nach dem Quiz-Prinzip. Seine historischen Kenntnisse verblüfften mich und ich dachte: 'Woher weiss er das bloss?' So lange er sich nicht langweilte, war er brillant. Er hat sich immer als einen politischen Verleger verstanden."

  • Christoph Driessen, Leiter des Kölner dpa-Büros: "Viele schillernde Gestalten hat die Verleger-Dynastie hervorgebracht - und Alfred Neven DuMont war vielleicht die schillerndste. [...] Kritiker meinen, seine Zeitungsliebe habe ihm den Blick auf die unternehmerischen Risiken verstellt - was man in gewisser Weise auch als Kompliment auffassen kann. Immer wieder warnte er davor, Qualitätsblätter dürften nicht irgendwelchen Managern überlassen werden: 'Zeitungen sind keine normalen Unternehmen', war seine Überzeugung. 'Das ist etwas ganz, ganz anderes.'"

  • Nachruf im "Kölner Stadt-Anzeiger": "Ein Herr, ein Steuermann, einer, der die Richtung vorgibt. Und auch als die Kräfte nachließen, die Stimme immer leiser wurde und das Atmen schwer fiel, hat er noch von der Zukunft gesprochen."

  • Konstantin Neven DuMont via Facebook: “Vielen Dank für die zahlreichen Beileidsbekundungen. Einer der letzten Wünsche meines Vaters war, dass wir Menschen friedlich miteinander umgehen. Was für eine schöne Botschaft.”

  • WDR-Intendant Tom Buhrow: "Mit Alfred Neven DuMont geht eine große Verlegerpersönlichkeit. Er hat die Zeitungslandschaft in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus über Jahrzehnte hinweg stark geprägt und galt zu Recht als Visionär in der Printmedienlandschaft. Mit großer Leidenschaft und unermüdlicher Zielstrebigkeit ist er im Zeitungsjournalismus immer wieder neue Wege gegangen - auch zuletzt im digitalen Zeitalter. Seine Vielseitigkeit und Geradlinigkeit waren einzigartig und haben für viele Vorbildcharakter. Die persönlichen Begegnungen mit ihm waren beeindruckend. Ich werde ihn als Gesprächspartner sehr vermissen."

  • "Tagesspiegel"-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff: "Er war Patrizier und stolz darauf. Er lebte es. Schon die Haltung zeigte das, die körperliche, aber auch die andere. Er war groß und hielt sich entsprechend. Alfred Neven war der, auf den die Menschen dieser Stadt blickten wie auf keinen Zweiten. In seiner Größe war er unübersehbar. Und ja, er sorgte dafür, dass es keiner übersehen konnte. Sein Wort zählte, in jeder Hinsicht. Er war Patrizier – und Patriarch, nicht nur der seines Unternehmens, sondern der Stadt, die er sah wie wenige noch."

  • "Welt"-Redakteur Christian Meier : "Alfred Neven DuMont, geboren 1927, vereinte in sich das Gespür für das Verlegertum wie die Begeisterung für die Künste. Er war Unternehmer und Kreativer zugleich. [...] Natürlich liebte Neven DuMont den Applaus. Aber noch mehr liebte er Zeitungen. Auch darum trat er immer wieder mit Kritik an der Medienpolitik in Erscheinung, forderte immer wieder eine Lockerung des Kartellrechts. Zu den 'größten Konkurrenten' der Zeitungen hatte der Verleger im vergangenen Jahr Facebook, Google, Twitter und Ebay erklärt.”

  • Hans Leyendecker in der "Süddeutschen Zeitung" : “Alfred Neven DuMont war eine ungewöhnliche Persönlichkeit. Sein Ego hatte in guten Tagen ganz großes Format, aber selbst die Stichwortbringer in seiner Umgebung profitierten davon. Er war kein Sparer mit sich. Ein Fleiß-Fanatiker war er auch. Seine große Liebe war die Zeitung. [...] Vor allem war er aber Verleger. Es war schon beeindruckend, dass er den Glauben an die Wichtigkeit des Verlegerseins und an die Bedeutung der Blätter nie verlor. Dass Zeitungen besser, aber auch teurer werden müssen, hat er in Reden immer wieder betont. 'Zeitungen mit Charakter' wollte er."

  • Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU): "Eine profilierte Leitfigur des verlegerischen Schaffens."

  • Vize-Kanzler Sigmar Gabriel (SPD): "[Alfred Neven DuMont hat] einen wichtigen Beitrag zum Funktionieren der Demokratie geleistet."

  • Norbert Walter-Bojans, NRW-Finanzminister: "Markstein in der deutschen Medienlandschaft."

  • Jürgen Roters, Oberbürgermeister der Stadt Köln: "Ein Mann mit nahezu unbändiger Schaffens- und Gestaltungskraft. [...] Wir verneigen uns vor seinem Lebenswerk."

  • Geschäftsführung und Chefredaktion der dpa: "Mit Alfred Neven DuMont verliert die deutsche Presselandschaft eine ihrer herausragenden Unternehmerpersönlichkeiten. [..] Der Deutschen Presseagentur war er als ein stets konstruktiver, aber auch kritischer Begleiter verbunden."

Seine letzte große und viel beachtete Rede für die Zeitungsbranche hat der Kölner Verleger Alfred Neven DuMont (1927 - 2015) beim BDZV-Zeitungskongress im September 2014 in Berlin gehalten. Einen kurzen Ausschnitt finden Sie am Ende dieses Videos.

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