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24. Juni 2015 |

Newsletter als Zusatzprodukte boomen / BDZV-Konferenz Chefredakteure in Berlin

24. Juni 2015

Themen: Paid Content, Studien, Veranstaltungen, Vermarktung, ZV Akademie

Sie heißen „Checkpoint“, „Stimme des Westens“, „Vorab:“, „Hauptwache“, „Morningbriefing“ oder einfach nur „Post vom Chefredakteur“. Immer mehr Chefredaktionen von Zeitungen nutzen den Newsletter als zusätzlichen Kommunikationskanal zu ihren Lesern. Allein in diesem Jahr werden nach einer Erhebung des BDZV mehr als 20 Zeitungen einen Chefredakteurs-Newsletter einführen. Die Newsletter seien ein Beispiel für den Innovationsgeist und die Experimentierfreude in den Redaktionen, erklärte Hans-Joachim Fuhrmann, Mitglied der BDZV- Geschäftsleitung, bei der Eröffnung der Konferenz Chefredakteure am 24. Juni 2015 in Berlin.

DSC_0078.JPGZiel sei es, mit neuen Themen, anderen inhaltlichen Formaten und neuartigen Produkten zu überraschen. Bei den Newslettern stehe die Penetration der Zeitungsmarke und die emotionale Bindung der Leser an die Redaktion im Fokus. Im Schnitt erreichten die Newsletter 35.000 Abon-nenten, in der Spitze seien es 150.000 und mehr.

Besonders erfolgreich ist der Newsletter "Checkpoint" von „Tagesspiegel“-Chefredakteur Lorenz Maroldt – der kürzlich mit dem Grimme Online Award ausgezeichnet wurde. Gemeinsam mit Chefredakteurs-Kollege Stephan-Andreas Casdorff sprach Maroldt bei der Konferenz über Teamarbeit und neue journalistische Produkte bei der Berliner Tageszeitung.

Im Zentrum der Konferenz Chefredakteure standen Digitalstrategien der Verlage sowie wegweisende Zeitungsprodukte. Zu den Gästen auf der Bühne gehörten auch Donata Hopfen, Verlagsgeschäftsführerin BILD-Gruppe und Christoph Bauer, Vorstandsvorsitzender Mediengruppe M. DuMont Schauberg. Donata Hopfen zeigte die Digitalstrategie der Boulevardzeitung auf: „Früh dabei sein und lernen - und erst dann schauen, wo die Chancen und Risiken liegen." An die Teilnehmer appellierte sie: „Man muss mitgestalten - sonst wird man gestaltet." Christoph Bauer gab Einsichten in die Erneuerungsprozesse des Kölner Verlagshauses. „Es geht nicht immer nur um die großen Schritte - man muss viele kleine Dinge bewegen", sagte Bauer. Print sei noch lange nicht tot. „Wir müssen Print nur wieder neu erfinden."

 

Einen wertvollen Blick ins Nachbarland gewährte Philippe Remarque, Chefredakteur der presigekrönten niederländischen Zeitung  „De Volkskrant“ (Amsterdam), die in den vergangenen Jahren mit mutigen Designänderungen und neuen journalistischen Produkten auf sich aufmerksam machte. „Evolution, keine Revolution", erklärte Remarque die Erneuerungsstrategien in seinem Haus. Besonders wichtig sei es, die richtigen Mitarbeiters an Board zu haben („Wir müssen ein Magnet für Talente sein!“). Dabei sei Erfahrung nicht immer wichtig, man müsse gute Ideen haben. Remarque: „Wenn du es nicht machst, macht es ein anderer."

Der Zeitungsdesigner Norbert Küpper lieferte Antworten auf die Frage „Wer macht in Europa die besten Zeitungen?“ und zeigte drei Trends auf: 1. Zeitungen werden zu Magazinen, 2. Die Zeitung als tägliche Wochenzeitung und 3. Alternative Erzählformen.

Der Chefredakteur der in Dortmund erscheinenden „Ruhr Nachrichten“, Wolfram Kiwit, sowie Verlagsberater Georg Hesse (conreri consultants, Hamburg) präsentierten eine Fallstudie zum Thema „Nutzerloyalität“. Kiwit: „Wir müssen experimentierfreudiger werden (…) – und uns viel häufiger mit Technologie-Experten an eine Werkbank setzen."

Das Fazit eines Konferenz-Teilnehmers: „Attraktives Programm – die Themen trafen den Nerv der Branche!“ Zum Programm

Zitate vom 24. Juni 2015

  • Franz Sommerfeld, langjähriger Chefredakteur des "Kölner Stadt-Anzeigers", in einem bewegenden Facebook-Post: "Über 15 Jahre habe ich mit diesem letzten großen deutschen Verleger zusammen gearbeitet. Er war immer für eine Diskussion zu gewinnen, über Politik, Gesellschaft und Literatur; nur in Fragen der Kunst nahm mich der große Sammler nicht wirklich Ernst, das ging eher nach dem Quiz-Prinzip. Seine historischen Kenntnisse verblüfften mich und ich dachte: 'Woher weiss er das bloss?' So lange er sich nicht langweilte, war er brillant. Er hat sich immer als einen politischen Verleger verstanden."

  • Dr. Christoph Bauer, Vorstandsvorsitzender Mediengruppe M. DuMont Schauberg: "Es geht nicht immer nur um die großen Schritte - man muss viele kleine Dinge bewegen."

  • Christoph Driessen, Leiter des Kölner dpa-Büros: "Viele schillernde Gestalten hat die Verleger-Dynastie hervorgebracht - und Alfred Neven DuMont war vielleicht die schillerndste. [...] Kritiker meinen, seine Zeitungsliebe habe ihm den Blick auf die unternehmerischen Risiken verstellt - was man in gewisser Weise auch als Kompliment auffassen kann. Immer wieder warnte er davor, Qualitätsblätter dürften nicht irgendwelchen Managern überlassen werden: 'Zeitungen sind keine normalen Unternehmen', war seine Überzeugung. 'Das ist etwas ganz, ganz anderes.'"

  • Philippe Remarque, Chefredakteur der niederländischen Zeitung „De Volkskrant“ (Amsterdam): "Unsere Titelseite ist ein Schaufenster zum Reichtum der Ausgabe."

  • Nachruf im "Kölner Stadt-Anzeiger": "Ein Herr, ein Steuermann, einer, der die Richtung vorgibt. Und auch als die Kräfte nachließen, die Stimme immer leiser wurde und das Atmen schwer fiel, hat er noch von der Zukunft gesprochen."

  • Donata Hopfen, Verlagsgeschäftsführerin BILD-Gruppe: "Früh dabei sein und lernen - und erst dann schauen, wo die Chancen und Risiken liegen." "Mitgestalten - sonst wird man gestaltet."

  • Konstantin Neven DuMont via Facebook: “Vielen Dank für die zahlreichen Beileidsbekundungen. Einer der letzten Wünsche meines Vaters war, dass wir Menschen friedlich miteinander umgehen. Was für eine schöne Botschaft.”

  • Bascha Mika, Chefredakteurin der Frankfurter Rundschau: "Experimentieren ist an die Stelle des Jammerns getreten."

  • WDR-Intendant Tom Buhrow: "Mit Alfred Neven DuMont geht eine große Verlegerpersönlichkeit. Er hat die Zeitungslandschaft in Nordrhein-Westfalen und darüber hinaus über Jahrzehnte hinweg stark geprägt und galt zu Recht als Visionär in der Printmedienlandschaft. Mit großer Leidenschaft und unermüdlicher Zielstrebigkeit ist er im Zeitungsjournalismus immer wieder neue Wege gegangen - auch zuletzt im digitalen Zeitalter. Seine Vielseitigkeit und Geradlinigkeit waren einzigartig und haben für viele Vorbildcharakter. Die persönlichen Begegnungen mit ihm waren beeindruckend. Ich werde ihn als Gesprächspartner sehr vermissen."

  • "Tagesspiegel"-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff: "Er war Patrizier und stolz darauf. Er lebte es. Schon die Haltung zeigte das, die körperliche, aber auch die andere. Er war groß und hielt sich entsprechend. Alfred Neven war der, auf den die Menschen dieser Stadt blickten wie auf keinen Zweiten. In seiner Größe war er unübersehbar. Und ja, er sorgte dafür, dass es keiner übersehen konnte. Sein Wort zählte, in jeder Hinsicht. Er war Patrizier – und Patriarch, nicht nur der seines Unternehmens, sondern der Stadt, die er sah wie wenige noch."

  • Lorenz Maroldt, "Tagesspiegel"-Chefredakteur, über seinen Newsletter "Checkpoint": "Ich recherchier mir 'n Wolf."

  • "Welt"-Redakteur Christian Meier : "Alfred Neven DuMont, geboren 1927, vereinte in sich das Gespür für das Verlegertum wie die Begeisterung für die Künste. Er war Unternehmer und Kreativer zugleich. [...] Natürlich liebte Neven DuMont den Applaus. Aber noch mehr liebte er Zeitungen. Auch darum trat er immer wieder mit Kritik an der Medienpolitik in Erscheinung, forderte immer wieder eine Lockerung des Kartellrechts. Zu den 'größten Konkurrenten' der Zeitungen hatte der Verleger im vergangenen Jahr Facebook, Google, Twitter und Ebay erklärt.”

  • Donata Hopfen, Verlagsgeschäftsführerin BILD-Gruppe: "Print ist das Agenda-bestimmende Medium in diesem Land."

  • Hans Leyendecker in der "Süddeutschen Zeitung" : “Alfred Neven DuMont war eine ungewöhnliche Persönlichkeit. Sein Ego hatte in guten Tagen ganz großes Format, aber selbst die Stichwortbringer in seiner Umgebung profitierten davon. Er war kein Sparer mit sich. Ein Fleiß-Fanatiker war er auch. Seine große Liebe war die Zeitung. [...] Vor allem war er aber Verleger. Es war schon beeindruckend, dass er den Glauben an die Wichtigkeit des Verlegerseins und an die Bedeutung der Blätter nie verlor. Dass Zeitungen besser, aber auch teurer werden müssen, hat er in Reden immer wieder betont. 'Zeitungen mit Charakter' wollte er."

  • Philippe Remarque, Chefredakteur der niederländischen Zeitung „De Volkskrant“ (Amsterdam) zu Erneuerungsprozessen seiner Produkte: "Evolution, keine Revolution."

  • Kulturstaatsministerin Monika Grütters (CDU): "Eine profilierte Leitfigur des verlegerischen Schaffens."

  • Stephan-Andreas Casdorff, "Tagesspiegel"-Chefredakteur : "Tu, was du kannst - und tu es ganz!"

  • Vize-Kanzler Sigmar Gabriel (SPD): "[Alfred Neven DuMont hat] einen wichtigen Beitrag zum Funktionieren der Demokratie geleistet."

  • Philippe Remarque, Chefredakteur der niederländischen Zeitung „De Volkskrant“ (Amsterdam): "Wir müssen ein Magnet für Talente sein!" "Erfahrung ist nicht immer wichtig, man muss gute Ideen haben."

  • Norbert Walter-Bojans, NRW-Finanzminister: "Markstein in der deutschen Medienlandschaft."

  • Hans-Joachim Fuhrmann, Mitglied der BDZV-Geschäftsleitung: "Unsere Branche braucht Innovationen."

  • Jürgen Roters, Oberbürgermeister der Stadt Köln: "Ein Mann mit nahezu unbändiger Schaffens- und Gestaltungskraft. [...] Wir verneigen uns vor seinem Lebenswerk."

  • Norbert Küpper, Zeitungsdesigner : "Trends: 1. Zeitung wird Magazin. 2. Tägliche Wochenzeitung. 3. alternative Erzählformen"

  • Geschäftsführung und Chefredaktion der dpa: "Mit Alfred Neven DuMont verliert die deutsche Presselandschaft eine ihrer herausragenden Unternehmerpersönlichkeiten. [..] Der Deutschen Presseagentur war er als ein stets konstruktiver, aber auch kritischer Begleiter verbunden."

  • Wolfram Kiwit, Chefredakteur der „Ruhr Nachrichten“: "Die Ressorts Dortmund und BVB profitieren extrem vom Traffic aus Social Media."

  • Philippe Remarque, Chefredakteur der niederländischen Zeitung „De Volkskrant“ (Amsterdam): "Wenn du es nicht machst, macht es ein anderer."

  • Wolfram Kiwit, Chefredakteur der „Ruhr Nachrichten“: "Wir müssen experimentierfreudiger werden." "Wir müssen uns viel häufiger mit Technologie-Experten an eine Werkbank setzen."

  • Dr. Christoph Bauer, Vorstandsvorsitzender Mediengruppe M. DuMont Schauberg: "Print ist noch lange nicht tot. Wir müssen Print nur wieder neu erfinden."

Eindrücke (Fotos: BDZV/Lütkecosmann)

Der Vorabend im '25hours'.
Jan Bayer, BDZV-Vizepräsident und Vorstand BILD- und WELT-Gruppe, Axel Springer SE (r.) mit Peter Stefan Herbst, Chefredakteur der 'Saarbrücker Zeitung'.
Der Vorabend im '25hours' - Verleger und Chefredakteure im Gespräch.
Der Vorabend im '25hours' - Verleger und Chefredakteure im Gespräch.
Der Vorabend im '25hours'.
Der Vorabend im '25hours'.
BDZV-Präsident Helmut Heinen, Jan Bayer, BDZV-Vizepräsident und Vorstand BILD- und WELT-Gruppe, Axel Springer SE und Peter Stefan Herbst, Chefredakteur der 'Saarbrücker Zeitung' (v.r.).
Joachim Braun, Chefredakteur beim 'Nordbayerischen Kurier'.
BDZV-Hauptgeschäftsführer Dietmar Wolff (r.) mit Peter Stefan Herbst, Chefredakteur der 'Saarbrücker Zeitung'.
Der Vorabend im '25hours' - Verleger und Chefredakteure im Gespräch.
Hans-Joachim Fuhrmann, Mitglied der BDZV-Geschäftsleitung, bei der Eröffnung der Konferenz Chefredakteure.
Die Moderatoren: Peter Stefan Herbst, Chefredakteur der 'Saarbrücker Zeitung', und Bascha Mika, Chefredakteurin der 'Frankfurter Rundschau'.
Donata Hopfen, Verlagsgeschäftsführerin BILD-Gruppe.
Wolfgang Kleideiter. Stv. Chefredakteur 'Westfälische Nachrichten' bei der Chefredakteurs-Konferenz.
Wolfram Kiwit, Chefredakteur der Dortmunder 'Ruhr Nachrichten', und Cordula von Wysocki, Mitglied der Chefredaktion der 'Kölnischen Rundschau'.
Dr. Christoph Bauer, Vorstandsvorsitzender Mediengruppe M. DuMont Schauberg.
Dr. Christoph Bauer, Vorstandsvorsitzender Mediengruppe M. DuMont Schauberg.
Dr. Christoph Bauer im Gespräch mit Moderatorin Bascha Mika.
'Tagesspiegel' -Chefredakteur Lorenz Maroldt.
'Tagesspiegel'-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff.
Die Chefredakteure der Berliner Zeitung 'Der Tagesspiegel', Stephan-Andreas Casdorff und Lorenz Maroldt.
Der Chefredakteur der niederländischen Zeitung 'De Volkskrant' (Amsterdam), Philippe Remarque.
'Wir müssen ein Magnet für Talente sein!' Der Chefredakteur der niederländischen Zeitung 'De Volkskrant' (Amsterdam), Philippe Remarque.
Im Zentrum der Konferenz Chefredakteure stehen Digitalstrategien der Verlage sowie wegweisende Zeitungsprodukte.
Zeitungsdesigner Norbert Küpper im Gespräch mit Moderator Peter Stefan Herbst.
Der Zeitungsdesigner Norbert Küpper liefert Antworten auf die Frage 'Wer macht in Europa die besten Zeitungen?'.
Der Chefredakteur der in Dortmund erscheinenden 'Ruhr Nachrichten', Wolfram Kiwit (r.), und Verlagsberater Georg Hesse (conreri consultants, Hamburg) präsentieren eine Fallstudie zum Thema 'Nutzerloyalität'.
Wolfram Kiwit und Georg Hesse im Gespräch mit den Moderatoren.

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