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23. Mai 2005 | Pressemitteilungen

Kopieren muss sich auch für Urheber lohnen Aktionsbündnis wendet sich an den Bundeskanzler

Gemeinsame Pressemeldung Allianz Deutscher Designer, Börsenverein des Deutschen Buchhandels, Bundesverband Bildender Künstler, Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger, Deutscher Journalisten-Verband, Verband Deutscher Zeitschriftenverleger, Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Verwertungsgesellschaften Bild-Kunst und Wort, Verband Deutscher Schriftsteller, Verband deutschsprachiger Übersetzer Berlin, 23. Mai 2005

Das neu gegründete "Aktionsbündnis für eine angemessene

Kopiervergütung" protestiert gegen aktuelle Pläne der

Bundesregierung, die angemessene Vergütung der Urheber und

Verlage für private Kopien faktisch abzuschaffen. Das haben die

in dem Bündnis zusammengeschlossenen Verbände in einem Brief an

Bundeskanzler Gerhard Schröder vom 20. Mai 2005 deutlich gemacht.

Bisher sieht das Urheberrecht vor, dass die Hersteller von für

privates Kopieren bestimmten Geräten je verkauftem Gerät von

den Nutzern einen im Gesetz festgelegten Betrag als

Urhebervergütung verlangen. Denn mit dem Kauf erwerben die

Nutzer gleichzeitig eine gesetzliche Lizenz zum privaten

Vervielfältigen. Wenn künftig - wie geplant - der variable

Gerätepreis maßgeblich sei, werde die Höhe der Vergütung dem

Zufall überlassen, bemängeln die Bündnismitglieder. Die

eigentumsrechtliche Stellung der Urheber gebiete es jedoch,

diesen einen angemessenen Anteil an der privaten Nutzung ihrer

Werke zu verschaffen.

 

Das Bündnis fordert deshalb, in einer Verordnung feste Sätze zu

fixieren, damit die Urheber nicht am Ende als Leidtragende des

Preiskampfs am Elektronikmarkt dastünden. Daher sei es auch

gerechtfertigt, Verbrauchsmaterialien wie Tintenpatronen in die

Vergütung einzubeziehen. Denn schon heute würden Drucker

besonders preiswert verkauft und die Gewinne über kostspielige

Verbrauchsmaterialien erwirtschaftet. Solchen

Umgehungsmöglichkeiten müsse ein Riegel vorgeschoben werden.

Gleichzeitig müsse die seit 1985 unverändert bestehende

Vergütung für Kopien in Höhe von 1,03 Cent deutlich erhöht und

damit an die allgemeine Preisentwicklung angepasst werden, so

die Forderungen des Bündnisses. Auch sei nicht akzeptabel, dass

die gewerbliche Wirtschaft und Behörden für Kopien geschützter

Werke nicht zahlen müssten. Dabei verwiesen die Autoren den

Bundeskanzler auf die entsprechenden Empfehlungen im

Urheberrechtsbericht der Bundesregierung aus dem Jahr 2000.

 

Das im April ins Leben gerufene Aktionsbündnis, in dem erstmals

die Interessen aller betroffenen Wort- und Bildautoren,

Journalisten, Künstler und ihrer Verlage gebündelt sind,

besteht aus elf Organisationen aus dem Medienbereich. Die

Allianz Deutscher Designer, der Börsenverein des Deutschen

Buchhandels, der Bundesverband Bildender Künstler, der

Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger, der Deutsche

Journalisten-Verband, der Verband Deutscher

Zeitschriftenverleger, die Vereinte Dienstleistungsgewerkschaft

ver.di, die Verwertungsgesellschaften Bild-Kunst und Wort, der

Verband Deutscher Schriftsteller und der Verband

deutschsprachiger Übersetzer fordern in dem Schreiben an

Bundeskanzler Schröder, dass auch das künftige

Urheberrechtsgesetz - anders als der Referentenentwurf - den

Rechteinhabern eine angemessene Kopiervergütung garantieren muss.

 

 

Ansprechpartner und Korrespondenzanschrift für das Aktionsbündnis:

 

DJV-Referat Presse- und Öffentlichkeitsarbeit: Hendrik

Zörner/Nicole Sauer

Bei Rückfragen: Tel. 030/72 62 79 20, Fax 030/7 26 27 92 13

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