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20. Mai 2010 | Pressemitteilungen

Journalistenpreis der deutschen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis für sechs Journalisten/ Joachim Kaiser für das Lebenswerk geehrt

TPW IVDer Journalistenpreis der deutschen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis geht in diesem Jahr an sechs Journalisten: Die mit je 6.000 Euro dotierten Auszeichnungen in der Sparte „Lokales“ erhalten Detlef Schmalenberg für seinen Artikel „Das Milliarden-Puzzle“ („Kölner Stadt-Anzeiger“), der in einer hervorragend recherchierten Dokumentation die Umstände des Einsturzes an der Kölner U-Bahnbaustelle ausleuchtet, sowie Frank Buchmeier für seinen Beitrag „Eines Morgens an der Sonnenuhrhütte“ („Stuttgarter Zeitung“), in dem der Autor ohne jede Sozialromantik schildert, wie eine engagierte Frau einen im Wald lebenden Penner wieder in die Gesellschaft zurückhilft.

Arne Perras sowie Sabine Rennefanz bekommen den ebenfalls mit 6.000 Euro dotierten Journalistenpreis der deutschen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis in der Kategorie „Allgemeines“. Perras („Süddeutsche Zeitung“, München) berichtet in seinem Artikel „Die Räuber“ über das Leben somalischer Piraten. Sabine Rennefanz schildert in ihrer breit angelegten Reportage „Die grüne Festung“ („Berliner Zeitung“) Hoffnungen und Nöte einer Hausgemeinschaft am Kottbusser Tor, einem Berliner Kiez mit schlechtem Ruf.

Den mit 6.000 Euro dotierten Preis in der Kategorie „Kommentar/Glosse/Essay“ hat die Jury Jana Hensel für ihren Beitrag „Vater Morgana“ („Die Zeit“, Hamburg ) zuerkannt, in dem sich die Autorin sehr pointiert mit der Frage beschäftigt, ob Elternteilzeit und Vätermonate Rolle und Arbeitsbelastung der Mütter in der deutschen Gesellschaft verändert haben.

Der Preis für das Lebenswerk geht an Joachim Kaiser („Süddeutsche Zeitung“, München). Die Jury würdigte ihn als herausragenden Kultur- und insbesondere Musikkritiker, der immer für den Rang der Kultur in der Gesellschaft eingetreten sei und das geistige Leben in Deutschland seit Jahrzehnten mit seinen Beiträgen in der „Süddeutschen Zeitung“ maßgeblich begleite.

Der Sprecher der Jury, der Publizist und langjährige dpa-Chefredakteur Wilm Herlyn (Essen), würdigte die hohe Qualität der eingereichten Artikel. Beeindruckend seien in diesem Jahr insbesondere die Vielfalt und der journalistische Anspruch der Wettbewerbsbeiträge aus den Lokalredaktionen.

Der Journalistenpreis der deutschen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis ist die renommierteste Auszeichnung, die die Zeitungsbranche zu vergeben hat. Sie erinnert an den langjährigen Chefredakteur des legendären „Berliner Tageblatts“, Theodor Wolff (1868 – 1943). Wolff musste 1933 vor den Nazis ins französische Exil fliehen, wurde dort verhaftet und der Gestapo ausgeliefert und starb 1943 im Jüdischen Krankenhaus in Berlin.

Die Auszeichnungen werden am 8. September bei einem Festakt in Bremen überreicht. An der Ausschreibung hatten sich 413 Journalisten beteiligt.

Der unabhängigen Jury zum Theodor-Wolff-Preis gehören an: Peter Stefan Herbst (Chefredakteur „Saarbrücker Zeitung“), Wilm Herlyn (Publizist, Essen), Bernd Hilder (Chefredakteur „Leipziger Volkszeitung“), Christoph Irion (Chefredakteur „Reutlinger General-Anzeiger“), Bernd Mathieu (Chefredakteur, Aachener Zeitung/Aachener Nachrichten), Bascha Mika (Publizistin, Berlin), Ulrich Reitz (Chefredakteur „Westdeutsche Allgemeine Zeitung“, Essen), Evelyn Roll (leitende Redakteurin „Süddeutsche Zeitung“, München), Franz Sommerfeld (Mitglied des Vorstands Mediengruppe M. DuMont Schauberg mit Zuständigkeit Redaktion, Köln).

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