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04. September 2003 | Pressemitteilungen

Hermann Neusser: Zeitungen müssen in Qualitätsjournalismus investieren

Theodor-Wolff-Preis für sechs herausragende Zeitungsjournalisten/Herbert Kremp für Lebenswerk geehrt

Essen, 4. September 2003

Der Vorsitzende des Kuratoriums für den Journalistenpreis der deutschen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis und Verleger des „General-Anzeigers“ (Bonn), Hermann Neusser, hat Verleger, Verlagsmanager und Chefredakteure aufgefordert, die Qualität der redaktionellen Leistungen weiter zu steigern. „Journalistische Qualität hat einen Markt, und sie rechnet sich auch ökonomisch“, sagte Neusser anlässlich der Verleihung der Theodor-Wolff-Preise am 4. September in Essen. Journalistische Qualität sei im Übrigen nicht das Privileg der überregionalen Zeitungen, sondern zeichne die regionalen und lokalen Blätter ebenso aus. Gerade kleinere und mittlere Zeitungen seien für die politische und geistige Orientierung des Lesepublikums die entscheidenden Größen. Neusser begrüßte, dass mehr denn je die Trennung zwischen redaktionellen Beiträgen und Anzeigen thematisiert werde. Diese Grenzen dürften nie fließend werden, denn es gehe um die Glaubwürdigkeit der Presse.

 

Mit dem Theodor-Wolff-Preis ausgezeichnet wurden sechs Journalisten: Die mit je 6.000 Euro dotierten Auszeichnungen in der Sparte „Allgemeines“ erhalten Holger Kreitling für seinen Artikel „Der Energie-Dichter“ („Die Welt“, Berlin), in dem er die Macht von Vorurteilen am Beispiel des Cottbuser Fußballvereins beschreibt, dem ein Dichter japanische Haikus und Sonette widmet; Stefan Ulrich für seinen Beitrag „Ein Schiff mit Kurs Gerechtigkeit“ („Süddeutsche Zeitung“, München), der sich distanziert und teilnehmend zugleich in das komplizierte Geflecht des Internationalen Jugoslawien-Tribunals im Haag wagt; sowie Birgit Walter für ihr Porträt „Hofs Licht“ („Berliner Zeitung“), in dem das Leben des Künstlers Gert Hof nachgezeichnet wird. Michael Ohnewald und Tobias Schuhwerk bekommen den ebenfalls mit 6.000 Euro dotierten Journalistenpreis der deutschen Zeitungen – Theodor-Wolff-Preis in der Kategorie „Lokales“. Ohnewald („Stuttgarter Zeitung“) wird preisgekrönt für seine Beschreibung einer 70-jährigen Bäuerin, die sich mit aller Kraft gegen den Verkauf ihres Hofes stemmt: „Die alte Bäuerin von Bernhausen trotzt den Zeitläufen“. Schuhwerk schildert in seiner Reportage „Der Mensch blieb Mensch“ („Allgäuer Zeitung“) die Katastrophe des 11. September ein Jahr danach. Den Preis für das Lebenswerk erhält in diesem Jahr Herbert Kremp, früherer Herausgeber und Chefredakteur der Tageszeitung „Die Welt“.

 

Anlässlich der Preisverleihung las der Schauspieler Manfred Krug aus seiner soeben erschienenen Autobiografie „Mein schönes Leben“.

 

Der renommierteste deutsche Journalistenpreis ist nach dem ehemaligen Chefredakteur des „Berliner Tageblatts“, Theodor Wolff, benannt und wird jährlich vom Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) verliehen. Die Auszeichnungen wurden bei einem Festakt auf der Zeche Zollverein in Essen überreicht. An der Ausschreibung hatten sich 310 Journalisten beteiligt.

 

Der unabhängigen Jury zum Theodor-Wolff-Preis 2003 gehören an: Gernot Facius (Autor „Die Welt“, Berlin), Helmut Herles (Chefkorrespondent „General-Anzeiger“, Bonn), Wilm Herlyn (Chefredakteur Deutsche Presse-Agentur, Hamburg), Stephan Richter (Chefredakteur Schleswig-Holsteinischer Zeitungsverlag, Flensburg), Ulrich Reitz (Chefredakteur „Rheinische Post“, Düsseldorf), Herbert Riehl-Heyse († 2003, leitender Redakteur „Süddeutsche Zeitung“, München), Klaus Rost (Chefredakteur „Märkische Allgemeine“, Potsdam), Jost Springensguth (Chefredakteur „Kölnische Rundschau“) sowie Uwe Vorkötter (Chefredakteur „Berliner Zeitung“).

 

Kontakt am 4. und 5.9.2003

Hans-Joachim Fuhrmann:0171/2613689

Anja Pasquay: 0170/8011142

Foto: Georg Lukas: 0170/4114148

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