Empfehlen Sie uns weiter
  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Facebook übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Wenn Sie diesen Button anklicken, werden persönliche Daten an Twitter übertragen. Sind Sie damit einverstanden?

  • Zu Ihrer Information

    Hier können Sie mittels unseres Service-Formular eine Seite empfehlen. Es werden keine persönlichen Daten gespeichert.

17. September 1997 | Pressemitteilungen

BDZV kritisiert wettbewerbsverzerrende Online-Engagements von Städten und IHK's

Bonn, 17. September 1997

Vor Gefahren einer Wettbewerbsverzerrung durch Städte und einzelne Industrie- und Handelskammern im sich entwickelnden Online-Markt hat der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger (BDZV) heute in Bonn gewarnt. Zwar sei es grundsätzlich zu begrüßen, wenn Stadtverwaltungen und IHK's die neuen technologischen Möglichkeiten des Internets nutzten, erklärte der Leiter des Bereichs Kommunikation + Multimedia im BDZV, Hans-Joachim Fuhrmann; doch sei es nicht hinnehmbar, wenn einzelne Kammern sich als Provider betätigten und beispielsweise Firmen komplette Internet-Auftritte zu Dumpingpreisen anböten. Geradezu unverantwortlich sei es, wenn einzelne Städte eigene Online-Plattformen einrichteten und dafür Fremdwerbung akquirierten. "Es kann und darf nicht Aufgabe von Stadtdirektoren und Bürgermeistern sein, eigene Online-Dienste aufzubauen und damit ein sich gerade erst entwickelndes Geschäftsfeld der Zeitungsverlage zu attackieren", so Fuhrmann. Zugleich hob der BDZV hervor, daß es auch eine Reihe von fruchtbaren Kooperationen zwischen Verlagen einerseits sowie Städten beziehungsweise Industrie- und Handelskammern andererseits gebe, bei denen die Verlage ihre Online-Plattformen für Inhalte und Service der Institutionen bereitstellten.

Der BDZV bekräftigte noch einmal nachhaltig seine Kritik an der Online-Kooperation von ZDF, Microsoft und dem US-Sender NBC, die nach einem Gutachten des Medienrechtlers Professor Christoph Degenhart, Universität Leipzig, eindeutig rechtswidrig ist. Das Gutachten sei mittlerweile der Rechtsaufsicht des ZDF (derzeit das Land Mecklenburg-Vorpommern) übergeben worden. Der BDZV gehe davon aus, daß die Rechtsaufsicht der Auffassung der Zeitungsverleger folgt. "Wir werden alle rechtlichen und politischen Wege ausschöpfen, das ZDF und seine Partner in ihre Schranken zu weisen", so Fuhrmann.

Mittlerweile sind 110 Zeitungen mit einem Online-Angebot vertreten, die meisten davon im Internet. Diese Engagements konzentrierten sich, so der BDZV, vor allem auf regionale Informationen, Service und Kommunikation. Etliche Verlage seien nicht nur Anbieter von Inhalten, sondern auch Anbieter von Internet-Zugängen (Access-Provider) und lieferten als Service-Provider komplette Internet-Auftritte für Unternehmen und Institutionen. Als eine konsequente Entwicklung im Sinne gemeinsamer Zeitungsstrategien bezeichnete der BDZV die Online-Kooperationen von regionalen und lokalen Zeitungsverlagen in den Bereichen Inhalte, Technik und Werbung. Allerdings sei der Bereich "Zeitungen Online" noch kein lukratives Geschäft; dafür seien die Nutzerzahlen noch zu gering. Entsprechende Zurückhaltung gebe es in der Werbewirtschaft. Als wesentlichen Schritt, die werbungtreibende Wirtschaft stärker für die Online-Medien der Zeitungsverlage zu motivieren, nannte der BDZV die mit den Medienverbänden gemeinsam entwickelte Werbewährung "PageImpressions" und "Visits". Diese Parameter lieferten grundsätzliche Aussagen zur Nutzung der Online-Dienste. Derzeit würde die Anzahl der "PageImpressions" und "Visits" noch von den Verlagen selbst erhoben; in wenigen Wochen übernehme die Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) als neutrale Kontrollinstanz - ähnlich wir im Printbereich - die Erfassung und Prüfung der Nutzungsdaten.

zurück