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Rede von Valdo Lehari jr., Mitglied des Erweiterten Präsidiums des BDZV und Präsident des Europäischen Zeitungsverlegerverbands ENPA, am 17. April in Berlin

Über die freundliche Einladung zu dieser Auftaktveranstaltung habe ich mich sehr gefreut und danke dafür - ausdrücklich auch im Namen von BDZV-Präsident Helmut Heinen, der heute leider wegen einer lange feststehenden anderen Verpflichtung nicht hier sein kann.

Nun ist es ja nicht so, dass wir alle einander nicht regelmäßig träfen bei dieser oder jener Veranstaltung. Gleichwohl stimmt mich der heutige Anlass besonders zuversichtlich; denn die Initiative dazu ging ja von Ihnen, sehr geehrter Herr Neumann, aus. Und wenn man betrachtet, wie viel Einschränkung, Regulierung, ja Vernachlässigung wirtschaftlich und medienpolitisch die Presse in Deutschland in den vergangenen Jahren erfahren hat, verstehe ich diese Initiative als ein ermutigendes Signal der Bundesregierung. Dem hoffentlich andere folgen werden.

Lassen Sie es mich auch anders ausdrücken: Diese heutige Initiative wird nur dann erfolgreich, wenn die zahlreichen medien-, tarif- und ordnungspolitischen Belastungen und Reglementierungen einschließlich der unfairen Wettbewerbs- und Entwicklungschancen unserer Unternehmen gestoppt bzw. verbessert würden.

Dies ist heute sicher nicht der Ort für große medienpolitische Debatten, aber ich möchte doch eine klare Botschaften hinterlegen: Wer Schleichwerbung, Werbeverbote und unfairen Wettbewerb durch die Deutsche Post politisch zulässt, entzieht der Qualitätspresse die wirtschaftliche Grundlage, diese Qualität auch in Zukunft garantieren zu können.

Die nationale Initiative Printmedien hätte sich, das sage ich auch angesichts meiner Erfahrungen  als Präsident des Europäischen Zeitungsverlegerverbands ENPA und als Zeitungsverleger, kaum ein lohnenderes Thema vornehmen können als die Leseförderung und damit die intellektuelle und idealerweise auch demokratische Ertüchtigung von Kindern und Jugendlichen, gleichsam ein Fitnessprogramm für deren berufliche und private Zukunft.

Natürlich geht es dabei auch um unsere Zukunftssicherung. Wir Verleger wollen, dass auch in 20 oder 50 Jahren die Menschen noch Zeitung lesen und abonnieren, sei es gedruckt, online oder mobil.

Gleichzeitig haben sich die Zeitungen – sie sind das glaubwürdigste aller Medien - aber über ihre eigentliche notwendig werdende Aufgabe, nämlich mit Inhalten die Plattform und Orientierung für den demokratischen Dialog zu schaffen, hinaus immer auch in einer gesellschaftlichen Verantwortung für Bildung und Ausbildung begriffen. Und zwar individuell wie  als Zeitungsbranche.

Angesichts der langen Rednerliste will ich Ihnen die Aufzählung all unserer Aktivitäten für Kinder und Jugendliche aus den vergangenen Jahrzehnten ersparen. Mit einigem Stolz darf ich aber sagen, dass es in Deutschland noch nie so viele, so verschiedene und qualitativ so anspruchsvolle Tageszeitungsangebote für Kinder und Jugendliche gegeben hat wie heute.

Und vergessen wir nicht – dies wird leider bei so manchen Medienpolitikern und so manchen Agenturen gern übersehen – die Tageszeitungen haben eine tägliche Reichweite von rund 50 Prozent bei den 14- bis 19-Jährigen, erfreulich stabil im letzten Jahr 2007.

Das gilt sowohl für zahlreiche pädagogisch motivierte Projekte zur Lese- und Sprachförderung in Schulen und Kindergärten als auch für redaktionelle Inhalte. Tatsächlich erreichen die Zeitungen allein mit den Initiativen zur Leseförderung im laufenden Schuljahr 2007/2008 einer Umfrage des BDZV zufolge rund 900.000 Kinder und Jugendliche - täglich, aktuell, regelmäßig – die Jüngeren zwei oder drei Wochen lang, die Älteren bis zu drei Monate.

Seit über 30 Jahren engagieren wir uns, das Projekt Zeitung in der Schule und das jüngste mit der Kultusministerkonferenz SCHmiZ seien beispielhaft erwähnt.

Bemerkenswerterweise kommen die „Leuchtturmprojekte“, die ihre Strahlkraft im besten Fall sogar über die deutschen Grenzen hinaus entwickeln und Nachahmer im Ausland finden, dabei nicht aus den großen Städten, sondern aus der Region – aus kleinen und mittelgroßen Verlagen. Das spiegelt sehr gut unsere typische mittelständisch strukturierte Zeitungslandschaft wider.

Ich würde mich freuen, wenn es dank der Nationalen Initiative Printmedien künftig mit allen, die an hochwertigen Printmedien für Kinder und Jugendliche arbeiten, zu einem stärkeren Austausch von Know-how, ggf. zu neuen Projekten und Erkenntnissen käme.

Im Sinne der Kinder und Jugendlichen, im Sinne deren Zukunft wie auch des Gemeinwohls und der Demokratie, in Verantwortung für ein weiterhin erfolgreiches wirtschaftliches und soziales Gesellschaftsmodell

Danke ich Ihnen allen.