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Weltpresse und Nachrichtenagenturen bedauern den Rückzug der FIFA aus den WM-Gesprächen

Der Weltverband der Zeitungen und die weltweit führenden Nachrichtenagenturen haben ihrer 'Bestürzung¹ and ihrem 'tiefen Bedauern' über die Entscheidung des Fussballweltverbands FIFA Ausdruck verliehen, die Gespräche über die strengen Einschränkungen der Berichterstattung, die von der Organisation für die im Sommer stattfindende Fussballweltmeisterschaft erlassen worden sind, trotz der weiter bestehenden Meinungsverschiedenheiten, abzubrechen.

WAN sowie die europäische Pressefotoagentur EPA und die Nachrichtenagenturen Associated Press, Reuters, Getty Images und dpa unter Federführung von Agence France-Presse liessen verlauten, sie würden jetzt ihre rechtlichen Möglichkeiten prüfen sowie die WM-Sponsoren über “den auf die Veröffentlichungsbeschränkungen der FIFA zurückzuführenden deutlichen Wahrnehmungsverlust ihrer Marken" informieren. Außerdem wollen sie die politische Führung in Deutschland und Europa darauf hinweisen, dass sie diesen Vorgang als Verstoss gegen die Vereinbarungen über den freien Zugang zu Informationen und den ungehinderten Informationsfluss betrachteten.

Die Beschränkungen “stellen sowohl einen Eingriff in die redaktionelle Freiheit und Unabhängigkeit als auch eine klare Verletzung des Rechts auf Informationsfreiheit dar", hiess es in einem Schreiben des Vorstandsvorsitzenden des WAN, Timothy Balding, und des Präsidenten und Vorstandsvorsitzenden von AFP, Pierre Louette, an FIFA-Präsident Sepp Blatter.

FIFA hat die Veröffentlichung von WM-Fotos im Internet während eines laufenden Spiels verboten. Dies gilt auch für die Internetseiten der Tageszeitungen. Darüber hinaus ist die Anzahl der Fotos unabhängig vom Zeitpunkt der Veröffentlichung streng begrenzt. Ebenfalls eingeschränkt ist die Art und Weise, wie Fotos in Druckerzeugnissen redaktionell verwendet werden dürfen.

Die Einschränkungen stellen eine Vorbedingung für die Zulassung der Nachrichtenmedien zur WM dar. Wer sie nicht akzeptiert, erhält keine Akkreditierung, und wer sich nicht daran hält, dem drohen Ausschluss und rechtliche Schritte. Darüber hinaus erlegt die FIFA den Nachrichtenagenturen die Verantwortung für den Fall auf, dass deren Kunden gegen die Einschränkungen verstossen oder zu viele Fotos veröffentlichen.

WAN stand seit September 2005 mit FIFA in Verhandlungen über die Aufhebung der Beschränkungen. Auf einer Sitzung am 9. Januar, auf der Vertreter des WAN und der Nachrichtenagenturen mit Blatter, den Anwälten und anderen Vertretern der FIFA zusammentrafen, vereinbarten die zwei Parteien die Einsetzung einer gemeinsamen Arbeitsgruppe, die nach Lösungen für das Problem suchen sollte. Aber nur wenige Tage nach der ersten Sitzung der Arbeitsgruppe am 13. Februar, auf der die FIFA lediglich “kosmetische" Veränderungen vornahm, übersandte sie eine “endgültige Fassung" der Bedingungen, in der die grundlegenden Einwände des WAN und der Nachrichtenagenturen unberücksichtigt bleiben.

“Wir sind sowohl von der inhaltlichen Reaktion der FIFA auf unsere Einwände als auch von der - man muss es wohl so offen sagen - Selbstherrlichkeit, mit der Sie uns Ihre Vorschläge und Folgerungen haben zukommen lassen, zutiefst enttäuscht", hiess es in dem Schreiben an Blatter.

“Wir möchten erneut unserer festen Überzeugung Ausdruck verleihen, dass Ihre Beschränkungen unserer journalistischen Berichterstattung über die Weltmeisterschaft 2006 nicht nur unsere Leser und Kunden des Zugangs zu wichtigen Informationen über ein öffentliches Ereignis beraubt, sondern auch einen Eingriff in die redaktionelle Freiheit und Unabhängigkeit und eine Verletzung des Rechts auf den ungehinderten Zugang zu Informationen darstellt, der durch zahlreiche internationale Übereinkommen geschützt ist", hiess es in dem Schreiben weiter. “Sie haben deutlich gemacht, dass die FIFA von diesen Ideen nichts hält und es ihr schlichtweg 'nur ums Geschäft geht'.

Darüber hinaus sind wir zutiefst betrübt und entsetzt darüber, dass die FIFA allein aus Gründen der Gewinnmaximierung aus dieser Veranstaltung den Medien, die den Fussball in all seinen Ausprägungen rund um den  Globus chon seit Jahrzehnten tagein, tagaus mit Leben füllen, die kalte Schulter zeigt."

FIFA hatte ursprünglich festgelegt, dass erst zwei Stunden nach Ende eines Spiel Fotos davon im Internet veröffentlicht werden dürften. Seit Beginn der Gespräche wurde diese Sperrfrist zunächst auf eine Stunde verkürzt. Dann wurde die Erlaubnis erteilt zur Veröffentlichung von Fotos vor der ersten Halbzeit unmittelbar nach Spielende und Fotos von der zweiten Halbzeit 45 Minuten später, und schliesslich Veröffentlichung beim endgültigen Abpfiff.

­ jedoch nie während eines Spiels.  Auf den Internetseiten dürfen jedoch unabhängig von Fristen weiterhin nur fünf Fotos pro Halbzeit und zwei pro Verlängerung einschliesslich Elfmeterschiessen veröffentlich werden.  Eine Änderung dieser Regelung hat FIFA angelehnt.

FIFA zufolge sind die Sperrfrist und die zahlenmässige Begrenzung der Fotos zum Schutz der Verträge mit ihren Lizenznehmern notwendig. Nach Auffassung des WAN und der Nachrichtenagenturen sind die Regelungen jedoch selbst dann überflüssig, wenn man alle anderen Überlegungen ausspare, denn die Berichterstattung im Internet stelle keine Gefahr für die Fernsehanstalten dar.

Eine vollständige Ausfertigung des Schreibens an Sepp Blatter findet sich unter http://www.wan-press.org/article9337.html

Der in Paris ansässige WAN vertritt 18.000 Zeitungen. Ihm sind 73 nationale Zeitungsverbände, 11 Nachrichtenagenturen, neun regionale und internationale Presseverbände sowie Zeitungsunternehmen und Führungskräfte der Zeitungen in 102 Ländern angeschlossen.

Auskunft erteilt: Larry Kilman, Director of Communications, WAN, 7 rue Geoffroy St Hilaire, 75005 Paris, Frankreich; Tel.: +33 1 47 42 85 00, Fax: +33 1 47 42 49 48, Mobil: +33 6 10 28 97 36, E-Mail: lkilman(at)wan.asso.fr