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08. Mai 1998 | Allgemeines

Zuverlässige Zeitungszustellung weiterhin gewährleisten

VRWZ: Umorganisation in Vollzeitarbeitsplätze undenkbar

Die Nordrhein-Westfälischen Zeitungsverleger haben sich gegen europäische und nationale Werbeverbote für die Printmedien ausgesprochen. Anläßlich der Jahrestagung der Organisation am 30. April 1998 in Porta Westfalica wies der Vorsitzende des Verbands nordrhein-westfälischer Zeitungsverleger (VRWZ), Bernhard Boll, darauf hin, daß ein Verbot der Tabakwerbung europaweit bevorstehe, gleichzeitig aber der Tabakanbau in Europa mit zwei Milliarden Mark subventioniert werde.

Ein echter Verbraucherschutz müßte den Tabakanbau verbieten. Dazu fehle der Politik der Mut. Mit erschreckender Leichtigkeit werde mit Werbeverboten bezüglich erlaubter Produkte die wirtschaftlichen Grundlagen der Presse gefährdet und in die Informationsfreiheit der Bürger eingegriffen. Mit Blick auf weitere Verbote für Getränke und Automobile mahnte Boll die verfassungsrechtliche Verantwortung der Politiker an.

Kritik übte der Verbandsvorsitzende ferner an Überlegungen auf Seiten der Politik, bei den sogenannten 620-Mark-Jobs, die Sozialversicherungsfreiheit aufzuheben. Damit werde die zuverlässige Zustellung der Tageszeitungen bundesweit in Frage gestellt. 120.000 Zusteller versorgten die Leser täglich mit ihrer Zeitung, die meisten dieser Mitarbeiter seien seit jeher in 620-Mark-Arbeitsverhältnissen beschäftigt. Angesichts dieser auf wenige Stunden am frühen Morgen beschränkten Tätigkeit sei eine Organisation mit Vollzeitarbeitsplätzen undenkbar. Die Abschaffung dieser Jobs hätte, so Boll, eine Verteuerung der Zeitungszustellung um mindestens 60 Prozent zur Folge, die sich über eine Erhöhung der Abopreise nicht refinanzieren ließe.

Den Gruß des BDZV überbrachte BDZV-Vizepräsident Dr. Wolfgang Pütz, der in seiner Ansprache unter anderem auf die neuen Konkurenzverhältnisse am "bisher doch recht stabilen Zeitungsmarkt" hinwies. Pütz kritisierte in diesem Zusammenhang die "Zeitung zum Sonntag" als ein besonders "krasses Phänomen", ebenso das zunehmende publizistische Engagement der Kommunen - sei es mit eigenen Zeitungen, sei es mit Online-Angeboten, die auch zeitungsähnliche Inhalte anbieten.

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