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24. Februar 2010 | Digitales

Zeitungswebsites besser denn je

BDZV veröffentlicht Analyse deutscher Zeitungsportale

Die deutschen Zeitungsverlage haben ihre Websites in den vergangenen zwei Jahren massiv an die veränderten Wünsche und Anforderungen der Nutzer angepasst. Die Optimierungen gehen dabei über visuelle Aspekte hinaus. Sie schließen wesentliche Änderungen wie die Einführung neuer Dienste, Vermarktungsmöglichkeiten und Features ein. Der BDZV hat jetzt in Kooperation mit der Münchener Fachjournalistin Julia Schmid eine aktualisierte Bestandsaufnahme zum Online-Dienstangebot deutscher Zeitungsverlage veröffentlicht.

Untersucht wurden die Websites in Bezug auf Social Media, mobile Dienste, E-Paper, Online-Videos und Jugend-Websites. Die Listen der Webangebote deutscher Zeitungen können auf der BDZV-Website im Bereich Zeitung Online abgerufen werden.

Zeitungswebsites bilden die Basis digitaler Geschäfte

Das Thema „Internet“ bewegt die Zeitungsbranche wie kein zweites. Zeitungen gehörten zu den ersten, die die Möglichkeiten des Internets erkannten und frühzeitig eigene Web-Präsenzen starteten. Bereits 1997 gab es über 100 Zeitungstitel im Netz. 2002 waren es schon mehr als 400. Aktuell zählt der BDZV 658 Websites von Zeitungen – eine Steigerung von 22 Online-Angeboten gegenüber 2008.

Wachsender Einsatz von Online-Videos

social media AngeboteOnline-Videos sind in Deutschland mittlerweile fester Bestandteil der Zeitungsportale. Die Verlage sehen darin eine neue Chance, Reichweiten zu erhöhen und zusätzliche Werbeerlöse zu generieren. Der Einsatz von Videos auf Websites von Tageszeitungen ist gegenüber 2008 noch einmal deutlich um fast 100 auf 498 gestiegen. Vor zwei Jahren hatten die Verlage noch mehrheitlich Videos des niederländischen Anbieters „ZoomIn“ und anderer externer Dienstleister integriert. Auffällig gegenüber der aktuellen Analyse ist, dass sich nur noch auf 33 Prozent der ausgewerteten Websites Videoangebote von externen Anbietern finden. Stattdessen setzt die Mehrheit der Verlage auf selbstproduzierte Videos (59 Prozent), hinzu kommen Videos aus dem Netzwerk der Online Marketing Service GmbH (OMS), die sich bei 44 Prozent der Verlage finden. Die OMS hatte im November 2008 ein eigenes Videonetzwerk für ihre angeschlossenen Zeitungen gestartet. Das Unternehmen tritt dabei nicht nur als Vermarkter auf, sondern liefert den beteiligten Verlagen auch Technologie und Content. Auch im Fall von zusätzlichen eigenproduzierten Bewegtbildern werden diese Clips in die von der OMS vorgegebene Video-Plattform eingebunden. Der Einsatz von Video-Clips der Anbieter „RTV“ oder „Now on Screen“ (NOS) bleibt im Vergleich zur Analyse aus dem Jahr 2008 weitgehend konstant. Das Video-Format Flash hat sich durchgesetzt. Es sind kaum mehr andere Videoformate zu finden.

Neuer Schwung für E-Paper-Angebote

Mit E-Paper, der elektronischen Version des Printmediums, versuchen Verlage, den veränderten Nutzungsbedürfnissen Rechnung zu tragen und neue Kundensegmente zu erschließen. In der Statistik der Informationsgemeinschaft zur Feststellung der Verbreitung von Werbeträgern (IVW) werden jedoch nur E-Paper-Ausgaben ausgewiesen, die identisch mit der gedruckten Version sind. Schon seit Anfang 2003 gibt es diese Möglichkeit. Mit der Verlängerung ins Internet können die gedruckten Zeitungstitel gestärkt werden, obendrein lassen sich durch den Verkauf der Digitalversionen zusätzliche Einnahmen generieren.

Wurden die Verkaufsaussichten für Online-Ausgaben zu Beginn des neuen Jahrtausends noch äußerst positiv eingeschätzt, blieben die tatsächlichen Verkaufszahlen unter den Erwartungen. Im vierten Quartal 2009 zählte die IVW 85.000 verkaufte E-Paper pro Erscheinungstag. (Die erscheinungstäglich verkaufte Auflage der gedruckten Tages-, Wochen- und Sonntagszeitungen beträgt 24,7 Millionen Exemplare.) Gegenüber dem entsprechenden Vorjahresquartal legten die E-Paper-Ausgaben um immerhin 14 Prozent zu.

Die Entwicklung neuer E-Reader-Endgeräte gibt dem Thema E-Paper derzeit noch einmal neuen Schwung. In den vergangenen zwei Jahren wuchs das E-Paper-Angebot von 208 auf jetzt 455. Eine weitere Erkenntnis der nun vorliegenden BDZV-Untersuchung ist, dass die E-Paper-Angebote oft außerhalb der eigentlichen Navigationsleiste verlinkt werden. Sie befinden sich meist im Header beziehungsweise in der Meta-Navigation. Der Login erfolgt in der überwiegenden Mehrzahl über eine verschlüsselte Sicherheitsseite.

Mehr Jugendwebsites

Bei der Analyse der Jugendwebsites der deutschen Zeitungen wurden nur Seiten erfasst, bei denen es sich um redaktionell gepflegte Unterseiten für Jugendliche beziehungsweise Kinder handelt. Nicht beachtet wurden kurze Hinweise auf der Seite, die Print-Projekte wie beispielsweise „Zeitung in der Schule“ des Verlags bewerben, aber keine weiteren jugendaffinen Online-Inhalte aufweisen. Insgesamt 180 Jugendwebsites konnten in der aktuellen Auswertung gezählt werden. Das ist eine Steigerung um 124 Angebote gegenüber 2008. Auf vielen dieser Websites lassen sich Mitmachangebote wie Communitys oder Fotoupload-Funktionen finden.

Mobile Dienste sind stark im Kommen

mobile Dienste BDZVLange sah es so aus, als ob die mobile Internetnutzung nicht wirklich in Gang kommen würde. Doch günstige Tarife, schnelle Verbindungen und Flatrates haben das mobile Internet zu einem Massenmarkt gemacht. Spätestens seit Einführung benutzerfreundlicher Endgeräte wie Apples iPhone oder Google Nexus nimmt der Zugriff auf mobile Webseiten rasant zu. Das haben auch die Verlage erkannt, 26 Prozent der Zeitungstitel bieten bereits mobile Portale an. 17 Prozent der Zeitungswebsites offerieren SMS-Dienste, wobei die mobilen Portale prominenter verlinkt werden. Spezielle Applikationen wie für Smartphones bieten derzeit noch wenige Verlage an, hier ist in den nächsten Monaten mit Wachstum zu rechnen. Meist finden sich Links oder Hinweise zu diesen Angeboten direkt im Kopf der Website oder in der Navigationsleiste im Bereich Service. Sie werden oft mit „SMS“, „Mobil“ oder „Mobiles Portal“ betitelt. Das Wort „Mobil“ in der Navigationsleiste kann allerdings auch zu Missverständnissen führen: Bei einigen Angeboten verlinkt es auf das Automobil-Portal der Tageszeitung. Es gibt außerdem Fälle, bei denen sich hinter den angegebenen Schlagworten Verweise zu Mobilfunk-Partner verbergen, die einen speziellen Mobilfunk-Tarif bewerben.

64 Prozent mit Social Media-Angeboten

Twitter, Facebook, StudiVZ oder YouTube - die Bedeutung der Sozialen Netzwerke ist in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. Dieser Entwicklung wird auch die Zeitungsbranche gerecht, immer mehr Verlage erweitern ihre Marken in die Social Communitys. Erstmals hat der BDZV in der nun vorliegenden Erhebung qualitativ und quantitativ untersucht, wie die Verlage Social-Media-Angebote nutzen und für sich nutzbar machen. Es stellte sich heraus, dass 64 Prozent der untersuchten Zeitungswebsites über Social-Media-Applikationen verfügen. Neben RSS-Feeds, die sich bei 53 Prozent fanden, wird vor allem der Micro-Blogging-Dienst Twitter zur virtuellen Kommunikation eingesetzt (40 Prozent). Zu beobachten war dabei jedoch, dass Verlage, die einen Twitter-Account pflegen, nur in seltenen Fällen prominent auf ihrer Website darauf hinweisen.

Im Bereich der sozialen Netzwerke setzen die Verlage vor allem auf Facebook, das nach eigenen Angaben weltweit 400 Millionen registrierte Nutzer hat. Hier sind 17 Prozent der Verlage mit einer eigenen Seite/einem Profil oder zumindest mit einer Gruppe vertreten. Einige Angebote weisen dabei mehr als 20.000 „Fans“ auf, die sich als Interessenten der Angebote bekannt haben. Ebenfalls umfangreiche Aktivitäten werden in den Netzwerken der zur Verlagsgruppe Georg von Holtzbrinck gehörenden VZ-Gruppe (StudiVZ, SchülerVZ und MeinVZ) unterhalten. Zwölf Prozent sind dort aktiv. Bei genauerer Betrachtung zeigt sich jedoch, dass (zum Stichtag der Erfassung) sechs Zeitungen mit einem eigenen Profil präsent sind. Die restlichen Titel greifen auf Infofenster in den sogenannten Edelprofilen zurück, durch die sich Regionen oder einzelne Städte präsentieren. In diese Infofenster werden aktuelle Nachrichten von der Zeitungswebsite eingespielt, die direkt auf den Webauftritt des Blatts verlinken. Zeitungen, die sich hingegen einen eigenen Auftritt - sei es in Facebook oder der VZ-Gruppe - leisten, bieten ihren Usern einen deutlich umfangreicheren Service an. So finden sich hier neben Kurzmeldungen auch Videos, kurze Hintergrundberichte und Diskussionsrunden.

web-tvEine weitere Beobachtung der Studie ist, dass, obwohl 78 Prozent der Verlage eigene Bewegtbildangebote bereithalten, der Distributionsweg Videoplattform nur von den wenigsten genutzt wird. So bedienen sich lediglich vier Prozent der Plattform YouTube. Dieser Wert überrascht umso mehr, als Web-Experten erst Ende Januar 2010 bei der BDZV/ZV-Fachtagung: „Bewegtbild – Zeitungen gehen auf Sendung!“ erläuterten, dass die professionelle Nutzung dieser Ausspielwege die Reichweiten der Webvideo-Angebote verdoppeln bis verdreifachen könnte.

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