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17. Mai 2005 | Allgemeines

Zeitungsverleger warnen vor Wettbewerbsverzerrung

Festveranstaltung zum 50-jährigen Bestehen des VBZV / VSZV fordert Handelsregisteranzeigen in Zeitung und Internet

Die Zeitungsverleger in Bayern und Baden-Württemberg warnen vor einer Wettbewerbsverzerrung zu Lasten der Tageszeitungen. Anlässlich der Festveranstaltung zum 50-jährigen Bestehen des Verbands Bayerischer Zeitungsverleger (VBZV) richteten sie am 25. April 2005 in München den dringenden Appell an die Politik, Handelsregistereintragungen auch weiterhin in den Tageszeitungen verpflichtend veröffentlichen zu lassen.

Der VBZV-Vorsitzende Hermann Balle sowie der Vorsitzende des Verbands Südwestdeutscher Zeitungsverleger (VSZV), Valdo Lehari jr., wandten sich damit gegen Pläne, die Veröffentlichung von Handelsregistereintragungen künftig nur dem Internet zu überlassen. Das Motto müsse vielmehr lauten: „Zeitung und Internet“, forderte Lehari. Nach Ansicht der bayerischen Verleger kann die Publizitätspflicht der Registergerichte nur erfüllt werden, wenn Handelsregisterinformationen weiterhin in der reichweitenstarken Tagespresse veröffentlicht werden. Um den Vorstellungen des Gesetzgebers nachzukommen, bieten die bayerischen Zeitungen künftig zusätzlich die Möglichkeit, Registermeldungen bayernweit über eine gemeinsame Internetplattform der Verlage zu veröffentlichen.

 

In seiner Festrede vor zahlreichen Gästen aus Medien, Politik, Wirtschaft und Verwaltung hob Balle, zugleich Verleger von „Straubinger Tagblatt“ und „Landshuter Zeitung“, die gesellschaftspolitische Bedeutung der Zeitung hervor. Sie gelte nach wie vor als das Medium mit der größten Glaubwürdigkeit. Im Unterschied zu Zeitungsmärkten in anderen EU-Staaten hätten die Tageszeitungen in Deutschland nie Subventionen erhalten und strebten diese auch nicht an. Die Politik dürfe jedoch nicht die wirtschaftlichen Tätigkeitsfelder der Verlage einschränken.

 

Der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber würdigte in seiner Festrede die Arbeit der Zeitungsverleger. Diese hätten nach dem Krieg einen wesentlichen Beitrag für eine stabile demokratische Kultur in Bayern und Deutschland geleistet. Ihnen sei es zu verdanken, dass Bayern heute der „Verlagsstandort Nummer eins“ in Deutschland sei. Die Rolle der Tageszeitung wachse gerade angesichts der Fülle an frei verfügbaren Informationen. „Die Unendlichkeit des Internets macht uns die Endlichkeit von Wahrheit bewusst. Die Zeitung dagegen ist ein Anker in der Informationsflut für den Leser“, sagte Stoiber unter dem Beifall der Gäste. Der Ministerpräsident bekräftigte ferner den Widerstand der Union gegen das von der Bundesregierung geplante Pressefusionsgesetz. Der Gesetzentwurf schaffe zu große Freiräume ohne kartellrechtliche Eingriffsbefugnisse, meinte Stoiber. Dies hätte gravierende Auswirkungen auf die Zeitungsverlagslandschaft in Deutschland.

 

Anlässlich der Jahreshauptversammlung bestätigten die Mitglieder des VBZV Dr. Hermann Balle in seinem Amt als Erster Vorsitzender der Landesorganisation. Hanns-Jörg Dürrmeier, Gesellschafter des Süddeutschen Verlags in München, der seit 1985 Zweiter Vorsitzender des Verbands war, hatte sich nicht mehr zur Wahl gestellt. Aufgrund seines großen Engagements für den Verband und die Zeitungsbranche in Bayern ehrten ihn die Verleger mit dem Ehrenvorsitz. Die „Süddeutsche Zeitung“ wird künftig durch ihren Geschäftsführer Klaus Josef Lutz im Vorstand des VBZV vertreten sein. Als Nachfolger Dürrmeiers in der Landesorganisationsspitze wurde Andreas Scherer von der „Augsburger Allgemeinen“ zum Zweiten Vorsitzenden des Verbands gewählt. Scherer ist seit 1997 Geschäftsführer der Presse-Druck- und Verlags-GmbH in Augsburg und gehört seit 2003 dem VBZV-Vorstand an.

 

Parallel zur gemeinsam mit dem VBZV begangenen Festveranstaltung hielten auch die südwestdeutschen Zeitungsverleger ihre Jahrestagung ab. Valdo Lehari jr., Verleger des „Reutlinger General-Anzeigers“, wurde für weitere zwei Jahre an die Spitze des VSZV gewählt. Er steht seit April 2001 der baden-württembergischen Landesorganisation vor. Auch die stellvertretenden Vorsitzenden des VSZV, Christine Bechtle-Kobarg („Esslinger Zeitung“) und Björn Jansen („Mannheimer Morgen"), wurden wiedergewählt.

 

Lehari wandte sich anlässlich der Landesverbandstagung ferner dagegen, mit einer EU-Fernsehrichtlinie das werbende Platzieren von Produkten in TV-Sendungen (product Placement) zu legalisieren. In der Diskussion über die Neufassung der Pressefusionskontrolle mahnte er Bundesregierung und Bundesrat zu einer Einigung. Notwendig sei eine Regelung, die den Verlagen mehr Kooperation erlaube.

 

Internet: www.vbzv.de, www.vszv.de

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