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24. April 1998 | Allgemeines

Zeitungsverleger verurteilen publizistische Aktivitäten der Kommunen

VZN: "Es kann nicht sein, daß jeder Bürgermeister seine eigene PR-Plattform schmiedet"

Die Zeitungsverleger Mecklenburg-Vorpommerns und Schleswig-Holsteins haben das wachsende publizistische Engagement von Bürgermeistern und Landräten kritisiert: Kommunalpolitiker gäben zunehmend ihre eigenen Zeitungen mit einem umfänglichen redaktionell aufbereiteten Teil heraus und finanzierten diese Publikationen aus den ohnehin knappen öffentlichen Mitteln, erklärte der Verband der Zeitungsverlage Norddeutschland e.V. (VZN) anläßlich seiner ordentlichen Mitgliederversammlung am 16. April 1998 in Schwerin. Jüngere Beispiele dafür seien die neuen Publikationen "Hauspost" der Landeshauptstadt Schwerin sowie die "Rathauszeitung" in Lübeck.

Die Zeitungsverlage äußerten ihre Besorgnis darüber, daß diese Entwicklung die wirtschaftliche Stabilität der Zeitungen vor Ort beeinflussen und damit das Fundament für ein unabhängiges Pressewesen untergraben könnte. Man habe volles Verständnis für die Öffentlichkeitsarbeit der Kommunen, sagte in diesem Zusammenhang der VZN-Vorsitzende und Geschäftsführer der "Lübecker Nachrichten", Dr. Günter Semmerow, aber "es kann nicht sein, daß jeder Bürgermeister seine eigene PR-Plattform schmiedet". Damit würden die Kommunalpolitiker nicht nur öffentliche Gelder zweckentfremdend einsetzen, sondern auch ihre gesellschaftliche Kompetenz überschreiten. Eine lebendige Politik in Städten und Kreisen sei auf die kritische Begleitung durch unabhängige Zeitungen angewiesen.

Die Verleger kritisierten ferner, daß die "Bürgermeister-Zeitungen" in das für die freie Presse wichtige Anzeigengeschäft eingedrungen sind. Die Verlagshäuser wollen jetzt unter anderem bei den kommunalen Spitzenverbänden nachdrücklich auf dieses Problem aufmerksam machen. Der BDZV hat zu der gesamten Problematik ein Memorandum "Kommunale Öffentlichkeitsarbeit und Zeitung" publiziert, das als Sonderdruck auch der Frühjahrsausgabe von "Die Zeitung" beiliegt.

Kontakt:
BDZV,
Riemenschneiderstraße 10,
53175 Bonn,
Tel.: 0228/8100422,
Fax: 0228/8100434.

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