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16. September 2008 | Allgemeines

Zeitungsverleger gegen Yahoo/Google-Werbevereinbarung

WAN fordert Untersuchung durch EU-Kommission

Der Weltverband für Zeitungen (WAN) hat am 15. September 2008 die Wettbewerbsaufsichtsbehörden in Europa und Nordamerika gebeten, eine Werbevereinbarung zwischen Google und Yahoo wegen Wettbewerbswidrigkeit zu blockieren. Der WAN ist der Meinung, dass die Vereinbarung negative Auswirkungen auf die von den Suchmaschinen an Zeitungen und andere Websites gezahlten Werbeeinnahmen sowie auf die Kosten bezahlter Suchmaschinen-Werbung haben werde.

Der internationale Verband, der 77 amerikanische Zeitungsverbände und 18.000 Zeitungen weltweit vertritt, forderte das Kartellamt des US-amerikanischen Bundesministeriums für Rechtspflege (Antitrust Division of the United States Department of Justice), die Europäische Kommission Generaldirektion Wettbewerb und das kanadische Kartellamt (Competition Bureau of Canada) auf, die Auswirkungen der Vereinbarung zu untersuchen und die Vereinbarung zu blocken.

„Der WAN glaubt, dass der derzeit bestehende Wettbewerb zwischen Google und Yahoo absolut notwendig ist, um zu gewährleisten, dass unsere Mitglieder wettbewerbsgerechte Erträge für Onlinewerbung auf ihren Websites erhalten und um beim Kauf bezahlter Suchmaschinen-Werbung wettbewerbsgerechte Preise zu erzielen“, erklärte Gavin O'Reilly, Präsident des in Paris ansässigen WAN, in einem Schreiben an die Leiter der drei Institutionen.

„Wir sind der Meinung, dass die beabsichtigte Werbevereinbarung zwischen Google und Yahoo diesen Wettbewerb schwerwiegend schwächen und zu weniger Erträgen und höheren Preisen für unsere Mitglieder führen würde. Darüber hinaus befürchten wir, dass die Vereinbarung zur Marktbeherrschung wichtiger Segmente der Onlinewerbung durch Google führen wird und dem Unternehmen die Fähigkeit einräumt, seine Dominanz bei der Internet-Suche auf andere Märkte auszuweiten.“

Die Stellungnahme von WAN ist in einem Kommuniqué unter http://www.wan-press.org/article17872.html zu finden.

Gemäß der Vereinbarung zwischen den Suchmaschinenunternehmen kann Yahoo von Google bereitgestellte Werbung neben den eigenen Suchergebnissen anzeigen. Die Vereinbarung würde zu Einnahmen in Millionenhöhe für Yahoo führen und die Dominanz von Google innerhalb der Suchmaschinen-Werbung stärken.

„Google und Yahoo sind die derzeit führenden Anbieter von Content-Werbeanzeigen und Syndicated-Suchmaschinen-Werbeanzeigen für Onlinenachrichten-Sites, und sie wetteifern enorm um dieses Geschäft“, so der WAN. „Dieser Wettbewerb zwingt jedes Unternehmen, die bestmöglichen Bedingungen anzubieten, und er hilft sicherzustellen, dass die Zeitungen faire Markterträge für das Recht auf Darstellung von Anzeigen und Suchfeldern auf ihren Sites erhalten.

Die beabsichtigte Vereinbarung wird Yahoo als Mitbewerber für diese Geschäfte auf verheerende Weise schwächen“, erklärte der WAN. „Die Werbungtreibenden werden zunehmend zu Google abwandern, da sie schrumpfende Preisvorteile im Vergleich zur Werbung bei Yahoo sehen. Die Anzahl der eigenen Werbeanzeigen, die Yahoo verwalten muss, wird gemindert, was dem Unternehmen die Möglichkeit nimmt, günstigere Geschäfte als Google anbieten zu können. Dieses Problem wird mit der Zeit wachsen, da sich Google – in einer deutlichen Zurschaustellung seiner wahren Absichten – geweigert hat, Yahoo die Darstellung von Google-Anzeigen auf den Websites neuer Verlagspartner, die nach Abschluss der Vereinbarung übernommen werden, zu gestatten. Anders ausgedrückt: Google hat eine Bedingung aufgestellt, die die letzten verbleibenden Chancen von Yahoo auf einen Wettbewerb mit Google zunichte macht. Dies bedeutet für die Zeitungen, dass die Yahoo-Preisangebote für ihr Werbegeschäft mit ziemlicher Sicherheit niedriger als heute sein werden.“

Die beiden Unternehmen stimmten einem freiwilligen 100-tägigen Prüfungsverfahren durch das US Department of Justice zu.

Zwar beschränkt sich die Vereinbarung laut Google und Yahoo auf Nordamerika, jedoch ist der WAN der Meinung, dass die Vereinbarung bedeutende Auswirkungen auf europäische Zeitungsverlage haben wird, und fordert eine Untersuchung durch die Europäische Kommission.

„Zum einen sind viele unserer europäischen Mitglieder in Nordamerika aktiv und werden direkt durch jeglichen unlauteren Wettbewerb dort geschädigt“, erläuterte WAN in einem Schreiben an den zuständigen Direktor in der europäischen Wettbewerbskommission, Cecilio Madero.

„Zum anderen glauben wir, dass die Vereinbarung zu weniger Anreizen für Yahoo beim Wettbewerb gegen Google selbst in Europa führen wird, da Yahoo nach eigenen Aussagen im Rahmen dieser Vereinbarung jährliche Erträge in Millionenhöhe erzielen wird. Da Google und Yahoo zusammen über 95 Prozent der Werbeausgaben von Werbungtreibenden in Europa kontrollieren, könnten die zwei Unternehmen problemlos die Wettbewerbsbedingungen in der EU bestimmen, falls sie dies wünschen.“

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