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07. Mai 2009 | Allgemeines

Zeitungsverleger gegen "Gratis-Kultur" im Internet

dpa-Interview mit BDZV-Präsident Helmut Heinen

Die deutschen Zeitungsverleger wollen verstärkt gegen die „Gratiskultur“ im Internet vorgehen. Gewerbliche Nutzer, wie etwa Suchmaschinen oder Internetportale, sollten für die Verwendung der Onlineangebote der Zeitungen bezahlen, sagte BDZV-Präsident Helmut Heinen der Deutschen Presse-Agentur dpa am 7. Mai 2009 in Berlin. Dafür sollten auch die Leistungen der Presse unter gesetzlichen Schutz gestellt werden. „Der BDZV hat das Thema ganz oben auf seine Agenda gesetzt“, sagte Heinen am Rande der Delegiertenversammlung des Verbands. Das Interview im Wortlaut lesen Sie hier.

BDZV Heinendpa: In jüngerer Zeit haben mehrere Verlagshäuser – zuletzt Mathias Döpfner (Axel Springer) und Hartmut Ostrowski (Bertelsmann) - ein Leistungsschutzrecht für die Presse gefordert. Ist das ein Problem einzelner Verlage oder geht das alle an?

Heinen: Das Leistungsschutzrecht geht alle an, Zeitungen wie Zeitschriften. Der Bundesverband Deutscher Zeitungsverleger hat das Thema deshalb ganz oben auf seine Agenda gesetzt.

dpa: Was genau wird denn mit dem Leistungsschutzrecht verbunden?

Heinen: Das nachhaltige finanzielle und personelle Engagement der Verlage ermöglicht die Qualitätsinhalte und -marken im Medienbereich, die von zahlreichen gewerblichen Nutzern gern und viel in Anspruch genommen werden. Wir freuen uns darüber, es spricht für die Leistung der Verlage. Den Presseunternehmen muss es aber zukünftig möglich sein, sich nachhaltig gegen eine unentgeltliche Ausnutzung ihrer Angebote zur Wehr setzen zu können. Die Angebote der Verlage sind nur durch einen hohen finanziellen Aufwand bei der Zusammenstellung, Aufbereitung, Herstellung und Verbreitung von Inhalten möglich. Daher benötigen wir dringend einen sachgerechten Ausgleich für die Inanspruchnahme unserer Leistungen. Ein Leistungsschutzrecht für die Presse ist überfällig.

dpa: Und wie wollen Sie das gegenüber der Politik durchsetzen?

Heinen: Wir haben doch gute Argumente: Wenn jemand die Leistung eines anderen nutzt, muss er hierfür zahlen. Dieses ökonomische Grundprinzip muss auch im Internetzeitalter gelten. Alles andere wäre eine schleichende Enteignung der Inhalte-Produzenten. Freiwillig wird das vermutlich nicht funktionieren, sprich: Wir benötigen dazu eine rechtliche Grundlage. Diese existiert bereits in anderen Bereichen, zum Beispiel bei Sendeunternehmen oder Konzertveranstaltern. Warum sollten Presseunternehmen da anders behandelt werden? In vielen Ländern wird gerade über direkte Subventionen für die Presse diskutiert, das lehnen wir ab. Aber wir benötigen in Deutschland vernünftige und verlässliche politische und wirtschaftliche Rahmenbedingungen für die Zeitungen. Ein Leistungsschutzrecht gehört unbedingt dazu.

dpa: Wie könnte denn ein Geschäftsmodell für die Presse im Internet aussehen?

Heinen: Es sind verschiedene Wege denkbar, das muss die Zukunft zeigen. Zunächst einmal geht es uns um den rechtlichen Anspruch.

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