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19. März 2014 | Allgemeines

Zeitungsverleger: Flächentarifvertrag hängt am seidenen Faden

Georg Wallraf fordert Gewerkschaften zu wahrheitsgemäßer Darstellung der Verhandlungsergebnisse auf

„Der Erhalt des Flächentarifvertrags hängt am seidenen Faden.“ Das erklärte der Verhandlungsführer des BDZV, Georg Wallraf, im Vorfeld der 8. Verhandlungsrunde. Die jüngsten Äußerungen von Gewerkschaftsvertretern insbesondere in Baden-Württemberg, die das Verlegerangebot bis zur Unkenntlichkeit verdrehten oder schlicht die Unwahrheit behaupteten, ließen ihn an einem ernsthaften Verhandlungswillen zweifeln.

„Die Bekenntnisse der Gewerkschaften zum Flächentarifvertrag bleiben so lange Lippenbe­kenntnisse, solange die Gewerkschaften nicht konstruktiv eigene Vorschläge in die Verhandlun­gen einbringen“, erklärte Wallraf im Vorfeld der achten Verhandlungsrunde am 8. März 2014 in Hamburg. Anderenfalls würden weitere Verlage die Flucht in die OT-Mitgliedschaft antreten oder sich weitere BDZV-Landesverbände ganz aus dem Flächentarif verabschieden.

Der BDZV hatte im Rahmen der siebten Ver­handlungsrunde das ausformulierte TARIFWERK ZUKUNFT vorgelegt. Es umfasst alle Tarifdoku­mente (Mantel-, Gehalt-, Volontärs- und Alters­versorgungstarifvertrag). Damit sollte das kom­plexe Tarifwerk als konkrete Verhandlungs­grundlage dienen, um in den Gesprächen mit den Gewerkschaften Kompromisslinien auszuloten. DJV und dju hätten die Inhalte des TARIFWERKS ZUKUNFT jedoch nicht nur zuge­spitzt weitergegeben, sondern die Forderungen und Angebote auch teilweise falsch wiedergege­ben, kritisierte Wallraf.

So stellte der Verhandlungsführer unter ande­rem klar, dass der BDZV anders als behauptet nie gefordert habe, die Tantiemen der Redak­teure von den Verwertungsgesellschaften anzu­greifen. „Das ist schlicht unwahr“, betonte Wall­raf.

Falsch sei ferner die Behauptung, Urlaubs- und Weihnachtsgeld sollten halbiert werden. Die ge­plante Kürzung mache knapp zwei Prozent des Jahresgehalts aus und solle durch die angebote­nen Gehaltserhöhungen kompensiert werden, erläuterte Wallraf.

Darüber hinaus wies der Verhandlungsführer darauf hin, dass die von den Gewerkschaften als besonders üble Zumutung klassifizierte Kürzung des Weihnachtsgelds bei Langzeiterkrankten bereits seit Jahren Bestandteil des Manteltarif­vertrags sei (§4, Abs. 3). Mit dem TARIFWERK ZUKUNFT solle diese Kürzungsmöglichkeit zu­gunsten der Redakteure bei drei Monaten gede­ckelt werden.

Dies seien nur einige der klarzustellenden Punkte, betonte Wallraf. Er appelliere an die Ge­werkschaften, zu einer wahrheitsgemäßen Dar­stellung der Verhandlungsgegenstände zurück­zukehren.

Tarifvertrag muss Strukturwandel Rechnung tragen

„Unser Tarifwerk Zukunft muss dem Struktur­wandel, der in der Zeitungsbranche besonders tiefgreifende Auswirkungen hat, und einem völlig veränderten Wettbewerbsumfeld Rechnung tra­gen“, betonte der BDZV-Verhandlungsführer weiter. Wer eine zukunftsgerichtete Personalpoli­tik betreiben wolle, müsse sich mit allen Para­metern des für Zeitungsredakteure besonders komfortabel ausgestatteten Tarifwerks befassen. Weiter machte Wallraf deutlich, dass es Aufgabe von Tarifverträgen sei, Mindestarbeitsbedingun­gen zu schaffen. „Verleger und Gewerkschaften stehen in der Verantwortung, zukunftssichernde Bedingungen für eine Branche im Umbruch zu schaffen. Diesem Anspruch wird eine Gewerk­schaftshaltung nicht gerecht, die außer einer überhöhten Gehaltsforderung nicht konstruktiv verhandeln, sondern sich durch die Androhung von Urabstimmung und Streikausweitung aus der Verantwortung ziehen will“, betonte der Ver­handlungsführer des BDZV.

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