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04. Januar 2008 | Allgemeines

Zeitungsverleger erwarten 2008 positive Entwicklung

Interview mit BDZV-Präsident Helmut Heinen

Der BDZV blickt optimistisch auf das neue Jahr. Er gehe davon aus, dass sich die Umsätze mindestens so entwickeln wie 2007 oder sogar leicht steigen werden, sagte BDZV-Präsident Helmut Heinen im Interview mit der Nachrichtenagentur ddp.

Das Jahr 2007 sei für die Zeitungsverleger wirtschaftlich ein positives Jahr gewesen, «weil wir in Deutschland eine insgesamt gute gesamtwirtschaftliche Entwicklung hatten». Es habe zwar eine Schwächung der Binnenkaufkraft gegeben, aber andererseits eine erfreuliche Belebung am Arbeitsmarkt. «Das wiederum bedeutete eine deutliche Bewegung in unseren Stellenanzeigen. Dadurch wurde 2007 zu einem wirtschaftlich erfreulichen Jahr», sagte Heinen.

 

 

Nachfolgend das Interview im Wortlaut:

 

Vor etwa einem Jahr haben über 160 deutsche Zeitungsverlage eine Anzeigenkampagne für mehr Leser unter dem Motto «Die Zeitungen. Wer liest, versteht» gestartet. Hat die Früchte getragen?

 

Heinen: Sie hat in punkto Auflage sicherlich bei einer Reihe von Häusern bereits Früchte getragen. Aber das ist eine langfristig angelegte Kampagne, die dazu beitragen soll, in der Gesellschaft insgesamt Bewusstsein für den Nutzen von Zeitungslektüre zu schaffen. Daran haben wir großes Interesse und unterstreichen das auch immer mehr durch Projekte beispielsweise in Schulen, wo junge Leute zum Zeitungslesen hingeführt werden sollen.

 

War 2007 ein gutes oder schlechtes Jahr für die Zeitungsverleger?

 

Heinen: Es gab Maßnahmen von staatlicher Seite im Rahmen der «Gefahrenabwehr», die unsere Arbeit bedrohen. Die Vorratsdatenspeicherung etwa könnte Informanten abschrecken, sich Journalisten anzuvertrauen. Wirtschaftlich war es ein positives Jahr, weil wir in Deutschland eine insgesamt gute gesamtwirtschaftliche Entwicklung hatten. Es gab zwar eine Schwächung der Binnenkaufkraft, aber andererseits eine erfreuliche Belebung im Arbeitsmarkt. Das wiederum bedeutete eine deutliche Bewegung in unseren Stellenanzeigen. Dadurch wurde 2007 zu einem wirtschaftlich erfreulichen Jahr.

 

Noch besser als das vergangene, in dem die Gesamtumsätze der Branche 9,144 Milliarden Euro betrugen?

 

Heinen: Es gab sicherlich eine Aufwärtstendenz. Ich denke, wir werden ein leichtes Plus haben, das bei einem niedrigen einstelligen Prozentsatz liegt. Der mit Abstand deutlichste Zuwachs liegt im Stellenanzeigenbereich.

 

Wird sich dieser Trend im kommenden Jahr fortsetzen?

 

Heinen: Ich gehe davon aus, dass die Umsätze sich mindestens so entwickeln wie in diesem Jahr oder sogar leicht steigen werden.

 

Eines der großen Themen in diesem Jahr für die Verleger waren die Online-Aktivitäten von ARD und ZDF, die von den Zeitungen ja sehr kritisch gesehen werden. Hat sich die Situation entspannt?

 

Heinen: Das ist nach wie vor ein sehr wichtiges Thema. Wir stehen für Gespräche zur Verfügung - aber freiwillig und ohne Druck aus der Politik werden sich die öffentlich-rechtlichen Sender nicht von ihren Maximalpositionen wegbewegen. Wir haben im Online-Bereich eine Wettbewerbssituation. Nun müssen die Bundesländer unter Berücksichtigung der Vorgaben des Bundesverfassungsgerichts einerseits und der Europäischen Kommission andererseits ihre Aufgabe wahrnehmen und für den nächsten Rundfunkstaatsvertrag die richtigen Entscheidungen treffen.

 

Welche Baustellen sehen Sie für 2008 noch?

 

Heinen: Breiteren Raum wird im nächsten Jahr sicherlich die Diskussion über weitere Werbeverbote einnehmen. Auf europäischer Ebene gibt es beispielsweise Bestrebungen, sehr weitgehende Vorgaben etwa für Automobilwerbung unter dem Umweltgesichtspunkt zu machen. Auch die Alkoholwerbung steht im Fokus. Da werden wir sehr wachsam sein. Soweit es um Jugendschutz geht, wird man die Zeitungsverlage immer an der Seite haben, um vernünftige Regelungen zu finden. Wenn es aber nur darum geht, politische Probleme über Werbeeinschränkungen zu regeln, werden wir sehr massiv dagegen argumentieren.

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