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02. Februar 2010 | Namen und Nachrichten

Zeitungsverlage sollen ihre Inhalte im Netz nicht länger verschenken

ENPA-Präsident Valdo Lehari jr. fordert zu Gesprächen mit Suchmaschinenbetreibern auf

Die Zeit der verschenkten Zeitungsinhalte im Internet ist vorbei, das erklärte der Präsident des Europäischen Zeitungsverlegerverbandes (ENPA), Valdo Lehari jr., in einem Interview mit der Deutschen Presse-Agentur dpa an. Darin erklärte er, die Verlage in Europa wollen selbstbewusster und konsequenter auf eine Bazahlung ihrer Inahlte auch im Netz drängen. Dazu sei es jedoch notwendig, dass die Verlage Verhandlungen mit Google und anderen Suchmaschinenbetreibern über eine angemessene Vergütung von redaktionellen Inhalten vorantreiben.

lehari jrLehari, der zugleich Verleger des „Reutlinger General-Anzeigers“ ist, kündigte zur Umsetzung dieser Ziele eine europaweite Kampagne an, die "ein koordiniertes Vorgehen der Verlage von Schweden bis Italien garantieren" werde. Nach seinen Worten gehöre zu einer derartigen Kampagne auch, dass die Kostenloskultur im Internet bekämpft werde, so wie es in der jüngsten Vergangenheit Verlegerorganisationen und zahlreiche Großverlage angestrebt haben: „In der Überzeugung, dass es mit dem kostenlosen Angebot so nicht weitergehen kann, gibt es europaweit ganz große Übereinstimmung.“ Dies könne eine Grundlage für weitere Schritte sein.

Bundesregierung muss Werbereglementierungen zurückdrehen

Von der Politik fordert der europäische Verlegerpräsident keine unmittelbare Unterstützung für die wirtschaftlich und strukturell gebeutelte Medienbranche, aber bessere Rahmenbedingungen. Die beste Hilfe der Regierung wäre es, einen Teil der Gesetze und Einschränkungen wie Werbereglementierungen und Zugangsbeschränkungen zurückzudrehen: „Wir wollen freier atmen können und brauchen wieder mehr Sauerstoff für publizistische und unternehmerische Freiheit.“ Dies sei keine isolierte deutsche Position, sondern gemeinsamer Wille der Mehrheit der Medien in Europa. Insofern seien die Verleger höchst verwundert, dass die Bundesregierung, vertreten durch das Bundesumweltministerium, entgegen eigener Ankündigung neue Werberegeln nicht verhindert habe, sagte Lehari. Die EU habe ohne ein Veto aus Berlin beschlossen, dass künftig in der Werbung zum Beispiel für Kühlschränke und andere energieverbrauchende Produkte wie Fernseher deren Energie-Effizienz angegeben werden muss. Dies sei ein erneuter Angriff auf die Werbefreiheit.

 

„Die digitale Zukunft läuft auf Hochtouren“

 

Auch wenn die deutsche Zeitungsbranche derzeit ihre schwerste Krise seit Jahrzehnten durchlebe, ist die Lage der Medienhäuser in Deutschland nach Leharis Ansicht weiterhin wesentlich besser als die vieler Verlage im europäischen Ausland und erst recht als in den USA. Auch im Krisenjahr 2009 sei nicht nur gespart worden. Es werde erfreulicherweise in zunehmenden Maße in neue Ideen und Produkte wie Sonderpublikationen und Magazine investiert. „Die Suche nach der Nische und der digitalen Zukunft läuft auf Hochtouren.“

 

Die Bedeutung der Zeitung sei ohnehin nicht nur an der leicht sinkenden Auflage zu messen. Vielmehr habe die Zeitung dank großer Reichweite und unangefochtener Glaubwürdigkeit weiterhin eine herausragende Rolle in der Medienlandschaft. Immerhin reichen die deutschen Zeitungen pro Erscheinungstag 71,4 Prozent der Bevölkerung über 14 Jahren, bei den über 60-Jährigen sind es sogar 83,0 Prozent.

Ort: Brüssel

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