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26. Juli 2001 | Digitales

Zeitungsverlage setzen weiter auf Internet

Funktionierende Geschäftsmodelle gibt es noch nicht / BDZV-Vizepräsident Rebmann im Gespräch mit dpa

Trotz Ernüchterung angesichts der Internet-Krise stehen bei den Zeitungsverlagen im Online-Geschäft die Zeichen weiter auf Wachstum. Dies betonte BDZV-Vizepräsident Richard Rebmann in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur (dpa).

Im Unterschied zu den Verlagen in den USA, die sich einen radikalen Sparkurs verordneten, sei der Online-Ausbau in Deutschland „mit mehr Augenmaß“ betrieben worden. Im Internet sei keineswegs „Geld verbrannt“ worden. Voraussetzung für einen wirtschaftlichen Erfolg sei aber, „dass wir heute unsere Unternehmen, und das gilt auch für kleine Zeitungshäuser, zu Multimedia-Unternehmen umbauen, in denen das Internet einer von verschiedenen Verteilkanälen ist“.

 

Angesichts der momentanen Flaute im klassischen Werbemarkt müssten jedoch auch die Investitionen im Online-Geschäft knapp kalkuliert werden, sagte Rebmann, der Verleger des „Schwarzwälder Boten“ (Oberndorf) ist. Er räumte zugleich ein, „dass es bis heute noch keine funktionierenden Geschäftsmodelle im Internet gibt. Die User zeigen noch immer wenig Bereitschaft, im Internet für Informationsangebote zu bezahlen“.

 

Derzeit suchten die Verlage nach neuen Erlösquellen. „Content-Syndication, der Verkauf von Inhalten an Dritte, ist durchaus interessant, obgleich dieser Teil der Wertschöpfungskette natürlich begrenzt ist“, stellte Rebmann fest. Man untersuche derzeit auch, ob lokale Inhalte über mobile Endgeräte wie Handys verteilt werden könnten.

 

Zu dem auch in Verlegerkreisen diskutierten Vorschlag, Online-Angebote kostenpflichtig zu machen, gab sich Rebmann zurückhaltend: „Alle bisherigen Versuche sind gescheitert; sobald Geld verlangt wird, sinken die Nutzerzahlen rapide. Dies schließt allerdings nicht aus, dass für hochwertige Premium-Dienste, die für den Nutzer einen echten Mehrwert darstellen, auch gezahlt wird.“ Werbung reiche als Refinanzierung für die Online-Investitionen bei weitem nicht aus, sagte Rebmann weiter. Es werde getestet, wie die klassische Zeitungswerbung im Sinn von CrossMedia mit den Internet-Auftritten verknüpft werden könne.

 

Zu der nicht zu Stande gekommenen Zusammenarbeit der Zeitungsverlage beim Aufbau einer nationalen Internet-Plattform aller Verlage im Rubrikenmarkt meinte Rebmann, dass es „zu viele unterschiedliche Interessen“ gegeben habe. Allerdings gebe es zwischenzeitlich eine ganze Reihe von Kooperationen auf lokaler, regionaler und nationaler Ebene, an denen sich in vielen Fällen auch verlagsferne Branchen unter Unternehmen wie Stadtwerke, Sparkassen und Immobilienmakler beteiligten.

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